Krypto-Wetten in Deutschland: Erlaubt ist der Zahlweg nirgends — geprüft sind zehn Anbieter
Stand: 30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale), Stand der Liste 2. Oktober 2026.

Wer nach einem Wettanbieter sucht, bei dem er mit Bitcoin einzahlen kann, sucht in Deutschland nach etwas, das es innerhalb des erlaubten Marktes nicht gibt. Das ist keine Marktlücke, sondern die Konstruktion selbst: § 6b Absatz 4 des Glücksspielstaatsvertrags lässt Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen des Spielers zu, bei einem Institut, das nach dem Geldwäschegesetz zur Identitätsprüfung verpflichtet ist. Anonyme Zahlungsmittel sind damit ausgeschlossen — nicht geduldet, nicht eingeschränkt, ausgeschlossen. Jeder Anbieter, der Krypto annimmt, steht deshalb zwangsläufig außerhalb der Whitelist, außerhalb von OASIS und LUGAS und außerhalb jeder deutschen Aufsicht.
Das ist die unangenehme Nachricht, und sie hat eine zweite Seite, die in den Marketingtexten der Krypto-Casinos nicht vorkommt: Was dort als Freiheit verkauft wird, ist in Wahrheit die Abwesenheit von Instrumenten, die einen Spieler tragen, wenn er sie braucht.
Kryptowerte: eine Sache des Kreditwesengesetzes, nicht des Wettmarktes
Der Versuch, Krypto und Sportwetten zusammenzudenken, geht in Deutschland an der falschen Stelle los. Kryptowerte sind hier zuerst ein Aufsichtsthema der Finanzaufsicht, nicht des Glücksspiels. Die BaFin beschreibt das Kryptoverwahrgeschäft als Verwahrung, Verwaltung und Sicherung von Kryptowerten oder privaten kryptografischen Schlüsseln, und sie führt es als grundsätzlich erlaubnispflichtig: Die Erlaubnispflicht folgt aus § 32 Absatz 1 in Verbindung mit § 1 Absatz 1a Satz 2 Nummer 6 des Kreditwesengesetzes. Wer Kryptowerte für andere verwahrt, braucht eine nach diesem Gesetz erteilte Erlaubnis.

Was ein Kryptowert ist, steht in § 1 Absatz 11 Satz 4 KWG. Es sind unter anderem digitale Darstellungen eines Wertes, der von keiner Zentralbank oder öffentlichen Stelle emittiert wurde. Diese Definition erklärt mehr, als sie auf den ersten Blick verrät. Ein Kryptowert ist gerade nicht das, was ein Euro ist: kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern ein handelbarer Vermögensgegenstand mit schwankendem Preis.
Daneben steht mit MiCAR der europäische Rahmen, der die Zulassungspflicht, die Ausnahmen und das Zulassungsverfahren für Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen regelt. Die Zulassung erteilt in Deutschland die BaFin. Wer also glaubt, Krypto sei ein rechtsfreier Raum, irrt an genau dieser Stelle. Der Zahlweg ist in Deutschland dichter geregelt als das Wettangebot.
Der zweite Irrtum betrifft die Steuer. In Deutschland klärte erst das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 die ertragsteuerliche Behandlung von Bitcoin; zuvor bestanden hierzu keine verbindlichen steuerlichen Regeln. Der Europäische Gerichtshof hatte schon am 22. Oktober 2015 in der Rechtssache Hedqvist entschieden, dass beim Kauf und Verkauf von Bitcoin-Einheiten keine Mehrwertsteuer anfällt; das Bundesfinanzministerium bestätigte den Inhalt des Urteils am 27. Februar 2018 gegenüber den obersten Länderfinanzbehörden. Das klingt nach einem Vorteil, ist aber nur eine Aussage über die Umsatzsteuer auf den Tausch — über den Kursgewinn sagt es nichts. „Steuerfrei“, wie die einschlägigen Ratgeberseiten es gern verkürzen, ist eine Aussage über eine Steuer und keine über die Steuerlast.
Wer heute eine Wette in Krypto einlegt, bezahlt seine Wette in einem Vermögenswert, dessen Euro-Wert morgen ein anderer sein kann. Eingezahlt wird in der Volatilität, ausgezahlt wird daraus — der Wettanbieter trägt dieses Risiko nicht, der Spieler trägt es. Ein Anstieg des Kurses zwischen Einzahlung und Auszahlung freut niemanden beim Anbieter, ein Absturz freut auch den Spieler nicht. Diese Rechnung ist der eigentliche Preis des Zahlwegs, und sie hat mit der Quote nichts zu tun.
Rechtslage: der Erlaubnisvorbehalt und seine Folgen
Die Erlaubnis, Sportwetten über das Internet zu veranstalten oder zu vermitteln, erteilt in Deutschland die GGL nach § 9a Absatz 1 Nummer 3 in Verbindung mit § 27f Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags. Sie überwacht den Markt und verhängt Bußgelder. Der GlüStV 2021 gilt seit dem 1. Juli 2021.

Der einzige Test, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat, ist die Whitelist nach § 9 Absatz 8 GlüStV. Wer dort nicht steht, ist nicht erlaubt. Nach dem Stand vom 2. Oktober 2026 führt die Liste 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, von denen zwei auch Pferdewetten veranstalten dürfen, und drei Inhaber mit einer Erlaubnis nur für Pferdewetten. Wer eine Marke prüfen will, sucht die Domain auf der Liste. Eine .de-Endung hilft nicht weiter; jede auf der Whitelist geführte Domain endet so, aber die Endung selbst beweist nichts.
Wer in Deutschland ohne Erlaubnis Sportwetten anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Absatz 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat dabei keine Bedeutung in Deutschland — sie ist keine Erlaubnis für den deutschen Markt und schützt den Spieler hier nicht. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt.
Was nach Krypto klingt, aber keine ist: Ein .de-Domainname besagt nichts. Eine im Ausland ausgestellte Lizenz der eigenen Fußzeile besagt nichts. Eine Lizenznummer, die sich auf einer Website finden lässt, besagt nichts. Die einzige Prüfung, die im Streitfall trägt, ist die Whitelist.
Wer die Erlaubnis prüft und wer sie bekommt
Auf der Whitelist steht für jede Marke ein Rechtsträger, nicht nur ein Name. Für Betway etwa ist die Betway Limited mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta geführt; für Interwetten die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema; für DAZN Bet die DZBT Operations Limited in Zebbug; für bwin die bwin (Deutschland) Limited in Gzira. Für MERKUR BETS ist die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s eingetragen. Das ist eine Prüffrage ersten Ranges: Wer nach einem Streit ein Unternehmen finden will, braucht den eingetragenen Namen, nicht den Markennamen.
Ein Inhaber kann neben der Sportwetten-Erlaubnis eine zweite für virtuelle Automatenspiele halten. Das sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln. Eine Casino-Erlaubnis ist keine Wett-Erlaubnis, und die Grenzen des einen Bereichs gelten im anderen nicht. Wer auf derselben Domain Automaten findet, darf daraus nicht schließen, dass die Grenzen der Sportwetten dort gelten.
Die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, niemals ein Ende. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Absatz 1 für fünf Jahre. Wer wissen will, ob eine Erlaubnis noch läuft, kann sich also nicht auf ein Enddatum stützen, das nirgends steht.
Was in einem erlaubten Wettprogramm überhaupt stehen darf
Wer bei einem erlaubten Anbieter wettet, wettet auf ein Segment des Angebots, das enger ist als das, was Krypto-Seiten anbieten. Nach § 21 Absatz 1 GlüStV sind feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon erlaubt, als Einzel- oder Kombinationswette. Aber nur auf die Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm freigegeben hat.
Für Live-Wetten zieht § 21 Absatz 4 eine klare Grenze: Während eines laufenden Ereignisses sind Wetten nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen vergleichbaren Bestandteil in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch. Der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball ist es nicht.
Ausgeschlossen ist mehr, als man denkt. § 21 Absatz 1a verbietet Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — die GGL rechnet Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Manipulationsanfällige Wetten sind ebenfalls unzulässig, ebenso Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig, und E-Sport-Wetten sind es auch nicht: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. In Deutschland existiert kein erlaubtes E-Sport-Wettangebot.
Die praktische Folge: Lehnt ein Anbieter eine Live-Wette auf den nächsten Punkt ab, ist das kein technischer Fehler und keine böswillige Beschränkung, sondern die Grenze, die eine Erlaubnis mit sich bringt.
Was eine Erlaubnis im Geschäftsalltag verlangt
Die Erlaubnis ist kein Papier, sondern ein Betriebsmodell. Auszahlungen dürfen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses erfolgen. Wer am 89. Minute-Stand auszahlen will, findet dafür keine Regelung — Cash Out ist keine Vorschrift und kein Gesetz, sondern allenfalls die Funktion eines einzelnen Anbieters, und jeder beschreibt sie in seinen eigenen Bedingungen. Ein gesetzliches Einsatzlimit pro Wette im Sportwettenbereich gibt es nicht.
Dazu kommen zwei Pflichten, die Betriebsaufwand kosten. Die Parallelspiel-Sperre nach § 6h GlüStV verhindert, dass ein Spieler bei mehreren Veranstaltern gleichzeitig spielt, überwacht über die Aktivitätsdatei. Und das Vertrauenskonto: Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt — ein Punkt, der in Krypto-Kreisen selten erwähnt wird, weil er dort nicht existiert.
Warum der Zahlweg kein Nebenthema ist
Hier greifen die zwei Regler ineinander. § 6b Absatz 4 GlüStV schreibt die Einzahlung vom eigenen, auf den Namen laufenden Konto bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut vor. Das ist derselbe Mechanismus, der anonyme Zahlungsmittel aus dem erlaubten deutschen Wettmarkt heraushält. Man kann die Vorschrift für überzogen halten; man kann sie für richtig halten. Man kann sie nicht umgehen und dabei erlaubt bleiben.
Eine Warnung zum Schluss dieses Abschnitts, weil sie im Marketing selten auftaucht: Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG trifft nicht nur erlaubte Veranstalter. Gezahlte Steuer ist daher kein Nachweis für eine Erlaubnis. Wer mit dem Argument wirbt, man zahle ja Steuern, sagt über die Zulässigkeit des Angebots nichts.
Spielerschutz: die Instrumente, die auf einer Krypto-Seite fehlen
Es ist leicht, OASIS und LUGAS als Bürokratie abzutun. Ihre Wirkung zeigt sich erst in dem Moment, in dem man sie braucht — und genau dann ist der Unterschied zwischen erlaubten und nicht erlaubten Anbietern kein theoretischer mehr.
OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem nach §§ 8 und 8a GlüStV. Es wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum angibt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Ein Anbieter kann sich dem nicht entziehen, und ein neuer Anbieter kann die Sperre nicht umgehen, weil die Prüfung vor jedem Login läuft. Der Panikbutton nach § 6i Absatz 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Blockade aus — ein Instrument für den Moment, in dem ein Spieler merkt, dass er heute nicht mehr weitermachen sollte.
Dazu kommt die LUGAS-Limitdatei. Nach § 6c Absatz 1 GlüStV gilt standardmäßig ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar über alle Anbieter hinweg. Der zentrale Punkt ist die Summe: Wer bei fünf Anbietern spielt, hat nicht fünfmal 1.000 €, sondern einmal 1.000 €, verteilt. Eine Erhöhung ist nicht frei wählbar. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf ein individuelles Limit höher setzen — bis zu 10.000 €, in Ausnahmefällen 10.000 bis 30.000 €, aber nur für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — und nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Herabsetzung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Diese Sieben-Tage-Verzögerung ist Absicht: Sie soll den Spieler bremsen, der in guter Stimmung sein Limit anhebt.
Offshore-Angebote sind an keines der beiden Systeme angeschlossen. Das ist die Lücke, und sie wird in der Werbung nie benannt. Niemand hindert einen Spieler dort am Weitermachen, und niemand sieht es, wenn er weitermacht.
Ein Konto, eine Identität — und was das für den Spieler ändert
Nach § 6a GlüStV gilt ein Konto pro Anbieter, und es ist vollständig zu verifizieren. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielzeit mit einem Einzahlungslimit von 100 € gewähren, ohne Auszahlungen. Das klingt wie eine Formalität, ist aber der Hebel, der Mehrfachkonten ausschließt. Wer glaubt, sich mit einer zweiten Identität ein zweites Limit erschließen zu können, stößt hier an die Wand.
Der Anmeldeprozess bei einem erlaubten Anbieter ist deshalb länger als bei einem Anbieter, der keinem deutschen Register angeschlossen ist. Wer 30 Sekunden statt drei Minuten braucht, hat nicht denselben Kauf gemacht. Er hat einen anderen Kauf gemacht.
Teilnahme ab 18 und die Frage, was ein Schutzsystem nicht leistet
Die Teilnahme ist erst ab 18 Jahren möglich, das ergibt sich aus § 4 Absatz 3 GlüStV. Das ist keine reine Zutrittsregel, sondern die Grenze, an der sich entscheidet, ob überhaupt ein erlaubtes Angebot vorliegt. Und ein Hinweis darauf, was Schutzsysteme nicht können: Sie verhindern nicht, dass jemand sich überschätzt. Sie stellen sicher, dass der Anbieter ihn dabei bremst.
Krypto und Anonymität: was der Zahlweg verspricht und was er kostet
Es gibt zwei Geschichten, die in diesem Markt gleichzeitig erzählt werden, und beide sind falsch.
Die erste erzählt, Krypto sei ein rechtsfreier Zahlweg. Die BaFin führt das Kryptoverwahrgeschäft als erlaubnispflichtiges Geschäft, MiCAR verlangt eine Zulassung durch die BaFin für Kryptowerte-Dienstleistungen, und das KWG definiert in § 1 Absatz 11 Satz 4, was ein Kryptowert überhaupt ist. Dass wenig reguliert sei, ist eine Behauptung über einen Bereich, den der Gesetzgeber ausführlich beschrieben hat.
Die zweite erzählt, Krypto mache den Spieler unsichtbar. Eine Blockchain ist genau das Gegenteil: eine dauerhafte, öffentlich nachvollziehbare Aufzeichnung der Übertragungen. Eine Transaktion lässt sich später nicht mehr argumentieren, sie lässt sich nur mehr nicht löschen. Wer eine Wette in Krypto bezahlt, bezahlt sie an einem Ort, an dem die Übertragung aufgezeichnet bleibt — was für Steuerpflichtige ein Problem ist und für Betrüger auf der anderen Seite des Schreibtischs eines auch.
Was bei all dem tatsächlich verloren geht, ist nicht die Anonymität, sondern der Beleg. Bei einem erlaubten Anbieter gibt es einen Buchungsvorgang in Euro, einen Kontoinhaber, eine Aufsicht und einen Beschwerdeweg. Bei einem Angebot ohne Erlaubnis gibt es keine Prüfung, ob der Betreiber das Geld des Spielers überhaupt von seinem eigenen trennt. Wer sich heute für einen erlaubten Anbieter entscheidet, wählt den belegbaren Weg; wer sich für einen Krypto-Anbieter entscheidet, wählt den schnelleren.
Krypto-Wallets auf einer Wettseite
Es gibt keine amtliche Liste, welche Wallet für Sportwetten am besten sei. Es gibt nur, was eine Wallet tut: Ein privater Buchhalter für Zugangsschlüssel, auf den eine Wettseite entweder zugreifen darf oder nicht. Wer eine Wette über eine Börse statt über eine selbst verwahrte Wallet bezahlt, gibt die Kontrolle über einen Teil seiner Mittel ab. Das ist keine Frage der Zulässigkeit, sondern der eigenen Verantwortung — und der Punkt, an dem sich die Geschichte der persönlichen Freiheit von der Realität der Zahlungsströme trennt.
Auszahlung: erst am Ende des Ereignisses, ganz gleich in welcher Währung
Ein erlaubter Anbieter zahlt erst nach dem offiziellen Ende eines Ereignisses aus. Die Währung ändert daran nichts, und wer eine Auszahlung in Krypto erwartet, wartet genauso lange. Der Unterschied liegt nicht im Zeitpunkt, sondern darin, was zwischen Ereignisende und Auszahlung mit dem Euro-Gegenwert des Guthabens passiert: Bei einer Auszahlung in Krypto hängt das, was ankommt, vom Kurs am Tag der Kontobuchung ab, nicht bloß vom Einsatz und der Quote.
Wie sich eine Auszahlung aus Einsatz und Quote berechnet
Die Rechenregel ist unabhängig vom Zahlweg. Bei einer Einzelwette gilt: Der Rückzahlungsbetrag ist der Einsatz mal der Quote. Bei einer Kombinationswette werden die Quoten der einzelnen Wetten zu einem Preis multipliziert, und der Einsatz mal diesem Preis ist der Rückzahlungsbetrag. Der Nettogewinn ist der Einsatz mal der Quote minus eins.
Ein Zahlenbeispiel macht den Abstand deutlich. Eine Einzelwette mit 10 € Einsatz zu einer Quote von 2,10 zahlt im Gewinnfall 21 € zurück; der Nettogewinn beträgt 11 €. Bei einer Kombinationswette aus denselben zwei Quoten von 2,10 entsteht ein Preis von 4,41, und dieselben 10 € zahlen im Gewinnfall 44,10 € zurück. Das ist eine Rechnung über den Gewinnfall, keine Aussage darüber, wie wahrscheinlich er ist.
Die Quote sagt nichts darüber, was der Buchmacher behält. Die Differenz zwischen den Quoten aller Ausgänge eines Marktes und 100 % ist die Marge, ausgedrückt als Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote. Wer die Quoten eines Marktes zusammenzählt, sieht, was der Markt insgesamt zurückzahlt: Der Quotenschlüssel ist eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten, und die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Über die Höhe der Marge im deutschen Sportwettenmarkt trifft diese Seite keine Aussage, weil sie je Markt und je Anbieter verschieden ausfällt. Sie ist der Grund, warum eine schöne Kopfquote allein wenig sagt: Erst neben der Marge desselben Marktes wird sie lesbar.
Was der schwankende Kurs an einer Auszahlung wirklich ändert
Ein Krypto-Kurs ändert nichts am Auszahlungsbetrag eines Wettscheins, wohl aber am Geldwert des auf dem Wettkonto liegenden Guthabens, sobald der Tageskurs davon abweicht, an dem eingezahlt wurde. Wer 100 € in Krypto einzahlt und sie in Euro-Wettguthaben umbuchen lässt, hat nach der Umbuchung keine Krypto mehr. Wer sie bis zur Auszahlung in Krypto hält, trägt das Kursrisiko selbst und zusätzlich. Das ist kein Argument gegen Krypto und eines gegen die Annahme, der Zahlweg sei neutral.
Der Vergleich: zehn Marken nach Erlaubnis, Betreiberin und Erteilungsdatum
| Marke | Whitelist-Status der GGL | Rechtsträgerin | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Betway | geführt | Betway Limited | 09.03.2021 |
| Wettarena | geführt | I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020 |
| MERKUR BETS | geführt | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Interwetten | geführt | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| DAZN Bet | geführt | DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| bwin | geführt | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Allyspin | nicht geführt | keine deutsche Erlaubnis | — |
| 22Bet | nicht geführt | keine deutsche Erlaubnis | — |
| Playzilla | nicht geführt | keine deutsche Erlaubnis | — |
| Sportaza | nicht geführt | keine deutsche Erlaubnis | — |
Die Tabelle ist keine Rangfolge, und sie darf nicht als eine gelesen werden. Sie trennt zwei Gruppen. Die ersten sechs Marken stehen mit einer Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist; jede von ihnen darf den Zahlweg nach § 6b Absatz 4 GlüStV gar nicht anbieten. Die letzten vier stehen nicht auf der Liste und sind damit für Spieler in Deutschland unerlaubte Angebote — die Auflistung ist kein Urteil über ihre Website und keine Empfehlung, sondern die Antwort auf die Frage, ob eine deutsche Aufsicht besteht.
Das Erteilungsdatum ist die einzige Zahl, die bei allen sechs erlaubten Marken auf der Whitelist steht, und es ist die aufschlussreichste. Zwischen dem 09.10.2020 und dem 06.11.2023 liegen gut drei Jahre. Fünf der sechs Häuser haben eine erste Erlaubnis aus den Jahren 2020 und 2021, in der ersten großen Erlaubniswelle des GlüStV 2021. Die beiden jüngeren — DAZN Bet und MERKUR BETS — stammen aus dem Jahr 2023, als der Markt schon verteilt war. Ein später Eintrag ist kein Qualitätsmerkmal und ein früher keiner. Wer Marktreife sucht, findet in der Spalte lediglich die Information, wie lange ein Haus unter deutscher Aufsicht betrieben wird, und das ist bei einem Streit über einen Zahlungsvorgang die einzige Zahl, die man später nachschlagen kann.
Interessant ist, was die Tabelle nicht kann. Sie zeigt keine Quote, keine Marge, keine Auszahlungsdauer und keine Grenzen. Für die sechs erlaubten Marken fällt dieser Unterschied fast nicht ins Gewicht, weil für alle dieselben Regeln gelten. Für die vier anderen ist er der eigentliche Punkt: Es gibt keine Zahl, die über sie entscheidet, weil es keine Instanz gibt, die sie erhebt.
Was die Whitelist über Folgen verrät
Die GGL beaufsichtigt und verhängt Bußgelder nach § 28a GlüStV. Diese Aufsicht endet an der Grenze des erlaubten Marktes. Ein Krypto-Angebot mit Sitz im Ausland liegt außerhalb des Vollzugsbereichs, und die Warnung der GGL vom 17. September 2026 richtet sich an Spieler, nicht an die Betreiber. Das ist der eigentliche Grund, warum hier keine Rangfolge steht, sondern eine Trennung.
Die Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge folgt der Gliederung dieses Vergleichs: erst die Marken mit deutscher Erlaubnis, dann die Angebote ohne sie. Jede Beschreibung nennt, was den Anbieter im Vergleich auszeichnet, und jedes Mal ein anderes Merkmal — die Liste wäre sonst dieselbe Zeile zehnmal.
Betway: lange unter deutscher Aufsicht, mit dem Regelsatz daran
Für Betway ist die Betway Limited mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta als Rechtsträgerin geführt; die Whiteliste verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021 und eine Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Das Erlaubnisdatum 2021 setzt Betway in die zweite Reihe desselben Erlaubnisjahrgangs. Wer hier einzahlt, tut es per Überweisung, und die Identitätsprüfung läuft vor dem ersten Wettkonto. Das ist unbequem und es ist der Grund, warum eine Sperre nach den Regeln des OASIS-Systems tatsächlich greift, wenn ein Spieler sie ausspricht. Das große Angebot an Wettarten, das Krypto-Seiten ausspielen, findet sich hier nicht — dafür ein Markt, dessen Bedingungen halten, was sie versprechen.
Wettarena: eine Marke, deren Betreiberin man erst nachschlagen muss
Die Marke Wettarena wird laut ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf der Insel Malta angeboten. Die Whitelist führt Wettarena mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Der Name führt in die Irre: Wer über den Betreiber etwas wissen will, muss die Whitelist lesen, nicht die Startseite. Für den deutschen Rahmen heißt die lange Laufzeit vor der Erlaubnisprüfung, dass die Prozesse stehen. Ein Nachteil: Von den Zahlarten jenseits der Überweisung verrät dieser Anbieter wenig, und wer von der Einzahlung bis zur Auszahlung nur Karten kennt, wird hier nicht fündig. Er wird auch nicht enttäuscht — er muss nur wissen, worauf er sich einlässt.
MERKUR BETS: der jüngste Eintrag, das strengste Umfeld
Die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in St. Julian’s führt MERKUR BETS mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023. Das ist der jüngste Erlaubnisbeginn unter den sechs hier beschriebenen Häusern, und er hat eine praktische Folge: Der Anbieter ist von Anfang an mit den Regeln des GlüStV 2021 gebaut worden, nicht mit einer Übergangsregelung. Wer sich an ein Haus gewöhnt hat, das vor dem GlüStV 2021 gewachsen ist, merkt den Unterschied in der Breite der Software. Eines zeigt die kurze Erlaubniszeit deutlich: Junge Einträge verraten nichts über das Angebot und alles darüber, wann ein Betreiber in den deutschen Markt eingetreten ist.
Interwetten: der erfahrene Eintrag — und was Erfahrung nicht garantiert
Die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema auf Malta ist für Interwetten auf der Whitelist geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Im September 2020 lag das GlüStV 2021 noch nicht einmal vor, dass die erste Erlaubnis im November 2020 noch in diese Übergangsphase fiel, ist eine Einordnung, die auf der Whitelist nicht steht und hier nicht behauptet wird. Was steht: Der Anbieter war früh im Markt der Erlaubten. Erfahrung ist der einzige Punkt in dieser Gruppe, an dem sich Häuser messbar unterscheiden. Was sie nicht garantiert, ist eine reibungslose Auszahlung im Einzelfall.
DAZN Bet: eine Sportmarke an einem Ort, an dem man sie nicht vermutet
Die DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug auf Malta führt DAZN Bet mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 22. August 2023. Wer den Namen kennt, kennt ihn aus der Sportübertragung, nicht aus dem Wettmarkt. Die Verbindung klingt naheliegend — wer Sport überträgt, könnte auch Sportwetten anbieten — und sie berührt zugleich die eine Grenze, die im deutschen Regelwerk scharf gezogen ist: Werbung durch aktive Sportler und Funktionäre ist nach § 5 Absatz 3 GlüStV nicht erlaubt. Für den Spieler ist der Vorteil ein Sportverständnis, das auf der Website sichtbar wird; der Nachteil ist, dass ein junges Haus mit kurzer Aufsichtsgeschichte weniger Vergleichsmaterial liefert.
bwin: der Name, der kein Geheimnis mehr ist
Als Anbieterin von bwin führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Die Marke ist so bekannt, dass sie keiner Vorstellung braucht, und genau darin liegt das Kriterium: Wer eine Marke wählt, deren Verhalten über Jahre sichtbar ist, wählt Beobachtbarkeit. Das ist die Gegenposition zu einem Krypto-Anbieter, dessen Betreiber gar keinen deutschen Namen hat. Der Preis ist derselbe wie bei allen hier: der Zahlungsweg bleibt die Überweisung.
Allyspin: wenn der Anbieter selbst über den Sport nicht hinauskommt
Allyspin führt auf der eigenen Website einen Sportwettenbereich mit den Unterseiten Live-Wetten und virtuelle Sportarten; als Sportarten sind unter anderem Fußball, Tennis, Tischtennis, Basketball, Eishockey, American Football und Baseball aufgeführt. Mehr nicht. Die Marke steht nicht auf der Whitelist der GGL, hat keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und ist nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen. Eine Lizenz aus Curaçao, wie sie von Drittquellen berichtet wird, hat in Deutschland keine Bedeutung. Damit gilt: kein deutsches Recht im Streitfall, keine Sperre, die überall greift, kein Schutz. Wer dennoch spielt, sollte eines bedenken: Er spielt gegen eine Firma, die in Deutschland nicht auffindbar ist, mit einem Geldfluss, der sich nicht nachvollziehen lässt.
22Bet: die Breite des Sportprogramms hat einen anderen Preis
22Bet führt auf der eigenen Website einen Sportwettenbereich mit Wetten unter anderem auf Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen. Die Marke steht nicht auf der Whitelist der GGL, hat keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis, ist nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen, und die von Drittquellen berichtete Curaçao-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung. Was diese Seiten an Sportarten anbieten, tun sie außerhalb des Geltungsbereichs des deutschen Spielerschutzes: Wer sich vor dem Wettkonto dort sperrt, gewinnt daraus nichts, weil das Sperrsystem nicht abgefragt wird. Die Breite des Programms ist der Köder; die Lücke dahinter ist der Preis.
Playzilla: Live und virtuell — ohne die Grenzen, die in Deutschland dazugehören
Playzilla bietet auf der eigenen Website einen Sportsbook-Bereich mit Live-Wetten und virtuellen Sportwetten an. Die Marke steht nicht auf der Whitelist der GGL und hat keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis, ist nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen. Eine berichtete Lizenz aus Curaçao hat in Deutschland keine Bedeutung. Genau hier wird der Unterschied sichtbar, den Krypto-Zahlungen verschleiern sollen: Während ein erlaubter Anbieter live nur auf das Endergebnis oder das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen vergleichbaren Bestandteil in Sportarten mit seltenen Ereignissen anbieten darf, kann ein Angebot ohne Erlaubnis Live-Wetten auf alles legen. Wer dort live wettet, nutzt nicht ein besseres Produkt, sondern einen unerlaubten. Die fehlende Erlaubnis ist die Produkteigenschaft.
Sportaza: die Lizenz aus Anjouan und ihre praktische Bedeutungslosigkeit
Sportaza gibt in der Fußzeile an, von der Regierung der Autonomen Insel Anjouan, Union der Komoren, lizenziert und reguliert zu sein, und nennt die Lizenznummer ALSI-202606064-FI2. Dieses Angebot verfügt über keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und ist nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen. Eine Lizenz aus Anjouan hat in Deutschland keine Bedeutung. Wer dort wettet, hat keinen Anspruch auf ein deutsches Aufsichtsverfahren, und der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hält der Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — es sei denn, Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Wer daraus eine Rückzahlung zieht, hat die Rechtslage nicht gelesen. Der Weg ist offen; er ist nur nicht beendet, und er verlangt einen Kläger.
Was aus alldem für den einzelnen Wettenden folgt
Die Wahl zwischen einem erlaubten und einem nicht erlaubten Anbieter ist keine Wahl zwischen zwei Versionen desselben Produkts. Sie ist eine Wahl zwischen zwei Vollzugsordnungen.
Beim erlaubten Anbieter kostet die Erlaubnis dreierlei. Erstens das Einzahlungslimit, das nicht frei erhöhbar ist; zweitens die eingeschränkten Live-Wettarten; drittens eine Identitätsprüfung vor dem ersten Wettkonto und die Auszahlung ausschließlich über das Konto im eigenen Namen. Dafür bekommt der Spieler eine Sperre, die überall greift, ein Guthaben auf einem Treuhandkonto und einen Beschwerdeweg, der nicht davon abhängt, ob der Anbieter am Telefon freundlich bleibt.
Beim Krypto-Anbieter kostet das Angebot genau diese drei Punkte — und es kostet sie, ob man will oder nicht. Der Unterschied ist nicht, dass dort weniger Regeln gelten. Der Unterschied ist, dass es keinen gibt, der die Regeln durchsetzt.
Wer prüfen will, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, öffnet die Whitelist der GGL, sucht die Domain und liest den Rechtsträger. Wer dort nicht steht, hat keine Erlaubnis, gleichgültig, was seine Fußzeile behauptet. Diese Prüfung dauert zwei Minuten und ersetzt jede Liste, jede Bewertung und jeden Erfahrungsbericht, den das Netz zu diesem Thema anbietet.
Häufige Fragen
Können Sportwetten in Deutschland mit Bitcoin oder anderen Kryptowährungen bezahlt werden?
Bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis nicht. § 6b Absatz 4 GlüStV erlaubt Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen; damit fällt jeder Krypto-Zahlweg aus dem erlaubten deutschen Wettmarkt heraus.
Warum nimmt kein Anbieter auf der Whitelist der GGL Krypto-Zahlungen an?
Weil die Erlaubnis an die Zahlungsvorschrift gebunden ist. Wer Krypto-Einzahlungen annimmt, verstößt gegen die Bedingung, unter der er die Sportwetten-Erlaubnis erhalten hat, und gefährdet sie. Ein wirtschaftlich handelnder Betreiber verliert damit mehr, als er durch einen zusätzlichen Zahlweg gewönne.
Was bedeutet es für den Schutz der Spielenden, wenn eine Krypto-Wettseite nicht an OASIS und LUGAS angeschlossen ist?
Es bedeutet, dass die beiden Instrumente nicht greifen. OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, das bei Registrierung und jedem Login abgefragt wird; LUGAS ist die Limitdatei mit dem Standardlimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg. Beide fehlen dort vollständig.
Welche Rechte bestehen bei einem Streit mit einem Krypto-Wettanbieter ohne deutsche Erlaubnis?
Ein deutsches Aufsichtsverfahren steht nicht zur Verfügung, weil die GGL nur erlaubte Anbieter beaufsichtigt und Bußgelder verhängt. Ein Gerichtsweg vor deutschen Gerichten ist nicht abgeschlossen, aber ungewiss. Offen ist die Frage, die der Bundesgerichtshof dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt hat.
Wie behandelt das BMF-Schreiben vom 10. Mai 2022 Bitcoin steuerlich?
Es war die erste verbindliche Regelung zur ertragsteuerlichen Behandlung von Bitcoin in Deutschland; zuvor gab es keine. Für Sportwetten gilt davon unberührt die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG, die der Veranstalter der Wette schuldet und nicht der Wettende. Ob und wie sie weitergegeben wird, steht in den Bedingungen des Veranstalters.
Wie berechnet sich eine Auszahlung aus Einsatz und Quote, und was ändert ein schwankender Krypto-Kurs daran?
Bei einer Einzelwette ist der Rückzahlungsbetrag der Einsatz mal der Quote, der Nettogewinn der Einsatz mal der Quote minus eins. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der Wetten zu einem Preis. Ein schwankender Krypto-Kurs ändert die Rechnung des Wettscheins nicht — er verändert nur den Euro-Wert dessen, was in Krypto gehalten wird.
Zahlungen – Sportwetten in Deutschland
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
