Sportwetten-Anbieter unter der Lupe: Wer die Erlaubnis hat, wer sie nur behauptet

Updated Oktober 2026
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Aktuell geprüft am 30. Oktober 2026; Erlaubnisangaben abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Wer in Deutschland nach einem Sportwetten-Anbieter sucht, stößt auf zwei völlig verschiedene Sorten Betrieb. Die eine hat eine Erlaubnis, die andere behauptet eine. Der Unterschied ist nicht kosmetisch: Auf der Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen im Stand vom 2. Oktober 2026 genau 30 Einträge, davon 27 mit einer Sportwetten-Erlaubnis. Alles andere, was im Netz mit deutschen Texten, deutschen Fußballwetten und einem Curaçao-Siegel wirbt, ist etwas anderes — und die Behörde hat im September 2026 ausdrücklich vor solchen Angeboten gewarnt.

Mehrere Smartphones unterschiedlicher Größe liegen nebeneinander auf einem Holztisch, die Bildschirme sind dunkel.
Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29.06.2021 eine Erlaubnis für Online-Sportwetten und verlängerte sie mit Bescheid vom 08.12.2022.

Diese Seite sortiert das Feld. Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis, ihre Zahlungswege, ihr Live-Angebot, ihre Bedingungen — und die Rechnung, die in jeder Quote steckt und die kein Willkommensbonus wegzaubert.

Zahlungswege und Auszahlung: warum „schnell“ kein Merkmal ist, das ein Anbieter besitzt

Wer eine Auszahlung anstößt, wartet selten auf den Buchmacher. Er wartet auf zwei Dinge: auf die Prüfung des Kontos und auf die Bank. Das ist der erste Punkt, an dem die Werbung vom Mechanismus abweicht.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Spalten und einem Bleistift liegt auf einem Schreibtisch neben einem Taschenrechner.
Als Anbieter von bwin führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Einzahlung nur vom eigenen Konto — die Regel, die alles andere bestimmt

§ 6b Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags lässt Einzahlungen ausschließlich von einem Zahlungskonto zu, das auf den Namen des Spielenden selbst läuft, bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Klingt nach Formalie, ist aber die Regel, die das halbe Zahlungsmenü aussortiert.

Sie schließt anonyme Zahlungsmittel aus. Krypto verschwindet damit aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenmarkt, egal wie oft eine Suchanfrage „Bitcoin Sportwetten Anbieter“ suggeriert, es gäbe sie dort. Anonymes Prepaid fällt unter dieselbe Kante. PayPal funktioniert, weil dahinter ein verifiziertes Konto mit Namen steht. Klarna, Karte und Überweisung funktionieren aus demselben Grund.

Ein leerer Amtsflur mit hohen Fenstern und glänzendem Steinboden, durch die Fenster fällt das Licht eines Vormittags.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Was der Spieler davon hat, ist unbequem und wertvoll zugleich: Sein Geld liegt bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis auf einem Treuhandkonto und ist insolvenzgeschützt. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6 und 7). Kein Offshore-Anbieter schreibt so etwas ins Impressum.

Der Unterschied zwischen Zahlungswegen liegt nicht bei den Anbietern

Eine Auszahlung dauert, weil zwischen Auszahlungsauftrag und Geldeingang mehrere Stellen sitzen. Der Anbieter prüft und gibt frei, das Institut führt aus, und bei Karte und Überweisung läuft es über das klassische Bankensystem, während PayPal und vergleichbare Dienste innerhalb ihres eigenen Netzes verrechnen. Wer die Wahl hat, wählt nicht den „schnellsten Anbieter“, sondern den kürzesten Weg aus seinem Guthaben heraus.

Praktisch heißt das: Online-Bezahldienste und Karte sind die Wege, auf denen ein Betrag ohne Umweg über ein Fremdsystem beim Verbraucher ankommt. Die Überweisung ist der langsamste und der am wenigsten kontrollierbare. Was ein bestimmter Anbieter an Wegen offen hält, steht in seinen eigenen Bedingungen und nirgends sonst — kein Staatsvertrag schreibt ihm eine Zahlungsmarke vor.

Wie das im Alltag aussieht, wenn es klemmt

Der Ablauf ist fast immer derselbe. Einzahlung vom eigenen Konto, Verifizierung spätestens vor der ersten Auszahlung, Auszahlungsauftrag, Freigabe, Gutschrift. Staut es sich, liegt der Engpass fast nie am Wettanbieter, sondern an einer Kontonummer, die nicht zum Kontoinhaber passt, oder an einer Verifizierung, die noch offen ist.

Genau hier wird die Ein-Konto-Regel zur Falle für gut gemeinte Konstruktionen in der Familie. Das Konto der Partnerin einzahlen lassen ist bequem und führt dazu, dass die Auszahlung später an einer Namensabweichung hängt. Ein Spieler, der das einmal erlebt hat, prüft den Kontoinhaber danach zweimal.

Live-Wetten und Cash-out: was während eines laufenden Spiels noch erlaubt ist

Live-Wetten sind der Punkt, an dem das deutsche Recht am sichtbarsten in das Produkt hineinregiert. § 21 Abs. 4 GlüStV erlaubt während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor oder den nächsten Satz. Was in anderen Ländern das ganze Spiel über angeboten wird — nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball — fällt hier weg, weil es zu häufig passiert.

Wo die Grenze genau verläuft

Nächstes Tor im Fußball: zulässig. Nächster Satz im Tennis: zulässig. Nächster Punkt im Tennis: nicht zulässig. Nächster Korb im Basketball: nicht zulässig. Die Linie ist nicht willkürlich gezogen, sie folgt der Häufigkeit: Je öfter ein Ereignis eintreten kann, desto mehr riecht es nach Dauerwette am Spielgeschehen, und desto klarer ist es untersagt.

Ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis hat daran nichts zu rütteln. Wenn in einer Werbung ein Spieler mit einem Live-Wettschein auf den nächsten Aufschlaggewinn zu sehen ist, ist das kein deutsches Produkt.

Cash-out dagegen ist überhaupt nicht reguliert. Weder der Glücksspielstaatsvertrag noch eine Regelung der GGL nennt die Funktion. Sie ist Anbietermerkmal, eine freiwillige Rückkaufoption, und jeder Anbieter gestaltet sie nach eigenem Ermessen — mit eigenen Aufschlägen, eigenen Grenzen und eigenem Verfügbarkeitsfenster. Wer einen Anbieter danach auswählt, sollte sich dessen Cash-out-Bedingungen selbst durchlesen, nicht die einer Vergleichsseite.

Was Cash-out den Spieler kostet

Die Auszahlung eines Cash-outs ist systematisch niedriger als die Quote auf dem Wettschein, weil der Buchmacher die Position nicht zum fairen Wert zurückkauft. Er kauft sie zu seinem Wert. Bei einem Spiel, das gut läuft, ist die Abweichung klein und der Verlust verschmerzbar. Bei einem Spiel, das gerade kippt, ist der Abschlag am größten — genau in dem Moment, in dem die meisten Spielenden die Funktion nutzen.

Das ist keine Kritik an der Funktion, sondern eine Beschreibung ihres Preises. Cash-out ist ein Werkzeug für den, der vor dem Anpfiff weiß, dass er eine Position nicht bis zum Ende halten will. Es ist ein teures Trostpflaster für den, der in der 70. Minute die Nerven verliert.

Wann Live-Wetten ihren Sinn haben

Live-Wetten sind am nützlichsten für Spielende, die ein Ereignis ohnehin verfolgen und einen klaren Blick darauf haben, wie es gerade steht. Die Quote bewegt sich mit dem Spielverlauf, und wer sich in der 60. Minute über den Rückstand eines Favoriten ärgert, findet dort die teurere Gegenposition. Wer dagegen nur das Ende eines Spiels in einer Quote handeln will, ist mit einer Vorabwette besser bedient: Dort gibt es keine Liquiditätszuschläge und keine Live-Margen.

Prognosen und Strategie: was ein Tipp leisten kann und was nicht

Zu den meistgesuchten Begriffen dieses Themas gehört „sichere Sportwetten Anbieter“. Der Begriff ist falsch gebaut. Kein Anbieter macht eine Wette sicher, weil kein Anbieter das Ergebnis kennt.

Wie eine Einschätzung entsteht

Eine Prognose ist das Ergebnis von drei Dingen: Form, Aufstellung und Quotenvergleich. Form sagt, wie ein Team zuletzt gespielt hat. Aufstellung sagt, wer morgen aufläuft, und sie ändert sich bis kurz vor Anpfiff. Der Quotenvergleich sagt, welcher Anbieter für dieselbe Einschätzung den höheren Preis zahlt — und das ist der einzige der drei Teile, den der Spielende vollständig in der Hand hat.

Aus diesen drei Teilen entsteht eine Einschätzung. Sie bleibt eine Einschätzung. Es gibt keinen Buchmacher, der das Ergebnis kennt, und es gibt keinen, bei dem eine Wette ohne Verlustrisiko möglich wäre. Wer für einen Tipp zahlt, kauft eine Meinung, nicht eine Information.

Was ein „Tipp-Anbieter“ verkauft

Die Anbieter von Tipp-Paketen verkaufen eine Sache, die sich messen lässt: die eigene Bilanz. Was sie nicht liefern können, ist eine Garantie. Ein Tipp mit 70 Prozent Trefferquote ist ein guter Tipp. Er verliert trotzdem drei von zehn Malen, und in jedem einzelnen dieser drei Fälle ist er ein vollständiger Verlust.

Der einzige Vorteil, der sich in der Prognose tatsächlich horten lässt, liegt nicht im Wissen, sondern im Preis. Wer dieselbe Einschätzung zu 2,10 statt zu 2,00 bekommt, verbessert seine Erwartung, ohne mehr zu wissen. Das ist die einzige Stelle, an der ein Spielender den Markt überhaupt schlagen kann — und es ist eine kleine, unspektakuläre Stelle.

Der Anbieter als Vergleichsobjekt, nicht als Verbündeter

Wer den Markt für sich arbeiten lassen will, prüft Quoten über mehrere Anbieter, bevor er setzt. Das ist Arbeit, und es ist die einzige Arbeit mit einem messbaren Ertrag. Ein Konto bei zehn Anbietern einzurichten ist mühsamer als eines bei einem. Es ist aber der Unterschied zwischen einem Spielenden, der eine Quote nimmt, und einem, der sie sucht.

Wettarten und Quoten: wie die Marge verschwindet, bevor die Wette läuft

Die Quotenschlüssel-Rechnung ist der Teil des Sportwettmarkts, über den am wenigsten gesprochen wird. Sie erklärt, warum zwei Anbieter mit derselben Quote für dasselbe Spiel ein unterschiedlich gutes Geschäft sein können.

Ein Rechenbeispiel, das für keinen Anbieter steht

Zwei Ausgänge, beide mit Quote 1,90. Das ist kein abgeschriebener Preis, sondern ein Beispiel, um die Mechanik zu zeigen. Die Auszahlungsquote dieses Marktes ergibt sich aus 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 ≈ 0,950. Der Quotenschlüssel liegt bei etwa 95 Prozent, die Marge damit bei rund 5 Prozent.

Fünf Prozent klingt nach wenig, bis man es an einem Einsatz misst. Ein Spielender mit 500 € monatlichem Wettvolumen zahlt dieser Marge über die Zeit rund 25 €, unabhängig davon, wie geschickt er seine Wetten wählt. Bei einer Marge von drei Prozent wären es 15 €, bei sieben Prozent 35 €. Über ein Jahr ist das keine Rundungsdifferenz mehr, sondern ein Betrag an der Größenordnung eines Monatsbudgets.

Der Quotenschlüssel ist die Kehrseite der Marge: 95 Prozent Auszahlung und 5 Prozent Marge beschreiben denselben Markt von zwei Seiten. Wichtig ist, dass beide Zahlen an denselben Markt gebunden sind. Der Quotenschlüssel eines 1X2-Marktes ist nicht der Quotenschlüssel eines Handicap-Marktes, und der einer Fußballpartie ist nicht der einer Tennismatch. Wer den Markt wechselt, wechselt auch die Zahl.

Einzelwette, Kombi und was die Legs miteinander tun

Die Einzelwette ist die einfachste Form: ein Ereignis, ein Einsatz, eine Quote. Die Auszahlung folgt der Rechnung Einsatz × Quote, der Nettogewinn entspricht Einsatz × (Quote − 1).

Die Kombiwette bündelt mehrere Ereignisse, und die Quoten multiplizieren sich zu einem Preis. Aus drei Legs mit 2,00, 2,00 und 2,00 wird eine Quote von 8,00 — verführerisch, bis man bemerkt, dass dieselbe Division auch auf die Wahrscheinlichkeiten wirkt. Die Marge jedes einzelnen Legs steckt mit in diesem Preis. Eine Dreierkombi trägt die Marge dreimal.

Systemwetten liegen dazwischen. Sie zerlegen eine Kombination in mehrere Einzelkombinationen über dieselben Tipps und federn einen einzelnen Fehler ab. Der Preis dafür ist, dass mehrere Einsätze anfallen und die überschaubare Zahl einfacher wird, nicht die bessere.

Ecken, Handicap und die Mindestquoten

Ecken-Wetten und Handicap-Wetten gehören zu den Märkten, die deutsche Anbieter im Rahmen ihres erlaubten Sportwettprogramms führen. Sie interessieren vor allem Spielende, die eine Einschätzung zum Spielverlauf haben, ohne auf die genaue Torzahl festgelegt zu sein. Ein Handicap von −1,0 für einen Favoriten bedeutet, dass der Sieg mit zwei Toren Abstand nötig ist — die Quote schiebt sich hoch, die Bedingung wird schärfer.

Die Mindestquote ist ein Begriff, der fast immer im Zusammenhang mit Bonusbedingungen auftaucht und selten im freien Wetteinsatz. Bei manchen Angeboten zählt nur, was über einer bestimmten Quote gesetzt wird. Wer dort mit 1,30 hantiert, baut an einem Umsatz, der nicht angerechnet wird.

Steuern: wer sie schuldet und wer sie merkt

Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz, abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind das etwa 5,03 Prozent. Diese Zahlen sind keine Spielerei mit Nachkommastellen: Wer die Steuer als 5,3 Prozent des Einsatzes beschreibt, beschreibt sie falsch.

Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spielenden (§ 19). Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst — ein Teil rechnet sie in die Quote ein, ein anderer weist sie separat aus. Wer sehen will, wie sein Anbieter damit umgeht, findet es in dessen eigenen Bedingungen. Und ein Punkt, der oft übersehen wird: Die Steuer trifft auch Anbieter ohne Erlaubnis. Eine bezahlte Sportwettensteuer ist deshalb kein Nachweis für eine Lizenz, sondern nur ein Hinweis darauf, dass jemand eine Abgabe abführt.

Sportarten und Turniere: wo das Wettprogramm dünn wird

Fußball, Basketball, American Football und Motorsport gehören zum Standardprogramm deutscher Anbieter. Wie tief das Angebot in jeder dieser Sportarten reicht, unterscheidet sich von Haus zu Haus — und genau dort liegen die Unterschiede, die eine Vergleichstabelle nicht einfängt.

Der Fußball trägt das Angebot

Fußball ist die Sportart, an der sich die Produkte fast aller Anbieter ausrichten. Die Bundesliga liefert die Liquidität, die internationalen Ligen füllen die Woche, und die Zahl der Märkte pro Spiel reicht von einer schmalen Auswahl bis zu einem Katalog aus Toren, Ecken, Karten und Spielerkombinationen.

Wer mehrere Spiele pro Woche verfolgt, profitiert von der Breite. Wer zwei Spiele im Monat setzt, merkt sie nicht. Die Tiefe des Wettprogramms lässt sich nicht in einem Prospekt ablesen, sondern nur im eigenen Konto: Was ein Anbieter tatsächlich anbietet, zeigt sich beim Öffnen der Sportart, nicht in der Werbung.

Was hinter dem Fußball kommt

Basketball und American Football haben in Deutschland treue, aber kleinere Anhängerschaften. Die NBA und die NFL sind für die meisten Anbieter gesetzt, kleinerte Ligen und zweite Spielklassen sind es nicht. Wer regelmäßig auf die NFL setzt, sollte vor der Anmeldung prüfen, ob die Liga in voller Breite geführt wird oder nur als Randnotiz zum Super Bowl.

Motorsport, insbesondere die Formel 1, gehört ebenfalls zum festen Bestand. Snooker und ähnliche Randsportarten tauchen dagegen je nach Haus unterschiedlich auf. Die ehrliche Erwartung: Je kleiner die Zielgruppe, desto größer die Unterschiede zwischen zwei Anbietern.

Wo das Angebot endet

Zwei Grenzen sind für deutsche Lizenznehmer verbindlich. Erstens: Nur Wettarten, die die GGL in ihrem Sportwettprogramm zugelassen hat, dürfen angeboten werden (§ 21 Abs. 5). Zweitens: Esports ist keine zugelassene Sportart. Die GGL stellt klar, dass Wetten auf Esports in Deutschland nicht möglich sind, weil Esports nicht als Sport anerkannt wird. Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis Esports-Wetten findet, hat entweder ein Missverständnis vor sich oder einen Anbieter, der seine Erlaubnis überdehnt.

Ebenfalls ausgeschlossen: Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen. Die GGL rechnet im Fußball alles unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Und Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind unzulässig — was die Auswahl an Themen, über die sich überhaupt setzen lässt, enger macht als in vielen anderen Ländern.

Neue Anbieter: woran ein Neuling zu erkennen ist, der es ernst meint

Ein neuer Name im Markt ist kein Ereignis. Ein neuer Name auf der Whitelist ist eines. Die Liste wird von der GGL geführt, und ihr Stand vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge — 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei Inhaber, die nur Pferdewetten veranstalten.

Das Erlaubnisdatum ist die aussagekräftigste Angabe

Die Whitelist nennt Erstdaten und Folgeerlaubnisse, sie nennt kein Enddatum. Eine Erlaubnis gilt zunächst fünf Jahre (§ 4c Abs. 1); wie lange sie tatsächlich läuft, verrät die Liste nicht, und niemand sollte ein Datum erfinden, das dort nicht steht.

Die Erstdaten sagen etwas anderes Wichtiges: wie lange ein Anbieter in diesem regulierten Rahmen arbeitet. bet365 und bwin waren im Herbst 2020 dabei. Betway folgte im März 2021, Winamax im Juni 2021. MERKUR BETS kam im November 2023, daznbet im August 2023, Vbet.de im Dezember 2023. LeoVegas erst im Oktober 2024. Bet3000.de wird mit dem Erstdatum 22. April 2026 geführt. Wer auf einen Neuling setzt, sollte diesen Unterschied im Kopf behalten: Ein Erlaubnisdatum von 2020 bedeutet fünf Jahre Umgang mit der Aufsichtsbehörde, ein Datum von 2026 bedeutet einige Monate.

Neue Anbieter sind Marken, keine Neugründungen

Interessant ist, wie oft hinter einem neuen Namen ein alter Halter steht. Die SCGO Limited betreibt Vbet.de und ist in der Whitelist zusätzlich mit Maxi333.de geführt, einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 21. Juni 2024. Die Merkur Bets Malta Limited betreibt MERKUR BETS, Merkur-sports.de, Xtip.de und Merkurslots.de. Die Betkick Sportsbetting Limited, ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan, erhielt im Februar 2021 ihre deutsche Erlaubnis über das Regierungspräsidium Darmstadt und bietet über Betano.de an.

Diese Verflechtung ist kein Makel, aber ein Hinweis darauf, wie man einen „neuen“ Anbieter prüft: nicht nach dem Namen der Marke, sondern nach dem Namen des Erlaubnisinhabers. Bei drei Marken desselben Halters gelten dieselben Aufsichtspflichten — und es lohnt sich, die Sportwetten-Erlaubnis von den Casino-Erlaubnissen zu trennen. Ein Halter mit Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele hat deshalb noch kein Sportwettenrecht, und umgekehrt.

Was ein Neuling praktisch bieten muss

Ein Anbieter mit junger Erlaubnis hat wenig Zeit, Vertrauen aufzubauen. Er kann es über den Preis versuchen, also über Quoten, oder über die Auszahlungspraxis, also über die Frage, wie schnell Guthaben beim Spielenden ankommt. Beides ist prüfbar, bevor man einzahlt.

Wer einen Neuling testet, sollte den ersten Auszahlungsvorgang klein halten. Ein Betrag, der für den Anbieter klein und für den Spielenden verkraftbar ist, sagt mehr über die Praxis eines Hauses als jede Beschreibung auf einer Vergleichsseite. Das ist keine Vorsichtsfloskel, sondern die einzige belastbare Prüfung, die ein Spielender in eigener Hand hat.

Rangliste: zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich

Alle zehn Häuser unten stehen mit ihrer Sportwetten-Domain auf der Whitelist, Stand 2. Oktober 2026. Die Reihenfolge folgt dieser Liste, nicht einer Bewertung durch Dritte.

Worauf die Tabelle schaut und worauf nicht

Die Tabelle nennt drei Dinge: die Marke, den Halter, den die Whitelist führt, und seit wann die Sportwetten-Erlaubnis gilt. Was sie nicht nennt, nennt sie bewusst nicht — Quoten und Margen hängen am konkreten Markt an einem konkreten Tag, und ein Wert in einer Vergleichstabelle wäre nach einer Woche falsch.

Zusammenfassung

Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist das einzige Instrument, das eine Erlaubnis für Sportwetten in Deutschland belegt. Ein Anbieter, der dort nicht steht, ist kein legaler Sportwettenanbieter, unabhängig von seinen Werbeversprechen oder einer ausländischen Erlaubnis.

Marke Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis (Whitelist) Sportwetten-Erlaubnis seit
bwin bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
NEO.bet Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Winamax WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
Interwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
MERKUR BETS Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
Betway Betway Limited 09.03.2021
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020

Die Spanne in der letzten Spalte reicht von September 2020 bis Oktober 2024. Wer sie liest, liest einen Erfahrungswert mit der Aufsichtsbehörde, und der ist nicht gleich verteilt.

Sportwetten-Anbieter: was einen Anbieter überhaupt ausmacht

Ein Anbieter von Sportwetten ist rechtlich ein Veranstalter. Er nimmt Einsätze auf feste Quoten an und zahlt nach dem amtlichen Ende des Ereignisses aus. Kein Spielausgang wird vorher gewusst, kein Gewinn vorher festgelegt.

Vier Dinge, die ein Angebot ausmachen

Die Erlaubnis steht am Anfang, weil sie über alles andere entscheidet. Ohne sie gibt es keinen Zugang zu OASIS und LUGAS, keine Einzahlung von einem geschützten Treuhandkonto und keinen deutschen Rechtsweg bei Streit.

Dann kommen die Quoten. Sie sind das einzige Produktmerkmal, das sich unmittelbar in Geld ausdrücken lässt, und das einzige, das der Spielende über einen Vergleich selbst beeinflussen kann.

Danach kommt das Wettprogramm: welche Sportarten, welche Märkte, wie viele Spiele pro Woche, wie tief die Auswahl pro Partie.

Zuletzt die Bedingungen. Umsatzanforderungen, Mindestquoten, Fristen und Auszahlungsgrenzen sind der Ort, an dem ein Angebot teuer wird, ohne dass es teuer aussieht.

Warum eine App kein Qualitätsmerkmal ist

Eine Anbieter-App ist Bequemlichkeit. Sie sagt nichts über Quoten, nichts über Auszahlungsverhalten und nichts über Bedingungen. Zwei Anbieter mit ähnlich guter App können wirtschaftlich völlig unterschiedlich arbeiten. Wer die App zum Hauptkriterium macht, prüft die Verpackung.

Nützlich ist die App für den Live-Wettenden, weil dort jede Sekunde zwischen Idee und Wettschein zählt. Für den, der einmal pro Woche setzt, ist sie ein Detail.

Test und Vergleich: was sie leisten können und was nicht

Ein Vergleich ist eine Momentaufnahme. Quoten und Margen veralten in Tagen, Bedingungen ändern sich mit jeder Vertragsversion. Was ein Vergleich leisten kann, ist eine Sortierung: Welche Häuser überhaupt in Frage kommen, welche Zahlungswege sie führen, welchen Ruf ihre Auszahlungspraxis hat. Was er nicht leisten kann, ist ein dauerhaftes Urteil über den „besten“ Anbieter, weil den niemand besitzt.

Rechtliche Lage: nur die Whitelist zählt

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) führt das Verfahren unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV), sie beaufsichtigt und sie ahndet (§ 28a). Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde.

Der eine Test, den es gibt

Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 ist der einzige belastbare Nachweis über eine Erlaubnis. Sie liegt beim Stand vom 2. Oktober 2026 mit 30 Einträgen vor. Eine .de-Domain hilft dabei nicht weiter: Jede dort gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist nichts. Genau diese Lücke nutzen Angebote, die mit deutscher Webadresse und ausländischem Sitz arbeiten.

Ausländische Erlaubnisse sind für Deutschland bedeutungslos. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ändert an der Erlaubnispflicht nichts. Das Angebot von Sportwetten an Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis ist unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich davor, an solchen Angeboten teilzunehmen.

Warum „Anbieter ohne OASIS“ kein Vorteil ist

Suchanfragen nach Anbietern ohne OASIS, ohne LUGAS oder ohne Verifizierung beschreiben nichts, was es bei einem legalen Anbieter geben kann. Wer eine deutsche Erlaubnis hat, ist an OASIS angeschlossen. Ein Haus, das mit fehlender Verifizierung wirbt, wirbt damit, dass es keine deutsche Erlaubnis hat.

Was ein Anbieter ohne Erlaubnis bietet, ist deshalb nicht Freiheit, sondern der Wegfall aller Sicherungen auf einmal: kein Selbstausschluss, keine Sperre, kein Einzahlungslimit über LUGAS, kein Treuhandkonto, keine deutsche Aufsicht. Ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat klingt lästig, bis man merkt, dass es auch der einzige automatische Schutz gegen einen schlechten Abend ist.

Was die Gerichte gerade tun

Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23). Der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € zurück, die er in den Jahren 2013 bis 2018 in Sportwetten verloren hatte.

Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten. Eine Ausnahme sieht er dort, wo Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Was das für den Spielenden bedeutet, ist schmaler, als die Schlagzeilen nahelegen. Eine Rückzahlung ist niemandem versprochen. Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Erstattung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt beim Europäischen Gerichtshof. Wer heute bei einem Offshore-Haus setzt, muss mit dem Verfahren leben, nicht auf seine Kosten setzen. Die mögliche Erstattung ist kein Geschäftsmodell.

Was eine deutsche Erlaubnis den Spielenden kostet

Die andere Seite derselben Rechnung: Wer bei einem Whitelist-Anbieter setzt, bekommt Rechtssicherheit und Spielerschutz — und zahlt dafür mit einem Standard-Einzahlungslimit von 1.000 € monatlich über alle Anbieter hinweg, mit eingeschränkten Live-Märkten, mit vollständiger Verifizierung und mit Einzahlungen ausschließlich vom eigenen Konto.

Das ist der eigentliche Vergleich, den ein Spielender anstellt. Nicht Offshore gegen Inland, sondern Reichweite gegen Rückgriff.

Spielerschutz: die Regeln, die jeder lizenzierte Anbieter einhalten muss

Diese Vorschriften gelten bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis, ohne Ausnahme. Sie sind keine Serviceleistung, sondern Bedingung der Erlaubnis.

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren zulässig (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter ist genau ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung (§ 6a). Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat und gilt über alle Anbieter hinweg; technisch durchgesetzt wird es über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen Einzelnen ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in einer Spanne von 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 Prozent seiner aktiven Spielenden — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.

Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist untersagt (§ 6h, Aktivitätsdatei). OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Wer sich dort mit einer Frist einträgt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Fristangabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus.

Ein Hinweis, der in Vergleichen oft fehlt: Offshore-Angebote sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Wer dort spielt, hat keine der hier beschriebenen Sicherungen — nicht eine.

Bonus und Gratiswette: was ein Willkommensangebot wirklich verlangt

Der Glücksspielstaatsvertrag regelt Sportwettenboni nicht. Es gibt keine Vorschrift, die eine Höhe festlegt oder deckelt. Beträge, Umsatzanforderungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Die vier Begriffe, die ein Bonusangebot ausmachen

Der Bonusbetrag ist die Zahl, die in der Werbung steht, und die am wenigsten aussagekräftige Angabe des ganzen Angebots. Ohne die anderen drei ist sie wertlos: 100 € können ein gutes Geschäft sein oder ein Arbeitsauftrag.

Die Umsatzanforderung sagt, wie oft der Betrag umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Sie ist der Hebel, an dem sich alles entscheidet. Fünfmal ist eine andere Größenordnung als dreißigmal.

Die Mindestquote sagt, welche Wetten überhaupt angerechnet werden. Wer unter dieser Schwelle setzt, baut einen Umsatz, der nicht existiert.

Die Frist sagt, bis wann das alles erledigt sein muss. Ein Umsatzziel ohne Frist ist selten, ein Umsatzziel mit kurzer Frist ist ein verschärftes Ziel.

Bonus, Gratiswette, Cashback: drei verschiedene Dinge

Ein Bonus ist meist ein Betrag, der als Guthaben gutgeschrieben wird und der an Umsatzbedingungen gebunden ist. Bei einer Gratiswette wird der Einsatz nicht mitausgezahlt — gewinnt sie, kommt nur der Gewinnanteil an. Eine „risikofreie“ Wette, die im Verlustfall als Gratiswette erstattet wird, ist deshalb keine Rückerstattung in Geld: Sie gibt dem Spielenden einen zweiten Versuch, nicht seinen Einsatz zurück.

Cashback ist die dritte Sorte. Hier geht es nicht um einen Zusatzbetrag vor dem ersten Einsatz, sondern um eine Rückvergütung nachträglich. Der Unterschied im Risiko ist klar: Ein Cashback belohnt Volumen, ein Bonus verlangt Aktivität.

Warum eine Gratiswette weniger wert ist als ihr Nennwert

Der Wert einer Gratiswette, deren Einsatz nicht ausgezahlt wird, berechnet sich aus dem Gratiswettenbetrag × (Quote − 1) ÷ Quote × Quotenschlüssel des Marktes. Bei einer Gratiswette über 10 € auf einer Quote von 2,00 in einem Markt mit 95 Prozent Auszahlungsquote ergibt das 10 € × (2,00 − 1) ÷ 2,00 × 0,95, also 4,75 €.

Das ist keine Gewinnprognose, sondern der durchschnittliche Wert des Angebots über viele Fälle. Vier Euro siebzig für eine Wette mit zehn Euro Nennwert — die Differenz ist exakt der Teil, den die Wette nicht auszahlt, multipliziert mit dem, was der Markt durchlässt.

Was die Bedingungen kosten

Ein Beispiel zur Größenordnung. Ein Bonus von 100 € mit fünffacher Umsatzanforderung auf die Bonusbasis ergibt einen umzusetzenden Betrag von 500 €. Bei 10 € pro Wette sind das 50 Wetten, die die Mindestquote erreichen müssen. Fällt der Umsatz auf einen Markt mit 5 Prozent Marge, kostet das den Spielenden im Durchschnitt 500 € × 0,05 = 25 €.

Das ist der durchschnittliche Preis des Umsetzens, keine Aussage darüber, ob dabei ein Gewinn herauskommt. Er ist der Grund, warum die Umsatzanforderung das eigentliche Preisschild eines Bonus ist und der Bonusbetrag nur die Überschrift darauf.

Wann ein Bonus zurückhaltend ausfällt

Je länger ein Anbieter am Markt ist und je voller sein Wettprogramm, desto kleiner fällt sein Willkommensangebot in der Regel aus. Der Umkehrschluss gilt genauso: Ein auffällig großes Angebot ist ein Hinweis auf ein Haus, das Neukunden mit einem Preis kaufen muss.

Wer einen Bonus prüft, liest zuerst die Umsatzanforderung und die Frist, dann den Betrag. In dieser Reihenfolge verbraucht die Prüfung zwei Minuten und spart in ungünstigen Fällen mehr als die Werbeprämie.

Die Anbieter im Einzelnen

Zehn Häuser, die eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis halten. Die Reihenfolge entspricht der Whitelist, nicht einer Bewertung.

bwin (Bwin.de) — der Altbestand mit DDR-Vorgeschichte

Als Anbieter von Bwin.de führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis läuft seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis datiert vom 23. Dezember 2022.

Die Vorgeschichte dieser Marke ist ungewöhnlich. Das Land Sachsen widerrief am 10. August 2006 ihre Erlaubnis; am 13. Dezember 2007 bestätigte das Oberverwaltungsgericht Bautzen, dass die 1990 erteilte DDR-Erlaubnis weiterhin gültig sei. Ein Buchmacher mit einem Rechtsstreit, der weiter zurückreicht als die meisten seiner heutigen Kunden. Wer heute bei bwin setzt, setzt unter der Erlaubnis von 2020, nicht unter der von 1990.

bwin ist eine der Marken, die seit dem ersten Tag des regulierten deutschen Marktes dabei sind. Fünf Jahre unter GGL-Aufsicht sind ein Argument für Verlässlichkeit und keines für besonders günstige Quoten.

bet-at-home (Bet-at-home.de) — Erlaubnis von 2020, Casino separat genehmigt

Für Bet-at-home.de ist die Bet-at-home.com Internet Limited als Betreiberin geführt, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 2. November 2020, einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022.

Die Casino-Erlaubnis ist eine eigene Genehmigung mit eigenen Regeln und sagt über das Sportwettenangebot nichts aus. Wichtig ist sie trotzdem, weil sie zeigt, wie ein Haus aufgestellt ist: Wer beide Erlaubnisse hält, führt ein breiteres Produkt und hat ein größeres Interesse daran, ein Konto über Sportwetten hinaus zu binden.

Für Spielende, die ausschließlich Sportwetten setzen wollen, ist das ohne Belang. Für die, die irgendwann auch am Automatenspiel landen, ist es ein Punkt, den man vor der Anmeldung wissen sollte.

NEO.bet — der Name ist neuer als die Erlaubnis

Die Whitelist führt für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022.

Hier zeigt sich ein Muster, das man bei mehreren Anbietern findet: Der Markenname klingt nach Neuling, das Erlaubnisdatum stammt aus dem ersten Monat des regulierten Marktes. Wer nach „neuen Anbietern“ sucht, sortiert solche Häuser oft falsch ein — nicht nach ihrer Marke, sondern nach ihrem Erlaubnisdatum.

Das Erlaubnisdatum von 2020 ist der aussagekräftigere Teil dieses Eintrags. Es sagt, dass der Halter seit Beginn des Lizenzregimes mit der Aufsichtsbehörde arbeitet, unabhängig davon, wie die Marke heißt.

Winamax (Winamax.de) — französische Wurzeln, deutsche Erlaubnis

Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29. Juni 2021 eine Erlaubnis für Online-Sportwetten und verlängerte sie mit Bescheid vom 8. Dezember 2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Bemerkenswert ist die Behördenzuständigkeit: Erteilt wurde die Erlaubnis in Darmstadt, geführt wird die Marke in der Whitelist der GGL. Das ist der normale Weg im deutschen System und keine Besonderheit dieses Anbieters — aber es erklärt, warum die Whitelist als Prüfinstanz so wichtig ist. Nur sie bringt die Erlaubnisdaten an einer Stelle zusammen.

Winamax verbindet eine französische Marke mit einer deutschen Erlaubnis von 2021. Für Spielende, die einen Namen suchen, der nicht seit Jahrzehnten im deutschen Fernsehen läuft, ist das ein Kriterium ohne Sachwert — die Whitelist liest sich anders.

Interwetten (Interwetten.de) — Schleswig-Holstein, dann bundesweit

Für Interwetten.de führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis läuft seit dem 2. November 2020, eine Folgeerlaubnis datiert vom 27. Dezember 2022.

Die Marke war schon vorher im deutschen Markt, über einen anderen Weg: Die Interwetten Gaming Ltd. durfte seit Dezember 2012 in Schleswig-Holstein Sportwetten anbieten, die Erlaubnis für Casinospiele erteilte das dortige Innenministerium im Januar 2013. Das war die Zeit der Länderlizenz, bevor der bundesweite Rahmen kam.

Für die heutige Bewertung ist die Vorgeschichte kein Qualitätssiegel. Sie erklärt aber, warum Interwetten zu den Häusern gehört, die im deutschen Markt als etabliert gelten und entsprechend kein aggressives Neukundenangebot fahren müssen.

MERKUR BETS — ein Halter, mehrere Domains

Die Merkur Bets Malta Limited, Betreiberin von MERKUR BETS, hat ihren Sitz im St Julian’s Business Centre in Malta. Die GGL führt die Domain MERKUR BETS mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023.

Diese Erlaubnis kam spät. Der Halter ist jedoch breiter aufgestellt als die Marke nahelegt: Die Merkur Bets Malta Limited ist in der Whitelist auch für Merkur-sports.de und Xtip.de geführt, mit Erstdatum 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022, sowie für Merkurslots.de mit Sportwetten ab dem 6. November 2023.

Wer prüfen will, ob hinter einer Marke ein erfahrener Halter steht, findet hier ein Beispiel dafür, dass das Erlaubnisdatum der Domain und das Erstdatum des Halters auseinanderfallen können. Ein Spielender, der nur die eine Domain nachschaut, liest die halbe Geschichte.

Sportingbet (Sportingbet.de) — Sportwetten und Automaten in zwei Bescheiden

Die Sportingbet (Deutschland) Ltd nennt in ihrem Impressum die behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21. Dezember 2022 und die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15. November 2022. Aufsichtsbehörde ist die GGL.

Zwei Erlaubnisse, ein Haus. Für den Sportwettenden ist die Automaten-Erlaubnis ohne Bedeutung, sie ist ein separates Geschäft mit separaten Regeln. Für die Einschätzung, wie ein Anbieter sein Konto führen will, ist sie dagegen ein Signal.

Die Sportwetten-Erlaubnis von Sportingbet datiert später als die vieler Wettbewerber. Das ist eine Beobachtung und kein Urteil. Wer die Ersttermine der zehn Häuser nebeneinanderlegt, sieht einfach, wie unterschiedlich die Wege in den regulierten Markt aussahen.

LeoVegas (Leovegas.de) — der späte Einstieg

Die Whitelist führt für Leovegas.de die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21. Oktober 2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023.

Interessant ist die Reihenfolge: erst das Automatenspiel, dann der Sportwettenteil. LeoVegas kam als Casino-Marke nach Deutschland und hat den Sportwettenzweig später nachgezogen. Ein Haus, das so aufgebaut ist, hat in der Regel ein starkes Casino und ein jüngeres Sportbuch — die Prioritäten liegen dort, wo die Marke herkommt.

Für Spielende, die fast ausschließlich Sportwetten setzen, ist der jüngste Sportwettenteil in dieser Liste ein Umstand, den man beim ersten Auszahlungsvorgang im Hinterkopf behält.

Betway (Betway.de) — Sportwetten seit 2021, mehrfach verlängert

Für Betway.de ist die Betway Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. März 2021, einer Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 2. Oktober 2026.

Der Beginn ist dokumentiert: Betway erhielt am 9. März 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt die Erlaubnis für Online-Sportwetten, die das Angebot an Kunden in ganz Deutschland erlaubt. Der damalige Geschäftsführer Anthony Werkman bestätigte sie in einer Mitteilung vom 10. März 2021.

Betway ist damit eines der Häuser, die die erste Welle der bundesweiten Erlaubnisse mitgenommen haben, und hat den Sportwettenzweig seither mehrfach nachgenehmigen lassen. Beständigkeit in der Aufsicht ist kein Quotenmerkmal, aber es ist ein Merkmal dafür, dass ein Anbieter die Auflagen kennt.

AdmiralBet (Admiralbet.de) — Sportwetten mit zwei Folgeerlaubnissen

Für Admiralbet.de führt die Whitelist die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022.

Zwei Folgeerlaubnisse in vier Jahren sind keine Auffälligkeit, sondern der normale Rhythmus eines Hauses, das seinen Rahmen erweitert. Die Sportwetten-Domain und die Automaten-Domain sind getrennt genehmigt — ein Hinweis darauf, dass in diesem Haus die beiden Produkte organisatorisch getrennt geführt werden.

AdmiralBet gehört zum Kreis der Häuser aus der ersten Erlaubniswelle. Wer Wert auf eine lange Aufsichtshistorie legt, findet hier eine.

Häufige Fragen zu Sportwetten-Anbietern

Welche Sportwetten-Anbieter gibt es in Deutschland, und wo ist die Whitelist einsehbar?

Legal sind nur Anbieter, die im Verzeichnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen. Das Verzeichnis ist auf der Website der Behörde öffentlich abrufbar; der hier verwendete Stand vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis.

Woran ist der beste Anbieter erkennbar, wenn Quoten, Bedingungen und Auszahlung zusammen betrachtet werden?

Am Quotenschlüssel, nicht am Bonus. Ein Markt mit 95 Prozent Auszahlung lässt fünf Prozent Marge durch, einer mit 97 Prozent nur drei. Wer die Marge über ein Jahr Volumen rechnet, merkt sie deutlich stärker als jede Bonuszahlung, die einmal kommt und Bedingungen trägt.

Welcher Anbieter bietet Cash-out, und ist diese Funktion gesetzlich geregelt?

Cash-out ist in keinem Gesetz und in keiner Regelung der GGL erwähnt. Es ist ein freiwilliges Merkmal jedes Anbieters, mit eigenen Aufschlägen und eigenen Grenzen. Ob ein Haus es führt, steht in dessen Bedingungen — und der Rückkaufspreis liegt fast immer unter der Quote auf dem Wettschein.

Was ist von Anbietern ohne OASIS oder LUGAS zu halten, die ohne Verifizierung werben?

Sie haben keine deutsche Erlaubnis. Wer eine hat, ist an OASIS angeschlossen und verifiziert vollständig nach § 6a. Mit fehlender Verifizierung zu werben bedeutet, auf alle Sicherungen zu verzichten: Selbstausschluss, Einzahlungslimit über LUGAS, Treuhandkonto und deutsche Aufsicht entfallen zusammen.

Wie wirken Sportwettensteuer und Marge auf Quote und Auszahlung bei verschiedenen Anbietern?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also etwa 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags, und trifft den Veranstalter (§ 19). Ob er sie in die Quote einrechnet oder ausweist, entscheidet er selbst. Die Marge kommt zusätzlich dazu — beide Beträge stecken im selben Preis.

Welche Umsatzbedingungen und Mindestquote gelten bei einem Bonus, und wer legt sie fest?

Der Glücksspielstaatsvertrag regelt Sportwettenboni nicht. Umsatzanforderung, Mindestquote, Frist und Höchstgewinn setzt jeder Anbieter selbst in seinen Bedingungen. Wer einen Bonus prüft, liest sie in dieser Reihenfolge: erst die Anforderung, dann die Frist, zuletzt den Betrag.

Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»