Tour de France Wetten – Wege, Märkte und die Frage, welcher Anbieter zu wem passt
Stand: 30. Oktober 2026. Die Angaben zur Erlaubnis der Anbieter wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Die Tour de France 2026 ist gefahren, gewonnen und abgerechnet. Tadej Pogačar gewann die Rundfahrt, die vom 4. bis 26. Juli 2026 mit Start in Barcelona und Ziel in Paris über 21 Etappen und insgesamt 3.245 km führte, vor Remco Evenepoel und Isaac del Toro. Wer heute nach Tour-de-France-Wetten sucht, findet also keinen offenen Markt vor, sondern einen beendeten – und das ist keine Randnotiz, sondern der Ausgangspunkt jeder vernünftigen Überlegung. Die nächste Ausgabe folgt 2027, ihre Strecke steht noch nicht fest.
Wer trotzdem wissen will, wie Wetten auf die Rundfahrt funktionieren, stößt schnell auf eine zweite Feststellung, die mehr Geld bewegt als jede Etappenankunft: In Deutschland darf nur werben und anbieten, wer eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besitzt. Radsport ist dabei kein Sonderfall, sondern schlicht Sportwetten – und jedes Angebot außerhalb dieser Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel, auch wenn es auf einer polierten Seite mit Live-Bildern daherkommt.
Dieser Text sortiert die Wege, die einem deutschen Wettenden offenstehen, und sagt für jeden, was er kostet. Es geht um Märkte, um Quoten und um die Marge, die in jeder einzelnen Zahl steckt; um die wenigen Live-Wetten, die hierzulande überhaupt zulässig sind; um die Regeln, die einen vor dem eigenen Klick schützen sollen; und um zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis, die sich in vielem ähneln und in einigem unterscheiden. Eine Prognose für 2027 sucht man vergebens. Niemand kennt das Ergebnis, und dieser Text behauptet es auch nicht.
Zuerst das Budget: Warum die Tour mehr Nachwetten erzeugt als ein einzelnes Spiel
Drei Wochen, einundzwanzig Etappen, fast jeden Tag ein Ergebnis – die Rundfahrt liefert mehr Anlässe zum Setzen als jedes Turnier im Kalender. Genau darin liegt ihre Gefahr für den, der ohnehin gern setzt. Wer nach jeder Bergankunft eine neue Wette nachlegt, hat nach drei Wochen nicht eine Wette abgeschlossen, sondern dreißig, und die Summe der Einsätze ist selten die Summe, die man geplant hatte.

Was § 6c Abs. 1 GlüStV für erlaubte Anbieter vorschreibt, ist ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat – als Standard über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Diese Grenze gilt für das Einzahlen, nicht für das Setzen. Wer sein Konto füllt und dann durchsetzt, merkt von der Grenze nichts; wer limitiert einzahlt und dennoch Wette um Wette nachlegt, spürt sie ebenfalls nicht. Das Limit ist ein Schutz gegen den Nachschub, nicht gegen die Wiederholung. Genau deshalb gehört zur Tour-Planung mehr als ein Blick auf die Zahl.
Ein Anbieter mit entsprechender Erlaubnis darf für einen einzelnen Spielenden ein höheres Limit setzen, bis 10.000 €, in besonderen Fällen bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler. Das geht nur gegen nachprüfbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt nicht. Ein Herabsetzen wirkt sofort, ein Heraufsetzen erst nach sieben Tagen – eine Asymmetrie, die in die richtige Richtung zeigt. Die Werbung für höhere Limits verschweigt gern den Nachweis; die Behörde verlangt ihn.
Neben dem Limit steht ein zweites Werkzeug, das viele nur vom Hörensagen kennen. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst sofort eine 24-Stunden-Sperre aus. Er ist für den Moment gedacht, in dem der Reiz größer ist als der Plan, und er ist grob genug, dass man nicht lange überlegen muss: ein Griff, und der Abend ist vorbei. Wer dauerhaft raus will, nutzt OASIS, das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird. Wer dort eine Sperrfrist angibt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr.
Dass OASIS und LUGAS für das Angebot eines erlaubten Anbieters gelten, hat eine Kehrseite, die man aussprechen muss: Offshore-Seiten hängen an keinem von beiden. Kein Register, kein Limitdatenaustausch, keine deutsche Aufsicht. Wer dort sein Einzahlungslimit frei einstellen kann, hat nicht mehr Freiheit gewonnen, sondern den Mechanismus verloren, der ihn bremst.
Der praktische Ablauf für die nächste Rundfahrt ist unspektakulär. Vor dem ersten Einsatz steht die vollständige Verifizierung des Kontos: ein Konto pro Anbieter, Identitätsprüfung inklusive. Vor dem Abschluss dieser Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden spielen lassen, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen – eine Frist, die kein Sicherheitsnetz ist, sondern ein Übergangszustand. Wer das weiß, legt Ausweis und Verifizierung auf den Tag vor dem Grand Départ und nicht auf den Abend nach der ersten Etappe, wenn die Zeit knapp ist und die Ungeduld groß.
Das eigene Budget gehört an den Anfang, nicht an das Ende. Ein Betrag, den man über drei Wochen verkraftet, ohne in die nächste Einzahlung zu rutschen, ist die einzige Zahl, die man vor der ersten Etappe wirklich kennen muss.
Etappensieger, Gesamtwertung, Trikots: der Markt, den Radsport hergibt
Radsportwetten haben den Ruf, kompliziert zu sein. Zu Unrecht: Die Bandbreite ist groß, aber jede einzelne Wette funktioniert nach demselben Prinzip wie eine Wette auf ein Fußballspiel. Man wählt ein Ereignis, man erhält eine Quote, man setzt. Der Unterschied liegt darin, wie viele verschiedene Ereignisse eine Rundfahrt gleichzeitig anbietet.

Am oberen Ende steht die Gesamtwertung. Sie basiert auf den addierten Zeiten aller Fahrer, und wer nach drei Wochen die kleinste Summe hat, gewinnt. Eine Wette hierauf bindet Geld über die gesamte Rundfahrt – kein Einsatz, den man am Etappenende schon wieder frei hat. Auf der anderen Seite steht die Etappenwette: ein Tag, ein Zielstrich, ein Ergebnis, am Abend entschieden. Dazwischen liegen die Wertungstrikots, und wer sie kennt, liest die Rundfahrt gleich anders. Gelb trägt die Gesamtwertung, Grün die Punktewertung, das gepunktete Trikot die Bergwertung und Weiß die Nachwuchswertung. Bei der Ausgabe 2026 ging Grün an Mads Pedersen und das gepunktete Trikot an Richard Carapaz – zwei Märkte, die ein Fahrer gewinnen kann, ohne die Rundfahrt zu gewinnen, und genau deshalb für manche Wettende interessanter als Gelb.
Dazu kommen Bergankunftsmärkte, Zeitfahrten, Kopf-an-Kopf-Duelle zwischen zwei Fahrern und Kombinationen aus mehreren Auswahlen. Wer zwei oder mehr Ereignisse zu einer Kombiwette bündelt, multipliziert die Quoten der einzelnen Teile. Aus zwei mittelmäßigen Quoten wird so eine hohe, aus zwei mittelmäßigen Wahrscheinlichkeiten eine sehr kleine. Das ist keine Geschicklichkeitsfrage, sondern Arithmetik.
Wann eine Wette ausgezahlt wird, ist nicht dem Anbieter überlassen: Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Bei einer Wette auf die Gesamtwertung heißt das: nach der Schlussetappe. Wer die Entscheidung ein paar Tage früher herbeisehnt, gewinnt dadurch nichts – der Ausgang steht erst fest, wenn das Rennen offiziell beendet ist.
Zur Größe des Feldes, weil sie die Quoten erklärt: Bei der Tour bestehen die Teams seit 2018 aus acht Fahrern statt wie bis 2017 aus neun, und die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet. Ein Starterfeld dieser Größe mit einem klaren Favoriten bedeutet, dass die Quote auf den Gesamtsieger meist schmaler ist als die Quote auf einen Etappensieg aus einer Ausreißergruppe. Der Markt mit der besten Quote ist selten der Markt mit der besten Gewinnchance – diese beiden Größen laufen gegeneinander, und wer das verwechselt, zahlt dafür.
Ein Wort zur Geschichte, weil es erklärt, warum der Markt so groß ist. Die Tour wurde von der Sportzeitung „L’Auto“ gegründet, die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern. Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation. Rekordsieger mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar. Nach dem Dopingskandal von 1998 hat sich die Streckenlänge bei rund 3500 km eingependelt; die kürzeste Tour 1903 war 2428 km lang, die längste 1926 mit 5745 km. Wer heute auf die Rundfahrt setzt, setzt auf ein Rennen mit über hundert Jahren Buchführung.
Ein Detail, das in der Praxis mehr Bedeutung hat, als es aussieht: Radrennen sind Ausdauerwettkämpfe, in denen ein Defekt, ein Sturz oder ein taktischer Fehler das Ergebnis einer ganzen Etappe dreht. Teams fahren inzwischen mit einem klaren Kapitän und Helfern, und ein Etappensieg ist für viele Teams das eigentliche Saisonergebnis. Für den Markt auf den Gesamtsieger macht das wenige Fahrer realistisch; für Etappenmärkte macht es mehr Fahrer realistisch, als ein Gelegenheitsleser erwartet.
Die Quote, die Marge und der ehrliche Blick auf beide Zahlen
Eine Quote ist keine Prognose, sondern ein Preis. Sie sagt nicht, wie wahrscheinlich etwas ist, sondern was ein richtiger Tipp zurückbringt. Diese Unterscheidung ist die Grundlage alles Weiteren.
Die Rechnung auf der Hand: Einsatz multipliziert mit der Quote ergibt den Rückfluss, und der Gewinn ist der Rückfluss abzüglich des Einsatzes. Bei einer Quote von 2,10 und einem Einsatz von 10 € kommen im Erfolgsfall 21 € zurück, wovon 11 € Gewinn sind. Mehr steckt nicht dahinter, und wer eine Quote als Versprechen liest, hat die Zahl schon falsch gelesen.
Interessanter wird es, wenn man den Markt als Ganzes betrachtet. Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Wege-Markt mit Quoten von je 1,90 auf beide Seiten – ein Rechenbeispiel, kein Angebot eines Anbieters und kein irgendwo abgeschriebener Kurs. Zwei gleich wahrscheinliche Ausgänge müssten zusammen 100 % ergeben. Bei 1,90 stehen für den Anleger aber nur rund 52,6 % drin: Die Auszahlungsquote des Marktes liegt über beide Seiten gerechnet bei etwa 95 %, die Marge des Anbieters damit bei rund 5 %. Die Bandbreite ist entscheidend, nicht die eine Zahl: Bei sehr ausgeglichenen Quoten von 1,90 auf beiden Seiten landet die Auszahlungsquote in dieser Größenordnung; je weiter die Quoten im Markt auseinanderlaufen, desto größer wird typischerweise, was der Anbieter für sich behält. Ein Markt mit einer klaren Favoritin und einer Außenseiterin trägt mehr Marge als ein Zwei-Wege-Markt, in dem beide Seiten ähnlich gehandelt werden.
Was das konkret heißt: Bei einer Auszahlungsquote von 95 % fließen von jedem Euro, der in diesen Markt gesetzt wird, im statistischen Mittel etwa 95 Cent zurück – nicht bei der einzelnen Wette, sondern über viele hinweg. Der Betrag, um den es bei einer einzelnen Wette geht, lässt sich vorher nicht sagen. Die Marge ist der Preis dafür, dass ein Anbieter einen Markt stellt, Quoten aktualisiert und auszahlt. Sie ist nicht verwerflich, aber sie ist auch kein Detail. Ein Unterschied von zwei Prozentpunkten in der Auszahlungsquote summiert sich über eine Saison auf einen Betrag, der viele Willkommensboni übersteigt – und die Marge steckt längst in der Quote, die man sieht.
Wer Quoten vergleicht, vergleicht also Preise, und der einzige Vergleich, der trägt, vergleicht denselben Markt desselben Ereignisses zur selben Zeit. Die Quote auf den Gesamtsieger bei Anbieter A und die Quote auf den Etappensieg bei Anbieter B sagen nichts übereinander aus. Ein Rechenbeispiel aus einem Markt sagt auch nichts über einen anderen Markt aus: Die Marge eines Zwei-Wege-Marktes ist nicht die Marge eines Handicap-Marktes, und die Marge eines Fußballspiels ist nicht die eines Radrennens.
Und dann ist da noch der Faktor, der oft übersehen wird, weil er nicht in der Quote steht: die Steuer. Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage – Einsatz abzüglich der Steuer selbst, was gerundet etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht von der Wettenden oder dem Wettenden. Ob und wie sie weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst, und deshalb gehört sie nur dann in eine Aussage über einen Anbieter, wenn dessen eigene Bedingungen sie ausweisen. Der Satz „5,3 % vom Einsatz“ ist in dieser Form falsch; die Steuer greift auf eine andere Grundlage, und wer das verwechselt, rechnet sich einen Vorteil aus, den es nicht gibt.
Ein letzter Punkt, der zur Ehrlichkeit dieser Seite gehört: Ein gezahlter Steuerbetrag ist kein Beweis für eine Erlaubnis. Auch unerlaubte Anbieter führen die Steuer ab – wer hofft, aus der Steuer auf die Legalität eines Anbieters schließen zu können, irrt.
Live setzen heißt drei Wochen lang warten dürfen – und dann nur auf weniges
Live-Wetten auf ein Radrennen klingen nach dem aufregendsten Produkt des Marktes. In Deutschland sind sie das Gegenteil: ein schmaler, klar umrissener Ausschnitt. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV darf während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gesetzt werden, in denen solche Ereignisse selten vorkommen. Ein nächster Treffer im Fußball fällt unter die Regel, ein nächster Satz im Tennis auch. Im Radsport gibt es kein „nächstes Tor“ und keinen „nächsten Satz“ – die Definition als sportartspezifisch zu lesen führt dazu, dass die Live-Palette hier schmal bleibt. Wer Live-Wetten auf einen Angriff zwölf Kilometer vor dem Ziel erwartet, erwartet etwas, das die Erlaubnis nicht hergibt.
Was erlaubt ist, ist eine Liste und keine Frage des Geschmacks. Zulässig sind feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombiwette. Dazu dürfen nur Wettarten angeboten werden, die die Behörde zugelassen hat – das Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 GlüStV. Wer prüfen will, ob ein Anbieter etwas anbietet, das er nicht anbieten darf, findet die Antwort nicht in einer Werbeseite, sondern im Sportwettprogramm und in den Bedingungen des Anbieters.
Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind. Für Fußball zieht die Behörde in ihrer Praxis die Grenze unterhalb der 3. Liga. Für eine Rundfahrt der besten Teams der Welt spielt die Regel keine Rolle, für ein Kriterium auf einem Dorfrundkurs dagegen sehr wohl. Ebenfalls gesperrt sind manipulationsträchtige Wetten, Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung sowie Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse. Ein Sonderfall, weil er oft anders dargestellt wird: Die Behörde hält fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wetting gibt es in Deutschland nicht.
Eine Verträglichkeitsfrage, die sich gerade bei Live-Wetten stellt: Cash Out. Dafür ließ sich keine gesetzliche oder behördliche Regel finden – es ist ausschließlich eine Funktion des jeweiligen Anbieters, und man sollte sie auch so behandeln. Wer sie nutzt, verlässt sich auf Geschäftsbedingungen, nicht auf eine Norm. Bei Betway etwa erscheint das grüne Cash-Out-Symbol unter „Meine Wetten“, der Wert der Wette wird angezeigt und es lässt sich der gesamte Betrag oder ein Teil davon auszahlen. Was sich nicht findet, ist eine Vorschrift, die das garantiert: Ein Anbieter kann die Möglichkeit jederzeit an seine eigenen Bedingungen knüpfen, und wer bei einer laufenden Etappe auf die Auszahlungsmöglichkeit baut, baut auf Vertragswerk.
Zurück zu dem, was sich in diesen drei Wochen tatsächlich abspielt. Die Zahl der Live-Märkte, die ein Anbieter stellt, variiert, und diese Zahl ist ein ehrliches Unterscheidungsmerkmal – nicht die Existenz der Live-Funktion, die heute jeder bewirbt, sondern deren Tiefe. Für Radsport gilt die Einschränkung allgemein, nicht pro Anbieter. Wer dennoch live setzen will, sollte vorher im Programm des Anbieters nachsehen, welche Komponenten er für ein Radrennen überhaupt führt – das ist die einzige Prüfung, die vor dem Klick belastbar ist.
Warum in Deutschland nur die Whitelist zählt
Es gibt eine Prüfung, die jede andere ersetzt, und es gibt viele, die nichts beweisen. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige belastbare Liste erlaubter Anbieter; der Stand vom 2. Oktober 2026 verzeichnet 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis – zwei davon zusätzlich Pferdewetten – und drei Anbieter ausschließlich für Pferdewetten. Jede dort gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist gar nichts. Wer 30 Sekunden investieren will, investiert sie in diese Liste und nicht in ein Gütesiegel auf einer Startseite.
Erteilt wird die Erlaubnis von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die seit dem 1. Juli 2021 unter dem GlüStV 2021 arbeitet. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV, sie überwacht und sie ahndet Verstöße nach § 28a. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1; die Whitelist zeigt nur Erteilungsdaten, niemals ein Enddatum. Wer in einer Übersicht ein Ablaufdatum liest, liest etwas, das dort nicht steht.
Zwei Feinheiten, die regelmäßig durcheinandergehen. Erstens: Nur die unter der Sporterlaubnis gelistete Domain darf Sportwetten annehmen. Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnisse desselben Inhabers sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Die Sportwetten-Erlaubnis eines Halters sagt nichts über dessen Casinoseite und umgekehrt. Zweitens: Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL – wer bei der Steuer eine Aufsichtsfrage vermutet, sucht an der falschen Stelle.
Was außerhalb passiert, ist kein Graubereich. Wer Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat hier keine Bedeutung. Die Behörde warnt ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten und nannte am 17. September 2026 als Beispiel Platincasino. Zu den Mitteln der Durchsetzung nach § 9 GlüStV gehören Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzwerksperren.
Auch strafrechtlich ist die Lage klar geregelt: Das Veranstalten nach § 284 StGB steht unter Strafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe, die Werbung dafür bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Was nicht feststeht, ist die Verfolgung einzelner Spielender – daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung. Wer diese beiden Dinge auseinanderhält, versteht die Rechtslage besser als die meisten Werbetexte.
Zivilrechtlich ist Bewegung in der Sache. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24 es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorerer Einsätze zu verpflichten – mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Deutsche Gerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Zugesagt ist niemandem etwas: Wer auf Erstattung hofft, hofft auf einen Ausgang, den noch kein Urteil endgültig hergibt.
Die ehrliche Gegenüberstellung liest sich so. Ohne Erlaubnis: kein OASIS, kein LUGAS, keine deutsche Aufsicht und kein deutscher Rechtsweg, dafür möglicherweise höhere Limits und mehr Live-Märkte. Mit Whitelist: Rechtssicherheit und Spielerschutz, aber das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat als Standard, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.
Zu den Zahlungen, weil sie oft als Nebensache abgehängt werden: Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind Ein- und Auszahlungen nur über ein Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zulässig. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt – genau das hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Wettgeschäft. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Arbeitstagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Das sind keine Marketingzusagen, sondern Vorgaben – und sie schlagen jedes Versprechen über „sofortige Auszahlung“, das man in einer Anzeige liest.
Ein Hinweis, der über Sportwetten hinausgeht: Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen werben (§ 5 Abs. 7). Das Verbot von Werbung zwischen 6 und 21 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung in demselben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Und der GlüStV setzt oder begrenzt Sportwettenboni nicht: Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten ergeben sich ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Ein Bonus ist deshalb nie „gesetzlich reguliert“ – er ist Vertrag.
Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich
Dass alle zehn hier genannten Anbieter eine Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist führen, macht sie nicht gleich. Es macht sie vergleichbar. Der Unterschied liegt nicht im Ob, sondern im Wie – in den Märkten, in den Bedingungen und in der Frage, wie ein Anbieter sich zu einem Radrennen verhält, das er nicht das ganze Jahr über bewerben kann.
| Anbieter | Inhaber der Sporterlaubnis | Erlaubnis für Sportwetten seit |
|---|---|---|
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021 |
| bwin | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| bet365 | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| DAZN Bet | DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| Winamax | WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| Wettarena | I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
Was diese Tabelle zeigt und was nicht: Sie zeigt, wer für das Angebot verantwortlich ist und seit wann die Erlaubnis läuft. Der Stand der Liste ist der 2. Oktober 2026. Sie zeigt kein Enddatum, weil die Whitelist keines führt. Der Halter ist nicht immer die Marke – Bwin und Betway gehören maltesischen Gesellschaften, Wettarena und Bet3000 teilen sich denselben Inhaber, was die Prüfung des jeweiligen Angebots nicht überflüssig macht, sondern interessanter. Ein gemeinsamer Halter bedeutet nicht ein gemeinsames Programm.
Auffällig beim Datum: Bet3000 ist der jüngste Eintrag mit Erlaubnis vom 22. April 2026 und damit relativ neu im erlaubten Markt, während bwin und bet365 bereits seit Oktober 2020 dabei sind. Ein längeres Datum bedeutet nicht automatisch ein besseres Angebot, aber es bedeutet eine längere Aufsichtsgeschichte – und bei einer Behörde, die Nachfolgeerlaubnisse erteilt und Verstöße ahndet, ist das kein wertloser Hinweis.
Was die Tabelle nicht beantworten kann, ist die eigentliche Frage: welcher Anbieter für welches Vorhaben. Darauf gehen die folgenden Abschnitte ein.
Betway: Cash Out mit Teilauszahlung und ein Konfigurator für Kombinationen
Bei Betway erscheint das grüne Cash-Out-Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Für eine drei Wochen dauernde Rundfahrt ist das kein Nebensatz, sondern das einzige Werkzeug, mit dem sich eine laufende Gesamtwertungswette vor dem Zielstrich in Paris schließen lässt. Wer eine Wette über zwanzig Etappen hält, weiß spätestens nach einem Sturz in der ersten Woche, warum die Teilauszahlung etwas anderes ist als die Alles-oder-nichts-Variante.
Dazu kommt ein Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert. Für ein Radrennen hilft er nicht. Für den Nutzer, der im Kalenderjahr ohnehin Fußball spielt und die Rundfahrt als Sommerbeilage mitnimmt, ist er die Funktion, die wirklich oft genutzt wird – und das ist eine ehrliche Aussage über die Gewichtung des Angebots.
Die Erlaubnis für Betway.de führt die Whitelist auf den Halter Betway Limited, Ersterteilung am 9. März 2021, Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022.
Das Cash-Out-Fenster ist die Funktion, die den Ausschlag gibt, wenn jemand eine Gesamtwertungswette über die volle Distanz halten will und trotzdem eine Rückzugstür braucht. Wer nur Etappen spielt, braucht sie nicht.
bwin: die Erlaubnis mit der längsten Laufzeit im Feld
bwin gehört zu den Anbietern, die seit Oktober 2020 eine deutsche Sporterlaubnis halten – die Ersterteilung datiert auf den 9. Oktober 2020, die Folgeerlaubnis auf den 23. Dezember 2022. Als Inhaber führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta. Dass die deutsche Gesellschaft im Namen steht, ist bei einer Marke dieser Größe kein Zufall: Sie trennt das deutsche Angebot von der internationalen Struktur, und wer wissen will, mit wem er es zu tun hat, findet den Namen genau dort.
Radsport ist bei bwin ein Teil des Programms, nicht die Speerspitze – ein Anbieter dieser Größe führt Dutzende Sportarten parallel, und die Tiefe einzelner Nischenmärkte schwankt mit dem Kalender. Wer die Rundfahrt komplett abdecken will, prüft das Sportwettprogramm vor der ersten Wette; wer einen Anbieter für ein breites Portfolio sucht und Radsport mitnimmt, ist hier historisch gut aufgehoben. Diese Erlaubnisdauer von fünf Jahren und mehr ist die eine Sache, die bet365 und bwin in dieser Tabelle gemeinsam haben und die die jüngeren Einträge nicht haben. Für Weißwäscher des Angebots, die auf Beständigkeit achten, ein Argument; für den, der den besten Kurs auf eine einzelne Etappe sucht, kein Argument.
Betano: Bet Builder, Live-Streaming und ein Name, der im Register anders lautet
Betano bietet laut der Beschreibung seiner App im Apple App Store einen Bet Builder, mit dem sich mehrere Märkte eines Spiels kombinieren lassen, dazu Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Das ist ein Angebot, das sich um Fußball und US-Sport herum aufbaut; ein Radrennen taucht in dieser Aufzählung nicht auf. Wer eine Rundfahrt mit Live-Bildern und kombinierten Märkten innerhalb eines Ereignisses begleiten will, findet die Technik hier, die konkrete Übertragung aber anderswo.
Interessanter als die Funktionen ist der Name im Register. Die Whitelist führt für Betano nicht eine Betano-Gesellschaft, sondern die Betkick Sportsbetting Limited; die Ersterlaubnis datiert auf den 19. Februar 2021, die Folgeerlaubnis auf den 16. Dezember 2022. Wer eine Zahlung an einen anderen Namen weiterleitet als den der Marke, sollte das einmal zur Kenntnis genommen haben – nicht als Warnung, sondern als Grund, die Kontobewegung zu lesen.
Der Bet Builder ist für den interessant, der Ereignisse innerhalb eines Spiels kombiniert. Auf eine Rundfahrt mit einundzwanzig getrennten Ergebnissen passt er nicht, und das ist kein Mangel, sondern die falsche Erwartung an der falschen Stelle.
bet365: Erlaubnis seit 2020 und ein Registername, der nicht die Marke ist
Hinter Bet365 steht die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta – die Whitelist führt diese Gesellschaft als Inhaber der Sporterlaubnis, Ersterteilung am 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Der Markenname bet365 und der Name im Register gehen also auseinander, was bei größeren Anbietern normal ist und trotzdem zu den Dingen gehört, die einem auffallen, wenn man eine Auszahlung mit einem fremden Absendernamen auf dem Konto sieht.
Die Frage, die sich bei einem so lange erlaubten Anbieter stellt, ist nicht die Legitimität, sondern die Markttiefe. Ein Anbieter mit dieser Verweildauer hat sein Sportwettprogramm über Jahre ausgebaut; ob Radsport dazu in einer Tiefe gehört, die Etappen-, Trikot- und Gesamtwertungsmärkte gleichzeitig abdeckt, entscheidet sich im Programm und nicht in einer Beschreibung. Wer die Wahl zwischen einem breiten Portfolio und einer Radsport-Spezialisierung hat, muss hier vor der ersten Wette nachsehen statt nach der Erlaubnis zu fragen – die ist unstrittig, die Markttiefe nicht selbstverständlich.
Was für diesen Anbieter spricht, ist die Kombination aus langer Aufsichtsgeschichte und einem Programm, das mit dem Kalender wächst. Was gegen ihn spricht, ist die Beliebigkeit, mit der große Portale Nischenmärkte manchmal nur der Vollständigkeit halber führen.
DAZN Bet: Sportwetten vom Sportstreamer, Erlaubnis seit August 2023
DAZN Bet ist der jüngste Eintrag im oberen Teil der Tabelle: Die DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug auf Malta führt die Sporterlaubnis für DAZN Bet seit dem 22. August 2023. Der Halter ist eine eigenständige Gesellschaft, nicht der Streamingdienst selbst – eine Unterscheidung, die bei einem Anbieter mit Streaming-Herkunft gern verwischt wird.
Das Geschäftsmodell lebt von der Nähe zum Bewegtbild, und Radsport ist ein Sport, dessen Live-Bilder viel erklären. Ob das Angebot auf die Rundfahrt ausgerichtet ist oder auf die großen Ligen, lässt sich aus einer Erlaubnis nicht ableiten. Wer wegen der Bilder kommt, sollte prüfen, ob die Tour überhaupt im Programm des Anbieters steht, bevor er wegen des Namens ein Konto anlegt.
Die Erlaubnis ist jung, das ändert nichts an ihrer Gültigkeit, und sie macht den Anbieter für den interessant, der ein Sportwettenkonto in einer Umgebung sucht, die er ohnehin schon nutzt. Für den Roundtrip über drei Wochen Etappen spielt das Alter der Erlaubnis keine Rolle.
Winamax: eine Werbeaussage, die auf eine Studie verweist
Winamax bewirbt sich im Footer seiner Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Die zweite Hälfte dieser Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball im Zeitraum vom 1. April bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Man muss diese Zahl nicht bestreiten, um sie einzuordnen: 45 % heißt, dass in 55 % der Fälle ein anderer Anbieter vorn lag. Eine Marketingzeile wird daraus nur, wenn man die zweite Hälfte weglässt.
Bemerkenswert ist der Zuschnitt der Studie: Fußball, Tennis, Handball. Radsport kommt darin nicht vor, und damit ist die Aussage für eine Wette auf die Rundfahrt nicht belegt – nicht widerlegt, aber auch nicht belegt. Wer die Werbezeile auf eine Etappenwette überträgt, überträgt sie auf einen Markt, über den die zitierten Zahlen nichts sagen. Der Hinweis bleibt trotzdem nützlich: Er zeigt, dass ein Anbieter sich über Quoten positioniert, was auf eine Preisstrategie hindeutet statt auf eine Bonusstrategie.
Die Erlaubnis für Winamax führt die Whitelist auf die WINAMAX (Société anonyme), Ersterteilung am 29. Juni 2021, Folgeerlaubnis am 8. Dezember 2022. Für einen Quotenvergleich über dieselbe Etappe, dieselbe Auswahl und denselben Zeitpunkt ist das der Anbieter, an dem man messen sollte.
Tiptorro: eine Erlaubnis, die die App selbst nennt
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta angeboten; die Erlaubnis für Tiptorro läuft seit dem 30. Juni 2021, die Folgeerlaubnis datiert auf den 27. Dezember 2022. Bemerkenswert ist weniger die Erlaubnis selbst als der Umgang damit: Die Anbieterbeschreibung nennt die Aufsicht durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde und die Whitelist ausdrücklich. Das ist nicht selbstverständlich und ersetzt trotzdem niemandem den eigenen Blick in die Liste – die Aussage steht in einer App-Beschreibung, die der Anbieter selbst verfasst.
Was sich über die Radsporttiefe sagen lässt, lässt sich aus dieser Beschreibung nicht ableiten. Wer die Rundfahrt begleiten will, prüft das Programm; wer einen Anbieter sucht, der offen mit seiner Erlaubnis umgeht, findet hier einen Kandidaten. Diese Offenheit ist ein vernünftiges Zeichen, aber ein Zeichen ist kein Nachweis.
Bet3000: Erlaubnis erst seit April 2026
Bet3000 ist der Neuling unter den zehn: Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta führt die Erlaubnis für Bet3000 mit Erstdatum 22. April 2026. Wer in diesem Feld nach Beständigkeit sucht, findet sie hier nicht; wer einen Anbieter sucht, der sich gerade erst auf dem deutschen Markt eingerichtet hat, findet genau das. Die Erlaubnis ist die Eintrittskarte, nicht das Angebot.
Interessant wird die Konstellation dadurch, dass dieselbe Gesellschaft auch Wettarena betreibt – zwei Marken, ein Erlaubnisinhaber. Der Vorteil für einen Wettenden ist keiner: Ein gemeinsames Kontingent an Limit- oder Verifizierungslogik darf man daraus nicht ableiten, und ein Vergleich zwischen den beiden Marken lohnt sich, weil dasselbe Haus zwei unterschiedliche Auftritte fährt. Ein Rennen um die besseren Konditionen zwischen zwei Marken desselben Halters ist ein hausinterner Vergleich – und genau deshalb der günstigste Schnappschuss, den ein deutscher Wettender von zwei Quoten bekommen kann.
Wettarena: derselbe Erlaubnisinhaber, anderer Auftritt
Die Marke Wettarena wird laut ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta angeboten – derselbe Halter wie bei Bet3000, mit einer Erlaubnis, die hier bereits seit dem 9. Oktober 2020 läuft und am 15. Dezember 2022 eine Folgeerlaubnis erhielt. Zwei Marken, ein Haus, zwei unterschiedliche Erlaubnisdaten in der Liste: Wer seine Buchhaltung nach dem Erlaubnisdatum ordnet, muss aufpassen, welche Marke er gerade ansieht.
Für den Vergleich unter den zehn ändert das mehr, als es den Anschein hat. Ein Wettender, der auf beiden Seiten ein Konto hält, kann dieselbe Quote zweimal vergleichen, ohne das Feld zu wechseln – ein Luxus, den die anderen acht Anbieter nicht bieten. Ob sich daraus ein Vorteil ergibt, entscheidet sich daran, ob die Bedingungen auseinanderlaufen. Sie können es, und genau das ist der Punkt.
Der Weg über diese Marke ist der für den, der Preisunterschiede innerhalb eines Hauses beobachten will. Eine Wette auf die Gesamtwertung ersetzt das nicht – aber es macht den Anbieterwechsel billiger, wenn die Differenz groß genug wird.
Interwetten: Erlaubnis seit 2020, ein bekannter Name für Sportwetten
Interwetten führt die Sporterlaubnis für Interwetten über die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point auf Malta; Ersterteilung am 2. November 2020, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Der Name ist älter als die deutsche Regulierung, das Konto für ein deutsches Angebot aber nicht.
Was hier zählt, ist weniger die Erlaubnis als die Frage, wie sich ein Anbieter mit Wurzeln im Sportwettenmarkt gegenüber einem international ausgerichteten Nachbarn schlägt. Über die konkrete Tiefe der Radsportmärkte sagt das Register nichts. Wer Interwetten für die Rundfahrt prüft, prüft das Sportwettprogramm – und schaut auf die Quoten für dieselbe Etappe, die er bei anderen Anbietern liest. Das ist in drei Wochen die einzige Prüfung, die sich tatsächlich lohnt.
Für den, der die Wahl nach der Marke trifft, ist Interwetten die konservative Option im Feld. Für den, der die Wahl nach der Zahl trifft, ist die Marke irrelevant und jedes Etappenergebnis offen.
Was die Rundfahrt für den Markt bedeutet
Ein Rennen über 3.245 km und 21 Etappen lässt sich nicht wie ein Spiel behandeln, und deshalb sollte man die beiden Enden des Marktes unterschiedlich lesen. Die Etappenwette ist die Wette mit der kürzesten Laufzeit und dem höchsten Überraschungsgehalt – drei Wochen lang jeden Tag ein Ergebnis, das kein Favorit garantieren kann. Die Gesamtwertungswette ist das Gegenteil: ein Markt, in dem ein Ausfall die Wette in der ersten Woche beenden kann und ein Angriff in der letzten sie rettet. Zwischen beiden liegen die Trikots, deren Reiz genau darin besteht, dass Pogačars Sieg sie nicht entschieden hat.
Die Ausgabe 2026 ist entschieden: Pogačar gewann vor Evenepoel und del Toro, Grün ging an Pedersen, das gepunktete Trikot an Carapaz. Wer daraus eine Prognose für 2027 ableitet, leitet sie aus einem beendeten Rennen ab – ein Verfahren, das im Sport regelmäßig scheitert. Die nächste Tour folgt 2027, ihre Strecke steht noch nicht fest; bis dahin ist jeder Quotenvergleich ein Vergleich dessen, was gerade angeboten wird.
Die Auswahl bleibt eine Auswahl zwischen Wegen, nicht zwischen Siegern. Wer über drei Wochen ein Auge auf das Rennen behalten will, braucht ein Konto, das eine vollständige Verifizierung hinter sich hat und dessen Zahlungen über den eigenen Namen laufen. Wer nur eine einzelne Etappe spielt, braucht nichts davon in derselben Tiefe – aber dieselbe Erlaubnis auf der Whitelist. Das eine ist ein Aufwand von einem Abend, das andere der Aufwand von einer Stunde. Man sollte wissen, welchen man eingeht.
Häufige Fragen zu Tour-de-France-Wetten
Wo kann man aus Deutschland auf die Tour de France wetten, und welche Anbieter sind erlaubt?
Erlaubt sind ausschließlich Anbieter mit einer Sportwetten-Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, überprüfbar in der Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Der Stand vom 2. Oktober 2026 verzeichnet 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit Sporterlaubnis. Eine .de-Domain allein sagt nichts; nur der Listeneintrag zählt.
Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France, etwa Gesamtsieger, Etappensieger oder Trikotwertungen?
Möglich sind feste Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts sowie auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombiwette. Üblich sind Märkte auf den Gesamtsieger, einzelne Etappen, das gelbe, grüne, gepunktete und weiße Trikot sowie Kopf-an-Kopf-Duelle. Maßgeblich ist das zugelassene Sportwettprogramm des Anbieters.
Wie wird die Auszahlung aus Einsatz und Quote berechnet, etwa bei einer Wette auf den Gesamtsieger?
Der Rückfluss ergibt sich aus Einsatz mal Quote, der Gewinn aus dem Rückfluss abzüglich des Einsatzes. Bei 10 € Einsatz und Quote 2,10 kommen im Erfolgsfall 21 € zurück, davon 11 € Gewinn. Ausgezahlt wird erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses, bei der Gesamtwertung also nach der Schlussetappe.
Was ist bei Livewetten während einer Etappe erlaubt, und was nicht?
Nach § 21 Abs. 4 GlüStV ist während eines laufenden Ereignisses nur das Endergebnis oder eine ähnliche Komponente erlaubt, die in der Sportart selten vorkommt. Im Radsport bleibt die Live-Palette damit schmal. Verboten sind zudem Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, auf manipulationsträchtige Vorgänge und auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer auf Quote und Auszahlung aus?
Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage aus Einsatz abzüglich der Steuer selbst, umgerechnet etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie er sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen.
Wie gilt das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € über alle Wettanbieter hinweg?
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV betrifft das Einzahlen, nicht das Setzen: 1.000 € pro Kalendermonat als Standard über alle erlaubten Anbieter, abgeglichen über die LUGAS-Limitdatei. Eine Erhöhung ist nur gegen nachprüfbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit möglich, ein Herabsetzen wirkt sofort, eine Erhöhung nach sieben Tagen.
Warum wurde die Tour de France 2026 in Barcelona gestartet?
Der Grand Départ lag 2026 erstmals in Barcelona; die Rundfahrt führte vom 4. bis 26. Juli 2026 über 21 Etappen und insgesamt 3.245 km nach Paris, wo die Schlussetappe an einem Sonntag endete. Das Rennen ist seit 1903 als Rundfahrt angelegt und wird seit 1992 von der Amaury Sport Organisation veranstaltet.
Sportarten – Sportwetten in Deutschland
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
