Wettrechner verstehen: Aus Einsatz und Quote wird eine belastbare Zahl
Stand: 30. Oktober 2026 — die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen (Listenstand 02.10.2026).

Ein Wettrechner nimmt zwei Zahlen entgegen und gibt zwei Zahlen zurück. Mehr nicht, und genau darin liegt sein Wert. Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1) — eine Multiplikation, die jeder im Kopf schafft und die trotzdem kaum jemand hinschreibt, bevor er einen Wettschein abgibt.
Was ein Rechner nicht kann, ist die interessantere Hälfte der Sache: Er sagt nichts über die Gewinnchance. Er rechnet die Auszahlung aus, die eintritt, wenn der Tipp aufgeht. Ob er aufgeht, weiß er nicht, und er tut auch nicht so.
Wer einen Wettrechner sucht, stößt zuerst auf eine Frage, die nichts mit Rechnen zu tun hat: Wer nimmt die Wette überhaupt an? Wetten sind in Deutschland nur bei einem Betreiber mit Erlaubnis zulässig, und ein Angebot von bet365 etwa führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder unter der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Listenstand 2. Oktober 2026). Der maltesische Sitz ist kein Warnsignal — er ist die übliche Konstruktion. Die Erlaubnis dagegen muss für jede Domain einzeln vorliegen.
Dass das kein akademischer Punkt ist, zeigt der Blick auf die Warnungen: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten wie etwa Platincasino gewarnt. Der Rechner auf einer solchen Seite funktioniert tadellos. Er rechnet nur in einem Rahmen, in dem niemand für die Auszahlung geradesteht.
Deshalb steht hier zuerst die Rechtslage, dann der Spielerschutz, dann die Wettarten, dann der Vergleich zehn erlaubter Anbieter, und zum Schluss die Grundlagen für alle, die den Rechner zum ersten Mal benutzen. Der Aufbau folgt der Reihenfolge, in der die Fragen tatsächlich auftauchen: erst darf ich hier überhaupt wetten, dann wie viel davon ist vernünftig, dann was ich da eintippe.
Und eine Vorwarnung an alle, die auf eine große Zahl hoffen: Die Marge sitzt in jeder Quote, die Sportwettensteuer sitzt in vielen, und die Umsatzbedingungen sitzen in jedem Bonus. Wer das einmal durchgerechnet hat, liest Werbetexte anders.
Wo die Erlaubnis beginnt und der Rechner endet
Die Rechtslage betrifft nicht den Rechner, sondern den Anbieter. Ein Formular im Browser ist eine Rechenhilfe; die Wette kommt mit dem Haus zustande, das sie annimmt. Zuständig ist die GGL mit Sitz in Halle (Saale), die nach dem GlüStV 2021 — in Kraft seit dem 1. Juli 2021 — bundesweit die Erlaubnis erteilt, den Markt überwacht und Bußgelder verhängt. Die Steuer ist eine Sache des Finanzamts, nicht der Behörde.

Der einzige belastbare Test für eine Erlaubnis ist die Whitelist. Wer dort nicht steht, hat keine. Das klingt banal und ist der Punkt, an dem die meisten hübsch gebauten Seiten scheitern: Saubere AGB, ein funktionierender Rechner und ein modernes Design sind kein Ersatz für einen Registereintrag.
Der Listenstand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei auch mit Pferdewetten, und drei Inhaber mit einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis. Alle gelisteten Domains sind .de-Domains. Eine .de-Domain allein beweist allerdings nichts — die Endung ist ein Namensbestandteil, kein Prüfsiegel, und wer die Prüfung dort enden lässt, hat sie nicht begonnen.
Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist zeigt ausschließlich Erteilungsdaten, nie ein Enddatum. Wer aus Erteilungsdatum plus Fünfjahresfrist selbst ein Ablaufdatum bastelt, rechnet gegen ein Register, das diese Angabe nicht führt — und wird früher oder später einen Anbieter für abgelaufen erklären, der es nicht ist.
Getrennt zu lesen sind auch die Erlaubnisarten. Nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Eine zusätzliche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino sagt über das Sportwettenangebot nichts, und umgekehrt. Das ist keine Formalie: Wer eine Casino-Erlaubnis als Beleg für ein Sportwettenangebot liest, hat zwei verschiedene Genehmigungen zu einer verschmolzen.
Was gewettet werden darf
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Ereignisse während des Wettkampfs — als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1). Und nur die Wettarten, die die GGL zugelassen hat, festgehalten im Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5). Der Katalog ist keine Empfehlung, sondern die Grenze des Erlaubten.
Live-Wetten (§ 21 Abs. 4) sind stark eingeschränkt: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis oder auf den nächsten Treffer beziehungsweise Satz gewettet werden, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball geht, der nächste Satz im Tennis auch. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball gehen nicht. Ein Live-Rechner zeigt bei einem erlaubten Anbieter deshalb weniger Märkte, als eine ausländische Seite anzeigt — nicht weil er schlechter wäre, sondern weil das Angebot schmaler sein muss.
Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, wobei die GGL Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich zählt, dazu manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße und deren Ahndung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sport: Die GGL stellt klar, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein erlaubtes E-Sport-Angebot existiert in Deutschland nicht, egal wie überzeugend eine Landingpage aussieht.
Cash Out ist nirgends gesetzlich geregelt und auch nicht von der GGL. Die Funktion ist allein Sache des jeweiligen Anbieters, mit dessen Bedingungen. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende eines Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Höchstlimit pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht — die Limits, von denen in Bonusbedingungen die Rede ist, sind Hausregeln einer Aktion, keine Vorgabe des GlüStV.
Sportwettensteuer und Quotenabschlag
Hier endet die Formel und beginnt die Hausrechnung. Die Sportwettensteuer (§§ 16–25 RennwLottG) beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18), also rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags (5,3 ÷ 105,3). Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der wettende Kunde (§ 19).
Damit ist die häufigste Leserfrage schon halb beantwortet: Ob und wie ein Anbieter die Steuer weitergibt, entscheidet er selbst. Der Satz „5,3 % auf den Einsatz“ wäre in jedem Fall falsch, weil die Bemessungsgrundlage den Einsatz gerade um die Steuer mindert. Es sind 5,3 % auf eine Basis, die kleiner ist als der Einsatz — rund 5,03 % des Eingezahlten.
Zwei Häuser zeigen, wie unterschiedlich die Weitergabe aussehen kann, und beide zeigen sie offen. Bei DAZN Bet wird auf jede Sportwette ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, der auch als Wettsteuer bekannt ist; er wird automatisch berechnet, und im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette sichtbar. Bei ODDSET erhebt das Unternehmen laut seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % — „Quotenabschlag“ genannt — auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug der Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn.
Die beiden Modelle treffen den Kunden in unterschiedlichen Momenten, und das ist der eigentliche Unterschied. DAZN Bet zieht bei jeder Wette, unabhängig vom Ausgang, denn der Abschlag wird auf den Bruttogewinn erhoben — bei einer verlorenen Wette entsteht kein Bruttogewinn, also auch kein Abschlag. ODDSET greift nur bei Gewinnen, dann aber in derselben Größenordnung. Wer 20 € auf Quote 2,00 setzt und gewinnt, verliert unter dem einen Modell dieselbe Summe wie unter dem anderen; wer verliert, zahlt unter beiden nichts. Der Abschlag ist also keine Frage der Fairness, sondern der Platzierung im Kontoauszug.
Winamax bewirbt sich im Footer seiner Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 1. April bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Zwei Dinge sind an diesem Satz wichtiger als die Zahl: Erstens ist 45 % knapp die Hälfte, also auch knapp die Hälfte nicht. Zweitens ist das ein Datenfenster von fünf Monaten aus dem Jahr 2025, kein Dauerzustand. Ein Werbesatz, der eine Momentaufnahme als Eigenschaft verkauft, ist der beste Grund, selbst nachzurechnen.
Ein Detail, das in der ganzen Debatte untergeht: Die Steuer trifft auch unerlaubte Anbieter. Gezahlte Steuer ist also kein Nachweis einer Erlaubnis. Und ein Haus, das den Abschlag selbst trägt, ist nicht automatisch günstiger — es kann die Quote entsprechend ansetzen. Die einzige Zahl, die zählt, ist die, die nach allen Abzügen hinten herauskommt.
Offshore, Rückforderungen und die ehrliche Bilanz
Das Veranstalten von Sportwetten für Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung, und die GGL warnt ausdrücklich vor illegalen Angeboten. Strafrechtlich steht auf das Veranstalten eine Geldstrafe bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, auf Werbung bis zu einem Jahr, auf die Teilnahme bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verurteilungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung.
Die zivilrechtliche Seite bewegt sich. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten; eine Ausnahme sieht er, wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Was daraus für den Leser folgt, ist weniger, als die Schlagzeilen suggerieren. Schlussanträge sind kein Urteil. Und ein Urteil wäre kein Automatismus für jeden Wettschein der vergangenen Jahre, sondern eine Entscheidung über eine Rechtsfrage. Niemandem ist hier eine Rückzahlung zugesprochen worden — wer wegen einer solchen Aussicht anfängt zu wetten, hat den Mechanismus missverstanden.
Die eigentlichen Unterschiede liegen ohnehin im Alltag, nicht im Prozess. Je nachdem, bei wem man spielt, greifen oder greifen nicht: die Erlaubnis, die Sperr- und Limitdateien, der deutsche Rechtsweg und die Verpflichtung zum eigenen Zahlungskonto. Bei einem Angebot ohne deutsche Erlaubnis fehlt all das — dafür sind höhere Limits möglich, weil niemand sie deckelt. Das ist kein Vorteil, sondern nur die Beschreibung davon, dass eine Bremse fehlt.
Die Erlaubnis kostet den Spieler etwas: das monatliche Einzahlungslimit, die eingeschränkten Live-Märkte, die volle Verifizierung und die Zahlung nur vom eigenen Konto. Es sind vier Beschränkungen gegen einen Vorteil, den man erst merkt, wenn etwas schiefgeht.
Werbung, Boni und was das GlüStV dazu sagt
Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen werben (§ 5 Abs. 7). Der Zeitraum zwischen 6 und 21 Uhr, in dem Werbung für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele untersagt ist, gilt nicht für Sportwetten — ein Punkt, der regelmäßig durcheinandergebracht wird. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Athleten oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6).
Und jetzt der Satz, den Bonusfanatiker überlesen: Das GlüStV setzt keinen Sportwettenbonus fest und deckelt auch keinen. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. „Bis zu 100 % Bonus“ ist damit eine Zahl ohne Kontur, solange der Faktor daneben nicht dasteht.
Spielerschutz — der Rahmen, den ein Rechner nicht ersetzt
Ein Rechner verhindert keine Verluste. Er rechnet aus, was passiert, wenn eine Quote aufgeht. Den Rahmen, in dem gewettet wird, setzt ein anderes System.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ist ein Konto mit vollständiger Verifizierung vorgesehen (§ 6a); vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel zulassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist ein Fenster, keine Ausnahme — wer in dieser Zeit gewinnt, kann nicht auszahlen lassen, bis die Prüfung durch ist.
Das Einzahlungslimit beträgt 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt (§ 6c Abs. 1). Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, und 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler —, aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Senkung eines Limits wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Diese siebentägige Wartezeit ist das eleganteste Detail im ganzen Regelwerk. Sie trifft nicht den Spieler, der in Ruhe plant, sondern den, der in einer Nacht eine Idee hat.
Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist untersagt (§ 6h); die Aktivitätsdatei macht es sichtbar. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird (§§ 8, 8a). Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus (§ 6i Abs. 3).
Offshore-Angebote sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Der Satz ist kurz und hat harte Folgen: Ein Limit, das man dort nicht selbst setzt, existiert dort nicht, und eine Sperre, die man nirgendwo eintragen lässt, ist nur eine Absicht.
Zahlungen sind reglementiert (§ 6b Abs. 4): nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind unzulässig — der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).
Zur Besteuerung privater Gewinne aus Sportwetten gibt es auf Primärebene nichts Belastbares — die allgemeine Auskunft lautet, einen Steuerberater zu fragen. Wer eine verlässliche Antwort braucht, sollte sie dort holen und nicht auf einer Wettseite.
Wettarten und Quoten — was ein Rechner womit tut
Ein Rechner für Einzelwetten ist eine Multiplikation. Ein Rechner für Systemwetten ist eine Liste von Multiplikationen mit gemeinsamem Einsatz — und genau deshalb gibt es Systemwetten überhaupt.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette
Bei der Einzelwette gilt der Satz aus dem Einstieg: Einsatz × (Quote − 1) ergibt den Reingewinn. Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Dass der Einsatz hier nicht pro Ereignis gedacht ist, ist der Punkt, an dem Anfänger am häufigsten falsch rechnen.
Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als „X aus Y“ angegeben; jede dabei entstehende Kombination heißt Wettreihe. Wer sechs Auswahlen als „3 aus 6“ spielt, setzt nicht eine Kombination, sondern 20. Damit ist der Zweck des Systems benannt: Es verteilt einen Einsatz über viele Reihen und ermöglicht einen Teilgewinn, wenn ein Teil der Tipps danebenliegt. Der angezeigte mögliche Gewinn ist der Höchstbetrag bei lauter richtigen Tipps — nicht das, was wahrscheinlich herauskommt.
Die gebräuchlichen Systeme und was sie kosten
Die Wettarten unterscheiden sich in der Zahl der Einzelwetten, der Einsatzverteilung und im möglichen Gewinn. Diese Unterschiede sind der Grund, warum ein Systemwettenrechner zuerst die Anzahl der Wettreihen kennen muss, bevor er irgendeine Zahl ausgeben kann. Die Zahl hinter dem Namen nennt sie direkt.
Trixie — 3 Auswahlen, 4 Wetten. Drei Zweierkombinationen und eine Dreierkombination. Zwei von drei Treffern reichen für einen Teilgewinn.
Yankee — 4 Auswahlen, 11 Wetten. Sechs Zweier-, vier Dreier- und eine Viererkombination. Wer nach „Super Yankee“ sucht, landet beim selben Bauplan mit einer Auswahl mehr.
Lucky 15 — 4 Auswahlen, 15 Wetten. Die elf Reihen des Yankee plus vier Einzelwetten. Ein einziger Treffer zahlt bereits etwas zurück, während der Yankee dabei leer ausgeht.
Heinz — 6 Auswahlen, 57 Wetten. Fünfzehn Zweier-, zwanzig Dreier-, fünfzehn Vierer-, sechs Fünfer- und eine Sechserkombination.
Lucky 63 — 6 Auswahlen, 63 Wetten. Die 57 Reihen des Heinz plus sechs Einzelwetten.
Super Heinz — 7 Auswahlen, 120 Wetten. Der Gesamteinsatz wird durch 120 geteilt, nicht durch sieben.
Goliath — 8 Auswahlen, 247 Wetten. Wer hier mit 1 € pro Reihe plant, steht bei 247 € Gesamteinsatz. Diese Zahl — nicht die Quote — ist das Erste, was ein guter Rechner anzeigt.
Bei Winamax ergibt sich der Preis einer Systemwette P/N aus N!/(P! × (N-P)!), multipliziert mit dem Einzeleinsatz; der Gesamteinsatz steht unten im Wettschein, und der angezeigte mögliche Gewinn ist der Höchstbetrag bei lauter richtigen Tipps. Bei bet365 berechnet der Wettrechner Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen; Eingaben sind Quote und Einsatz, Ausgaben Gesamteinsatz (Total Stake), Rückzahlung (To Return) und Gewinn beziehungsweise Verlust (Profit/Loss). Trixie, Yankee, Lucky 15, Lucky 63, Heinz, Super Heinz und Goliath sind dort als Systemwetten hinterlegt.
Die Auszahlungsquote — das Stück, das jede Quote verschweigt
In jeder Quote steckt eine Marge. Das ist kein Vorwurf an den Anbieter, sondern die Beschreibung dessen, womit er arbeitet. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt, berechnet als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ); die Marge ist 100 % minus diese Quote.
Ein illustrativer Zweiwegemarkt mit 1,90 zu 1,90 — ein Beispiel, kein zitierter Preis — ergibt zwei Kehrwerte von je rund 0,5263, zusammen 1,0526. Die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 95,0 %, die Marge bei rund 5,0 %. Auf 100 € Umsatz in diesem Markt bleiben im Durchschnitt etwa 5 € beim Anbieter.
Die Bandbreite ist der eigentliche Befund, und sie hängt am Markt, nicht am Haus: In klassischen Top-Ligen liegt die Marge häufig bei 3 bis 5 %, in Nebenmärkten und unteren Ligen deutlich höher, und bei Kombiwetten multiplizieren sich die Margen der Einzelmärkte zu einer einzigen, größeren. Genau das trifft die Leser, die es am wenigsten erwarten. Wer eine Fünferkombination spielt, kauft fünfmal dieselbe Marge, nicht einmal.
Ein Rechner zeigt immer die volle Rückzahlung bei gewonnenem Tipp. Die Marge rechnet er nicht in die Anzeige ein, weil sie längst in der Quote steckt, bevor er sie zu sehen bekommt. Das ist kein Mangel des Werkzeugs — es ist die Grenze dessen, was aus zwei Eingaben werden kann.
Quotenformate ineinander umrechnen
Es gibt drei Notierungen, und keine davon ist eine andere Sprache. Sie sind drei Schreibweisen desselben Verhältnisses.
Eine Dezimalquote von 5,50 entspricht bei 1 € Einsatz einer Auszahlung von 5,50 € und einem Reingewinn von 4,50 €; dieselbe Quote lautet als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450.
Die Logik dahinter: Die Dezimalquote nennt den Faktor, mit dem der Einsatz multipliziert wird. Die Bruchquote nennt den Reingewinn im Verhältnis zum Einsatz — 4,50 zu 1, gekürzt 9/2. Die US-Quote nennt entweder den Betrag, den man setzen muss, um 100 Einheiten Gewinn zu machen, oder den Gewinn, den 100 Einheiten Einsatz einbringen. Das Vorzeichen entscheidet, welche der beiden Lesarten gilt.
Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250; bei der US-Quote bedeutet −250, dass 250 $ gesetzt werden müssen, um 100 $ Gewinn zu erzielen. Hier wird die zweite Lesart greifbar: Der Wert ist negativ, weil der Einsatz über 100 liegt. Bei +450 ist es umgekehrt — 100 Einsatz bringen 450 Gewinn.
Wer Quote und Einsatz eingeben kann und die Auszahlung erhält, hat die eigentliche Arbeit schon hinter sich. Die Umrechnung ist ein Anzeigeproblem, kein Rechenproblem.
Die zehn erlaubten Anbieter und ihre Rechner
Zehn Marken stehen hier nebeneinander, und alle zehn teilen dieselbe Voraussetzung: die deutsche Erlaubnis. Das ist der Filter, der die Liste zusammenhält, und es ist der einzige. Was danach kommt, sind Unterschiede — in den Bonusbedingungen, in der Sichtbarkeit des Quotenabschlags, im Umfang der Systemwetten.
Bevor die einzelnen Häuser drankommen, ein Blick auf das Register selbst:
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sporterlaubnis seit |
|---|---|---|
| AdmiralBet | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020; Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| LeoVegas | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber LVSports Limited | 21.10.2024 |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021; Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| bwin | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020; Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Winamax | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaberin WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021; Folgeerlaubnis 08.12.2022 |
| bpremium | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020; Folgeerlaubnis 21.12.2022 |
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| DAZN Bet | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| Tipwin | Sportwetten-Erlaubnis, Inhaber Tipwin Limited | 09.10.2020; Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024 |
Drei Erteilungsdaten fallen auf den 9. Oktober 2020. Das ist kein Zufall, sondern das erste Vergabefenster nach dem Anlaufen des GlüStV 2021 — wer damals dabei war, hat einen Startvorteil, der sich bis heute im Register ablesen lässt. Die Einträge mit Folgeerlaubnissen erzählen eine andere Geschichte: Sie deuten auf eine Änderung im Hintergrund hin, einen neuen Inhaber, eine erweiterte Domain, einen abgelaufenen ersten Bescheid. Was sie nicht verraten, ist ein Enddatum, denn die Whitelist führt keines.
Die Tabelle ist eine Momentaufnahme vom 2. Oktober 2026, und wer sie zur Prüfung nutzt, sollte sie als solche behandeln. Sie sagt, wer heute darf. Sie sagt nicht, wie lange noch.
1. AdmiralBet — seit dem ersten Vergabetag dabei, mit wechselnder Struktur
AdmiralBet gehört zur österreichischen Novomatic-Welt, und die Whitelist führt für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin: Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnisse vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf der Casino-Domain besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022 — zwei Bescheide, zwei Domains, zwei Regelwerke.
Für Leser, die Beständigkeit höher hängen als das letzte Prozent Quote, ist das ein Argument: Kaum ein Haus in dieser Liste steht durchgehend so lange im regulierten Markt. Der Rechner ist bei einem Anbieter dieser Größe selbstverständlich für Einzel-, Kombi- und Systemwetten ausgelegt.
Was die drei Folgeerlaubnisse verraten, ist weniger erfreulich: Hinter einer gleichbleibenden Marke kann sich der Vertragspartner mehrfach geändert haben. Nach jedem Wechsel lohnt ein Blick in die Bedingungen, weil dort eine andere Gesellschaft als Gegenüber steht. Der Name an der Fassade bleibt, der Anspruchsgegner nicht.
Für alle, die nur nachrechnen wollen: Ein Konto braucht es dafür nicht. Die Angaben zu Wettarten und Systemformen stehen auf den öffentlichen Rechnerseiten der Anbieter.
2. LeoVegas — Casino zuerst, Sportwette später
Die LVSports Limited ist auf der Whitelist als Betreiberin von LeoVegas geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21. Oktober 2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023. Die Reihenfolge ist der eigentliche Befund: Die Casino-Erlaubnis kam rund 20 Monate früher. Marken dieser Herkunft sind zuerst Casino, dann Sportwette — und wer den Rechner sucht, landet auf einer Seite, deren halbe Oberfläche von etwas anderem erzählt.
Das ist kein Makel, aber ein Hinweis darauf, wo die Prioritäten historisch lagen. Ein reiner Sportwettenanbieter behandelt Systemwetten und Wettarten anders als ein Haus, das sie als zweites Standbein führt. Wer Trixie, Yankee und Goliath regelmäßig braucht, sollte das vor der Registrierung prüfen — und zwar im Sportwettenbereich, nicht im Casino. Das klingt banal; es ist der häufigste Fehlklick.
Ein Detail für alle, die über eine Schwestermarke kommen: Es gilt eine Erlaubnis pro Domain. Wer über eine andere Adresse Zugang findet, hat eine andere Erlaubnis geprüft und die hier nicht.
3. VBet — maltesischer Inhaber, deutsche Domain, junge Erlaubnis
Die SCGO Limited veranstaltet die Sportwetten unter VBet. Ihr Sitz ist der Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für VBet seit dem 5. Dezember 2023.
Der Firmensitz im EU-Ausland ist kein Nachteil, sondern die Standardkonstruktion dieses Marktes: Eine maltesische Gesellschaft hält den Betreibervertrag, die deutsche Domain trägt das Angebot, die Behörde führt beides. Wer den Sitz liest und daraus Zurückhaltung ableitet, verwechselt die zwei Ebenen, auf denen eine Erlaubnis geprüft wird — Domain und Inhaber, getrennt.
Der Rechner ist klassisch aufgebaut: Quote und Einsatz rein, Auszahlung und Gewinn raus. Der Prüfstein für jedes solcher Werkzeuge sind die Systemwetten. Ein Rechner, der nur Einzel- und Kombiwetten kennt, ist eine bessere Taschenrechner-App; einer, der Trixie und Yankee als eigene Formen führt, ist ein Wettwerkzeug.
4. Betano — Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming in der App
Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder (mehrere Märkte eines Spiels kombinieren), Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Auf der Whitelist steht für Betano die Betkick Sportsbetting Limited mit einer Sporterlaubnis seit dem 19. Februar 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022.
Wenn man diese Funktionsliste liest, fällt eines auf: Kaum eine davon hat mit einem Rechner zu tun. Ein Bet Builder multipliziert die Quoten mehrerer Märkte desselben Spiels zu einer Kombiquote — gerechnet wird danach mit derselben Formel wie bei jeder Kombiwette. Die interessante Frage ist nicht, ob der Rechner das kann, sondern ob der Wettschein die Gesamtquote so anzeigt, dass man sie nachrechnen kann.
Cash Out ist im deutschen Rahmen nirgends geregelt und allein Sache des Anbieters. Der Preis einer vorzeitigen Auszahlung hängt vom Spielverlauf ab und steht deshalb vorher nirgends fest. Ein Cash Out ist folglich eine Wette gegen das eigene Haus auf einem Markt, den nur das Haus bepreist — kein Nachteil, aber auch kein Werkzeug, das man vorher kalkulieren könnte.
Beim Live-Streaming lohnt die Erinnerung an das, was oben zur Live-Wette steht: Erlaubt sind während eines laufenden Ereignisses nur Endergebnis, nächstes Tor, nächster Satz. Ein voller Live-Bereich ist bei einem erlaubten Anbieter deshalb nicht zu erwarten — nicht aus Zurückhaltung, sondern aus der Rechtslage.
5. bwin — Cashout, Live-Streams und Boosts, die den Wettschein verändern
Die „bwin – Sportwetten App“ wird im Apple App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Cashout in manueller und automatischer Form, Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Auf der Whitelist ist für bwin die bwin (Deutschland) Limited geführt, mit einer Sporterlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022.
Die beiden Boosts sind für alle interessant, die nachrechnen. Ein Kombi-Boost erhöht die Quote einer Kombiwette, ein Quoten-Boost die einer Einzelwette. Solche Zuschläge hängen an Bedingungen — Mindestzahl der Auswahlen, Mindestquote, Höchstbetrag — und der Rechner im Wettschein zeigt danach nur den erhöhten Wert. Wer den Effekt beurteilen will, braucht beide Zahlen: die Grundquote und die geboostete. Sonst vergleicht man zwei Wetten, die nicht dieselbe sind.
Der automatische Cashout ist die stillere Variante: Wer eine Schwelle setzt, lässt sich auszahlen, wenn ein bestimmter Gewinnstand erreicht ist. Der Preis dieser Auszahlung steht nirgends fest, weil er vom Verlauf abhängt. Live-Statistiken wiederum sind das, was kein Rechner liefert — Kontext. Wer sie mit dem Kalkül verbindet, hat eine vollständigere Grundlage als jemand, der nur die Quote sieht.
6. Winamax — der weichste Bonus in dieser Zehnergruppe
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05.
Man sollte diesen Satz zweimal lesen. Keine Umsatzbedingungen für die Freebets heißt: Gewinne aus dem Freebet sind ohne weitere Umsatzschleife auszahlbar. Umgesetzt wird nur die Einzahlung, und zwar einmal, und auch das nur bis maximal 100 €. In einer Gruppe, in der Fünffach- und Siebenfach-Umsätze normal sind, ist das die mit Abstand weichste Regelung — und der Grund, warum sie hier nicht in einer Werbezeile steht, sondern in den Bedingungen.
Auf der Whitelist ist für Winamax die WINAMAX (Société anonyme) geführt, mit einer Sporterlaubnis seit dem 29. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022. Für Systemwetten gilt die eigene Formel N!/(P! × (N-P!)) multipliziert mit dem Einzeleinsatz; der Gesamteinsatz steht unten im Wettschein, der angezeigte mögliche Gewinn ist der Höchstbetrag bei lauter richtigen Tipps.
Dazu passt die Bewerbung mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ im Footer, gestützt auf eine Odoxa-Studie über 2.967 Spiele aus fünf Monaten des Jahres 2025. Die Spannung zwischen einer harten Bewerberzahl und einer sehr weichen Bonusregel ist nicht auflösbar, aber sie ist produktiv: Wenn der Bonus nach Gewinn schon auszahlbar ist, entscheidet die Qualität der Quoten im Alltag über den Vorteil — nicht der Werbesatz.
7. bpremium — fünfmal Bonus plus fünfmal Einzahlung
Bei bpremium können Bonusgewinne aus Sportwetten laut den Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung ausgezahlt werden, bei Dezimalquoten ab 1,7; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.
Der Satz enthält mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Der Umsatz bezieht sich auf zwei Summen gleichzeitig — Bonus und zugehörige Einzahlung. Bei 50 € Bonus und 50 € Einzahlung sind 100 € die Basis, der geforderte Umsatz liegt bei 500 €. Die Mindestquote von 1,7 filtert zusätzlich: Wer mit niedrigen Quoten arbeitet, sammelt keinen Umsatz, und die 500 € sind dann nicht erreicht, wenn man es glaubt.
Auf der Whitelist steht für bpremium die Ladbrokes (Deutschland) Limited, mit einer Sporterlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Der Inhabername ist der interessantere Teil der Zeile: Hinter einer kleineren Marke steht eine der bekanntesten Wettgesellschaften, und wer das weiß, ordnet die Bedingungen anders ein als bei einem unbekannten Anbieter.
Für die Rechnerei bleibt festzuhalten, dass der Umsatzfaktor die prägende Zahl ist. Ein Wettrechner beantwortet, was ein einzelner Gewinn auszahlt. Was ein Bonus kostet, beantwortet nur eine Rechnung aus Basis mal Faktor geteilt durch den Einsatz pro Wettschein.
8. MERKUR BETS — eine Marke mit langer Herkunft und einer kurzen Aktion
Auf der Whitelist steht für MERKUR BETS die Merkur Bets Malta Limited mit einer Sporterlaubnis seit dem 6. November 2023. Die Marke kommt aus der deutschen Automatenwelt und ist dort seit Jahrzehnten präsent — im Sportwettenmarkt ist sie dagegen eine der jüngeren Erlaubnissen dieser Liste. Herkunft und Erlaubnisdatum erzählen zwei verschiedene Geschichten, und wer vergleicht, sollte die zweite lesen.
Der MERKUR BETS CLUB schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 9. Juni 2025 bis 14. Juli 2025.
In diesem einen Satz stecken vier Bedingungen für fünf Euro: drei Auswahlen, Gesamtquote ab 4,00, Wocheneinsatz ab 25 €, Auszahlung erst am Montag danach. Wer das Verhältnis sieht, erkennt das Wesen der Aktion sofort — es ist eine Bindung über den Wocheneinsatz, keine Belohnung für einen Treffer. Und die wichtigste Zahl ist die harmloseste: Der Aktionszeitraum ist seit dem Sommer 2025 beendet. Wer sie in einem Vergleich findet und für laufend hält, hat einen geschlossenen Vorgang für lebendig gehalten.
9. DAZN Bet — der Quotenabschlag, der im Kontoverlauf steht
Auf der Whitelist steht für DAZN Bet die DZBT Operations Limited mit einer Sporterlaubnis seit dem 22. August 2023. Bei DAZN Bet wird auf jede Sportwette ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, der auch als Wettsteuer bekannt ist; er wird automatisch berechnet, und im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette sichtbar.
Bemerkenswert ist vor allem der Ort der Offenlegung. Statt den Kostenfaktor in die Quote einzurechnen und dazu zu schweigen, wird er als eigene Zeile geführt. Der Abschlag wird auf den Bruttogewinn der gewonnenen Wette erhoben, nicht auf den Einsatz — bei einer verlorenen Wette entsteht gar kein Abschlag. Bei einer Wette zu Quote 2,00 mit 10 € Einsatz liegt der Bruttogewinn bei 10 €, der Abschlag bei 0,50 €.
Und hier lohnt die zweite Frage, die man sonst nicht stellt: Ist der transparente Weg auch der günstigere? Das lässt sich nicht sagen, weil die Höhe des Abschlags und die Höhe der Grundquote zwei Hebel sind, an denen dasselbe Haus drehen kann. Ein Abschlag von 5 % auf eine vergleichsweise großzügige Quote ist etwas anderes als derselbe Abschlag auf eine knappe. Die Bedingung, unter der der Abschlag zu beurteilen ist, ist also die Grundquote — und die steht im Wettschein, bevor die Wette angenommen wird.
10. Tipwin — Umsatz mit Deckel, Mindestquote und klaren Zahlen
Der Sportwetten-Willkommensbonus von Tipwin beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80.
Das ist der klassische Aufbau eines Willkommensbonus, und er ist sauber dokumentiert. Die drei Zahlen, die tragen, sind Prozentsatz, Umsatzfrequenz und Mindestquote. Bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus liegt die Basis bei 200 €, der geforderte Umsatz bei 1.400 €. Die Deckelung von 100 € pro Wettschein ist die weniger sichtbare Grenze: Wer mit großen Einzelwetten umsetzt, braucht mehrere Scheine, sonst zählt ein Teil der Einsätze nicht. Und die Mindestquote von 1,80 begrenzt die Auswahl der Wettscheine, die für den Umsatz überhaupt in Frage kommen.
Auf der Whitelist steht für Tipwin die Tipwin Limited mit einer Sporterlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 27. Dezember 2022 und 9. Januar 2024. Eine der längsten Ketten dieser Liste — ein Hinweis darauf, dass über die Jahre mehrfach nachjustiert wurde, nicht auf ein Problem.
Bemerkenswert bleibt, dass hier nichts versteckt ist und trotzdem Rechenarbeit anfällt. Wer die 1.400 € vor der Annahme ausrechnet und dann ablehnt, hat genau die Entscheidung getroffen, zu der ein Umsatzfaktor verhelfen soll.
Was die zehn wirklich trennt
Alle zehn Häuser erlauben Sportwetten in Deutschland, und alle zehn haben einen Rechner für Einzel- und Kombiwetten. Der Unterschied liegt damit nirgends mehr darin, ob ein solches Werkzeug existiert — er liegt in dem, was daneben im Kleingedruckten steht.
Drei Kennzahlen machen eine Wette tatsächlich teuer oder günstig: die Mindestquote eines Bonus, die Umsatzfrequenz und die Frage, ob ein Quotenabschlag auf den Bruttogewinn erhoben wird. Wer will, kann auch die angebotenen Quoten vergleichen — der Maßstab dafür ist dann die Auszahlungsquote des Marktes, nicht die Höhe einer einzelnen Zahl.
Und ein Punkt, der bei keiner Prüfung fehlen sollte: Wer eine deutsche Erlaubnis sehen will, schlägt die Domain in der Whitelist nach und liest dort den Inhaber. Der Inhaber ist der Vertragspartner. Ein Konto, das auf eine andere Firma lautet, ist ein anderes Angebot.
Grundlagen: Wettrechner für Einzel- und Kombiwetten
Zum Schluss das Handwerk, mit dem man anfängt, nicht das, womit man aufhört.

Wie ein Rechner eine Einzelwette ausrechnet
Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1). Bei 20 € Einsatz und Quote 2,50 wird der Einsatz mit 1,50 multipliziert: Der Reingewinn liegt bei 30 €, die Auszahlung — also Einsatz plus Gewinn — bei 50 €.
Der Unterschied zwischen Auszahlung und Reingewinn ist die einzige Zahl der Wettmathematik, bei der sich Fehler lange halten, weil beide plausibel klingen. Die Auszahlung sieht größer aus; der Gewinn ist das, was tatsächlich dazukommt.
Kombiwette und Systemwette — der Unterschied, der übersehen wird
Für Kombiwetten werden die Einzelquoten multipliziert. Drei Tipps zu 1,80, 2,20 und 1,50 ergeben zusammen 5,94; bei 10 € Einsatz eine Auszahlung von 59,40 € und einen Reingewinn von 49,40 €. Die Formel bleibt dieselbe — sie nimmt die Quote nur aus einer Kette.
Dass bei einer Kombiwette jedes Ereignis stimmen muss, merkt man erst, wenn drei von vier Treffern zu null führen. Eine Systemwette fasst mehrere Kombinationen zusammen und wird als „X aus Y“ angegeben; jede dabei entstehende Kombination heißt Wettreihe. Der Unterschied zur Kombiwette liegt nicht in der Einschätzung der Spiele, sondern im Bau: Beim System bleiben die Reihen im Rennen, die von den falschen Tipps nicht berührt werden, und das Ergebnis ist ein Teilgewinn statt null oder alles.
Die Konsequenz daraus sollte man vorher aussprechen: Ein System verkleinert den Schaden. Es vergrößert nicht die Chance.
Wovon der tatsächliche Gewinn abhängt
Ein Rechner arbeitet mit der Quote, die er bekommt. Was er nicht weiß, ist, ob diese Quote gut ist. Zwei Anbieter können für dasselbe Ereignis unterschiedliche Quoten stellen, und der Unterschied steckt in der Marge, nicht in der Prognose.
Deshalb ist der Quotenvergleich die eigentliche Arbeit und der Rechner nur das Werkzeug. Ein Rechner, dem man die Quote füttert, die man ohnehin sieht, sagt nichts Neues — er macht nur die Reihenfolge sichtbar: erst die Quote, dann Einsatz und Kalkül, dann die Auszahlung.
Diese Reihenfolge beantwortet auch die naheliegende Frage, ob ein Wettrechner die Gewinnchance verbessert. Er verbessert die Rechenleistung, nicht die Vorhersage. Zwischen beidem liegt der Unterschied zwischen einem Taschenrechner und einem Sachverständigen.
Für wen sich was eignet
Wer zum ersten Mal rechnet, sollte mit der Einzelwette anfangen, weil dort der ganze Mechanismus auf zwei Zahlen passt: Einsatz, Quote, Auszahlung, Gewinn. Das ist in einer Minute geübt und danach nie wieder falsch.
Wer Kombiwetten mag, sollte den Rechner benutzen, um zu sehen, wie schnell Quoten wachsen — und sich dazu sagen, dass ein Produkt nur dann zählt, wenn alle Faktoren stimmen. Wer Systemwetten ausprobieren will, fängt mit Trixie oder Yankee an; beide sind in der Struktur überschaubar, und der Gesamteinsatz lässt sich im Kopf gegenprüfen. Wer direkt auf Goliath geht, spielt 247 Reihen — und diese Zahl ist die eigentliche Botschaft, nicht der mögliche Gewinn daneben.
Bleibt die Frage der Formate. Wer einen Rechner mit Bruchquoten aus einem englischen Umfeld ansieht, sollte wissen, dass 9/2 dasselbe ist wie 5,50 im Dezimalformat. Die Anzeige wechselt, der Preis nicht.
Die eigentliche Einsicht ist unspektakulär: Ein Wettrechner ist eine gute Sache, solange man weiß, was er tut. Und was er tut, ist eine Multiplikation mit zwei Eingaben. Alles Weitere — ob die Wette gut ist, ob der Bonus sich lohnt, ob das Haus eine Erlaubnis hat — entscheidet sich außerhalb des Rechners.
Häufige Fragen
Wie berechnet sich der Reingewinn einer Einzelwette aus Einsatz und Quote?
Der Reingewinn errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1). Bei 20 € Einsatz und Quote 2,50 liegt er bei 30 €, die Auszahlung bei 50 €. Der Einsatz kommt zur Auszahlung hinzu, zählt aber nicht als Gewinn. Diese Unterscheidung ist der Punkt, an dem in Wettbeschreibungen die meisten Zahlenfehler passieren.
Wie viele Einzelwetten stecken in Systemwetten wie Trixie, Yankee oder Lucky 15?
Trixie umfasst 3 Auswahlen und 4 Wetten, Yankee 4 Auswahlen und 11 Wetten, Lucky 15 4 Auswahlen und 15 Wetten. Die Zahl hinter dem Namen nennt die Zahl der Wettreihen. Beim Lucky 15 kommen zu den Kombinationen des Yankee noch vier Einzelwetten hinzu.
Wie lassen sich Dezimalquote, Bruchquote und US-Quote ineinander umrechnen?
Alle drei beschreiben dasselbe Verhältnis. Eine Dezimalquote von 5,50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450, eine Dezimalquote von 1,40 entspricht 2/5 und −250. Die Dezimalquote ist der Faktor zum Einsatz, die Bruchquote der Gewinn im Verhältnis zum Einsatz, die US-Quote der Bezug auf 100 Einheiten.
Berücksichtigen Wettrechner die Sportwettensteuer von 5,3 %?
Das hängt vom Anbieter ab. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % auf die um die Steuer geminderte Bemessungsgrundlage, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags; ob und wie sie weitergegeben wird, entscheidet der Veranstalter. Bei DAZN Bet wird auf jede Sportwette ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, bei ODDSET fällt eine Gebühr von 5 % auf den Bruttogewinn an.
Was leistet Dutching und wie verteilt ein Rechner dabei den Einsatz?
Dutching verteilt den Einsatz so, dass bei jedem der abgedeckten Ergebnisse dieselbe Auszahlung herauskommt. Bei Quoten von 1,90 und 1,90 verteilen sich 100 € Einsatz zu rund 52,63 € und 47,37 €, die Auszahlung liegt bei etwa 100 €. Ein Gewinn entsteht nur, wenn kein weiterer, nicht abgedeckter Ausgang eintritt.
Woran lässt sich erkennen, dass ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat?
An der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, an nichts sonst. Der Listenstand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge. Für jede Marke ist dort der Inhaber vermerkt; nur die aufgeführte Domain nimmt Sportwetten an. Eine .de-Domain ohne Eintrag beweist keine Erlaubnis.
Wettarten – Sportwetten in Deutschland
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
