Sportwetten am Android-Touchscreen: Was die Erlaubnis entscheidet und was danach folgt

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Übersicht der erlaubten Glücksspielanbieter.

Ein Smartphone mit dunklem Bildschirm liegt auf einem Tisch in einem Café, daneben eine Tasse und ein Notizbuch.
Die App „bet365 – Sportwetten“ wird im Apple App Store vom Entwickler Hillside Technology Limited angeboten.

Wer nach einer Sportwetten-App für Android sucht, landet binnen Minuten in einer Rangliste, die sich selbst nicht überprüft. Screenshots von Wettscheinen, Sternebewertungen, ein Countdown auf ein „Willkommensangebot“ — und nirgends die eine Zeile, auf die es ankommt: Steht dieser Anbieter überhaupt auf der Whitelist? Ein Eintrag im Play Store beantwortet die Frage nicht. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist die einzige amtliche Prüfung, und sie führt 30 Einträge in der Fassung vom 2. Oktober 2026 — 27 Anbieter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich für Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Alles andere ist Beiwerk.

Dasselbe gilt für das Versprechen, das auf jeder zweiten App-Seite steht: „volle Kontrolle“, „jederzeit auszahlen“. Eine App ist kein anderes Glücksspiel. Sie ist derselbe Vertrag, derselbe Wettschein, dasselbe Konto — nur mit kleinerem Bildschirm und schnellerem Daumen. Wer das einmal verstanden hat, stellt plötzlich andere Fragen: Wann greift mein Einzahlungslimit, und merke ich es erst, wenn die Überweisung hängt? Was passiert, wenn ich den Panikbutton drücke — im Bus, nicht am Küchentisch? Und wieso lässt sich das Ergebnis eines Live-Spiels plötzlich nicht mehr tippen, obwohl es gestern noch ging?

Genau diese Fragen ordnet die folgende Übersicht. Sie prüft zehn Anbieter, die auf der Whitelist stehen, nach dem, was den Alltag am Touchscreen ausmacht: Bedienung, Wettschein, Cash-out, Live-Funktionen, Zahlungswege, Bonusbedingungen. Und sie sagt an jeder Stelle, was daraus folgt — nicht nur, wie es aussieht.

Die Rechtslage: eine App darf nur mit Erlaubnis betrieben werden

§ 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV machen das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet erlaubnispflichtig; die Erlaubnis erteilt die GGL mit Sitz in Halle (Saale), die auch beaufsichtigt und Bußgelder verhängt (§ 28a). Eine Android-App ist Internet. Ein Anbieter, der eine App anbietet und dafür keine deutsche Erlaubnis hat, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Die Steuer ist übrigens kein Kriterium: Sie ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL, und die Sportwettensteuer trifft auch Anbieter ohne Erlaubnis. Ein Steuerbescheid ist deshalb kein Lizenznachweis, auch wenn er auf einer Marketingseite so aussieht.

Ein Schreibtisch mit geschlossenem Laptop und einem Stapel unbeschrifteter Mappen vor einem Fenster am Nachmittag.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Bis wann eine Erlaubnis läuft, verrät die Whitelist nicht. Sie listet das Datum der Ersterteilung — fünf Jahre Laufzeit nach § 4c Abs. 1 — und danach nur das Datum von Folgeerlaubnissen. Wer in einer App-Beschreibung ein Ablaufdatum findet, hat es nicht von der Behörde. Kein Anbieter in dieser Übersicht bekommt von mir einen Laufzeit-Satz in den Mund gelegt, den die Whitelist gar nicht hergibt.

§ 9 Abs. 8 GlüStV kennt nur die eine Prüfung: den Eintrag. Deshalb steht bei jedem der zehn Anbieter unten der Inhaber, den die Whitelist unter der Sportwetten-Erlaubnis führt. Jeder dieser Inhaber trägt eine ausländische Firmierung — Malta, Gibraltar, Zypern, London —, und das ist kein Widerspruch, sondern der Normalfall: Erlaubnisfähig ist das Unternehmen, erlaubt wird das konkrete Angebot. Erlaubt ist dabei nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht. Ein und dieselbe Firma kann unter einer anderen Erlaubnis Automatenspiele betreiben; das ist eine zweite, getrennte Genehmigung mit eigenen Regeln und sagt über das Sportwettenangebot nichts.

Und dann der Teil, den Werbung gern verschweigt: Die Whitelist steht am Ende eines Verlusts. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis eine lebenslange Verlustserie eingefahren hat, konnte 2024 mit Rückenwind rechnen — am 25. Juli 2024 legte der Bundesgerichtshof dem EuGH die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23, Klage gegen Tipico über mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018). Am 19. März 2026 kam der Schlussantrag des Generalanwalts Nicholas Emiliou in der Rechtssache C-530/24: Unlizenzierte Sportwettenanbieter könnten grundsätzlich zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet sein — außer, Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil steht aus. Was hier niemandem versprochen wird, ist eine Rückzahlung; was feststeht, ist nur, dass ein Spiel bei einem Anbieter mit Whitelist-Eintrag diese Frage von vornherein nicht aufwirft.

Zusammenhanglos sind zwei Dinge, die im Store gleich aussehen

Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten — am 17. September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang „wie etwa Platincasino“. Solche Angebote liegen im Play Store nicht immer offen; manche kommen über eine Direktinstallation von einer Website, andere über eine APK, die in einem Forum weitergereicht wird. Auf den ersten Blick unterscheidet sich eine solche Datei kaum von einer legitimen.

Ein Fußball liegt neben Kopfhörern auf einer Holzbank in einer Umkleide, Licht fällt durch ein schmales Fenster.
Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.

Der Unterschied liegt nicht im Icon, sondern in der Anbieterangabe. Im Apple App Store steht bei jeder App ein Entwickler — Hillside Technology Limited bei bet365, bwin.party entertainment Limited bei bwin, Tipico B2B Ltd bei Tipico, KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED bei Betano, Interwetten Gaming Ltd bei Interwetten, Digital Outsource International Limited bei Betway, NetX Betting Limited bei Sportwetten.de, Torro Tec Limited bei Tiptorro, Greenvest Betting Limited bei NEO.bet, IBID Malta Limited bei DAZN Bet, die Tipwin Limited bei Tipwin, die bet-at-home.com Internet Ltd. bei bet-at-home, die Ladbrokes (Deutschland) Ltd bei bpremium. Aus all diesen Namen liest niemand direkt eine deutsche Erlaubnis heraus — und das ist in Ordnung, denn die Entwicklerangabe ist keine Lizenzurkunde. Sie ist eine Firma, die eine Anwendung anbietet. Der Name der Domain, auf der gewettet wird, und der Inhaber in der Whitelist: Das sind die zwei Felder, die zusammenpassen müssen.

Für Android-Nutzer außerhalb des Play Stores hat sich dieselbe Prüfung zu einer Zwei-Minuten-Übung eingekürzt, die nicht einmal ein Download verlangt: Whitelist öffnen, Markennamen suchen, prüfen ob die Sportwetten-Erlaubnis dabei steht, dann erst den Store und die Firma in der Anbieterangabe ansehen. Wer umgekehrt anfängt — App finden, installieren, sich anmelden, einzahlen —, tut die Prüfung nach dem ersten Geld. Das ist der teuerste Zeitpunkt.

Dass eine App im Play Store für die Schweiz und für Deutschland gleich aussieht, gehört zum Alltag: Die deutsche Whitelist führt ausschließlich .de-Domains, und jede dieser Domain ist an das Unternehmen gebunden, das dort steht. Ein Anbieter, dessen Angebot in Deutschland erlaubt ist, muss deshalb nicht auch in Österreich oder der Schweiz erlaubt sein, und umgekehrt schützt eine Schweizer Lizenz in Deutschland gar nichts.

Was noch hinter der Erlaubnis steht, was noch fehlt

Zur Erlaubnis gehört mehr als der Eintrag. Wann gewettet werden darf, wann nicht, und welcher Anbieter was anbieten darf, entscheidet das Sportwettprogramm der GGL. Für die App-Nutzung folgt daraus konkret: Wer am Samstagabend im Livestream ein Spiel sieht, tippt in derselben App nicht automatisch auf das, was er gerade sieht — die Livewetten sind auf das Endergebnis und auf das nächste Tor beziehungsweise den nächsten Satz begrenzt, und das auch nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball zählt dazu, nächster Satz im Tennis ebenfalls; der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball nicht. Ein Livewettangebot, das auf diese Weise zurechtgeschnitten ist, sieht am Touchscreen nicht offensichtlich begrenzt aus — die Verbote zeigen sich erst, wenn man den Markt sucht, den man gerade spielen wollte.

Ausgeschlossen sind außerdem Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsträchtige Wetten und Wetten auf Regelverstöße und deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Und E-Sport ist in Deutschland gar kein Sport: Die GGL hat festgestellt, dass Wetten darauf nicht möglich sind, eine erlaubte E-Sport-Wette existiert also nicht. Ein Sportwettenanbieter mit deutscher Erlaubnis ist deshalb kein E-Sport-Anbieter, egal wie prominent die Rubrik in der App wirkt.

Klare Grenzen für die Wetter selbst gibt es nicht in dem Sinn, wie viele es erwarten: Für Sportwetten besteht keine gesetzliche Höchstgrenze pro Wette. Die Limits, die ein Anbieter in seiner App zeigt, sind seine eigenen. Ausgezahlt wird ein Gewinn erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses — bei einer Livewette in der 88. Minute sitzt das Geld also nicht sofort in der App, nur weil das Tor gefallen ist.

Verantwortung: was auf einem telefonierten Wettschein zusätzlich greift

Auf dem Smartphone liegt das nächste Spiel zwei Tipps entfernt, und das ist der Unterschied zum Wettschein im Laden. Wer mittags eine Wette abschickt und abends in einer anderen Stadt in ein anderes Spiel klickt, tut das innerhalb desselben Kontos, desselben Monatslimits und derselben Regeln — die Gerätefreiheit, die eine App bietet, verändert an den Schutzmechanismen nichts. Der wichtigste davon ist das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1: standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat, und zwar über alle Anbieter hinweg zusammen. Betrieben wird das über die LUGAS-Limitdatei, die den Monatsverbrauch über die Grenze einer einzelnen Marke hinaus mitzählt.

Das ist am Touchscreen unbequemer, als es klingt. Das Limit ist keine Absichtserklärung, sondern ein Zahldach: Hat ein Spieler den Monatsrahmen bei Anbieter A ausgeschöpft, hilft ihm der Wechsel zu Anbieter B nicht — die Summe bleibt die Summe. Wirklich bemerkbar macht es sich dabei in dem Moment, in dem man es nicht braucht: bei einem Tipp kurz vor dem Anpfiff, wenn die Einzahlung abgelehnt wird und die Erklärung der App nicht schlüssig ist. Wer das einmal erlebt hat, prüft das eigene Restkontingent meist vorher.

Ein Anbieter kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit zulassen, wenn seine Erlaubnis das hergibt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisbar ist — bis zu 10.000 €, und für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler bis zu 30.000 €. Eine Selbsterklärung reicht dafür nicht. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen; die Wartezeit hat die Behörde bewusst so gebaut, und sie ist in Preisvergleichen meist der Punkt, der eine dringende Woche zerschießt. Bei einer Panne am Wochenende kann das heißen: Das höhere Limit gilt erst Montag.

OASIS, Panikbutton, Pause

Revolutionär ist OASIS nicht, konsequent ist es: ein bundesweites Spielersperrsystem (§§ 8, 8a), das die Anbieter bei der Registrierung und beim Login abfragen. Wie lange eine Sperre dauert, hängt davon ab, wie sie vereinbart wurde — gibt der Spieler einen Zeitraum an, sind es mindestens drei Monate, sonst mindestens ein Jahr. Für das Argument, dass eine App die Distanz zum Glücksspiel verringert, ist der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 die direkte Antwort: Er löst sofort eine 24-stündige Blockade von Wetten und Einzahlungen aus, ohne Anruf, ohne Aufschieben. Der Knopf ist am Küchentisch nützlich und im Zug nützlich; nur ist er versteckt. Wer ihn in einer App nicht innerhalb von zehn Minuten findet, hat in einem Moment, in dem es darauf ankommt, keinen Zugriff darauf.

Dazu kommt ein Verbot, das mit einer App beinahe zusammenfällt: Parallelspielen ist untersagt. Wer zwei ähnliche Konten führt und beim selben Veranstalter gegeneinander setzt, verstößt gegen § 6h — die Aktivitätsdatei LUGAS erfasst das. In der Praxis heißt das: Mehrere Konten bei verschiedenen Anbietern sind normal und zulässig, künstliche Gegenkonten bei einem sind es nicht. Diese Unterscheidung geht in Marketinglisten ebenso unter wie das eine Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung nach § 6a. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden und mit einem Einzahlungslimit von 100 € spielen lassen, ohne Auszahlungen. Wer am Freitagabend schnell einzahlt, um beim Anpfiff dabei zu sein, und erst danach den Ausweis scans, hat genau in diesem Fenster gewettet — und in diesem Fenster kann er sein Geld nicht herausnehmen.

Ein Punkt, der die App-Alltagsfrage fast erledigt, wird selten so gesagt: Ganz anders als die beschränkten Anbieter sind Offshore-Angebote an OASIS und LUGAS überhaupt nicht angeschlossen. Wer dort spielt, spielt ohne Limitdatei, ohne Sperrdatei und ohne deutsche Durchgriffsmöglichkeit. Was die Sperre im Internet schützt, hängt davon ab, wer sie durchsetzt.

Touchscreen: Bedienung, Wettschein und Cash-out entscheiden über die Übersicht unterwegs

Die Bedienung entscheidet nicht nach Schönheit, sondern nach Geschwindigkeit: Wie viele Taps braucht ein Einzelwettschein, wann ist das Wettangebot im ersten Bildschirm, oder erst nach dem vierten Scroll nach unten? Ein Wettschein, der ein Tor in der 89. Minute beantworten will, verzeiht langsame Wege nicht.

Wie die zehn Anbieter ihre Apps für Android ausliefern, ist dabei nicht einheitlich. Auf Google Play finden sich unter anderem MERKUR BETS und Winamax, plus Wettstar und DAZN Bet für iPhone und Android; die App von Winamax ist für iOS im Apple App Store und für Android bei Google Play erhältlich. Bei bet365 gibt es die „bet365 – Sportwetten“-App im Apple App Store, während für Android der Weg über den Browser führt — für einen Anbieter mit einem der größten Liveangebote ist das ein bemerkenswerter Umweg, auf dem die Push-Mitteilung das Spiel nicht meldet, weil sie nicht installiert ist. Wer Android nutzt und Wert auf das Liveangebot legt, entscheidet nicht nur zwischen Anbietern, sondern zwischen Wegen zur App.

Cash-out ist der Knopf, der auf dem Touchscreen am häufigsten überschätzt wird. Rückkauf setzt voraus, dass ein Dritter den Wettschein vor Schluss übernimmt, und der Preis, den er bietet, steht selten in der Beschreibung. MERKUR BETS macht es konkret: Der Cashout ist nach Abgabe der Wette jederzeit über den gelben Button unter „Meine Wetten“ nutzbar, der Betrag wird jedoch erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Am Touchscreen liest sich ein gelber Cashout-Button wie Bargeld; die App liefert eine Forderung. Bei einer Kombinationswette mit drei parallelen Spielen liegt das „jederzeit“ damit auf einem Zeitstrahl, der nicht der eigene ist.

Bei einem 2:1 in der 70. Minute entscheidet weniger die Idee als der Preis: Wer früh mit Cash-out liebäugelt, zahlt dafür, dass er sich nie entscheiden muss — der Rückkauf läuft nicht zum günstigsten Kurs. Bei 1,45 im Verhältnis zu 3,00 ist das Verhältnis der beiden Risiken im Spiel und dabei macht der eine Euro Differenz mehr aus, als die Optik vermuten lässt. Wer dagegen auf eine lange Kombination setzt, fährt mit der Option besser: Ein Cassi­out nach dem vierten Spiel eines Fünfers ist mitunter die einzige Auszahlung des Abends.

Live-Bild, Quoten und der Wettschein unterwegs

Bei den Live-Funktionen gibt es zwei Schulen. Die erste setzt auf das Werbevideo: bet365 überträgt nach eigener Angabe jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream; Betano verlangt für sein Streaming verifizierte Kunden mit einem Mindestguthaben. Bei MRKUR BETS liegt der Schwerpunkt statt auf Streaming auf der Listenansicht: Das Wettangebot umfasst über 70 Sportarten mit mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten in derselben App, in der auch MERKUR SLOTS laufen — ein Konto, zwei Angebote, und wer Sport und Automatenspiel im selben Konto führt, hat nur ein Budget. Bei dieser Zusammenlegung in einer einzigen App fehlt jede Trennung der beiden Budgets — wer beim Sportwetten die 100 € verliert, ist beim Slots-Nachbarn im selben Login.

Die zweite Schule trägt die Stationsdaten ins Interface. bwin hat laut Store-Beschreibung Cashout in manueller und automatischer Form, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost; Tipwin bietet Live-Wetten, Cashout ganz oder teilweise, Videoübertragung ausgewählter Ereignisse und Live-Statistiken; Tipico verkauft „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein, inklusive Live-Wetten bis hinein ins laufende Fußballspiel; bet-at-home ergänzt Live-Scores von Flashscore und Fotmob. Live-Scores von einem Drittanbieter in der Wett-App sind bequemer, als sie klingen — man liest den Spielstand, ohne die App zu verlassen — und ungenauer, als sie wirken: Wenn der eigene Feed 20 Sekunden nachhängt, entscheidet man über einen Spielverlauf, der im Stadion anders aussieht.

Wer den Cash-out wirklich nutzt, braucht die Teil-Funktion häufiger als die ganze. Sportwetten.de liefert dafür eine eigene Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out; Tipwin und NEO.bet führen den Teil-Cashout ebenfalls als Funktion. Bei einer Vierfach-Kombination mit einem Nachzügler ist die Hälfte des Wettscheins oft mehr wert als das Ganze — wer nur den kompletten Rückkauf hat, muss die laufende Position aufgeben, statt sie zu verkleinern.

Zum Bedienkomfort gehört am Rand ein Detail, das bei der App-Installation oft wichtiger ist als die Quote der höchsten Liga: Eine Wett-App kann noch so gute Quoten zeigen und trotzdem unbrauchbar sein, wenn der schnelle Kontozugang fehlt. Sportwetten.de setzt auf Anmeldung per Face ID; bei einer App, die man in der Bahn öffnet, ist das die Differenz zwischen einer Wette und einer Passwortsuche.

Der Vergleich: zehn Apps lizenzierter Anbieter im Einzelnen

Die folgende Übersicht stellt die zehn Anbieter zusammen, deren Sportwetten-Domain auf der Whitelist steht. Die Tabelle listet nur, was die Whitelist hergibt: Marke, Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis, Datum der Ersterteilung und die Angabe, seit wann die Whitelist diese Marke für Sportwetten führt. Eine Spalte mit Bonusbedingungen steht bewusst nicht in der Tabelle — die Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen sind nicht Sache der Behörde, sondern der AGB jedes Anbieters, und ein Angebot, das eine Zeile davor gut aussehen lässt, kann drei Bedingungen später ein anderes Bild ergeben.

Marke Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis (Whitelist) Sportwetten-Erlaubnis seit
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Interwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
Betway Betway Limited 09.03.2021
MERKUR BETS Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
bwin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten.de NetX Betting Limited 19.11.2020
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
888sport 888 Germany Limited 30.06.2021
bpremium Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
NEO.bet Greenvest Betting Limited 09.10.2020

Was die Liste vor allem zeigt, ist der Abstand zwischen den Ersteilungen: Zwischen dem 9. Oktober 2020 und dem 6. November 2023 liegen die meisten Daten, und nur LeoVegas fällt mit dem 21. Oktober 2024 deutlich heraus. Der Markt ist in der Startphase geschlossen worden. Das Datum sagt nichts über die Qualität einer App — es sagt etwas über die Reihenfolge, in der die Anbieter am Start waren, und die lässt sich inzwischen ruhig als Geschichte lesen statt als Empfehlung.

Bei den übrigen Angaben ist die Whitelist stumm. Ein Anbieter kann ein sehr gutes Mobilangebot haben und trotzdem nicht mit einem ausgereifteren ausgestattet sein; das ist aus ihr nicht ablesbar. Was folgt, ist eine Einordnung nach dem, was am Touchscreen tatsächlich zu bemerken ist.

Reihenfolge der Prüfung: Was bei einer Erhöhung passiert

Bevor der Blick auf die Einzelnen geht, eine Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt hat: Erst die Whitelist, dann die Erlaubnis-Domain, dann die Umsatzbedingungen, dann die Zahlungsarten — und die Bonusbedingungen erst, wenn die ersten vier Punkte passen. Das ist unspektakulär, spart aber die typische Enttäuschung einer Anmeldung, die an einer Bedingung scheitert, die man vorher nicht gelesen hatte: Anbieter müssen in Deutschland ihre Limits senken können, und wer vorher prüft, ob überhaupt die Rede von einer Erhöhung ist, kann sich den Frust sparen. Kein Anbieter kann einen höheren Monatsrahmen versprechen, solange die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nachgewiesen ist; ein Screenshot des Kontostands genügt dafür nicht.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

bet365 – der Maßstab beim Livestream, nicht beim Zugang

bet365 ist der Anbieter, an dem jede Liste gemessen wird. Die App übertragt laut Entwicklerbeschreibung jedes Jahr Hundertausende Veranstaltungen per Livestream. Der „Wetten-Konfigurator+“ kombiniert die beliebtesten Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen in einer Wette; als Zahlungsarten nennt die Beschreibung unter anderem Debitkarte, PayPal und paysafecard. Die Whitelist führt für die Domain bet365.de die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta.

Was daraus folgt: Die Auszahlung geht in Deutschland nur auf das eigene Konto — fremde Konten sind nach § 6b Abs. 4 unzulässig, ebenso anonyme Zahlungsmittel. Wer für einen Freund einzahlt und selbst auszahlen will, hat den Vertrag damit zerlegt, bevor er begonnen hat. Das ist die stille Bremse, die den Livestream in einem Haushalt mit mehreren Interessierten mehr kostet als in einem mit einem Kontoinhaber.

Und das Fazit zum Schluss: Bei einer App, die man unterwegs öffnet, ist der entscheidende Faktor nicht die Zahl der Liveereignisse, sondern das Zusammenspiel mit dem Gerät, das man in der Hand hält. Genau hier ist der Hinweis auf die Endgeräte-Frage wichtiger als jedes Übertragungsvolumen: Wer Android nutzt und die App ausschließlich im Apple Store findet, hat den technisch starken Teil des Angebots nicht in der Tasche, sondern nur im Browserfenster. Umgekehrt, wer ohnehin meist am Rechner wettet, hat hier die umfangreichste Liveverbindung aller zehn Anbieter — aber die Erwartung, die man in der Tabelle sieht, erfüllt sich nur auf dem einen der beiden Geräte.

Interwetten – der klassische Einzelwetter mit nüchterner App

Interwetten trägt die Whitelist-Erlaubnis über die Interwetten Gaming Limited seit dem 2. November 2020, mit Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ wird im Apple App Store von der Interwetten Gaming Ltd angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten.

Was daraus folgt: Wer den Einzelwettschein anderswo gebaut hat als den Livewettschein, hier kann er beides an einem Ort erledigen. Der Unterschied zur Konkurrenz liegt nicht in der Funktion, sondern in ihrer Präsentation — Cash-out direkt im Wettschein. Am Touchscreen ist das der kürzere Weg. Bei einem Anbieter, dessen App sonst nichts Exotisches behauptet, entscheidet das über eine Sekunde, und eine Sekunde entscheidet bei einer Wette in der 85. Minute.

Diese beiden Erlaubnis-Daten sind genau der Grund, warum die Erhöhung des Monatslimits hier ein eigenes Thema bleibt: Seit 2020 dabei zu sein, ändert nichts daran, dass eine Limit-Senkung sofort und eine Erhöhung erst nach Ablauf der siebentägigen Wartezeit wirksam wird. Spielt man bis an den Monatsrahmen, verliert man mit dem Wechsel zu einer zweiten Marke eines anderen Anbieters nichts, aber auch nichts wird dadurch schneller. Auf die Frage, ob eine Erhöhung überhaupt zugelassen wird, gibt es für dieses Angebot keine zugesicherte Antwort; sie hängt an der Erlaubnis und am Nachweis, nicht am Kontoalter.

Das Urteil: Kein Konto für den, der ein maximales Erlebnis sucht — eines für den, der denselben Wettschein nicht zweimal bauen will. Wer unterwegs eine Wette nachträglich reduzieren möchte, ohne alles zu verkaufen, sollte trotzdem prüfen, ob der Teil-Cashout vorhanden ist; die Beschreibung nennt die Cash-Out-Funktion, nicht deren Umfang.

Betway – Livewetten und Livestreams mit deutscher Whitelist-Angabe in der Beschreibung

Betway hält die Whitelist-Erlaubnis über die Betway Limited seit dem 9. März 2021, Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die App „Betway Sports Live Sportwetten“ nennt als Anbieter die Digital Outsource International Limited (London) und verweist in der Beschreibung auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“; angeboten werden Livewetten und Livestreams.

Der Verweis auf die Whitelist in einer Store-Beschreibung ist ein Fall für sich: Er ist ein Werbesatz, kein Beleg, aber er nennt das richtige Prüfkriterium. Am Ende bleibt der Eintrag auf der Whitelist die Prüfung selbst, und die führt für Betway.de die Betway Limited. Wer die Anbieterangabe in der App mit dem Domain-Inhaber verwechselt, verwechselt eine Anwaltsfirma mit dem Veranstalter.

Was bei einem Liveangebot zu prüfen bleibt, ist nicht die Zahl der Streams, sondern der Zeitpunkt, an dem der Wettschein ausgezahlt wird: Nach § 21 Abs. 1a GlüStV wird ein Gewinn erst nach dem offiziellen Ende eines Ereignisses ausgezahlt. Wer im Livestream ein Tor sieht und den Gewinn in derselben Minute auf dem Konto erwartet, hat die Kette falsch herum. Bei Livewetten, die auf das Ende angewiesen sind, ist der Stream damit Beobachtung, nicht Kasse.

Das Urteil: Hier ist der Satz „Deutsche Lizenz“ in der Beschreibung der beste und der schwächste der App — er führt direkt zu einer Prüfung der Whitelist, die jeder selbst machen muss. Wer bis hierher gelesen hat, sollte sie tatsächlich gemacht haben.

MERKUR BETS – Cashout mit Wartezeit, Automatenspiele im selben Login

MERKUR BETS hält die Erlaubnis über die Merkur Bets Malta Limited seit dem 6. November 2023 — die jüngste Ersterteilung der zehn. Der Cashout ist laut Anbieter nach Abgabe der Wette jederzeit über den gelben Button unter „Meine Wetten“ nutzbar; der Betrag wird jedoch erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Die App für Android (Google Play) und iOS (App Store) ist kostenlos und nennt über 70 Sportarten mit mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten — und enthält in derselben App auch MERKUR SLOTS.

Das ist die einzige Stelle in dieser Liste, an der zwei Produkte mit unterschiedlichen Regeln in einer Login-Maske liegen. Wer im Sportteil ein Monatsbudget aufgebraucht hat und dann den Slots-Bereich öffnet, hat sich nicht „entschieden“, er hat nur den Tab gewechselt. Das 1.000-€-Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 gilt für das Glücksspiel insgesamt — es unterscheidet nicht zwischen Sport und Automat. Die Verlockung des zweiten Tabs ist damit genau so hoch wie das erste Angebot, aber ohne die Begründung, die es beim Sport gab.

Und der Cashout ist hier der beste Beleg dafür, wie sich ein Button vom Geld unterscheiden kann. „Jederzeit“ ist die Beschreibung, die im Store steht; die Bedingung steht daneben im selben Absatz. Wer den Wettschein mit drei Spielen an einem Samstagabend spielt, erfährt das „jederzeit“ als „vielleicht Montag“.

Das Urteil: Ein Konto, zwei Angebote, ein Verlustweg. Wer weiß, wo er aufhört, hat hier das größte Wettangebot und die einfachste Buchführung; wer das nicht sicher weiß, sollte sich mit der Zusammenlegung sehr genau überlegen, ob der Slots-Bereich für ihn gebaut wurde oder gegen ihn.

bwin – Werkzeugkasten aus Cashout, Stream und zwei Boosts

bwin steht über die bwin (Deutschland) Limited auf der Whitelist, seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die App nennt laut Beschreibung Cashout in manueller und automatischer Form, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost.

Was von diesen vier Funktionen unterwegs übrig bleibt, entscheidet sich nach der Frage, wer sie auslöst. Der automatische Cashout nimmt einem die Entscheidung ab — und mit ihr den Anspruch, den Preis selbst zu wählen, den man in einem Zug bezahlt. Der Kombi-Boost und der Quoten-Boost verändern dagegen das, was am Ende auf dem Wettschein steht, und beide gehen in die Umsatzbedingungen ein, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sind. Der GlüStV setzt keine Obergrenze für Sportwetten-Boni und keine Mindestquote; alles, was ein Angebot an Bedingungen hat, steht in den Bedingungen des Anbieters — und für dieses Haus lässt sich sagen, dass es sich um einen sehr gefüllten Werkzeugkasten handelt, in dem der Nutzen weniger von der Zahl der Werkzeuge als von der Zahl der Gründen abhängt, sie zu lassen.

Der Boost ist unterwegs nicht nur eine Quote, sondern eine Falle für Fehlklicks: Bei einer Livewette auf einen Spielstand verändert sich der Boost-Wert mit jeder Minute, und wer den Wettschein nach dem ersten Tipp noch einmal anfasst, um zu prüfen, ob der Boost noch gilt, kann den Wettschein versehentlich neu bestätigen. Bei einem Wettschein mit mehreren Spielen ist die Wahrscheinlichkeit dafür hoch genug, sie im Bewusstsein zu behalten.

Das Urteil: Die zwei Boosts sind der Punkt, an dem der Anbieter mehr zu versprechen scheint, als er in der App zeigt. Wer die Bedingung liest, findet sie — aber sie steht nicht dort, wo der Boost-Button steht.

Sportwetten.de – Cash-out-Liste plus Face-ID, gebündelte Einzahlung per PayPal

Sportwetten.de ist über die NetX Betting Limited auf der Whitelist, Ersterlaubnis 19. November 2020, Folgeerlaubnis 16. Dezember 2022. Die App enthält eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und Anmeldung per Face ID.

Das Paket ist in sich stimmig: Der einzige Anbieter in dieser Liste, der die Cash-out-Verwaltung als eigene Liste führt, und der einzige, der den Kontozugang als Feature bewirbt. Bei einem Touchscreen-Konto mit vielen Wettscheinen ist beides zusammen mehr wert als jede Einzelfunktion, weil es dieselbe Frage beantwortet — wo ist mein Geld gerade, und komme ich schnell hinein. Wer einmal versucht hat, bei einer Bank im Zug eine Einzahlung zu bestätigen, weiß, dass die zweite Frage nicht trivial ist.

PayPal ist die Fassade an dieser Stelle, wenn erwartet wird, dass die Einzahlung anonym ist. § 6b Abs. 4 lässt nur die Zahlung von einem Konto auf den eigenen Namen zu, das bei einem Verpflichteten nach dem Geldwäschegesetz geführt wird; PayPal in der App ist für das Konto bequem, aber nicht anonym — dieselbe Verpflichtung gilt hier wie überall. Bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis ist die Einzahlung damit eine identifizierte Bewegung, und der Name auf dem Konto des Zahlungsdienstleisters muss derselbe sein wie auf dem Spielerkonto. Das ist kein Merkmal eines Anbieters, sondern der Rahmen, in dem alle zehn stehen.

Belastbar ist deshalb weniger „schnelle Einzahlung“ als der Umkehrschluss: Wer beim Kontoauszug nicht möchte, dass eine Sportwettenzahlung in der Liste steht, hat bei einem Anbieter mit erlaubter Zahlungsführung keine Wahl.

Das Urteil: Die Cash-out-Liste ist das nützlichste Stück Software in dieser Übersicht, weil sie den Zustand des eigenen Wettscheins zeigt statt nur einen Button. Wer selten mehr als eine Wette offen hat, wird sie nicht vermissen.

LeoVegas – der jüngste Eintrag im Sportbereich

LeoVegas steht über die LVSports Limited auf der Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21. Oktober 2024 — der späteste Termin in dieser Liste. Für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis bereits seit dem 27. Februar 2023; das sind zwei getrennte Genehmigungen, und die Casino-Erlaubnis ist keine Sport-Erlaubnis.

Der jüngste Eintrag unter den zehn sagt weniger über die App als über die Erwartungshaltung. LeoVegas ist als Casinomarke groß geworden, und wer die Sportapp mit den Maßstäben einer Casinomarke öffnet, erwartet Animation und Personalisierung; das Sportwettenangebot ist der Neuzugang im Haus. Für den Leser bedeutet das eine konkrete Prüfung: Bei einem Haus mit zwei Erlaubnissen lohnt es sich, genau hinzusehen, in welcher Domain man unterwegs ist. Wer nach dem Öffnen der App nicht sicher ist, ob der Wettschein am Sport- oder am Automatenbereich hängt, sollte die erste Einzahlung nicht vor dieser Klärung machen.

Dass der Sportbereich erst seit 2024 lizenziert ist, heißt nicht, dass die App unfertig ist — es heißt, dass die Marke im Sport erst seit zwei Jahren unter deutscher Aufsicht steht, während sie im Automatenspiel bereits länger in diesem Rahmen lebte. Wer aus dem Casino-Ökosystem kommt, kennt die Mechanismen dort; die Regeln für Sportwetten sind andere, und die Dienstleistung, sie zu lernen, schuldet dieser Anbieter seinen Sportkunden nicht mehr als jeder andere.

Das Urteil: Das Konto ist hier nur so gut wie die Trennung, die sein Inhaber selbst zieht. Wer Sport und Spiel in verschiedenen Häusern trennt, findet hier einen der wenigen Anbieter, bei dem dieselbe Firma für beides steht — und der Eintrag im Whitelist-Register macht diesen Doppelcharakter ohnehin sichtbar.

888sport – Konzern über der Marke, Details über der Beschreibung

888sport steht über die 888 Germany Limited auf der Whitelist, Ersterlaubnis 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis 15. Dezember 2022. Hinter der Marke steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Whitelist nennt dagegen die deutsche Gesellschaft als Inhaberin.

Die Börsennotierung des Konzerns ist die interessanteste Zahl in dieser Zeile und die am wenigsten entscheidende für den Wettschein. Ein börsennotiertes Unternehmen hat Berichtspflichten und damit Sichtbarkeit — aber der Vertrag, den der Wetter abschließt, läuft mit der deutschen Gesellschaft, und genau die steht auf der Whitelist. Wer seine Sicherheit an einer Börsennotierung festmacht, prüft die falsche Ebene. Die richtige ist die Domain in der Liste.

Was am Touchscreen bleibt, ist die Frage, wozu man eine Marke öffnet, die man sonst für andere Produkte kennt. Eine Holding mit mehreren Tochtergesellschaften bedeutet in der App-Praxis mehr als eine Anmeldung — der Wettschein liegt bei 888sport, das Konto bei 888, und der Namensteil „888het“ gibt keinen Auskunft darüber, wer für eine Auszahlung zuständig ist.

Das Urteil: Die Konzernstruktur beruhigt ein Depot, nicht ein Spielerkonto. Wer hier einzahlt, sollte die Inhaberin der Erlaubnis kennen, nicht nur die Marke — und das gilt für alle zehn Anbieter dieser Liste.

bpremium – deutsche Lizenz, maltesische Betreiberin

bpremium steht über die Ladbrokes (Deutschland) Ltd auf der Whitelist, Ersterlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 21. Dezember 2022. Die Betreiberin hat ihren Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, und ist unter der Registernummer C92799 geführt (Nutzungsbedingungen, Fassung vom 3. April 2023).

Bemerkenswert ist an diesem Eintrag weniger der Name Ladbrokes als die Registernummer: eine konkrete, überprüfbare Kennung der Betreibergesellschaft. Bei einem Anbieter, bei dem etwas schiefgeht, ist sie der Ansatzpunkt für jede Beschwerde — die Firma ist darüber identifizierbar, nicht nur über die Marke. Dass der Sitz der Betreiberin in Malta liegt, ist bei einer deutschen Erlaubnis kein Widerspruch, sondern das übliche Modell: Erlaubnisfähig ist das Unternehmen mit Sitz irgendwo, erlaubt wird das Angebot unter deutschem Recht.

Die Fassung der Nutzungsbedingungen vom 3. April 2023 ist außerdem der Hinweis darauf, wo die Bedingungen stehen, die für die App gelten — nicht in der Store-Beschreibung, nicht im Screenshot, sondern im Vertrag. Wer vor einer Anmeldung die Umsatzbedingungen, die Mindestquote und die Fristen eines Angebots prüfen will, findet sie nur dort, und dort, nicht in der App-Oberfläche, entscheidet sich, ob ein Angebot tatsächlich das ist, was auf der Startseite steht.

Das Urteil: Ein Eintrag mit Handelsregister-Bezug ist für Streitfälle wertvoller als für den ersten Eindruck — und die Bedingungen sind hier das eigentliche Produkt, nicht der Sportwetten-Screen.

NEO.bet – Teil-Cashout und Selbstbeschreibung als lizenzierter Anbieter

NEO.bet steht über die Greenvest Betting Limited auf der Whitelist, Ersterlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 22. Dezember 2022. Die App beschreibt sich selbst als lizenzierter Sportwetten­mbetreiber mit deutscher Lizenz; zu den Funktionen zählen laut Entwickler Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout.

Der Teil-Cashout ist bei diesem Anbieter die interessantere der beiden Funktionen. Ein ganzer Cashout am Ende einer Kombination ist meist eine Entscheidung zwischen zwei Summen; der Teil-Cashout erlaubt eine Abstufung — einen Teil des Wettscheins schließen, den Rest laufen lassen. Bei einem Wettschein mit drei Spielen, von denen zwei im Rückstand liegen, ist das der einzige Weg, die Position zu verkleinern, ohne sie aufzugeben. Umgekehrt erlaubt es auch das Gegenteil: einen Wettschein durch mehrere Teil-Rücknahmen so lange zu manipulieren, bis man mehr Volumen bewegt hat als Freude an der Sache — ein Mechanismus, den der Anbieter nicht bremst, weil jede Rücknahme eine neue Abrechnung ist.

Die Selbstbeschreibung mit deutscher Lizenz ist wie bei den anderen ein Werbesatz. Sie steht im Store, wo jeder hineinschreiben kann; sie steht auch in der Whitelist, wo es keiner selbst einträgt. Wer den Satz liest, sollte auf die Liste sehen.

Das Urteil: Der Teil-Cashout ist das Merkmal, mit dem sich NEO.bet von den Anbietern mit einem reinen Vollcashout abgrenzt — wer vor allem Kombinationen spielt, hat hier die feinere Kontrolle, und wer Einzelwetten spielt, wird sie nicht brauchen.

Was für Android-Nutzer am meisten zählt und am wenigsten sichtbar ist

Die App-Installation ist für die meisten die erste Berührung mit einem Anbieter, und sie ist die Stelle, an der am wenigsten geprüft wird. Drei Dinge folgen daraus für die Praxis.

Erstens: Wer die App eines Anbieters installiert, der nicht auf der Whitelist steht, hat die Installation zu einem Zeitpunkt gemacht, zu dem kein Mechanismus mehr schützt. OASIS und LUGAS sind an Anbieter mit Erlaubnis gebunden; ohne diese Anbindung existiert das Einzahlungslimit von 1.000 € im Kalendermonat faktisch nicht, und die Sperrdatei auch nicht. Ob eine App aus dem Play oder über eine Direktinstallationsdatei kommt, ist für diese Frage unerheblich — die Prüfung ist die Liste.

Zweitens: Wer eine erlaubte App nutzt, sollte die Begrenzungen als Teil der App begreifen, nicht als Fehler. Der Monatsrahmen, die begrenzten Live-Märkte und die Verifizierung sind der Preis, den ein Wetter für die Whitelist zahlt. Der Gegenwert steht ebenso konkret daneben: Spielerkonten liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Kein ausländisches Angebot muss das leisten.

Drittens: Zahlungen sind der Punkt, an dem sich Anbieter am wenigsten unterscheiden und Nutzer am meisten überrascht sind. Nur eigene Zahlungskonten, keine anonymen Zahlungsmittel — Krypto und die anonyme Prepaid-Karte bleiben damit aus dem deutschen lizenzierten Markt heraus. Wer sein Konto über eine fremde Karte aufladen möchte, weil das Girokonto gerade nicht greifbar ist, wird bei jedem Anbieter dieser Liste abgewiesen. Das ist kein technischer Fehler, das ist das Gesetz.

Die Sportwettensteuer läuft bei alledem im Hintergrund mit. § 16-25 RennwLottG setzen die Sportwettensteuer auf 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18) — das sind rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wetter (§ 19). Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, entscheidet er selbst; ausdrücklich steht „5,3 % vom Einsatz“ nirgends in diesem Text, weil es die falsche Rechnung wäre. Wer bei einem Anbieter die Quoten mit denen eines anderen vergleicht, sieht an dieser Stelle nur das Ergebnis der Weitergabe — nicht die Steuer selbst.

Dass ein Spiel nicht auf einer Vermutung aufbauen kann, ist bei keinem Anbieter eine Frage der Technik. Die Apps sind Werkzeuge, und ein Werkzeug gibt keine Prognose. Wer bei der Frage, wer gewinnt, unsicher ist, wird es nach der Installation dieser Apps nicht mehr oder weniger sein.

Häufige Fragen zu Sportwetten-Apps für Android

Woher bekommt man eine Sportwetten-App für Android, und woran erkennt man, dass sie echt ist?

Erlaubte Anbieter stellen ihre App über den Play Store, den Browser oder eine eigene Direktinstallation bereit — Winamax liefert für beide Systeme, MERKUR BETS für Android und iOS, Wettstar für Rennsport. Die Herkunft prüft man nicht am Icon, sondern an zwei Feldern: dem Anbieter in der Store-Beschreibung und der Domain im Whitelist-Eintrag.

Reicht ein Eintrag im Play Store als Nachweis für eine deutsche Erlaubnis, oder zählt allein die Whitelist?

Allein die Whitelist zählt. Ein Store-Eintrag sagt nichts über eine Erlaubnis aus; die GGL warnte am 17. September 2026 aus Anlass von Verfahren gegen illegale Angebote ausdrücklich vor deren Nutzung. Nur der Inhaber, den die Whitelist unter der Sportwetten-Erlaubnis führt, hat ein erlaubtes Angebot.

Gelten in der App dieselben Live-Wetten-Regeln wie im Browser, etwa für das nächste Tor?

Ja, das Gerät ändert nichts. § 21 Abs. 4 GlüStV lässt während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder einen ähnlichen Bestandteil zu — im Fußball das nächste Tor, im Tennis der nächste Satz, nicht aber der nächste Punkt im Tennis oder der nächste Korb im Basketball.

Wie wirken sich das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € und die Sperrdatei OASIS auf die Nutzung per App aus?

Beide greifen unabhängig vom Gerät. Das Limit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt nach § 6c Abs. 1 über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS summiert; OASIS wird bei Registrierung und Login abgefragt. Ein Anbieterwechsel umgeht das Limit deshalb nicht.

Warum nehmen lizenzierte Anbieter keine Zahlungen von fremden Konten oder in Kryptowährung an?

§ 6b Abs. 4 verlangt für Ein- und Auszahlungen ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Damit bleiben Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Markt heraus. Bei keinem Anbieter mit Whitelist-Eintrag lässt sich daran rütteln.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit der Sportwettensteuer von 5,3 % zwischen den Apps verschiedener Anbieter?

Die Steuer trifft nach §§ 16-25 RennwLottG die 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18), das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, und sie wird vom Veranstalter geschuldet (§ 19). Ob ein Anbieter sie über die Quoten weitergibt, entscheidet er selbst; genau darin unterscheiden sich die Apps.

Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»