Beste EM Wettanbieter 2026: Zehn Buchmacher mit deutscher Erlaubnis im Vergleich
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen, die Liste mit Stand 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge.

Wer „beste EM Wettanbieter“ in die Suchmaske tippt, meint meistens etwas sehr Konkretes: einen Buchmacher, bei dem das Turnier besser läuft als bei den anderen. Genau hier beginnt das Missverständnis, mit dem dieser Text aufräumen will. Denn die Europameisterschaft entscheidet nicht darüber, wer ein guter Anbieter ist — sie entscheidet nur, wann die Frage überhaupt akut wird. Bis zum 9. Juni 2028, dem Eröffnungsspiel in Cardiff, gibt es in Deutschland keine EM-Endrunde, sondern eine Qualifikation mit zwölf Gruppen, deren Auslosung am 6. Dezember 2026 in Belfast stattfindet. Wer heute ein Konto eröffnet, tut das also nicht für ein Turnier, das in drei Wochen beginnt, sondern für zwei Jahre Fußball davor und ein Turnier danach.
Was daraus folgt, ist der eigentliche Gegenstand dieses Vergleichs. Bei einem Turnier mit 51 Spielen in vier Wochen fällt jede Schwäche eines Anbieters schneller auf als im ligaalltäglichen Betrieb: ein Limit, das mitten in der Gruppenphase greift, eine Freiwette, deren Umsatzbedingungen bis nach dem Finale laufen, ein Live-Angebot, das im entscheidenden Moment genau die Wette nicht anbietet, auf die man gesetzt hat. Die Auswahl des Anbieters ist deshalb keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der Reihenfolge — was zuerst prüfen, was dabei zuerst aussortieren, und welche Zahl ab wann wirklich zählt.
Der zweite Punkt ist unangenehmer und wird in keinem Werbetext stehen: In Deutschland darf nur wetten, wer bei einem der 27 Halter mit Sportwetten-Erlaubnis auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder spielt. Die drei weiteren Einträge der Liste haben ausschließlich Pferdewetten-Erlaubnisse und sagen über ein Sportwettenangebot nichts. Jeder dieser 27 Anbieter unterliegt demselben Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, derselben Prüfung über die Sperrdatei OASIS und derselben Beschränkung der Live-Wetten auf Endergebnis und nächsten Treffer. Zehn davon schauen wir uns im Detail an.
Warum jede EM-Prognose eine Grenze hat
Die Europameisterschaft ist der dankbarste Wettmarkt der Welt und gleichzeitig der undankbarste. Dankbar, weil fast jede sportliche Information öffentlich ist: Aufstellung, Form der vergangenen zehn Spiele, Verletzungen, Reisewege, Kopfballduelle. Undankbar, weil am Ende ein Ball an den Innenpfosten geht und die schönste Analyse wertlos ist. Wer das nicht akzeptiert, verwechselt Prognose mit Vorhersage.

Form, Statistik, Quote: woraus eine Turnierprognose entsteht
Eine Turnierprognose ist eine Reihenfolge von Beobachtungen, aus denen am Ende eine Wahrscheinlichkeit wird. Am Anfang steht die Form, aber nicht die nationale Stimmungslage, sondern die nackte Bilanz gegen ähnlich starke Gegner. Danach kommen Zahlen, die sich überprüfen lassen. Die letzte EM in Deutschland liefert ein hübsches Beispiel dafür, wie wenig eine Vorgeschichte den Ausgang erklärt: Sechs Spieler beendeten die EM 2024 mit je drei Toren — Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Wer im Juni 2024 auf einen Torschützenkönig gesetzt hat, wettete auf sechs Namen gleichzeitig, von denen drei vor dem Turnier in dieser Rolle kaum jemand hoch gehandelt hätte.
Genau darin steckt die Grenze. Es gibt 24 Mannschaften in der Endrunde, seit 2016 unverändert, und damit rund 600 Spieler im Kader. Der Markt für den Turniersieger ist ein Markt mit 24 Ausgängen, der Markt für den Torschützenkönig einer mit mehreren hundert denkbaren Kandidaten. Wer eine Quote liest, liest deshalb nicht die Zukunft, sondern den Preis, den ein Anbieter für eine Wette verlangt.
Wo die Statistik endet und die Quote anfängt
Europaweit kommen Turniere alle vier Jahre. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland gewann dreimal, 1972, 1980 und 1996. Rekordtorschütze ist Cristiano Ronaldo mit 14 Treffern. Das sind Marksteine, keine Muster. Ein Turnier hat zu wenig Wiederholungen, um aus vier Titeln einen Trend für 2028 zu bauen, und wer das versucht, baut keine Prognose, sondern eine Erzählung. Spanien gewann 2024 in Berlin mit 2:1 gegen England den vierten Titel — der Beweis, dass der Favorit gewinnen kann, nicht der Beweis, dass er es wieder tut.
Was bei einer Prognose trägt, ist bescheidener: die Form über viele Spiele, die Quote gegen verschiedene Anbieter, und die Bereitschaft, eine Abweichung auszusitzen. Wer sein Wettbudget in der Gruppenphase durch drei Spiele aufbraucht, hat für die K.-o.-Runde nichts mehr übrig, und die K.-o.-Runde ist die Phase, in der die Quoten wegen der vielen denkbaren Ausgänge am unangenehmsten für den Buchmacher und damit am interessantesten für den Spieler sind.
Grenzen der Vorhersage und der Umgang mit dem Budget
Ein Turnierwettbudget hat drei Etappen: Gruppenphase, K.-o.-Runde, Finale. Die Vorrunde mit sechs Gruppen zu je vier Teams ist der berechenbarste Teil. Ab dem Achtelfinale schrumpfen die Außenseiterchancen, die Quoten der Favoriten sinken, und die Marge — die in jedem Preis steckt — wird relativ größer. Für die Zeitplanung heißt das: Wer dieselbe Analyse in der Gruppenphase und im Halbfinale anwendet, behandelt zwei verschiedene Märkte gleich.
Die 24.06.2024-CTE fehlt, also weiter. Die Endrunden 2028 werden in sechs Vierergruppen gespielt, danach folgt eine K.-o.-Phase mit Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und dem Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Ein Spiel um Platz drei gibt es nicht. Wer seine Budgetplanung grob halten will, hat damit fünf Termine, an denen er neu rechnen muss, nicht einen einzigen.
Prognose heißt nicht Vorhersage, und Quote heißt nicht Chance. Keine Quote kann den Turniersieger sicher benennen, weil im Fußball ein einzelnes Tor über ein Ergebnis entscheidet und kein Modell das Tor vorhersagen kann. Wer einen Tipp braucht, wird auf dieser Seite keinen finden — nicht aus Vorsicht, sondern weil ein Tipp, den man auf eine Seite schreibt, beim Leser echtes Geld kostet, wenn er falsch ist.
Wettformen und Quoten: welche Wette zu welcher Turnierphase passt
Die Europameisterschaft wird in Deutschland nicht als ein Wettmarkt angeboten, sondern als Programm. Was überhaupt erlaubt ist, steht nicht im Angebot der Anbieter, sondern im Glücksspielstaatsvertrag: feste Gewinnquoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette. Darüber hinaus dürfen nur die Wettarten angeboten werden, die die Aufsichtsbehörde im jeweiligen Sportwettprogramm zugelassen hat.
Siegwette, Torschützenkönig, Gruppenwetten im Vergleich
Drei Wettformen decken die drei Phasen eines Turniers ab, und jede hat einen anderen Charakter. Die Siegwette auf ein einzelnes Gruppenspiel ist der einfachste Markt mit zwei oder drei Ausgängen und deshalb der mit der geringsten Streuung. Die Gruppenwette bündelt mehrere Partien einer Staffel — sie ist breiter, aber an die Reihenfolge der Spiele gebunden. Der Torschützenkönig ist der schmalste Markt von allen, weil er nicht von einer Mannschaft abhängt, sondern von einem Einzelspieler über sieben Spiele hinweg.
Für einen Spieler mit kleinem Budget sind das keine Varianten desselben Spiels, sondern drei verschiedene Risikoprofile. Die Siegwette auf drei Ausgänge verteilt die Wahrscheinlichkeit breit und zahlt wenig. Der Torschützenkönig zahlt viel und trifft selten. Die Gruppenwette liegt dazwischen, bindet aber Kapital über mehrere Wochen, weil sie erst nach dem letzten Gruppenspiel abgerechnet wird. Ausgezahlt werden Gewinne ohnehin erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.
Was die Marge aus einer Quote macht
Quoten sind Preise, und Preise enthalten die Handelsspanne. Bei Sportwetten ist sie negativ für den Kunden: Aus allen Einsätzen eines Marktes zahlt der Anbieter nur einen Teil zurück. Diesen Teil nennt man Auszahlungsquote oder Quotenschlüssel, die Differenz zu 100 % die Marge. Es gibt dazu kein Gesetz, das eine Höhe vorschreibt — sie ist das Kalkül des Veranstalters.
Rechnen wir es an einem Beispiel nach, das die Größenordnung zeigt. Nehmen wir einen fiktiven 1X2-Markt mit den Quoten 2,10 auf Heimsieg, 3,40 auf Unentschieden und 3,60 auf Auswärtssieg. Der Kehrwert jeder Quote ist die implizite Wahrscheinlichkeit: 1 geteilt durch 2,10 ergibt rund 47,6 %, 1 geteilt durch 3,40 rund 29,4 %, 1 geteilt durch 3,60 rund 27,8 %. Zusammen sind das rund 104,8 %. Der Markt summiert sich also auf 104,8 %, wo es nur 100 % geben dürfte — die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95,4 % und die Marge bei etwa 4,6 %. In aller Regel liegt die Marge eines ausgewogenen Dreiwege-Marktes bei Sportwetten im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich; je enger und populärer ein Markt ist, desto geringer fällt sie aus, und je exotischer der Ausgang, desto mehr Polster baut der Anbieter ein. Das ist ein Beispiel, kein abgerufener Kurs, und es beschreibt nur diesen einen Markt — die Marge eines Torschützenkönig-Marktes ist keine Marge, sondern ein Vielfaches davon.
Für den Leser folgt daraus eine Regel, die schwerer zu befolgen ist, als sie klingt: Bei derselben Wette zur selben Zeit entscheidet der Quotenvergleich über mehrere Prozent des Einsatzes, und über ein Turnier hinweg läuft das zusammen. Ein Anbieter, der bei einer Münzwette 2,10 zahlt und ein anderer, der 2,05 zahlt, trennen fünf Prozentpunkte auf denselben Einzahlungsbetrag. Am ehesten schlägt das im 1X2-Hauptmarkt durch, am wenigsten in einem Nischenmarkt, wo jeder Anbieter sein eigenes Polster einbaut.
Wer wenige Spiele pro Woche spielt, merkt den Unterschied kaum. Wer während einer EM mehrere Einzelwetten pro Tag platziert, merkt ihn am Monatsende. Und weil seit dem 1. Juli 2021 in Deutschland alles über dieselbe Whitelist läuft, ist der Vergleich der Quoten der einzige echte Wettbewerb, der zwischen den Anbietern noch stattfindet: Am regulierten Rand sind die Spielregeln gleich, das Angebot darf sich im Preis unterscheiden.
Spielplan, Austragungsorte und Format: was den Wettkalender bestimmt
Der Kalender entscheidet über die Märkte. Wenn an einem Abend drei Gruppenspiele parallel laufen, hat der Spieler drei Live-Märkte zur Auswahl und der Anbieter drei Kurse zu stellen; an einem spielfreien Tag gibt es nichts, worauf sich eine Livewette beziehen könnte. Der Turnierkalender ist deshalb keine Randnotiz zur Wette, sondern ihre Grundlage.
Die Endrunde 2024 in Deutschland: was dort angeboten wurde
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis zum 14. Juli 2024 in Deutschland statt, mit 24 Mannschaften, einer Vorrunde in sechs Vierergruppen und insgesamt 51 Spielen. Über die Bühne gingen alle drei Wettformen, über die wir gesprochen haben: Einzelspiele, Gruppenkonstellationen und Torschützenmärkte. Die Zuschauerzahl betrug insgesamt 2.681.288 — ein Turnier im eigenen Land, das heißt ausverkaufte Stadien, Fernsehquote in jedem Spiel, und ein Anbieterwettbewerb um die beste Quote genau in dem Zeitfenster, in dem alle hinsehen.
Für heute ist die EM 2024 vor allem eine Erinnerung daran, wie schnell ein Turnier vorbeigeht. Vier Wochen, 51 Spiele, und danach ist der Grund, aus dem das Konto eröffnet wurde, wieder weg. Wer sich einen Anbieter wegen eines Turnierbonus aussucht, sitzt danach mit seinen allgemeinen Bedingungen und seiner allgemeinen Quote fest.
Die Endrunde 2028: Termine, Orte, Modus
Die nächste Auflage findet mit 24 Nationen im Juni und Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt. Das Eröffnungsspiel steht am 9. Juni 2028 in Cardiff an, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Sechs Vierergruppen, dann die K.-o.-Phase: Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli. Ein Spiel um Platz drei gibt es nicht, was den Kalender um jenen Halbfinalverlierer-Kick kürzt, auf den sonst traditionell eigenwillige Wetten laufen.
Die Qualifikation läuft über zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Ausgelost wird am 6. Dezember 2026 in Belfast — der erste Tag, an dem sich aus einer bloßen Terminliste ein echter Wettmarkt bilden kann, weil ab dann feststeht, wer wann gegen wen spielt.
Wie Turnierformat und Auswahl zusammenspielen
Das Format 24 Mannschaften, das seit 2016 gilt — von 1996 bis 2012 waren es 16 —, verschiebt die Verteilung der Chancen. Mehr Teilnehmer bedeuten mehr Spiele und mehr Ausgänge, und mit dem neuen Format sind die Achtelfinalspiele im Durchschnitt ausgeglichener als früher, die Halbfinals dafür vorhersehbarer. Wer auf ein bestimmtes Duell wartet, tut gut daran, sich nicht auf einen Gruppensieger festzulegen: Mit acht Gruppenzweiten, die direkt weiterkommen, sind zwei Drittel des Achtelfinalfelds über den zweiten Platz erreichbar.
Für den Anbietervergleich heißt das eine einfache Sache. Der Zeitraum zwischen dem 6. Dezember 2026 und dem 9. Juni 2028 ist lang genug, dass die Wahl des Buchmachers nicht mehr am Turnierpreis hängt, sondern an den Dingen, die jeden Monat wiederkehren: den Auszahlungen, dem Limit, dem Live-Angebot. Wer in diesem Fenster drei Anbieter durchprobiert, hat 2028 einen Favoriten; wer wartet, entscheidet unter Zeitdruck.
Zehn Buchmacher mit deutscher Erlaubnis im direkten Vergleich
Die folgende Rangfolge ist keine Empfehlung, sondern eine Ordnung. Sortiert wird in zwei Stufen, und mit einer Ausnahme geschahen alle Erlaubniserteilungen im selben Fenster:
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit | Einordnung im Vergleich |
|---|---|---|---|
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021 | Erlaubnis im fünfjährigen Turnus, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| VBet | SCGO Limited | 05.12.2023 | zweitjüngste Erlaubnis der zehn |
| ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 | einziger Halter mit Sitz in Deutschland und Ursprung im staatlichen Lottoprodukt |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | erste Erlaubniswelle, dazu Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 | erste Erlaubniswelle, jüngste Folgeerlaubnis 29.07.2024 |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | erste Erlaubniswelle, dazu Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 | Folgeerlaubnis 22.12.2022, getrennte Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 | erste Erlaubniswelle, dazu Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 | jüngste Erlaubnis der zehn |
| bwin | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020 | erste Erlaubniswelle der Whitelist |
Die Zahlen, die in der Erlaubnis-Spalte stehen, folgen einer Logik, die man kennen sollte. Eine erstmalige Erlaubnis läuft fünf Jahre, und die Whitelist führt nur Erteilungsdaten, kein Ablaufdatum. Marktdaten mit den beiden 2023er-Erlaubnissen sind genau die jüngsten Zugänge zur Sportwettenliste, während die Gruppe um den 9. Oktober 2020 die Endrunde 2024 teils noch als Anbieter mit sechs Jahren Erlaubnisbestand miterlebt hat. Vor dieser EM-2028-Frist hat keiner der zehn etwas nachzuweisen, alle bestehen die Prüfung schon jetzt.
Ein Unterschied zwischen Erst- und Folgeerlaubnis liegt nicht im Umfang, sondern im Papier. Wer heute kontrollieren will, ob ein Anbieter überhaupt Sportwetten vermitteln darf, schaut auf die Whitelist unter dem Punkt, der die Domain führt — nicht auf eine Lizenz, die auf einer Werbeseite abgebildet ist. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist nach § 9 Abs. 8 GlüStV die einzige belastbare Prüfung. Eine .de-Domain allein beweist nichts: Jeder Eintrag der Liste trägt eine, aber eine Adresse lässt sich auch ohne Erlaubnis anlegen. Wer die Bedingungen prüft, prüft das bessere Kriterium.
Und noch eine Unterscheidung, die ständig verwischt wird: Erlaubnis ist nicht gleich Erlaubnis. Ein Haus kann eine Sportwetten-Erlaubnis für eine Domain und daneben eine eigene Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf einer anderen Domain besitzen. Auf die Sportwette wirkt sich das nicht aus, aber die Limitregeln einer Casino-Erlaubnis sind keine Regeln des Sportwettengeschäfts. Wer bei einem Anbieter beides spielt, spielt zwei getrennte Rechtsverhältnisse.
Die Rechtslage: was die Erlaubnis für den Einzelnen bedeutet
Illegal ist nicht das Wetten bei einem falschen Anbieter — das kommt hinzu —, sondern das Veranstalten und Vermitteln ohne Erlaubnis. Wer Sportwetten für Spieler in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis anbietet, begeht unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Die Aufsichtsbehörde hat ihre Haltung im Herbst 2026 noch einmal unterstrichen und ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt, namentlich genannt wurde damals Platincasino.

Whitelist, Erlaubnis und Sportwettprogramm
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) erteilt seit dem 1. Juli 2021 unter dem GlüStV 2021 die bundesweite Erlaubnis für Sportwetten im Internet und beaufsichtigt den Markt. Der Erlaubnisrahmen umfasst feste Gewinnquoten auf Ausgang und Vorkommnisse eines Ereignisses, als Einzel- und als Kombinationswette, beschränkt auf die Wettarten, die die Behörde jeweils zulässt. Eine Verfolgung einzelner Spieler ist demgegenüber nicht belegt — und daraus folgt weder eine Freigabe noch eine Warnkulisse. Die klare Linie verläuft beim Anbieter, nicht beim Kunden.
Nimmt man den Whitelist-Eintrag, das Sportwettprogramm und die Domain zusammen, ergibt sich die einzige Konstellation, in der man als Kunde in Deutschland auf der sicheren Seite ist. Nimmt man eine davon weg, wird die Rechnung an einer Stelle offen, und genau dort setzt jede Prüfung an, die man vor der Kontoeröffnung machen sollte.
Das Einzahlungslimit von 1.000 € und die Sperrdatei
Der wichtigste praktische Unterschied zwischen einem erlaubten und einem nicht erlaubten Anbieter betrifft nicht die Quote, sondern das Konto. Bei erlaubten Anbietern gilt grundsätzlich ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, über alle Anbieter hinweg — abgewickelt über die LUGAS-Limitdatei, in der die Beträge zusammenlaufen. Ein Anbieter darf auf Einzelnachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ein höheres Limit setzen, aber nicht auf eine Selbstauskunft hin; dann sind bis zu 10.000 € denkbar, und für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler 10.000 bis 30.000 €. Eine Absenkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Der Punkt, der in der Werbung niemandem auffällt: Das Limit ist nicht pro Anbieter, sondern global. Wer vier Anbieter ausprobiert, hat nicht viermal 1.000 € zur Verfügung, sondern einmal. Bei einem Turnier mit drei Spielen pro Abend ist das die Zahl, an der ein ambitionierter Spieler zuerst anstößt — und wem das zu eng erscheint, der findet bei einem illegalen Anbieter buchstäblich keine Grenze, zahlt dafür aber auch keine Sicherheit ein.
Dazu kommt die Sperrdatei. OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem und wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt. Wer sich für einen benannten Zeitraum sperrt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Zeitangabe läuft die Sperre mindestens ein Jahr. Zu unterscheiden davon ist der Panikbutton, der über die Anbieteroberfläche eine sofortige 24-stündige Sperre auslöst. Paralleles Spielen über mehrere Konten bei demselben Anbieter ist über die Aktivitätsdatei untersagt. Offshore-Anbieter hängen an keiner dieser Dateien — was auf den ersten Blick wie Freiheit aussieht und in Wirklichkeit bedeutet, dass sich bei einem Kontrollverlust niemand einschaltet.
Zahlungswege, Steuer und Auszahlung in der Praxis
Geld in ein deutsches Wettkonto darf nur von einem auf denselben Namen lautenden Zahlungskonto bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut fließen. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen — der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem erlaubten deutschen Wetten heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Entscheidung und steht in seinen Bedingungen. Auf ein Konto ist beim Abschluss eines Kontos innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren auszuzahlen; die Spielgelder liegen auf einem treuhänderisch geführten Konto, das in der Insolvenz geschützt sein soll.
Auf jede Wette fällt die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes an. Bemessungsgrundlage ist der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst, 5,3 % darauf — rechnet man die Steuer auf den eingezahlten Betrag um, sind es rund 5,03 %. Schuldner ist der Veranstalter der Wette (§ 19), nicht der Spieler. Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung; im Sportwettenmarkt ist der Einsatz gewöhnlich die kleinere Zahl auf dem Schein. Die Steuer trifft im Übrigen auch nicht erlaubte Anbieter — eine bezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Wetthilfe rund um das Turnier: was vor der ersten Wette geregelt sein sollte
Ein Turnier ist ein ungewöhnlicher Anlass, weil alle vier Jahre dieselben Mechanismen plötzlich an einem Ort zusammenlaufen: Werbung in jeder Übertragung, drei Spiele pro Abend, ein sichtbares Finale und der Eindruck, dass jetzt die Zeit für den großen Einsatz ist. Wer sich in dieser Woche zum ersten Mal an einen Buchmacher wendet, trifft mehr Entscheidungen als sonst im Jahr — und die wenigsten davon unter günstigen Bedingungen.
Altersgrenze, Verifizierung und Schutzmechanismen
Mitwirken darf nur, wer 18 Jahre alt ist. Ein Konto pro Anbieter, und zwar ein voll verifiziertes: Vor abgeschlossener Prüfung kann ein Anbieter höchstens 72 Stunden das Spielen gestatten, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist der Grund, warum sich der Aufwand der Anmeldung nicht lohnt, wenn man ihn bis zum Eröffnungsspiel aufschiebt — wer am Turniertag erst mit der Legitimation beginnt, hat im schlechteren Fall 72 Stunden Einzahlungen und keine Auszahlung.
Wer ein Problem mit seinem Spiel sieht, findet niedrigschwellige Angebote: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung betreibt unter dem Namen Check dein Spiel eine Beratung, telefonisch erreichbar, und die Landesstellen der Suchthilfe bieten Gespräche vor Ort. Wer sich selbst sofort aus dem Spiel nehmen will, kann in der Anbieteroberfläche den Panikbutton auslösen und damit für 24 Stunden gesperrt sein; wer eine längere eigene Entscheidung braucht, beantragt eine Sperre über das bundesweite Spielersperrsystem OASIS, das bei jedem Login abgefragt wird.
Einzahlungslimit als Werkzeug, nicht als Hürde
Das Limit von 1.000 € pro Kalendermonat ist in erster Linie als Obergrenze gedacht — benutzt wird es sinnvoll als freie Wahl. In einem Konto lässt sich in der Regel ein deutlich niedrigerer eigentlicher Monatsbetrag festlegen, und wer den Betrag beim Einzahlen nicht auch ausgeben will, der setzt die Zahl dort, wo sie wehtut. Bei einem Turnier spielt das eine größere Rolle als im Ligaalltag: Zwischen zwei Halbfinals liegen drei Tage ohne Spiele, aber nicht ohne Anreize, und viele Aktionen der Anbieter laufen genau in diese Lücken hinein.
Es gibt eine Reihenfolge, die man einhalten kann, ohne sich selbst zu belügen. Vor dem Turnier: das Konto bei einem erlaubten Anbieter auf ein eigenes Budget setzen, das kleiner ist als der Monatsrahmen. Im Turnier: nur so viele Wetten platzieren, wie man am Tag zuvor geplant hat. Nach dem Turnier: die Bilanz ziehen, bevor man über den nächsten Anbieter nachdenkt.
Und der ehrlichste Satz zu diesem Thema ist der unbequemste. Kein Bonus gleicht einen Verlust aus. Ein „Risiko“frei-Angebot, das im Kleingedruckten eine Umsatzbedingung trägt, deren Größe wiederzufinden vor allem für den müden Leser Arbeit ist, ist kein Geld zurück — es ist ein Drehen an der eigenen Rechnung. Bei einer EM, bei der — je nach Turnier — etwa die Hälfte der Spiele nicht so ausgeht, wie es der eigene Geschmack sagt, ist jede Rückvergütung dieser Art nur ein Weiterspielen mit einem Rabatt.
Willkommensbonus und Freiwette: was das Angebot wirklich verlangt
Zum Turnier taucht jedes Jahr dieselbe Sprache auf: „Gratiswette“, „Risikofreie erste Wette“, „verdoppelter Ersteinzahlungsbonus“, „Odds-Boost“. Hinter jedem dieser Ausdrücke steht eine Bedingung, und die Bedingung entscheidet über den Wert des Angebots — nicht der Betrag, der in der Anzeige steht. Zwei Größen sind es, die alles steuern: die Umsatzbedingung und die Mindestquote.
Umsatzbedingungen, Mindestquote und Fristen
Die Umsatzbedingung gibt an, wie oft ein Bonusbetrag oder ein Betrag aus Bonus plus Einzahlung umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung daraus möglich ist. Aus dem Faktor wird eine Gesamtsumme, aus der Gesamtsumme eine Zahl von Wetten, und diese Zahl ist die einzige, die den Aufwand realistisch beschreibt. Eine Mindestquote ergänzt das: Wetten unterhalb dieser Quote zählen nicht für den Umsatz, und je höher die geforderte Mindestquote liegt, desto schmaler wird die Auswahl, mit der man den Umsatz überhaupt bewältigen kann. Die Frist ist die dritte Größe und die unangenehmste, weil sie in einer Turnierwoche schnell abläuft.
Für den Vergleich heißt das: Eine 100-Euro-Wette, die man umsetzen muss, ist nicht dasselbe wie ein 100-Euro-Bonus. Wer die Bedingungen erst nach der Einzahlung liest, hat das Angebot bereits angenommen. Vor der Einzahlung gelesen, ist dieselbe Klausel besser als jedes Werbeversprechen.
Der Wert einer Freiwette und warum der Einsatz nicht zurückkommt
Viele Freiwetten haben eine Eigenart, die kaum irgendwo prominent steht: Der Einsatz der Freiwette wird bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt. Gewinnt man mit einer Freiwette von 10 € zu einer Quote von 2,10, kommen die 21 € nicht auf dem Konto an. Von dem Gewinn sind nämlich die 10 €, die aus der Freiwette stammten, nicht mit dabei; ausgezahlt wird die Differenz — auf einer Freiwette mit 10 € steht am Ende ein Guthaben von 11 €, nicht 21 €. Der Unterschied klingt nach Buchhaltung und ist der halbe Wert des Angebots. Eine Freiwette ist deswegen ein Rabatt auf den Einsatz, nie Bargeld.
Diese Mechanik ist die Hauptursache für unrealistische Erwartungen. Nutzt man eine Freiwette trivial auf eine Quote von 1,50, bleibt nach dem Feldeinsatz kaum ein Drittel ihres Nennwerts übrig. Je höher die Quote, desto mehr verschiebt sich das Verhältnis zugunsten des Nennwerts.
Kasino und Sport, zwei getrennte Töpfe
Boni in einem Haus müssen nicht dieselbe Regel haben. Wer über den Link auf der Casino-Seite zu einem Bonus kommt, wird in der Regel ein anderes Umsatzmodell mit anderen Spielbeiträgen vorfinden, und Tischspiele tragen häufig nur einen Bruchteil zum Umsatz bei. Ein Sportwettenbonus und ein Kasinobonus sind zwei getrennte Vereinbarungen und werden in getrennten Bilanzen ausgezahlt.
Der ehrliche Rat dazu ist unspektakulär: Wer nur auf Fußball beim selben Anbieter spielen will, nimmt das Sportwetten-Angebot oder lässt es ganz bleiben. Nicht wegen eines Risikos, sondern weil die Verwirrung zweier Bonusmodelle weniger wert ist als das, was man beim Quotenvergleich dazugewinnt.
Wett-Apps: was ein Smartphone beim Turnier leisten muss
Über eine EM verteilen sich 51 Spiele auf 31 Tage. Wer nur abends vor dem Rechner sitzt, verpasst an vielen Tagen mehr, als ihm lieb ist — und wer unterwegs ist, braucht den Wettschein in der Tasche. Eine App ist deshalb kein Zubehör, sondern während eines Turniers der Normalfall des Zugangs.
Funktionsumfang: Wettschein, Einzahlung, Kontostand
Eine brauchbare Wett-App kann drei Dinge, und das sind die drei, die man im Stadion oder im Zug tatsächlich braucht: den Wettschein ausfüllen und absenden, Geld ein- und auszahlen, und den Kontostand sowie offene Wetten jederzeit sehen. Alles darüber hinaus — Statistiken, Live-Ticker, Push-Benachrichtigungen auf einzelne Torereignisse — ist angenehm und nicht entscheidend.
Anmeldung, Verifizierung und Grenzen auf dem Telefon
Auf dem Telefon wird das Konto nicht einfacher, sondern mitunter komplizierter. Die Legitimation dauert bei jedem Anbieter gleich lang; und mit dem Telefon entfällt das Foto der Karte nicht, man kann die Dateien aus der Galerie hochladen. Das Einzahlungslimit ist dasselbe wie am Desktop. Der Unterschied ist die Verlockung. Eine Oberfläche, die in drei Tipps eine Wette platziert, platziert drei Wetten, wo am Desktop vielleicht eine entstanden wäre. Wer sein Limit knapp setzt, merkt das zuerst hier.
Bedienung am Spieltag: vom Aufstellen der Wette bis zum Abpfiff
Der wichtigste Moment ist der vor dem Anpfiff. Wer in den Minuten vor Anstoß eine Wette aufstellt, wird in stark bewegten Märkten nicht den Kurs bekommen, den er in einer ruhigen Stunde bekommen hätte. Hier zählt die App-Nutzung selbst: Der Wettschein sollte bereits ausgefüllt sein, und die Quoten sollten sich um die Live-Ereignisse nicht anders verhalten als im Browserfenster. Ein Unterschied zwischen App und Desktop ist ein Zeichen dafür, dass die Kursstellung nicht identisch ist.
Fehler passieren, wenn man das Handy nur zur Hand hat, aber nicht das Angebot kennt. Eine App, die nur eine Handvoll Wettarten zeigt, ist am Spieltag ein Hindernis. Vor dem Turnier lohnt deshalb ein Trockendurchlauf: zwei Einzelwetten und eine Kombination, ein- und aussteigen, Verlauf ansehen.
Live-Wetten und Cash-out während der Spiele
Ein Abend bei einer EM besteht in der Regel aus zwei oder drei Spielen hintereinander. Live-Wetten sind die Antwort des Marktes auf diese Struktur, und in Deutschland sind sie zugleich die am stärksten beschränkte Wettform.
Was während eines laufenden Spiels gewettet werden darf
Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf den Endausgang des Spiels oder auf den nächsten Treffer gewettet werden. Nehmen wir das Beispiel eines Anbieters, der einen Konfigurator+ für Fußballspiele anbietet und dort mehrere Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert: In dem Moment, in dem das Live-Spiel ein Markt der nächsten Art betrifft, greift die Beschränkung auf das Zulässige. In Sportarten mit seltenen vergleichbaren Ereignissen sind weitere Komponenten möglich; im Tennis ist der nächste Aufschlagwechsel ein solcher, ein nächster Punkt ist es nicht. Es gibt keinen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette in Deutschland.
Die wichtigste Folge steht nicht in der Anbieterwerbung, sondern in der Erlaubnis. Für den Live-Bereich fehlt schlicht das Gesamtspektrum, das man von ausländischen Seiten kennt: keine nächsten Eckbälle, keine nächsten Einwürfe, keine Ereignisse, die sich im Minutentakt auslösen lassen.
Cash-out als Angebot des Anbieters
Der Cash-out ist eine Funktion, die der Anbieter gewährt und nicht die Aufsichtsbehörde vorschreibt. Man erkennt ihn beim Anbieter an einem Symbol neben der offenen Wette, mit dem Wert, der gerade dafür gezahlt wird; ausgezahlt werden kann alles oder ein Teil. Wann sich das rechnet, entscheidet nicht die Funktion, sondern die Höhe dieses Werts: Der Wert liegt immer unter der Auszahlung, die die Wette bei vollständigem Verlauf gebracht hätte. Wer zwanzig Minuten vor Ende einer klar geführten Wette aussteigt, verkauft einen Teil des Gewinns für die Sicherheit, ihn nicht zu verlieren. Beides ist legitim, aber man sollte wissen, was man da verkauft.
Was live teurer ist als vorher
Der Preis für die Bequemlichkeit steht in der Marge. Je häufiger ein Kurs neu gestellt wird, desto mehr Unsicherheit trägt der Anbieter, und desto größer fällt sein Polster aus. Der Anteil des Umsatzes, den ein Markt zurückzahlt, ist deshalb im Live-Bereich üblicherweise niedriger als vor Anpfiff — die Marge zieht mit der Dynamik. Im Endeffekt ist das der eigentliche Aufwand des Live-Wettens: Man zahlt für die Wahlfreiheit, und die Summe dieser Aufschläge kann ein großes Budget auf Dauer stärker belasten als das eine schlechte Wochenende.
Die zehn Anbieter im Porträt
Betway: Live-Wetten mit Konfigurator und Cash-out
Betway Limited hält die Whitelist-Erlaubnis für Sportwetten bei Betway, erteilt am 9. März 2021, mit Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, und die Whitelist führt kein Ablaufdatum.
Zum Live-Werkzeug zählt ein Cash-out: das grüne Symbol unter „Meine Wetten“ samt angezeigtem Wert, auszahlbar ganz oder in Teilen. Bei Betway ergänzt den Konfigurator+ ein Angebot, mit dem sich mehrere Auswahlen aus verschiedenen Partien kombinieren lassen, genau die Bauform, die an einem EM-Abend mit drei parallel laufenden Spielen gefragt ist.
Die Bewertung: Wer Live-Wetten nicht als Beiwerk betreibt, sondern als Hauptbeschäftigung, findet hier den Werkzeugkasten. Der Haken ist derselbe wie überall im Live-Bereich, dazu die deutsche Beschränkung auf Endergebnis und nächsten Treffer.
VBet: Erlaubnis seit Dezember 2023
SCGO Limited hält die Whitelist-Erlaubnis für Sportwetten bei VBet seit dem 5. Dezember 2023. Die Gesellschaft sitzt im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St Julian’s, Malta.
Wer in den letzten Wochen vor einem Turnier wechseln will, sollte die Jahreszahlen in der Whitelist anders lesen, nämlich als bloße Bestandsdauer. Eine Erlaubnis, die seit dem 5. Dezember 2023 besteht, war zur EM 2024 gerade ein halbes Jahr alt. Damit gehört VBet zu den beiden jüngsten Erlaubnissen unseres Feldes. Fürs Wetten zählt die Zahl nicht, aber ein Sprung in der Ziffer ist in den letzten drei Jahren keiner.
ODDSET: die Erlaubnis mit Sitz in Deutschland
Die Erlaubnis für das Internet- und das stationäre Geschäft erteilte die Behörde mit Bescheid vom 15. Dezember 2022; im Whitelist-Eintrag steht das Datum 18. November 2020, und Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale). Halterin ist die Oddset Sportwetten GmbH.
Und damit ist ODDSET der einzige Anbieter der zehn, dessen Erlaubnisinhaber in Deutschland sitzt und dessen Herkunft im staatlichen Lottoprodukt liegt. Wer beim Quotenvergleich stutzt, weil ein Anbieter in der Spaltenübersicht nicht mit den übrigen gleich aussieht, stutzt hier: Die anderen neun halten ihre Genehmigung über maltesische Gesellschaften. Auf die Spielregeln wirkt sich das nicht aus, weil alle dieselbe GGL-Aufsicht haben.
Sportingbet: breiter Sportarten-Mix mit Live-Wetten
Die Whitelist führt Sportingbet (Deutschland) Limited als Halter der Sportwetten-Erlaubnis für Sportingbet seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.
Zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Dazu kommt der Konfigurator+.
Wer das Turnier als reine Fußballwochen nutzt, braucht diese Breite nicht, aber das Angebot richtet sich an die Randstunden — ein Spiel, das nicht stattfindet, wird durch einen Standard, der jeden Abend füllt, gut ausgeglichen.
AdmiralBet: zweimal nachgewachsene Folgeerlaubnisse
Greentube Betting Malta Limited hält für AdmiralBet eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und vom 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 28. September 2022.
Diese beiden Erlaubnisse sind, wie überall in dieser Liste, getrennte Rechtsverhältnisse. Die jüngste Folgeerlaubnis vom Juli 2024 fällt interessanterweise in das Fenster, in dem ein anderer großer Anbieter gerade seinen Ausstieg aus Deutschland bekanntgab. Wer aus dem Markt-Rückzug eines Hauses Zweifel an der Branche ableitet, dem zeigt AdmiralBet die andere Seite.
bpremium: Ladbrokes als Betreiberin mit Malta-Sitz
Betreiberin ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, dort unter der Registernummer C92799 geführt nach den Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023. Die Whitelist führt bpremium mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.
Der Name hinter der Marke ist der Punkt. Wer aus Gewohnheit nach dem Namen sucht, landet schnell bei einer britischen Buchmacherseite, während das deutsche Angebot unter anderer Struktur läuft.
bet-at-home: Sportwetten und Automatenspiele getrennt erlaubt
Bet-at-home.com Internet Limited hält die Sportwetten-Erlaubnis für Bet-at-home.de seit dem 2. November 2020, mit Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022; die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele läuft seit dem 28. Dezember 2022.
Auf dem Papier ist das ein Haus mit beiden Standbeinen, und für einen Spieler ist das genau die Konstellation, vor der man sich vorsehen sollte: Ein Sportwettenkonto vom 2. November 2020 sagt nichts über die Casino-Seite, und im umgekehrten Fall genauso.
NEO.bet: Erlaubnis aus der ersten Welle
Greenvest Betting Limited hält für NEO.bet eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Damit gehört die Marke zur frühesten Gruppe der Whitelist.
Ein etablierter Anbieter, seit 2020 dabei und damit vom Regimewechsel nach dem GlüStV 2021 unmittelbar betroffen. Eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, die 2022 ihre Folgeerlaubnis erhalten hat.
MERKUR BETS: jüngste Erlaubnis im Feld
Merkur Bets Malta Limited sitzt in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St Julian’s, Malta; die Whitelist führt MERKUR BETS mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023.
Damit ist MERKUR BETS der jüngste Zugang dieser zehn zur Sportwettenliste. Wer wissen will, dass ein Neuling unter Aufsicht steht: Der Whitelist-Eintrag ist der einzige Beleg, den es braucht.
bwin: lange am Markt, zwei Daten im Eintrag
bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, hält laut Whitelist die Erlaubnis für Sportwetten bei bwin seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022.
Zwei Daten im selben Eintrag heißt, dass zwischen der erstmaligen Erlaubnis und ihrer Erneuerung geprüft wurde. In einem regulierten Markt mit Rückzügen ist das auf Dauer ein Argument.
Welcher Anbieter zu welchem Spielertyp passt
Am Ende bleibt kein Sieger, sondern eine Zuordnung. Fünf Entscheidungen, fünf Typen, und in vier von fünf Fällen entscheidet nicht der Bonus, sondern das Limit.
Wer das Turnier vor allem auf dem Telefon und in kurzen Pausen verfolgt, braucht keine sechs Bonusmodelle, sondern einen Wettschein, der in vierundzwanzig Stunden funktioniert. Hier zählt die App, und hier hilft der Trockendurchlauf: zwei Wetten, eine Kombination, einmal ein- und auszahlen.
Wer auf Einzelspiele setzt und den Quotenvergleich für die eigentliche Arbeit hält, braucht ein zweites Konto — nicht wegen des Bonus, sondern um jeden Kurs gegen einen zweiten halten zu können.
Wer mit kleinem Monatsbudget spielt, sollte zuerst prüfen, ob der Anbieter ein niedrigeres eigenes Einzahlungslimit setzen lässt.
Wer auf Live-Wetten setzt, weiß bereits aus dem Abschnitt zur Erlaubnis, dass die Wettliste kürzer sein wird als auf konkurrierenden Seiten im Ausland.
Und wer ein Konto mit dem größten Teil seines Budgets braucht, sollte die Auszahlung prüfen, bevor er sie nötig hat.
Für den EM-2028-Kalender heißt das, den Wechsel nicht im Spiel zu vollziehen. Die Zeit zwischen der Auslosung am 6. Dezember 2026 und dem Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff ist der Zeitraum, in dem man drei Anbieter nacheinander testet.
Häufige Fragen zu EM-Wettanbietern
Welche Wettanbieter dürfen Wetten auf die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland legal anbieten?
Nur Anbieter, die in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder unter einer Sportwetten-Erlaubnis geführt werden. Die Liste mit Stand 2. Oktober 2026 zählt 30 Einträge: 27 Halter mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich Pferdewetten, und drei Halter ausschließlich für Pferdewetten. Alle zehn in diesem Vergleich genannten Marken gehören zur Gruppe mit Sportwetten-Erlaubnis.
Wie lässt sich auf der GGL-Whitelist prüfen, ob ein Wettanbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt?
Die Liste der Erlaubten führt zu jedem Eintrag den Halter der Erlaubnis, die zugehörige Domain und das Erteilungsdatum. Wer den Namen der Domain in der Liste findet und dort den passenden Halter sieht, hat den Beleg — unter der Domain ohne Whitelist-Eintrag ist eine Erlaubnis nicht belegt. Die Liste führt nur Erteilungsdaten, kein Ablaufdatum.
Findet 2026 eine Fußball-Europameisterschaft statt, und wann sind die letzte und die nächste Endrunde?
2026 wird keine EM gespielt; das Jahr im Suchbegriff ist das laufende Jahr. Die letzte Endrunde fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt, mit 24 Mannschaften und 51 Spielen; den Titel holte Spanien mit 2:1 gegen England in Berlin. Die nächste Auflage ist die EURO 2028 vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland.
Wie hoch ist das monatliche Einzahlungslimit bei lizenzierten Anbietern, und gilt es für alle Anbieter gemeinsam?
Bei erlaubten Anbietern gilt grundsätzlich ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar über alle Anbieter hinweg; abgewickelt über die LUGAS-Limitdatei. Auf Einzelnachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit darf ein Anbieter für einen Spieler höher gehen, eine Selbstauskunft genügt nicht, die Erhöhung greift nach sieben Tagen.
Wie berechnet sich die Auszahlung einer Turnierwette aus Einsatz und Quote, und wie wirkt die Sportwettensteuer?
Der mögliche Rückfluss ist Einsatz mal Quote; der mögliche Nettoertrag ist Einsatz mal Quote minus eins. Bei einer Kombination werden die Quoten der einzelnen Auswahlen zu einem Preis multipliziert. Die Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage Einsatz minus Steuer trifft den Veranstalter, ob er sie weitergibt, steht in seinen Bedingungen.
Warum kann keine Quote den Turniersieger sicher vorhersagen, und was sagt sie über die Chancen aus?
Eine Quote ist ein Preis, keine Wahrscheinlichkeit. Ihr Kehrwert lässt sich in Prozent umrechnen und liegt über dem tatsächlichen Anteil, weil die Marge enthalten ist. In dem Markt mit zwei Quoten von 2,10 und 3,60 steckt mehr als 100 % — die Differenz ist der Preis des Anbieters. Kein Modell sagt ein einzelnes Tor voraus.
Turniere – Sportwetten in Deutschland
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
