Heinz-Wetten bei deutschen Wettanbietern: 57 Wetten aus sechs Spielen

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Wer zum ersten Mal einen Heinz auf den Wettschein setzt, erlebt denselben Schreck: Der Einsatz multipliziert sich mit 57, ohne dass sich an den sechs Auswahlen etwas geändert hätte. Zwei Euro pro Linie werden zu 114 €. Das ist kein Trick und kein Fehler im Wettschein, sondern der Preis einer Wette, die jede Kombination ab dem Doppel abdeckt. Umso weniger hilft die Werbung der Anbieter, die Systemwetten als Werkzeug verkauft. Ein Werkzeug ist es nur, wenn man vorher weiß, wie viele Wetten darin stecken und was jede davon kostet.

Sechs Fußbälle in einem Kreis auf einem gepflegten Rasen, von oben aufgenommen, gleichmäßiges Tageslicht.
Der „Heinz“ deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab; der Name stammt von den 57 Mehrfachwetten: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser.

Stand: 30. Oktober 2026. Die Angaben zu den Erlaubnissen wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Was der deutsche Erlaubnisrahmen für jede Wette bedeutet

Die Rechtslage ist für alle Wettformen dieselbe: Sie hängt nicht am Format, sondern am Anbieter. Wer in Deutschland Sportwetten zur Teilnahme anbietet, braucht dafür die Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 — erteilt von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale), die den bundesweiten Betrieb nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV erlaubt, ihn überwacht und Verstöße mit Bußgeld belegt.

Ein Taschenrechner und ein Notizblock mit handgeschriebenen Zahlenreihen auf einem Holztisch, daneben ein Bleistift.
Interwetten trägt laut AGB (Stand 07.07.2021) die Sportwettensteuer und nimmt bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vor.

Der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter diese Erlaubnis hat, ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Die Liste hat einen Stand, und der ist der 2. Oktober 2026: 30 Einträge, davon 27 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis — zwei von ihnen zusätzlich für Pferdewetten — und drei, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Alle dort geführten Domains enden auf .de, was allein allerdings nichts beweist. Jede Domain im Netz kann auf .de enden, auch die einer Erlaubnis ohne jede Erlaubnis. Das entscheidende Merkmal ist die Zeile, in der die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, und der Name des Halters, der dort daneben steht.

Erlaubnis, Erstdatum und die fünf Jahre

Eine erstmalige Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre. Die Whitelist nennt dazu nur das Erteilungsdatum, kein Enddatum, weshalb sich aus ihr auch kein Ablauf ablesen lässt. Wer wissen will, wie lange ein Anbieter schon tätig ist, kann also das Erstdatum vergleichen und daraus ablesen, ob ein Anbieter die Umstellung auf das regulierte System von Anfang an mitgemacht hat oder erst später dazugestoßen ist.

Ein Fußballtor mit Netz im Morgennebel auf einem leeren Platz, die Linien nur schwach zu erkennen.
Auf der Whitelist der GGL ist für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024.

Für die Wahl des Anbieters ist das insofern relevant, als ein Sportsystem wie der Heinz vor allem eines verlangt: dass die Auszahlung kommt. Ein Halter mit mehreren Erlaubnissen — Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Poker — hilft dabei nicht weiter. Es sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln. Die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis steht, ist die Domain, unter der Sportwetten angeboten werden dürfen; nichts anderes.

Was erlaubt ist und was nicht

Erlaubt sind nach § 21 Abs. 1 GlüStV Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombinationswette — und nur Wetten, die die GGL im jeweiligen Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 zugelassen hat. Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten zulässig, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball geht, der nächste Satz im Tennis ebenfalls, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht.

Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, wobei die Behördenpraxis Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport einordnet, dazu manipulationsträchtige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sport: Die GGL stellt klar, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wettangebot existiert in Deutschland damit nicht. Zu virtuellen Sportarten ist die Rechtslage nicht geklärt, und darüber steht hier auch nichts.

Cash Out ist der Gegenfall: eine Funktion ohne gesetzliche oder behördliche Regel. Sie ist zu beschreiben, wie der jeweilige Anbieter sie in seinen Bedingungen beschreibt, und sonst nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Einsatzobergrenze pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht — was bei einem Heinz mit 57 Linien bedeutet, dass der Deckel auf dem Gesamteinsatz allein aus der eigenen Kalkulation kommt.

Die Sportwettensteuer und der Quotenabschlag

Die Sportwettensteuer steht in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der gezahlt wird, minus die Steuer selbst“ nach §§ 17, 18 — umgerechnet rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden, § 19. Wer sie trägt und in welcher Form sie ankommt, entscheidet der Anbieter. Deshalb steht hier nie „5,3 % des Einsatzes“ und nie „5,3 % des Gewinns“, sondern immer die Fassung, die der jeweilige Anbieter selbst in seinen Bedingungen wählt.

Aus dieser Freiheit entsteht ein Unterschied, den ein Heinz deutlich spürbar macht. Wird die Steuer in die Quote eingerechnet — über einen Abschlag auf die angebotenen Quoten —, zahlt man sie auf jeder der 57 Linien mit, auch auf den 56, die verlieren. Wird sie auf den Bruttogewinn aufgeschlagen, trifft sie nur die Gewinnzeilen. Bei 57 Wetten auf einem Wettschein ist das kein akademischer Unterschied mehr.

Steuer gezahlt zu haben, ist übrigens kein Nachweis einer Erlaubnis: Die Steuer greift auch bei unerlaubten Anbietern. Ein Anbieter, der mit gezahlter Steuer wirbt, hat damit nichts belegt.

Einzahlungslimit, Sperrsystem und der Ablauf bis zur ersten Wette

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Ein Anbieter darf höchstens ein Konto pro Person führen, und die Verifizierung ist vollständig — vor ihr darf höchstens 72 Stunden gespielt werden, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen (§ 6a).

Danach greift das Standardlimit nach § 6c Abs. 1: 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf einem einzelnen Spieler ein höheres Limit einräumen — bis 10.000 €, zwischen 10.000 und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — und nur gegen belastbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft reicht dafür nicht. Das Absenken wirkt sofort, das Anheben erst nach sieben Tagen. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h über die Aktivitätsdatei untersagt.

OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Anmeldung und Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Ausländische Angebote ohne deutsche Erlaubnis hängen weder an OASIS noch an LUGAS.

Zahlen lässt sich nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen — der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwettenbetrieb heraushält. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).

Wo die Erlaubnis fehlt

Sportwetten an Menschen in Deutschland anzubieten, ohne die deutsche Erlaubnis zu haben, ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung, und die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an solchen Angeboten — im September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang namentlich Platincasino. Beim Veranstalten stehen nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe im Raum, beim Bewerben bis zu einem Jahr, bei der Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monate. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — weder ein Freibrief noch ein Grund, es zu dramatisieren.

Zivilgerichte haben mehrfach Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme: wenn Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil zugunsten einzelner Betroffener ist damit nicht versprochen.

Was bleibt, ist eine nüchterne Abwägung. Ohne Erlaubnis: kein OASIS, kein LUGAS, kein deutscher Rechtsweg, höhere Limits möglich. Mit Erlaubnis: Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür das Standardlimit von 1.000 € pro Monat, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto.

Werbung, Boni und der Quotenschlüssel

Bewerben darf nur, wer die Erlaubnis hat (§ 5 Abs. 7). Die Sperre von 06:00 bis 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casino — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gelten andere Grenzen: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Eine Regel, die einen Bonusbetrag deckelt, enthält das GlüStV nicht. Betrag, Umsatzbedingungen und Mindestquote stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Quotenschlüssel und Auszahlungsquote sind Marktbegriffe ohne gesetzliche Grundlage. Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus dieses Schlüssel. Das ist die Zahl, die still in jedem Heinz steckt, weil jede der 57 Linien auf einem Markt mit eigener Marge sitzt und die Margen sich über die Kombinationen nicht gegenseitig auffangen.

Spielerschutz: was ein Heinz mit 57 Linien kostet

Die eigene Rechnung ist bei dieser Wettform die wichtigste Schutzfunktion, weil die Mechanik genau dort ansetzt, wo Vorsicht nachlässt. Der Heinz ist eine Wette auf sechs Auswahlen — der Gesamteinsatz hängt aber an der Zahl der enthaltenen Wetten, nicht an der Zahl der Spiele. Wer vier Euro je Linie setzt, hat 228 € im Spiel, und keine dieser Wetten ist eine kleine Wette.

Warum der Einsatz schneller wächst als das Vertrauen

Der Verlauf ist bei fast jedem gleich: Man wählt sechs Spiele, an die man glaubt. Man gibt einen Betrag pro Linie ein, der sich nach einem Einsatz anfühlt. Der Wettschein zeigt den Gesamtbetrag, und der liegt um den Faktor 57 höher. An dieser Stelle wird häufig die Auswahl gekürzt statt der Einsatz — und dann steht statt eines Heinz eine Vierfach- oder Fünffachkombination auf dem Schein, mit ganz anderem Risikoprofil.

Genau deshalb ist der Heinz keine Variante der Kombiwette, sondern ihr Gegenstück. Eine Sechser-Kombi setzt alles auf einmal auf sechs richtige Tipps. Der Heinz setzt darauf, dass wenigstens zwei der sechs stimmen.

Der Schutzmechanismus, den der deutsche Rahmen dafür bereitstellt, ist das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € über alle Anbieter. Es begrenzt nicht den einzelnen Wettschein, sondern das Geld, das im Monat überhaupt auf die Konten kommt. Bei 57 Linien je Schein ist dieser Deckel deutlich schneller erreicht als bei Einzelwetten — wer ihn ausreizt, spielt einen einzigen Heinz pro Monat und nicht vier.

Die Werkzeuge, die eine Grenze setzen, und was sie wirklich tun

Ein Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 können Anbieter und Spieler jederzeit senken, und die Senkung wirkt sofort. Ein erhöhtes Limit bekommt nur, wer die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachweisbar belegt, ein Wert zwischen 10.000 und 30.000 € bleibt dabei auf höchstens 1 % der aktiven Spieler beschränkt. Der Weg nach oben ist also nicht der bequeme.

OASIS zu betreten ist die härtere Sperre, weil sie anbieterübergreifend greift und bei jeder Anmeldung geprüft wird. Sie dauert mindestens drei Monate bei genannter Frist, sonst mindestens ein Jahr. Es gibt keinen Trick, sie zu umgehen, wenn man im erlaubten Markt bleiben will. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 deckt den Moment ab, in dem ein Abend kippt: 24 Stunden sofortige Sperre, ohne Verhandlung, ohne Begründung.

Diese Werkzeuge werden im erlaubten Markt zentral geprüft. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis hängt an keinem der beiden Register — der Punkt, der bei jeder Werbung für „höhere Limits“ verschwiegen wird. Höhere Limits vorzuschalten und den Schutz wegzulassen ist keine Freiheit, sondern der halbe Vertrag.

Wenn nur fünf von sechs stimmen

Ein Heinz mit sechs Auswahlen zahlt nicht nur bei sechs richtigen Tipps. Er zahlt, sobald mindestens zwei Auswahlen aufgehen, weil das Doppel die kleinste enthaltene Kombination ist. Wer fünf von sechs richtig hat, gewinnt: die 15 Doppel, in denen der Fehler nicht steckt, dazu die Dreier, Vierer und Fünfer aus den fünf Treffern. Die Enttäuschung sitzt trotzdem tief, weil die Gewinnsumme an der Zahl der verlorenen Kombinationen hängt und nicht an der Zahl der falschen Tipps. Ein einziger Fehler löscht alle Linien, in denen er steckt — beim Heinz sind das 32 der 57. Das ist die härteste Konsequenz des Formats, und sie trifft jeden, auch den geduldigen Spieler.

Umgekehrt gilt: Ein Heinz mit sechs Treffern zahlt auch die eine Sechser-Kombination, die sonst das ganze Kapital getragen hätte. Diese Streuung ist der eigentliche Zweck.

Wie Heinz, Super Heinz und Goliath über Wettscheine laufen

Der Heinz deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser, zusammen 57 Mehrfachwetten. Der Name stammt aus dieser Zahl. Der Super Heinz erweitert dasselbe Prinzip auf sieben Auswahlen und der Goliath auf acht; alle drei gehören zu den Full-Cover-Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachwetten über eine bestimmte Zahl von Auswahlen umfassen.

Die vier Stufen im Vergleich

Ein Super Heinz mit sieben Auswahlen umfasst alle Mehrfachwetten ab dem Doppel über sieben Auswahlen. Ein Goliath mit acht Auswahlen umfasst dieselben Kombinationsarten über acht. Aus der wachsenden Zahl der Auswahlen wächst die Zahl der enthaltenen Wetten nicht linear, sondern kombinatorisch, und damit wächst auch die Summe, die auf einem Wettschein steht, wenn der Einsatz je Linie gleich bleibt. Dasselbe passiert im Heinz.

Der praktische Unterschied zwischen Heinz und Super Heinz liegt nicht in der Art der Wette. Beide sind Systemwetten, beide verlangen mehrere Auswahlen, beide zahlen ab dem kleinsten Doppel innerhalb der Auswahl. Der Unterschied ist die Zahl der Chancen, einen Fehler unterzubringen: Beim Super Heinz darf ein Tipp danebengehen, und trotzdem bleiben Kombinationen bestehen, die vollständig aus Treffern gebildet sind.

Was ein Wettrechner tut

Ein Wettrechner für Systemwetten nimmt zwei Eingaben: die Zahl der Auswahlen und den Betrag pro Linie. Daraus ergibt sich die Gesamtzahl der Linien, und das ist die erste Zahl, die wirklich zählt. Der Einsatz je Linie multipliziert mit der Linienzahl ergibt den Gesamteinsatz; erst dieser Betrag verlässt das Konto. Ein Wettrechner, der den Gesamteinsatz direkt eingeben lässt, rechnet in die Gegenrichtung und verteilt ihn auf die Linien — für den Heinz ist das die ehrlichere Richtung, weil man dann über den Gesamteinsatz entscheidet und nicht über eine Linieneinheit.

Was ein Rechner typischerweise nicht löst, ist die Frage nach dem Mindestgewinn. Er zeigt die Rückzahlung für vollständige Trefferlisten. Die Zahl der richtigen Tipps, ab der überhaupt etwas zurückkommt, hängt an der kleinsten enthaltenen Kombination — beim Heinz also am Doppel, und das sind zwei Auswahlen.

Was ein einzelner Treffer nicht auslöst

Beim Heinz gibt es keine Linie mit nur einer Auswahl. Wer genau einen Tipp richtig hat, hat keine gewonnene Wette — die Einzelwetten sind nicht Teil des Pakets. Genau das ist der Punkt, an dem der Heinz teuer werden kann: Sechs exakt getippte Spiele, von denen fünf stimmen, sind eine starke Leistung und trotzdem kann das Ergebnis am Einsatz je Linie scheitern, wenn der Rechner des Anbieters nur die kleineren Kombinationen auszahlt. Wer mit sechs Einzelwetten gespielt hätte — dieselben sechs Tipps, aufgeteilt —, hätte fünf gewonnene Wetten auf dem Konto. Beide Wege gehören vor dem Setzen durchgerechnet.

Was der Wettrechner aus Einsatz und Quote macht

Ein Heinz ist keine Wette auf ein Ergebnis, sondern ein Bündel von 57 Wetten auf dieselben sechs Ergebnisse in unterschiedlichen Kombinationen. Was eine einzelne Kombination zurückzahlt, folgt aus einer Regel, die man einmal versteht und dann für alle 57 Linien anwenden kann: Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der enthaltenen Auswahlen zu einem gemeinsamen Preis, und die Rückzahlung ist der Einsatz mal diesen Preis.

Für die Frage, was ein vollständig aufgehender Heinz einbringt, entscheidend ist die zweite Größe: Der Gewinn je Linie.

Die Rechnung mit sechs Auswahlen

Nehmen wir eine Runde mit sechs Auswahlen in Quoten von 1,50, 2,00 und 2,50, wie sie an einem Spieltag nebeneinander vorkommen — jede Beispielauswahl also nicht dieselbe Quote. Wir setzen 1 € pro Linie. Das sind 57 Linien, also 57 € Gesamteinsatz; das ist der erste Wert, der sich nicht durch die Quote ändert, sondern durch den Wettschein.

Der Reiz der Mischung liegt in der Spreizung: Eine Linie aus drei Favoriten kommt auf eine ganz andere Quote als eine Linie aus drei Außenseitern. Die Beispielkonstellationen ergeben je Linie eine Rückzahlung zwischen 3,37 € (1,5 × 1,5 × 1,5 für einen Dreier aus den drei Favoriten) und 31,25 € (2,5 × 2,5 × 2,5 für einen Dreier aus den drei Außenseitern), und die Sechser-Kombination aus allen sechs Auswahlen bringt 84,38 € bei 1 € Einsatz — das ist das Maximum des Scheins. Diese Bandbreite ist der eigentliche Inhalt des Heinz: Jede gewonnene Kombination zahlt einen Betrag in dieser Größenordnung zurück, und die Summe der Gewinne entscheidet, ob am Ende mehr herauskommt als 57 € hineingegangen sind.

Wer den Einsatz auf 5 € je Linie hebt, verschiebt sich die gesamte Bandbreite mit dem Faktor 5, aber nichts am Verhältnis zwischen Einsatz und Rückzahlung. Genau deshalb ist der Einsatz pro Linie die Stellschraube, an der man dreht, und nicht die Sechser-Kombination, die nur ein Siebtel des Pakets ausmacht.

Wo die Bandbreite kippt

Eine Spielart ist es, die Zahl der gewonnenen Linien zu erhöhen und die Sechser-Kombination gleich mitzunehmen: dann liegt die Rückzahlung bei sechs Treffern über alle Linien hinweg in einer Größenordnung von einigen Hundert Euro je 57 € Einsatz. Eine Bedingung hängt daran: Mit jeder Auswahl, die ausdrücklich als Favorit gewählt ist, sinkt die Auszahlung der Kombinationen, in denen sie steht. Wer die sechs niedrigsten Quoten im Angebot nimmt, gewinnt zwar mit höherer Wahrscheinlichkeit die unteren Kombinationen, kommt aber praktisch nie auf eine Rückzahlung, die über den Einsatz hinausgeht. Ein Heinz aus sechs Favoriten ist strukturell eine teure Kombiwette. Wer die drei Favoriten und drei Außenseiter mischt, tauscht Sicherheit gegen Spreizung — und hält sich beide Seiten offen.

Für den Aufbau brauchbar sind zwei Regeln. Die Kombinationen, in denen die stärksten Favoriten stecken, tragen den kleinsten Teil, aber häufigsten Gewinn. Die Kombinationen aus den Außenseitern allein tragen den seltenen großen Betrag. Der Heinz ist die Wette, die auf beide setzt.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Die Zeile, die 30 Einträge umfasst, ist eng. Was ein Anbieter für Heinz-Wetten mitbringt, wird deshalb nach dem geprüft, was er selbst in seinen Bedingungen festhält, und nicht nach dem, was seine Werbung verspricht.

Anbieter GGL-Whitelist: Halter der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
NEO.bet Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway Betway Limited 09.03.2021
ODDSET Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020
bet-at-home Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Sportwetten.de NetX Betting Limited 19.11.2020
Bet3000 I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026
Tiptorro Torro Tec Limited 30.06.2021
Interwetten Interwetten Gaming Limited 02.11.2020

Der Halter ist die juristische Person, die hinter der Domain steht, und die Whitelist führt ihn namentlich. Bet3000 sticht mit dem Erstdatum 22. April 2026 heraus, die übrigen liegen zwischen 2020 und 2024, weil sie den Übergang in das regulierte System von Beginn an mitgetragen haben. Was die Liste nicht zeigt: ein Enddatum. Die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, keine Ablaufdaten — wer einen Stichtag vor sich hat, findet ihn dort also nicht.

LeoVegas: Skandinavien-Erbe mit später Sportwetten-Erlaubnis

LeoVegas ist über Casino und Live-Casino bekannt geworden und betreibt den Sportwettenteil über die LVSports Limited. Auf der Whitelist steht die Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 — das jüngste Erstdatum unter den zehn, die Bet3000 ausgenommen. Ein Anbieter, der Casino zuerst war und Sportwetten danach, hat in der Regel ein anderes Verhältnis zum Wettprogramm als ein reiner Sportwettenanbieter.

Wer Systemwetten wie den Heinz spielt, sollte bei LeoVegas den Wettschein vor dem Abschluss prüfen: Der Wettkonfigurator und die Frage, ob eine Systemwette aus sechs Auswahlen überhaupt als ein Wettschein führt, gehört zu den Punkten, die man am eigenen Konto sieht und nicht in der Werbung. Das ist die praktische Konsequenz aus einem Sportangebot, das jünger ist als das Casino.

NEO.bet: App mit Live-Quoten, Cashout und Teil-Cashout

NEO.bet betreibt seinen deutschen Sportwettenteil über die Greenvest Betting Limited, die Erlaubnis läuft seit dem 09.10.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Der Anbieter gehört damit zur ersten Welle des regulierten Marktes.

Der Schwerpunkt liegt sichtbar auf der App. Laut Entwickler gehören Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout zu den Funktionen. Für einen Heinz mit sechs Auswahlen ist Teil-Cashout ein zweischneidiges Werkzeug: Er greift auf einem Wettschein, dessen Wetten noch laufen, und er trägt den Betrag aus, den der Anbieter zu diesem Moment für angemessen hält. Wer einen Heinz vor dem letzten Anpfiff verkauft, verkauft nicht den theoretischen Wert der noch offenen Kombinationen, sondern das Angebot des Anbieters.

Sportingbet: Detailverliebte Wettregeln und ein enger Cash-out

Sportingbet tritt in Deutschland über die Sportingbet (Deutschland) Limited auf, mit einer Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.

Die Wettregeln des Anbieters gehören zu den ausführlichsten im Feld. Sie nennen nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ und behalten bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns ein, also des Betrags aus Einsatz mal Quote. Das ist die Variante, bei der die Abgabe nur die Gewinnzeilen trifft — bei 57 Linien auf einem Schein nicht dasselbe wie ein Abschlag auf jede Quote.

Bei den Auszahlungsobergrenzen bleibt der Anbieter streng: Der Höchstgewinn pro Sportwette beträgt nach den Nutzungsbedingungen 100.000 €, innerhalb von sieben Tagen gilt eine Obergrenze von 250.000 € Nettogewinn ohne Einsätze, darüber hinaus besteht keine Auszahlungspflicht. Für einen Heinz, der einen Volltreffer aus sechs Außenseitern liefert, ist diese Grenze die Zahl, an der man vorher nachdenkt.

Cash Out bietet Sportingbet nur bei Einzel- und Kombiwetten an, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach der Wettauswertung gutgeschrieben. Damit bleibt der Heinz hier bis zum Schluss offen — keine vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit, dafür auch kein Anbieterangebot, das einem Gewinn vorzeitig einen Abschlag aufdrückt. Wer den Cash-out als Sicherheitsnetz eingeplant hat, plant hier mit dem falschen Anbieter.

Betway: Cash-out in „Meine Wetten“ und ein Fußball-Konfigurator

Betway Limited hält die Erlaubnis für den deutschen Sportwettenteil seit dem 09.03.2021, die Folgeerlaubnis datiert vom 23.12.2022. Der Anbieter ist damit seit 2021 durchgehend im regulierten Markt.

Beim Cash-out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“, der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Für Systemwetten ist das die relevante Frage, und sie lässt sich nur an der eigenen Wette beantworten: Ob ein Heinz überhaupt cash-out-fähig auf dem Schein erscheint, steht nicht in der App-Beschreibung.

Für den Aufbau eines Heinz interessanter ist der Wettkonfigurator für Fußballspiele namens Konfigurator+. Er kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien — genau die Vorarbeit, aus der ein Heinz entsteht. Wer die Auswahlen erst in einem Konfigurator zusammenstellt, hat sie bereits auf einem Bildschirm und muss sie nur noch in einen Wettschein überführen.

ODDSET: staatliche Wurzel, Gebühr auf dem Bruttogewinn

ODDSET wird von der Oddset Sportwetten GmbH betrieben, mit einer Erlaubnis seit dem 18.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Der Anbieter hat unter den zehn die sichtbarste staatlich geprägte Herkunft, und die merkt man an den Bedingungen.

Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt ODDSET bei Kundinnen und Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % — als „Quotenabschlag“ bezeichnet — auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette. Nach Abzug dieser Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn. Auf einen Heinz angewandt heißt das: Die Gebühr greift nicht auf jeder der 57 Linien, sondern nur dort, wo eine Wette tatsächlich gewinnt. Bei einer Wette, in der die Mehrheit der Linien verliert, ist das günstiger als ein Abschlag auf jeder Quote — bei einer Wette, in der fünf oder sechs der Linien aufgehen, frisst die Gebühr jedes Mal 5 % ab. Das ist die konsequenzreichste Einzelheit im ODDSET-Regelwerk für Systemwetten, und sie steht nicht auf der Startseite.

bet-at-home: Der Altbestand im regulierten Markt

Bet-at-home.com Internet Limited ist als Halterin für die deutsche Domain eingetragen, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020, einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Die letzte gehört zum Casino und nicht zum Sportwettenprogramm — sie ist ein Hinweis darauf, dass die Marke breiter aufgestellt ist als ein reiner Sportwettenanbieter, aber sie ist keine Aussage über das Wettangebot.

Für einen Heinz zählt bei einem so lang etablierten Anbieter vor allem eines: dass die Auszahlung ohne Zwischenschritte läuft, weil 57 Linien eines Scheins in einem Vorgang ausgewertet werden. Das ist eine Erwartung an jede Buchung, die man selbst überprüft, und nicht eine Eigenschaft, die sich aus den Jahren am Markt ergibt.

Sportwetten.de: Willkommensbonus mit Mindestquote 2,00

Betrieben wird die Domain von der NetX Betting Limited, die Erlaubnis läuft seit dem 19.11.2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.

Der Willkommensbonus zeigt, worauf man bei einem Angebot dieser Art schauen sollte. Beim Willkommensbonus von sportwetten muss der eingezahlte Betrag einfach umgesetzt werden, der Bonusbetrag dagegen sechsfach, und zwar mit Sportwetten, die pro Wettschein eine Mindestgesamtquote von 2,00 erreichen. Bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus liegt der Gesamtumsatz bei 700 €.

Diese Mindestquote ist die Bedingung, die den Heinz unmittelbar betrifft. Ein Heinz aus sechs Favoriten oder sechs niedrig geratenen Quoten hat je Linie eine kleine Quote, und der Wettschein als Ganzes besteht aus vielen Linien. Wo der Anbieter die Mindestquote anlegt — an der Gesamtquote des Wettscheins oder an der Quote der Einzelauswahl —, entscheidet darüber, ob ein Heinz den Umsatz überhaupt bedienen kann. Wer den Bonus mit Systemwetten freispielen will, prüft das vor der Einzahlung, nicht danach. Der Umsatz von 700 € ist die Zahl, die den Rahmen setzt: Bei 2 € je Linie zählt jeder Heinz in dieser Rechnung mit 114 € Gesamteinsatz.

Bet3000: Neu auf der Whitelist, gesammelte Erfahrung

Bet3000 wird über die I.B.C. Sportsbetting Limited betrieben, mit Sitz in Sliema auf Malta. Die Erlaubnis für die deutsche Domain ist auf der Whitelist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet — das jüngste unter den zehn. Das heißt nicht, dass die Marke neu ist; es heißt, dass dieser Erlaubnisvorgang neu ist, und die Whitelist führt Erstdaten so, wie sie sie führt.

Wer einen Anbieter mit frischer Erlaubnis wählt, wählt einen Anbieter, dessen deutsche Bedingungen noch wenig durch die Praxis geprüft sind. Die Folgeerlaubnis, die die anderen neun aus 2022 vorweisen, hat Bet3000 in dieser Liste noch nicht. Ein Systemwettenschein mit 57 Linien verlangt von der Ausschüttungslogik mehr als eine Einzelwette. Für einen Spieler heißt das: erstes Angebot, dann Urteil — mit einem kleinen Einsatz je Linie statt einem großen.

Tiptorro: Systemwetten und Rückkauf bei offenem Ticket

Bei Tiptorro, betrieben von der Torro Tec Limited mit einer Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022, können Tipps vor Spielbeginn und live als Einzel-, Kombinations-, Mehrweg- und Systemwetten abgegeben werden.

Der letzte Punkt ist für den Heinz der entscheidende: Systemwetten zählen in dieser Aufzählung ausdrücklich mit. Solange das Ticket offen ist, ist ein Rückkaufangebot möglich, Cashout und Teil-Cashout inbegriffen. Der Unterschied zu Anbietern, die Systemwetten vom Cash-out ausschließen, ist erheblich, weil ein Heinz über sechs Spiele auch über mehrere Tage laufen kann. Wer in dieser Zeit aussteigen will, kann es hier — zum angebotenen Preis und nicht zum theoretischen Wert des Scheins.

Interwetten: Sportwettensteuer im Haus, 5,3 % auf jeder Quote

Interwetten Gaming Limited hält die Erlaubnis für die deutsche Domain seit dem 02.11.2020, die Folgeerlaubnis datiert vom 27.12.2022.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Sportwetten in der Version 1.1 mit Stand vom 07.07.2021 halten in Teil G Nr. 8 fest, dass Interwetten die Sportwettensteuer trägt und bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt. Der Anbieter rechnet die Abgabe also in die Quoten ein, nicht in den Gewinn. Für jede Wette heißt das: Es gibt auf jeder Linie keinen Aufschlag im Nachhinein, dafür sind die angebotenen Quoten selbst bereits die abgeschlagene Fassung. Bei 57 Linien zahlen alle 57 Linien diesen Abschlag mit, auch die 56, die verlieren. Wer ohnehin mit vielen Verlustlinien kalkuliert, verliert hier weniger an Bearbeitungslogik und mehr an der Grundquote. Und steht möglicherweise vor der Aufgabe, den Quotenabschlag zu vergleichen: mit Anbietern, die die Steuer stattdessen auf den Bruttogewinn erheben.

Die Rechnung, die zwischen zwei Anbietern entscheidet

Der Unterschied zwischen einem Quotenabschlag von 5,3 % und einer Abgabe auf den Bruttogewinn ist bei einem Heinz keine Feinheit, sondern ein Betrag.

Betrachten wir eine Wette von 57 € Gesamteinsatz mit vier gewonnenen Doppeln und drei gewonnenen Dreiern, jeweils aus günstigen Quoten. Beim Abschlag auf die Quote (Interwetten) sind die angebotenen Quoten bereits abgesenkt — bei einer Beispiel-Quote von 3,37 € für eine Dreier-Linie sinkt deren Rückzahlung um 5,3 %, also um rund 0,18 € je Linie. Verteilt sich das auf sieben gewonnene Linien, geht es um etwa 1,25 €. Bei einer Abgabe auf den Bruttogewinn (ODDSET) trifft dieselbe Abgabe allein die 7 gewonnenen Linien — rund 0,17 € je Linie, und in der Summe praktisch derselbe Betrag. Auf diesen Schein gerechnet liegen beide Wege so nah beieinander, dass die Wahl des Anbieters an der Steuertechnik nicht hängt.

Sie hängt an etwas anderem: an der Zahl der gewonnenen Linien. Weil bei einem Heinz die Verlustlinien überwiegen, ist der Abschlag auf jeder Quote in der Erwartung der teurere Weg, und eine Abgabe auf den Gewinn der billigere. Das kippt erst, wenn ein ungewöhnlicher Anteil der Linien gewinnt — bei einem Volltreffer aus sechs Außenseitern etwa, bei dem die Mehrheit der 57 Kombinationen zahlt. Wer also regelmäßig mit vielen Treffern rechnet, für den kehrt sich das Bild. Die Regel, die daraus folgt: Wer überwiegend Linien verliert, dem kommt eine Abgabe auf den Bruttogewinn entgegen, und umgekehrt. Nur lässt die Erwartung an einen Heinz eben gerade viele Verlustlinien erwarten — womit der Abschlag auf jede Quote der ungünstigere Mechanismus bleibt.

Weil die 5,3 % im Fall von Interwetten bereits in der angebotenen Quote stecken, taucht kein Betrag in der Abrechnung auf, an dem man sie nachträglich erkennen könnte. Bei ODDSET steht der Abzug dagegen am Ende der Auswertung, also dort, wo man ihn sieht. Diese Sichtbarkeit ändert nichts am Betrag, aber sie ist der Grund, warum sich das eine Angebot günstiger anfühlt.

Was die Anbieter für einen Heinz unterscheidet

Der Vergleich, der beim Heinz wirklich trägt, läuft nicht über Bonusbeträge, sondern über die vier Bedingungen, die jede der 57 Linien betreffen: wie weit der Anbieter einen Umsatz an eine Mindestquote bindet, ob er Systemwetten vom Cash-out ausnimmt, wo er eine Auszahlungsobergrenze setzt und auf welcher Seite er die Steuer einrechnet.

Nach diesen vier Kriterien sortiert sich das Feld neu. Auf den Umsatz bezogen ist der Vorteil bei denen, deren Bedingungen den Bonus mit wenigen tatsächlichen Einsätzen abarbeiten lassen. Beim Cash-out auf einem Systemwettschein sind Tiptorro und Winamax-Niveau die Ausnahme und nicht die Regel; man erkennt sie an einer Bedingung, die Systemwetten nicht ausschließt. Bei der Auszahlungsobergrenze bildet Sportingbet mit 100.000 € pro Wette und 250.000 € innerhalb von sieben Tagen den strengeren Maßstab, den man vor einem Volltreffer kennen sollte. Und bei der Steuer sind die Anbieter in zwei Lager geteilt — die Quote oder der Gewinn trägt den Abschlag.

Ein Heinz ist kein Angebot, das an der Werbung eines Anbieters hängt. Er hängt an den Regeln, die der Anbieter für Mehrfachwetten aufstellt. Wer diese vier Punkte nicht geprüft hat, hat einen Wettschein abgeschlossen, den er nicht vollständig kennt.

Was von einem Heinz unter dem Strich bleibt

Eine Systemwette mit 57 Linien ist eine Wette auf die eigene Zahlenarbeit. Der Heinz selbst ist fair gerechnet — er kostet genau 57 Mal den Betrag, den man pro Linie eingibt, und zahlt jede seinerseits vollständige Kombination nach deren Quote aus. Er hat keine versteckte Gebühr und keinen zweiten Aufschlag. Was er hat, ist ein Aufschlag auf die eigene Aufmerksamkeit.

Zwei Bedingungen entscheiden, ob ein Heinz für einen selbst funktioniert. Die erste ist der Verzicht. Wer einen Fehler unterbringen will, braucht eine Auswahl, die nicht nur riskant aussieht, sondern tatsächlich einen hohen Quotenwert trägt — drei Favoriten und drei Außenseiter statt sechs knapper Fälle. Die zweite ist, dass die Auswahl für alle Linien einmal gerechnet wird: 57 Mal 1 € sind 57 €; 57 Mal 5 € sind 285 €. Zwischen diesen beiden Zeilen liegt der Unterschied zwischen einem Experiment und einem Abend.

Dafür macht der Heinz etwas, das keine andere Wettform in dieser Reinheit leistet: Er bezahlt auch dann, wenn die Liste nicht perfekt ist. Fünf richtige Tipps aus sechs sind keine verlorene Wette, sondern eine Wette mit 25 gewonnenen Kombinationen. Diesen Mittelbereich zwischen „gewonnen“ und „verloren“ gibt es sonst nirgends.

Häufige Fragen zum Heinz und zum Super Heinz

Was ist eine Heinz-Wette, und woher stammt der Name?

Der Heinz deckt alle Kombinationen aus sechs Auswahlen ab dem Doppel ab und umfasst 57 Mehrfachwetten: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser. Der Name kommt von genau dieser Zahl. Es handelt sich also nicht um eine einzelne Wette auf sechs Spiele, sondern um ein Bündel von 57 Wetten.

Wie viele Auswahlen hat ein Super Heinz im Unterschied zum Heinz?

Der Heinz hat sechs Auswahlen, der Super Heinz sieben und der Goliath acht. Alle drei zählen zu den Full-Cover-Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachwetten über eine bestimmte Zahl von Auswahlen umfassen. Beim Super Heinz entsteht dadurch ein deutlich größeres Paket, weil die Kombinationen mit jeder zusätzlichen Auswahl weiter zunehmen.

Wie viele Tipps müssen beim Heinz mindestens richtig sein?

Die kleinste enthaltene Kombination ist das Doppel, also genügen zwei richtige Tipps, damit überhaupt eine Linie zurückgezahlt wird. Einzelwetten sind im Heinz nicht enthalten, ein einziger Treffer bringt daher nichts. Weil die Gewinnsumme an der Zahl der getroffenen Kombinationen hängt, trifft ein einzelner Fehler alle Linien, in denen dieser Tipp steckt.

Wie ermittelt ein Wettrechner den Gesamteinsatz eines Heinz?

Er nimmt die Zahl der Auswahlen, leitet daraus die 57 Linien ab und multipliziert sie mit dem Betrag je Linie. Bei 1 € je Linie ergibt das 57 € Gesamteinsatz, bei 5 € je Linie 285 €. Viele Rechner arbeiten andersherum und verteilen einen vorgegebenen Gesamtbetrag auf die Linien, was die Entscheidung über den Einsatz erleichtert.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Gewinn aus?

Die Sportwettensteuer beläuft sich auf 5,3 % der Bemessungsgrundlage aus Einsatz minus Steuer, rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, und wird vom Veranstalter geschuldet. In welcher Form sie ankommt, entscheidet der Anbieter: als Abschlag auf jede Quote oder als Abzug vom Bruttogewinn. Ein Abschlag auf jede Quote trifft bei 57 Linien auch die Verlustlinien.

Woran erkennt man, dass ein Wettanbieter für Heinz-Wetten erlaubt ist?

Allein an der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Dort muss die Domain des Anbieters unter einer Sportwetten-Erlaubnis stehen, mit dem Namen des Halters daneben. Eine .de-Endung allein beweist nichts, denn auch illegale Anbieter betreiben deutsche Adressen.

Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»