Lucky 31: Fünf Tipps, 31 Wetten — und zehn Anbieter, die das in Deutschland dürfen

Updated Oktober 2026
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Ein Wettschein, der aussieht wie eine Kombiwette und in Wahrheit ein Bündel ist. Wer fünf Auswahlen ankreuzt und „Systemwette ALL“ wählt, setzt nicht einmal, sondern einunddreißig Mal — die Einzelwetten eingeschlossen. Genau deshalb lohnt sich das Format: Es zahlt auch dann etwas aus, wenn zwei der fünf Tipps danebengehen, was eine reine Kombiwette nie tut. Der Preis dafür steht auf demselben Schein, wie im Abschnitt zu den Grundlagen erklärt: Der Gesamteinsatz ist ein Vielfaches dessen, was der Spieler im Kopf hatte.

Fünf Fußbälle in einem Bogen auf einem Rasen, von schräg oben im weichen Abendlicht fotografiert.
Die Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette mit fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind.

Stand: 30. Oktober 2026. Alle Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen, in der Fassung vom 2. Oktober 2026.

Warum die Rechtslage vor jeder Quote kommt

Die Frage, die ein Spieler zuletzt stellt, ist die wichtigste: Darf dieser Anbieter hier überhaupt Sportwetten annehmen? Bei einer Systemwette ist sie noch schwerer zu beantworten als bei einer Einzelwette, weil das Geld in vielen kleinen Einsätzen auf dem Schein liegt. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zahlt im Zweifel gar nicht aus — und der Weg dorthin führt über niemanden, den man anrufen kann.

Ein Tennisplatz bei Sonnenaufgang, Netz und Linien im Streiflicht, ohne Menschen.
Der Höchstgewinn bei Wettarena kann laut AGB bis zu 250.000 € pro Wettschein und pro Woche betragen; ohne Kundenkonto können Gewinne über 1.999,99 € nicht ausgezahlt werden.

In Deutschland ist die Erlaubnis keine Frage der Selbsteinschätzung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) erteilt sie auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags 2021, der seit dem 1. Juli 2021 gilt. Die Behörde erlaubt und beaufsichtigt das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet, sie erteilt Bußgelder, und sie führt die Whitelist. Diese Liste ist der einzige belastbare Nachweis einer deutschen Erlaubnis: Wer dort steht, hat sie; wer nicht dort steht, hat sie nicht, egal was auf der Startseite behauptet wird. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge, davon 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis und drei Anbieter, die ausschließlich Pferdewetten vermitteln.

Für den Wildwuchs an Verweisen auf Malta, Curaçao oder Anjouan ist damit alles gesagt. Eine ausländische Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung, und Sportwetten ohne deutsche Erlaubnis sind unerlaubtes Glücksspiel. Die Behörde hat im September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei ein bestimmtes Casino beim Namen genannt. Das ist keine Rhetorik einer Aufsichtsbehörde, die ihre eigene Zuständigkeit verkauft — es ist der Hinweis darauf, dass ein Spieler bei einem dieser Anbieter im Streitfall niemanden hat, der für ihn einsteht.

Was eine .de-Adresse beweist und was nicht

Bundesweit enden alle Domains auf der Whitelist mit .de. Daraus folgt trotzdem nichts für eine beliebige andere .de-Seite. Die Endung ist eine Registrierung bei der Denic, kein Aufsichtssiegel, und die Behörde betont selbst, dass eine .de-Domain allein nichts belegt. Ein Spieler, der die Erlaubnis prüfen will, hat genau einen Ort dafür: die Whitelist der GGL, dort unter dem Domainnamen des Anbieters, der die Sportwetten betreibt.

Zwei Details an dieser Liste werden regelmäßig falsch wiedergegeben. Erstens: Die Whitelist nennt Ausstellungsdaten, aber kein Enddatum. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre; wer also liest, eine Erlaubnis sei „bis“ zu einem bestimmten Datum gültig, liest etwas, das so nicht in der Liste steht. Zweitens: Eine Erlaubnis gilt immer für eine bestimmte Domain und für eine bestimmte Betreibergesellschaft. Steht hinter Admiralbet die Greentube Betting Malta Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024, dann sagt das etwas über Sportwetten auf dieser Domain — nicht über virtuelle Automatenspiele, für die eine eigene Erlaubnis nötig ist. Slots, Poker und Casino sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln, und keine davon hebt die Beschränkungen des Sportwetten-Permits auf.

Was erlaubt ist, und was die Livewette kostet

Der Rahmen dessen, was überhaupt auf dem Schein landen darf, ist enger, als die Fülle der Märkte vermuten lässt. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette. Dazu kommt eine zweite Hürde: Nur die Wetten, die die Behörde im Sportwettprogramm freigegeben hat, dürfen angeboten werden. Für die Lucky 31 ist das die eigentliche Frage — fünf Auswahlen, die einzeln und in jeder Verbindung spielbar sein müssen.

Die Livewette ist deutlich beschnitten, und das ist der Punkt, an dem viele Spieler ihre Erwartung korrigieren müssen. Während eines laufenden Ereignisses dürfen nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein vergleichbares Ereignis in Sportarten angeboten werden, in denen solche Vorkommnisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch; der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Wer eine Lucky 31 über fünf Fußballspiele plant und dabei an laufende Sonderwetten denkt, plant an der Realität des erlaubten Programms vorbei.

Verboten sind Wetten auf Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — in der Praxis der Aufsicht zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, außerdem manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport ist keine Sportart im Sinne dieser Regeln: Die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, eine erlaubte E-Sport-Wette existiert in Deutschland nicht. Damit fällt eine der beliebtesten Auswahlen ambitionierter Systemscheine schlicht weg, und dieselbe Regel trifft jede Kombiwette, in die sie hineingerutscht wäre.

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Für einen Schein mit fünf Begegnungen heißt das: Die letzte Begegnung bestimmt, wann Geld fließt, und ein Vorschuss ist nicht vorgesehen. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht — dafür sitzt die Begrenzung an einer anderen Stelle, beim monatlichen Einzahlungslimit. Cash Out findet sich in keiner Vorschrift und in keiner Regel der Aufsicht; es ist ausschließlich eine Funktion des jeweiligen Anbieters, mit allen Bedingungen, die dieser selbst daran knüpft.

Grundlagen: Einsatz, Steuer und der Augenblick, in dem es weh tut

Der Augenblick, in dem die Lucky 31 teuer wird, liegt nicht beim Absenden des Scheins. Er liegt einige Stunden später, wenn ein Spieler begreift, dass er 31 Mal 1 € gesetzt hat und nicht einmal 1 € fünf Mal. Genau daran scheitert die Systemwette im Alltag häufiger als an falschen Quoten.

Ein Taschenrechner und ein Notizbuch mit handschriftlichen Zahlenreihen auf einem Schreibtisch neben einem Kugelschreiber.
Laut der Systemtabelle von ODDSET ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten (Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen).

Die Sportwettensteuer läuft auf einer anderen Schiene. Sie steht in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Gesetzestext als „der Einsatz, der die Steuer nicht enthält“ beschreibt. Umgerechnet auf das eingezahlte Geld sind das rund 5,03 %. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, entscheidet er selbst, und hier ist Vorsicht angebracht: Die häufigste Falschaussage zu diesem Thema lautet, es seien 5,3 % des Einsatzes. Das ist es nicht, weil die Bemessungsgrundlage den Steuerbetrag selbst nicht enthält.

ODDSET macht aus dieser Frage ein offenes Geschäftsmodell. Nach seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt das Unternehmen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % — dort „Quotenabschlag“ genannt — auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette. Erst nach diesem Abzug steht der Nettogewinn fest, der zur Auszahlung kommt. Ein Spieler sieht also die beworbene Quote, rechnet sich einen Gewinn aus, und bekommt weniger. Bei einer Lucky 31 passiert das auf jeder der Linien, die treffen. Wer eine 2,10 sieht, sollte die 2,10 in seinem Kopf nicht als das lesen, was am Ende ankommt.

Sportingbet wählt einen anderen Weg und nennt ihn auch anders. Die Wettregeln verweisen auf eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns, also des Produkts aus Einsatz und Quote, ein. Dasselbe Ziel, eine andere Beschriftung — und für den Spieler derselbe Effekt: Die ausgewiesene Quote ist nicht die Quote, die auf dem Konto landet.

Eine Systemwette verstärkt diesen Effekt, ohne ihn zu verursachen. Sie verwandelt ihn nur in mehr Zeilen. Ein Abschlag auf den Bruttogewinn trifft jede der 31 Linien einzeln, aber nur die, die gewinnen. Die 26 Linien, die verlieren, tragen nichts zum Abschlag bei und nichts zum Ertrag. Genau hier liegt der Unterschied zur Kombiwette: Die Kombiwette kennt nur eine Linie mit hoher Quote, und wenn sie reißt, ist alles weg. Die Systemwette streut, und Streuung kostet einen Einsatz, der sich nicht streuen lässt.

Wie ein Rechner aus fünf Tipps 31 Wetten macht

Der Zählvorgang selbst ist keine Zauberei, sondern Kombinatorik, und die Systemtabelle von ODDSET gibt das Ergebnis direkt aus: Bei fünf gewählten Tipps ergibt das System „ALL“ 31 Wetten — die Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Die 31 setzen sich also aus fünf Einzelwetten, zehn Doppeln, zehn Dreiern, fünf Vierern und einem Fünfer zusammen. Genau diese Mischung macht die Lucky 31 zu einer Full-Cover-Wette über fünf Auswahlen mit eingeschlossenen Einzelwetten: Es gibt keine Teilmenge der fünf Tipps, die nicht als eigene Wette auf dem Schein stünde.

Ein Lucky-31-Rechner tut nichts anderes als diese Aufstellung mit den eingegebenen Quoten und dem gewählten Einsatz pro Linie zu füllen. Die Zahl der Wetten steht fest, sobald fünf Auswahlen gewählt sind; variabel sind nur die Quoten und die Rechenoperation pro Linie. Für jede Einzelwette gilt Einsatz mal Quote. Für jede Mehrfachwette gilt dasselbe, nur dass sich die Quoten der beteiligten Auswahlen erst zu einer gemeinsamen Quote multiplizieren. Wer das einmal begriffen hat, braucht den Rechner nur noch zur Kontrolle.

Was ein Rechner nicht leistet, ist eine Aussage darüber, ob sich der Schein lohnt. Er addiert Auszahlungen unter der Annahme, dass bestimmte Auswahlen gewinnen, und unter dieser Annahme ist jede Zahl richtig. Ob diese Auswahlen gewinnen, entscheidet der Rechner nicht, und kein Werkzeug tut es. Der Unterschied zwischen einem hohen und einem niedrigen Ertrag liegt bei einer Full-Cover-Wette nicht in der Arithmetik, sondern in der Zahl der Linien, die am Ende treffen.

Die Quotenauswahl entscheidet mit, in welche Richtung die Sache kippt, und zwar aus einem Grund, der wenig mit Sport zu tun hat. Jede Quote enthält den Quotenschlüssel des Anbieters für diesen Markt, also den Anteil aller Einsätze, den der Markt insgesamt zurückzahlt. Was fehlt, ist die Marge. Wer sich bei fünf Auswahlen für Spiele mit dünnem Markt entscheidet, sammelt fünf Mal eine schlechtere Auszahlungsquote ein, und die Full-Cover-Struktur sorgt dafür, dass dieses Minus auf allen 31 Linien ankommt. Bei fünf Topspielen verkleinert sich der Abschlag, die Quoten werden aber auch kürzer. Beides ist ein Tausch, kein Trick.

Was der Mindestumsatz eines Bonus mit einer 31er-Wette macht

Bei einer Systemwette bekommt der Umsatz eines Bonus eine ganz andere Größe. Ein Bonus, dessen Bedingungen einen Umsatz verlangen, bezieht sich auf das Geld, das der Spieler durchsetzt — und eine Lucky 31 mit einem Euro pro Linie setzt 31 € durch, nicht einen. Ein Spieler, der einen 100-€-Bonus in fünf Systemscheinen dieser Art durchbringt, hat 155 € bewegt. Zwei solcher Scheine reichen für über 60 €.

Der Punkt ist nicht, dass Systemwetten eine Bonusbedingung schneller erfüllen. Der Punkt ist, dass sie es schneller erfüllen, weil mehr Geld auf dem Spiel steht. Ein Schein mit 31 Linien erzeugt Umsatz in Höhe des Gesamteinsatzes, und wer das Fünffache eines Bonus plus das Fünffache der zugehörigen Einzahlung umsetzen muss — wie es die Nutzungsbedingungen von bpremium für Bonusgewinne verlangen, bei Dezimalquoten ab 1,7 —, sollte die Zahl 31 mitdenken, bevor er begeistert nickt. Bei kleineren Quoten unter 1,7 zählen die Linien gar nicht.

Die Mindestquote ist die zweite Falle, und eine Full-Cover-Wette läuft ihr direkt in die Arme. Eine Bedingung, die Dezimalquoten ab 1,7 verlangt, muss von jeder Linie erfüllt werden, die zum Umsatz beitragen soll. Die sicheren Favoriten bei 1,25 — jene Auswahlen, die Spieler gerade deshalb einkreuzen, weil sie glauben, sie trügen den Schein — zählen dann für nichts. Wer den Bonus clever mit Systemwetten freispielen will, braucht keine sicheren Tipps, sondern Quoten oberhalb einer Schwelle, und die liegt selten dort, wo das Bauchgefühl liegt.

Grundlagen und Einordnung der Lucky 31: Full Cover über fünf Auswahlen

Bevor irgendeine Quote auf dem Schein steht, steht eine Entscheidung: fünf Auswahlen, nicht weniger, nicht mehr. Die Lucky 31 verträgt keine sechste. Wer sechs Spiele spielen will, braucht ein anderes System, und wer vier spielen will, landet bei 15 Linien. Diese Grenze ist keine Geschmacksfrage.

Die Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette mit fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Das klingt nach einer Definition und ist tatsächlich eine Kostenaussage. „Full cover“ heißt: über alle Teilmengen der fünf Auswahlen hinweg wird gespielt. Aus fünf Einzelwetten, zehn Doppeln, zehn Dreiern, fünf Vierern und einer Fünferwette entstehen 31 Positionen, und der Gesamteinsatz ist das Einunddreißigfache des gewählten Einsatzes pro Linie. Wer 1 € pro Linie wählt, spielt um 31 €. Wer 5 € wählt, spielt um 155 €.

Die ODDSET-Systemtabelle zeigt den Zusammenhang unaufgeregt: Bei fünf Tipps ergibt das System „ALL“ 31 Wetten, zusammengesetzt aus Einzelwetten, allen Systemen und der Kombiwette. Die Praktiker nennen das Ganze in Deutschland meist Systemwette; die Bezeichnung „Lucky 31“ kommt aus dem englischsprachigen Raum, wo sie zusammen mit Lucky 15 und Lucky 63 in einem Atemzug auftaucht.

Der Unterschied zur Lucky 15 in einer einzigen Zahl

Die Lucky 15 macht aus vier Auswahlen 15 Wetten: vier Einzelwetten, sechs Doppel, vier Dreier und eine Viererwette. Die 15 ergibt sich aus 2⁴ − 1, die 31 aus 2⁵ − 1 — es ist dieselbe Rechenregel für ein Feld, das um eine Auswahl größer ist. Der Unterschied, der einen Spieler wirklich betrifft, ist aber nicht die vierzehn Wetten mehr, sondern die Fähigkeit, zwei Fehler zu verzeihen.

Eine Lucky 15 kann genau einen Fehltipp verkraften, wenn noch eine Viererlinie oder wenigstens ein Dreier stehen soll; zwei Fehler machen aus ihr eine Sammlung von Einzelwetten und zwei Zweierwetten. Eine Lucky 31 trägt zwei Fehltipps ohne Weiteres: Bei fünf Auswahlen mit drei Treffern bleiben drei Einzelwetten, drei Doppel und der Dreier dieser drei Auswahlen übrig — insgesamt sieben zahlende Linien. Der Sicherheitsgewinn ist real, aber er hat einen Preis von 16 zusätzlichen Einsätzen gegenüber der kleinen Schwester.

Der wirtschaftliche Kern liegt darin, dass diese zusätzlichen Einsätze nicht für mehr Ertrag im Fall eines Erfolgs bezahlt werden, sondern für die Chance, nach einem Fehler noch zu gewinnen. Ob das ein Geschäft ist, hängt allein davon ab, wie oft man bei fünf Tipps einen verliert. Wer das häufig genug tut, kauft sich mit der Erweiterung um eine Auswahl vor allem mehr Ausdauer. Wer fünf Treffer erwartet, hätte mit einer Kombiwette mehr verdient — zu einem Bruchteil des Einsatzes.

Was 31 Wetten aus einem Euro machen

Ein Beispiel, keine zitierte Quote: Fünf Auswahlen mit Dezimalquoten von 1,50, 2,00, 2,50 — der Einfachheit halber so verteilt, dass eine 1,50 doppelt, eine 2,00 doppelt und eine 2,50 einmal vorkommt — und 1 € Einsatz pro Linie. Der Schein kostet als Einsatz 31 €, denn das ist der Preis, unabhängig davon, was danach passiert.

Getroffen werden bei der Lucky 31 nur die Linien, deren sämtliche Auswahlen im Ziel liegen. Für jede dieser Linien gilt Einsatz mal Quote, wobei sich bei einer Mehrfachwette die Quoten der beteiligten Auswahlen zu einer gemeinsamen Quote multiplizieren und die Anzahl der Linien mit dieser Kombination zu Buche schlägt. Die Rückzahlung hängt also an der Zahl der Treffer — und die Bandbreite ist groß genug, um jeden Spieler zur Vorsicht zu mahnen.

Bei fünf Treffern steht die volle Struktur. Die fünf Einzelwetten bringen 1 × 1,50 + 1 × 2,00 + 1 × 2,50 + 1 × 1,50 + 1 × 2,00, also 9,50 €. Die Doppel: zweimal 1,50 × 2,00 macht 3,00 €, zweimal 1,50 × 2,50 macht 3,75 €, zweimal 2,00 × 2,50 macht 5,00 € — zusammen 11,75 €. Die Dreier: einmal 1,50 × 1,50 × 2,00 = 4,50 €, zweimal 1,50 × 2,00 × 2,50 = 7,50 €, zweimal 1,50 × 1,50 × 2,50 = 5,63 € (kaufmännisch gerundet), einmal 1,50 × 2,00 × 2,50 = 7,50 €, dazu die Kombinationen des Paares 2,00/2,50 mit einem der beiden Vorwerte — unterm Strich summieren sich die zehn Dreier auf 32,63 €. Die fünf Vierer kommen auf 52,50 €, der Fünfer auf 22,50 €. Der Schein zahlt bei fünf Treffern rund 129 € zurück. Das ist mehr als das Vierfache des Einsatzes von 31 €.

Bei vier Treffern fehlen die Fünferlinie und die vier Vierer, die die verlorene Auswahl enthalten. Von den Vierern bleibt ein einziger übrig, und die Anzahl der Dreier schrumpft von zehn auf vier. Die Rückzahlung fällt auf einen Bereich zwischen etwa 45 € und 70 € — die Spanne hängt davon ab, welche Auswahl verloren ging, weil eine 2,50 unter den vier Treffern mehr trägt als eine 1,50. Der Einsatz von 31 € ist in diesem Bereich noch gedeckt, aber der Puffer, der bei fünf Treffern bestand, ist weg.

Bei drei Treffern zählt nur noch, welche drei es sind. Die Fünfer-, Vierer- und Dreierlinien des vollen Scheins fallen fast alle weg; es bleiben die drei Einzelwetten, die drei Doppel dieser drei Auswahlen und deren Dreier. Liegen die Treffer bei den höheren Quoten, kann die Rückzahlung knapp über dem Einsatz landen; sind die zwei 1,50 darunter, lässt der Dreier den Schein nicht mehr über 31 € steigen. Bei zwei oder einem Treffer zahlt der Schein weniger aus, als er gekostet hat, und bei zwei Treffern selbst dann, wenn beide hoch quotiert sind.

Diese Rechnung ist eine statistische Schätzung unter der ausdrücklichen Annahme, dass 1 € auf jede der 31 Linien gesetzt wird und keine Steuer- oder Gebührenabschläge den Ertrag kürzen. Sie sagt nichts darüber, ob eine dieser Auswahlen gewinnt, und sie ist keine Prognose. Der einzige verlässliche Teil ist der Preis: 31 € für den Schein. Alles andere hängt an Quoten, die der Anbieter stellt, und an Ergebnissen, die niemand kennt.

Warum der Abschlag die kleine Auszahlung trifft, nicht die große

Es gibt eine Beobachtung, die regelmäßig überrascht: Ein 5-%-Abschlag auf den Bruttogewinn klingt harmlos, weil er prozentual aussieht. Bei einer Lucky 31 mit drei Treffern und knapper Rückzahlung entscheidet er darüber, ob der Schein überhaupt im Plus landet. Fällt eine Auszahlung von 33 € auf 31,35 €, ist der Schein tot, obwohl er vor dem Abschlag noch etwas getragen hätte. Der Abschlag wird nicht schmerzhaft, weil er groß ist, sondern weil er an der Stelle sitzt, an der die Marge ohnehin körpernah ist.

Ein Spieler kann daraus eine Entscheidung ableiten, und es ist die einzige, die diese Rechnung zulässt: Je näher eine Systemwette an der Null-Linie liegt, desto stärker trifft sie jeder Abschlag. Wer mit Systemwetten um den Einsatz herum spielt, spielt gegen zwei Gebühren gleichzeitig — die Marge in der Quote und den Abschlag auf den Gewinn. Wer hingegen auf fünf Treffer setzt, spürt den Abschlag kaum, weil er ein großer Vielfacher ist. Nur hat die zweite Gruppe deshalb kein besseres Geschäft gemacht.

Grundlage und Einordnung: Warum die Lucky 31 Limits berührt, die eine Einzelwette nicht berührt

Der Einzahlungsrahmen macht aus einer Systemwette ein anderes Tier als aus einer Einzelwette. Das Einzahlungslimit liegt in Deutschland standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat und gilt über alle Anbieter hinweg; durchgesetzt wird es über die Limitdatei LUGAS. Ein Anbieter kann für einen einzelnen Spieler einen höheren Rahmen bis 10.000 € zulassen, in Ausnahmefällen zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler, und nur gegen einen nachprüfbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Eigenerklärung genügt dafür nicht. Absenken wirkt sofort, Anheben erst nach sieben Tagen.

Ein verbindliches Limit ist deshalb kein Spaßverderber, sondern eine Kostenbremse. Wer die Lucky 31 als Unterhaltung mit 1 € pro Linie spielt, merkt nichts davon. Wer glaubt, mit 20 € pro Linie in die richtige Größenordnung zu kommen, erzeugt bei jedem Schein 620 € Umsatz — und nach zwei Scheinen ist das Monatslimit erreicht, obwohl auf dem Konto nur 1.000 € eingezahlt wurden. Die Systemwette verbraucht den Einzahlungsrahmen nicht direkt, sie verbraucht ihn indirekt, weil ihr Gesamteinsatz aus demselben Guthaben stammt. Ein Spieler, der das strukturell falsch einkalkuliert, hat in Woche zwei kein Geld mehr zum Spielen und weiß nicht, warum.

Was das Limit nicht ist: eine Obergrenze für den einzelnen Wettschein. Ein gesetzlicher Höchsteinsatz pro Wette existiert im Sportwettenbereich nicht. Die Begrenzung ist zeitlich, sie liegt beim monatlichen Einzahlungsvolumen, und sie ist damit genau die Größe, die eine Full-Cover-Wette am schnellsten ausschöpft.

OASIS, Sperren und der Nachbar-Punkt

Das Sperrsystem OASIS ist das bundesweite Register, das Anbieter bei der Registrierung und beim Einloggen abfragen. Wer sich dort sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, wird für mindestens drei Monate gesperrt; wer keinen Zeitraum nennt, für mindestens ein Jahr. Der Panikbutton, den das Glücksspielrecht vorsieht, löst zusätzlich eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Ein gesperrter Spieler kann bei keinem erlaubten Anbieter wetten, und genau darin liegt der Wert: Es gibt keine Importschlüssel für ein anderes Konto.

Der Nachbar-Punkt, den die Lucky 31 in dieses System zieht, ist der einfache Satz, dass 31 Wetten auch 31 Chancen sind, weiterzuspielen. Die Struktur verführt dazu, einen Schein nachzuschieben, weil ja „nur zwei Tipps gefehlt haben“. Das ist die Denkweise, gegen die ein Limit arbeitet — nicht weil Wetten verboten wären, sondern weil das Verlustgefühl bei einer Systemwette durch die vielen Linien größer ausfällt als bei einer Einzelwette und die Versuchung, es „zurückzuholen“, entsprechend stärker. Das Einzahlungslimit ist die einzige Regel, die den Schaden begrenzt, ohne dass der Spieler sich selbst beherrschen muss.

Für Spielende gilt: Teilnahme ab 18. Ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, und zwar mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Paralleles Spielen über mehrere Konten desselben Anbieters ist untersagt und wird über die Aktivitätsdatei geprüft. Die Gelder der Spielenden liegen treuhänderisch geschützt; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.

Bei Zahlungen gilt: Ein- und Auszahlungen sind nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten fallen damit aus dem erlaubten deutschen Sportwetten-Angebot heraus — nicht weil ein einzelner Anbieter sie ablehnt, sondern weil die Regel den Mechanismus gar nicht erst zulässt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.

Wie sich die Anbieter untereinander unterscheiden

Zehn Anbieter, ein Format. Die Unterschiede zwischen ihnen liegen nicht dort, wo die Werbung sie sucht. Ein Spieler, der eine Lucky 31 in Deutschland legal spielen will, findet bei allen zehn die Erlaubnis, aber nicht bei allen dieselbe Quote, dieselbe Auszahlung und dieselbe Höchstgrenze. In dieser Reihenfolge verschiebt sich die Entscheidung.

Wer das Vergleichsfeld liest, sollte auf drei Dinge achten. Erstens die Quelle der Sportwetten-Erlaubnis: die Whitelist der Aufsicht und die dort genannte Betreibergesellschaft. Zweitens die Frage, ob ein Anbieter überhaupt Systemwetten führt — ein Zustand, der sich ändern kann. Drittens die eigenen Regeln zum Höchstgewinn und zu Abschlägen, weil sie bei einer Full-Cover-Wette mehr Linien treffen als bei einer Einzelwette. Alles andere ist Geschmack.

Wettanbieter Whitelist-Status und Betreiberin Sportwetten-Erlaubnis seit
MERKUR BETS Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
Wettarena Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin I.B.C. Sportsbetting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
bwin Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022
AdmiralBet Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024
LeoVegas Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin LVSports Limited 21.10.2024
Sportingbet Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
Tipico Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022
Betway Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin Betway Limited 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
ODDSET Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
bet365 Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, Betreiberin Hillside (Europe) ENC 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022

Was in dieser Aufstellung auffällt, ist weniger die Spalte der Daten als ihre Spannweite. Neun der zehn Anbieter sind 2020 oder 2021 in das erlaubte Angebot gestartet, als der Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Kraft trat; allein LeoVegas trägt mit dem 21. Oktober 2024 ein junges Datum. Wer die Liste als Gütesiegel in der Reihenfolge liest, liest sie falsch. Ein späterer Eintrag bedeutet nicht weniger Sorgfalt — er bedeutet einen späteren Einstieg. Das jüngere Datum hat für einen Spieler nur insofern Bedeutung, als der Anbieter in einem regulatorisch vollständig aufgebauten Umfeld startete und nie die Übergangszeit der ersten Erlaubniswelle durchlaufen musste.

Die Whitelist nennt keine Enddaten. Wer also eine Seite findet, die behauptet, eine dieser Erlaubnisse laufe bis zu einem bestimmten Tag, hat eine Angabe gefunden, die die Liste selbst nicht enthält. Eine erste Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt; was danach geschieht, zeigt die Liste durch neue Daten und nicht durch ein Ablaufdatum. Der prüfende Blick auf die Whitelist bleibt damit nicht eine einmalige Handlung vor der ersten Einzahlung, sondern eine, die bei jeder neuen Domain und bei jedem neuen Betreibernamen wieder fällig wird.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Zehn Abschnitte, die alle dieselbe Erlaubnis tragen und sich trotzdem unterscheiden. Gelesen werden sie am besten mit einer einzigen Frage: Was an diesem Anbieter verändert meine Lucky 31 konkret?

MERKUR BETS: das Systemangebot für Kombi- und Builder-Freunde mit Umsatzschwelle

MERKUR BETS ist seit dem 6. November 2023 auf der Whitelist, Betreiberin ist Merkur Bets Malta Limited. Das ist der jüngste Eintrag nach LeoVegas und insofern ein Anbieter, der von Anfang an im fertig aufgebauten Regelwerk startete, ohne die Übergangszeit einer ersten Erlaubniswelle zu durchlaufen.

Für Systemspieler interessant ist ein Blick auf das Bonusverständnis des Hauses. Der MERKUR BETS CLUB schüttete für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 9. Juni 2025 bis zum 14. Juli 2025. Drei Auswahlen, eine Mindestquote und ein Wocheneinsatz sind Bedingungen, die eine Systemwette ganz nebenbei erfüllt — eine Lucky 31 mit zwei Treffern und einer Gesamtquote über 4,00 im Wocheneinsatz von über 25 € fällt in dieses Raster, ohne dass der Spieler darauf hinspielt.

Die Aktion ist beendet, und das gehört zur Einschätzung dazu. Was bleibt, ist die Mechanik: Wer Boni über Umsatzschwellen einsammelt, muss den Gesamteinsatz steuern, und das ist bei 31 Linien eine andere Disziplin als bei einer Einzelwette. Die 5 € Freebet wiegen die eingesetzten 25 € nicht auf — sie sind eine Beigabe, die den Anbieter an einen bestimmten Wochentag bindet.

Wettarena: Systemwetten und ein Höchstgewinn, der zur Sparsamkeit zwingt

Wettarena steht mit der I.B.C. Sportsbetting Limited auf der Whitelist, erste Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022.

Nach den allgemeinen Geschäftsbedingungen kann der Höchstgewinn bei Wettarena bis zu 250.000 € pro Wettschein und pro Woche betragen. Zusätzlich gilt: Ohne Kundenkonto können Gewinne über 1.999,99 € nicht ausgezahlt werden. Die zweite Zahl ist die interessantere, weil sie sich mit einer Lucky 31 beißt. Ein Spieler, der den Schein ohne vollständige Registrierung abschickt und mit fünf Treffern einen Betrag deutlich über 1.999,99 € erreicht, hat ein Problem, das keine Quote löst. Der Weg zum Geld führt dann über ein Konto und alle Schritte, die daran hängen.

Der Höchstgewinn von 250.000 € pro Wettschein und Woche klingt nach einer Zahl, die für niemanden relevant ist. Bei einer Full-Cover-Wette mit fünf Auswahlen ist sie es näher als bei einer Einzelwette, weil die 31 Linien sich summieren. Wer mit hohen Einsätzen pro Linie spielt, kann die Grenze theoretisch streifen. Praktisch ist die Kontoanforderung die Hürde, die wirklich erreicht wird — und sie ist genau die Art Bedingung, die man vor dem Absenden zur Kenntnis nimmt und nicht danach.

bwin: Cash Out, Live-Stream und der Unterschied zwischen Feature und Full Cover

bwin steht mit der bwin (Deutschland) Limited auf der Whitelist, erste Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022.

Die App-Beschreibung von bwin ist voll von Funktionen, die ein Systemspieler zuerst nicht nutzen kann. Genannt werden Cashout manuell und automatisch, Live-Streams, Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Der Cash-out ist der Punkt, an dem die Werbung an der Lucky 31 vorbeigeht: Bei einer Systemwette greift er nicht in der Form, in der er bei einer Einzelwette funktioniert, weil der Schein aus 31 Positionen besteht, deren Zwischenwert sich nicht über einen einzigen Knopf auflösen lässt. Wer mit einer Lucky 31 liebäugelt und den Cash-out als Sicherheitsnetz einkalkuliert, rechnet mit einer Funktion, die bei diesem Format nicht so arbeitet wie gedacht.

Der Kombi-Boost ist die Funktion mit echtem Bezug zum Thema. Ein Boost auf Kombiwetten mit mehreren Auswahlen trifft die Struktur der Full-Cover-Wette dort, wo sie ansetzt — allerdings nur auf die Mehrfachlinien und nur nach den Bedingungen des Anbieters. Ein Live-Stream hilft bei der Auswahl der Tipps und nicht bei der Auszahlung.

AdmiralBet: Erlaubnis für Sportwetten und getrennte Erlaubnis für Automaten

AdmiralBet ist mit der Greentube Betting Malta Limited verbürgt, Whitelist-Erlaubnis für Sportwetten seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnisse vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Hinzu kommt eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele auf einer separaten Domain, gültig seit dem 28. September 2022.

Genau hier lohnt das Nachdenken, weil es der häufigste Denkfehler in der ganzen Kategorie ist. Die Automatenerlaubnis erlaubt kein Sportwettenangebot und die Sportwettenerlaubnis keine Automaten; es sind zwei Genehmigungen mit zwei Regelkreisen. Ein Spieler, der die Anbieter nach der Zahl ihrer Erlaubnisse sortiert, sortiert nach nichts. Was für die Lucky 31 zählt, ist allein die Sportwetten-Erlaubnis und die Domain, für die sie gilt.

Die Folgeerlaubnisse dokumentieren den regulären Rhythmus der Aufsicht. Drei Daten innerhalb von fünf Jahren zeigen keinen außergewöhnlichen Vorgang, sondern den Zeitplan, mit dem Erlaubnisse bestätigt werden. Ein Spieler, der regelmäßig auf die Whitelist blickt, sieht diese Daten und hat damit Gewissheit über die eine Frage, die er selbst nicht beantworten kann.

LeoVegas: Später Start, klare Verhältnisse, volle Regeln

LeoVegas steht mit der LVSports Limited auf der Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21. Oktober 2024. Für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 27. Februar 2023.

Der 21. Oktober 2024 ist der jüngste Start der ganzen Auswahl, und er ist ein Argument der anderen Art. Ein Anbieter, der in diesem Jahr startet, hat nie in einem Graubereich operiert, weil es keinen mehr gab; die deutschen Regeln mit Einzahlungslimit, OASIS und Live-Marktbeschränkung sind für ihn die Anfangsbedingungen, nicht die Umstellung. Für einen Spieler, der Wert auf einen saubere Historie legt, ist das ein Punkt und kein Nachteil.

Die Sportwetten-Erlaubnis fällt hier rund eineinhalb Jahre nach die Automaten-Erlaubnis. Das ist insofern typisch, als die beiden Bereiche getrennt beantragt werden und die Reihenfolge nichts über die Qualität des Sportwettenangebots sagt. Ein Spieler sollte die beiden Daten nur nicht verwechseln — die Sportwetten-Erlaubnis seit 2024 ist die einzige, die für seine Lucky 31 zählt.

Sportingbet: 100.000 € pro Wette, 250.000 € in sieben Tagen, kein Cash-out für Systeme

Sportingbet steht mit der Sportingbet (Deutschland) Limited auf der Whitelist, erste Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.

Die Nutzungsbedingungen nennen einen Höchstgewinn von 100.000 € pro Sportwette und innerhalb von sieben Tagen eine Obergrenze von 250.000 € Nettogewinn ohne Einsätze, darüber hinaus besteht keine Auszahlungspflicht. Bei einer Systemwette ist die erste Zahl die maßgebliche, denn sie gilt pro Wette — und eine Lucky 31 ist eine Wette mit 31 Positionen oder umgekehrt eine Sammlung von 31 Wetten, je nachdem, wie die Bedingungen zählen. Wer mit großen Einsätzen arbeitet, sollte dieser Frage vor und nicht nach dem Treffer nachgehen.

Beim Cash-out ist die Sache eindeutiger. Bei Sportingbet ist Cash Out nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach der Wettauswertung gutgeschrieben. Das ist kein Detail, das die Suche ergibt, sondern eine ausdrückliche Regel, und sie nimmt der Lucky 31 eines der Werkzeuge, das Spieler von Einzelwetten kennen.

Ins Wettangebot gehören laut Sportingbet ein Konfigurator+ sowie Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Die Breite ist für die Auswahl der fünf Tipps nützlich, weil sie auch Sportarten umfasst, in denen Livewetten auf seltene Vorkommnisse erlaubt sind.

Tipico: seit 2004 im Geschäft, und ein Verfahren, das alle angeht

Tipico steht mit der Tipico Co. Limited auf der Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Die Betreibergesellschaft sitzt im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet.

Die lange Firmengeschichte hat einen aktuellen Kontrapunkt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Für einen Spieler ist die Einordnung wichtiger als der Fall selbst. Der Streit betrifft Wetten, die in einem Zeitraum ohne deutsche Erlaubnis zustande kamen, und er betrifft die Frage, ob Verluste zurückverlangt werden können. Er verspricht niemandem eine Rückzahlung, und er sagt nichts über das heutige Angebot eines Anbieters mit Whitelist-Eintrag. Was er sagt, ist, dass der Schritt auf eine Seite ohne Erlaubnis im Glücksspielstaatsvertrag nicht nur eine Ordnungsfrage ist: In mehreren Fällen haben Zivilgerichte Anbieter, die die deutsche Erlaubnis nicht hatten, zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt.

Betway: ein Konfigurator, der Auswahlen aus mehreren Partien bündelt

Betway steht mit der Betway Limited auf der Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. März 2021, Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022.

Die Beschreibung der App nennt einen Cash-out, bei dem das grüne Symbol unter „Meine Wetten“ erscheint, den Wert der Wette anzeigt und die Auszahlung des gesamten Betrags oder eines Teils erlaubt. Dazu kommt ein Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert. Der letzte Punkt beschreibt fast genau den Vorgang, den die Lucky 31 verlangt: fünf Auswahlen aus verschiedenen Spielen, die zu einer Kombination zusammengesetzt werden.

Der Unterschied liegt in der Reihenfolge der Entscheidung. Ein Konfigurator erleichtert das Zusammenstellen einer Kombiwette, ersetzt aber nicht die Full-Cover-Struktur mit den eingeschlossenen Einzelwetten — das sind zwei verschiedene Dinge, und wer beides verwechselt, hat am Ende eine Kombiwette mit höherer Quote und ohne Netz, statt einer Systemwette mit Netz und 31-fachem Einsatz. Bei Systemwetten zeigt sich die Stärke der Plattform weniger in der Auswahl als in der Klarheit, mit der sie den Gesamteinsatz vor dem Absenden ausweist.

ODDSET: die Systemtabelle, die den Zählvorgang offenlegt

ODDSET steht mit der Oddset Sportwetten GmbH auf der Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis seit dem 18. November 2020, Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022.

Kein anderer Anbieter in dieser Auswahl legt die Rechenregel so offen dar wie ODDSET. Die Systemtabelle des Hauses stellt fest, dass das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten ergibt — Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Wer die Zahl 31 irgendwo nachschlagen will, findet sie dort als Geschäftsdokument und nicht als Erklärung auf einer Ratgeberseite. Das ist ein Verdienst, das in einer Diskussion über Boni selten erwähnt wird.

Teuer wird bei ODDSET der Blick auf die eigene Gewinnseite. Nach den allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt das Unternehmen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 %, den Quotenabschlag, auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; erst nach diesem Abzug steht der Nettogewinn fest, der zur Auszahlung kommt. Im Vergleich der Anbieter ist das die offenste Form der Weitergabe: benannt, beziffert, in den Bedingungen erklärt. Für Systemwetten bedeutet der Abschlag, dass jede gewinnende Linie einen halben Schritt kürzer wird — bei dünn geschnittenen Erträgen entscheidet er über das Vorzeichen, bei fünf Treffern kaum.

bet365: zwei Boosts, ein Anbieter, keine Systemquote

bet365 steht mit der Hillside (Europe) ENC auf der Whitelist, Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Betreibergesellschaft mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta.

Bet365 bietet auf seiner deutschen Seite einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher, außerdem einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Beide Angebote sind Kombi-Funktionen. Für die Lucky 31 greifen sie nur auf den Kombilinien und nicht auf den Einzelwetten, und der Prozentsatz, der von der Zahl der Auswahlen abhängt, ist bei einer Full-Cover-Wette mit ihren überlappenden Teilmengen alles andere als trivial zu bestimmen. Wer den Boost einplant, plant eine Größe ein, die er vorher in den Bedingungen nachlesen muss.

Der Anbieter ist mit einer der bekannteren Namen im Feld und mit einer Erlaubnis seit dem ersten Tag der deutschen Erlaubniswelle ausgestattet. Für die Wahl der fünf Auswahlen bringt er die Breite mit, die eine Full-Cover-Wette braucht.

Was die zehn zusammen ergeben

Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis, zehn Wege, eine Lucky 31 zu spielen. Die Erlaubnis ist bei allen dieselbe — sie unterscheidet sich nur im Datum und im Namen der Betreibergesellschaft. Die eigentlichen Unterschiede liegen in den eigenen Bedingungen: Wie viel Prozent des Bruttogewinns ein Haus einbehält, ob ein System das Cash-out zulässt, ob ein Boost auch die Einzellinien erreicht, welche Obergrenze pro Wette gilt.

Wer die Wahl treffen will, muss zwei Größen kennen, die er selbst in der Hand hat: den Gesamteinsatz von 31 € pro Euro pro Linie und die fünf Quoten. Alles andere sind Regeln, die sich vorher nachlesen lassen. Diese Regeln stehen in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters, und wer sie liest, bevor er den ersten Schein abschickt, spart sich den Ärger danach.

Häufige Fragen zur Lucky 31

Was ist eine Lucky-31-Wette, und woraus besteht sie?

Die Lucky 31 ist eine Full-Cover-Wette auf fünf Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Sie besteht aus fünf Einzelwetten, zehn Doppeln, zehn Dreiern, fünf Vierern und einer Fünferwette, zusammen 31 Positionen. Der Gesamteinsatz ist deshalb das Einunddreißigfache des gewählten Einsatzes pro Linie – eine Rechnung, die bei der Auswahl klar sein sollte.

Wie viele Wetten ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps?

Laut der Systemtabelle von ODDSET ergibt das System „ALL“ bei fünf gewählten Tipps 31 Wetten — die Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Die Zahl 31 folgt aus 2⁵ − 1 und ist unabhängig davon, welche Quoten die fünf Auswahlen tragen. Sie steht fest, sobald die Auswahlen gewählt sind.

Wie unterscheidet sich die Lucky 31 von der Lucky 15?

Die Lucky 15 verteilt vier Auswahlen auf 15 Wetten, die Lucky 31 fünf Auswahlen auf 31 Wetten; beide folgen derselben Rechenregel, 2ⁿ − 1. Der Unterschied mit Folgen für den Einsatz ist der Preis: 15 statt 31 Einsätze pro Einheit, dafür verzeiht die größere Variante einen Fehltipp mehr bei der Abrechnung.

Wie berechnet ein Lucky-31-Rechner den Gesamteinsatz und die Auszahlung?

Der Gesamteinsatz ist Einsatz pro Linie mal 31 — bei 1 € pro Linie also 31 €. Für die Auszahlung multipliziert der Rechner bei jeder getroffenen Linie den Einsatz mit dem Produkt der Quoten ihrer Auswahlen und summiert dann über alle 31 Linien. Die Zahl der Wetten ist fix, variabel sind nur Quoten und Treffer.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Gewinne aus Systemwetten aus?

Die Steuer von 5,3 % nach §§ 16 bis 25 RennwLottG bemisst sich auf den Einsatz ohne den Steuerbetrag selbst, was rund 5,03 % des eingezahlten Geldes entspricht. Geschuldet wird sie vom Veranstalter. Ob sie an den Spieler weitergegeben wird, entscheidet dieser; ODDSET etwa erhebt bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland einen Quotenabschlag von 5 % auf den Bruttogewinn.

Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»