Wettanbieter mit Gratiswette: Wer gibt, wer nimmt – und was es am Ende kostet
Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in der Fassung vom 2. Oktober 2026 geprüft.

Eine Gratiswette ist gratis wie ein Probierhäppchen im Supermarkt gratis ist. Man bekommt etwas, ohne dafür zu zahlen, und man bekommt genau eine Portion. Wer die Wette gewinnt, erhält den Gewinn — aber nicht den Einsatz, mit dem er gespielt hat. Bei einem Treffer zu einer Quote von 1,90 auf einen Einsatz von 10 € landen also 9 € auf dem Konto, nicht 19 €. Das ist keine Fußnote, das ist der Kern des Produkts, und jeder Vergleich, der ihn weg lässt, vergleicht Werbeplakate statt Angebote.
Dazu kommen Bedingungen, die sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden: Mindestquoten, Fristen, eine Höchstgrenze für den Gewinn, und die Regel, dass Gratiswetten bei Cash Out und bei Quotenboosts meist nicht mitspielen. Auf dieser Seite steht, was diese Bedingungen im Einzelfall kosten, wer sie stellt und für wen sie sich trotzdem rechnen.
Was die Erlaubnis der GGL bedeutet — und was sie für eine Gratiswette nicht verspricht
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) führt unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet. Öffentlich nachprüfbar ist das über die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV, und sie ist der einzige Test, der zählt. Nicht das Impressum, nicht das Siegel, nicht das Wörtchen „lizenziert“ auf einer Werbebahn. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Halter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Halter ausschließlich für Pferdewetten. Alle gelisteten Domains enden auf.de. Eine.de-Adresse allein beweist allerdings nichts, denn sie steht jedem offen, der sie registriert.

Für den Leser dieser Seite folgt daraus eine unbequeme Reihenfolge. Das Angebot ist die zweite Frage. Die erste ist, ob es sich um einen Veranstalter mit deutscher Erlaubnis handelt, denn davon hängt ab, welche Schutzmechanismen überhaupt anspringen. Erst wenn das geklärt ist, lohnt der Blick auf Höhe, Frist und Mindestquote des Neukundenangebots.
Eine Erlaubnis für Sportwetten deckt nur Sportwetten. Wer für denselben Halter zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Online-Casino hält, hat damit für sein Sportwettenangebot nichts Zusätzliches in der Hand, und umgekehrt sagt eine Casinokonzession nichts über das Wettprogramm. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistet ist, nimmt Sportwetten an. Die erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre; die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten und führt kein Enddatum. Wer eine Seite mit auslaufendem Datum sieht, sieht eine Erfindung.
Wo die Gratiswette ohne Einzahlung herkommt — und wer sie bezahlt
Gratiswetten ohne Einzahlung und ohne OASIS sind kein besonders großzügiges Segment des legalen Markts. Sie sind eine Beschreibung des Graumarkts. Wer Sportwetten für Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung. Genau darum fehlen dort OASIS und LUGAS: ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist an keines der beiden Systeme angeschlossen, weder an die Sperrdatei noch an die Limitdatei.
Der Reiz solcher Seiten liegt auf der Hand, und er hat zwei Seiten. Die Sperre, die ein Spieler sich selbst auferlegt hat, existiert dort nicht. Das Einzahlungslimit von 1.000 € im Kalendermonat nach § 6c Abs. 1, das LUGAS über alle Anbieter hinweg durchsetzt, existiert dort ebenfalls nicht. Wer nach einer Selbstsperre bei einem Auslandsanbieter weiterspielt, hat keine Grenze mehr, die vor ihm selbst greift. Das ist keine Moralpredigt, das ist die Mechanik der Systeme: sie sind national, sie sind freiwillig nur in dem Sinne, dass ein erlaubter Anbieter sie anwenden muss.
Die Behörde ist in dieser Frage deutlich geworden. Am 17. September 2026 warnte die GGL Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten und nannte in diesem Zusammenhang Platincasino.
Hinzu kommt die zivilrechtliche Unsicherheit, die derzeit in Bewegung ist. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Einschränkung, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Wer daraus einen Rückzahlungsanspruch ableitet, springt zu weit. Es ist eine offene Rechtsfrage, kein Versprechen.
Keine Gratiswette ist eine Rückzahlung wert, die man erst einklagen muss.
Was sich am Schutz für Spielende ändert, sobald ein Aktionsguthaben im Konto liegt
Die Regeln zur Spielverantwortung kennen keinen Aktionsrabatt. Wer teilnehmen will, ist 18 nach § 4 Abs. 3. Ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung nach § 6a. Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlungen. Das ist die Frist, die man im Nacken hat, während man auf seine Ausweisdokumente wartet — und sie erklärt, warum ein Bonus, der „nach Verifizierung“ gutgeschrieben wird, manchmal ein paar Tage lang nichts ist als eine Zeile im Kontoauszug.
Das Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine Einzelperson einen höheren Wert eintragen, bis zu 10.000 €, und für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler 10.000 bis 30.000 € — aber nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Eigenerklärung reicht dafür nicht. Herabsetzen wirkt sofort, Erhöhen erst nach 7 Tagen. Ein Parallelspiel bei mehreren Anbietern ist nach § 6h untersagt und wird über die Aktivitätsdatei verfolgt.
OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem. Es wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Blockade aus.
Was ein Aktionsguthaben daran nicht ändert: nichts. Ein Bonus verändert weder die Altersgrenze noch das Limit noch die Sperre. Er verändert auch nicht die Verantwortung für den Einsatz. Das klingt selbstverständlich und ist es nicht, denn eine Gratiswette tut rhetorisch genau das Gegenteil: Sie trennt den Einsatz vom eigenen Geld, und in dem Moment, in dem der Einsatz nicht mehr das eigene Geld ist, fühlt sich der nächste Schritt kleiner an als er ist. Ein Freibetrag im Kopf, den es nicht gibt.
Ausgezahlt wird übrigens erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses — das versteht sich bei Sportwetten von selbst, ist aber der Grund, warum eine Live-Gratiswette nichts beschleunigt. Und es gibt keine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz pro Wette im Sportwettenbereich. Wer also annimmt, der Staat bremse ihn an der Wettscheinzeile, täuscht sich. Er bremst am Monat.
Wie die Neukundenangebote aufgeschlüsselt werden: Wert, Frist, Mindestquote, Auszahlungsregel
Vier Größen entscheiden, was ein Angebot einem Spielenden tatsächlich bringt. Der Nennwert ist die sichtbarste und die am wenigsten aussagekräftige. Die Aktionsfrist entscheidet, ob man überhaupt dazu kommt. Die Mindestquote entscheidet, ob die Wette spielbar ist, ohne dass man auf ein Ergebnis setzt, das man nicht will. Und die Auszahlungsregel entscheidet, was am Ende hängen bleibt.
Der wichtigste Satz zum Thema lautet: Der Einsatz einer Gratiswette wird bei einem Gewinn nicht ausgezahlt. Das ist die Standardkonstruktion, und sie ist im GlüStV nicht geregelt — Umsatz, Mindestquote und Höchstgrenzen kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Der Gesetzgeber hat keine Obergrenze für Sportwettenboni gesetzt, kein Pflicht-Umsatzmodell und keine einheitliche Mindestquote. Was hier steht, ist deshalb immer ein Blick in die konkreten Bedingungen des Anbieters, und die unterscheiden sich erheblich.
Zu unterscheiden sind vor allem zwei Bauarten. Die eine ist der Freebet, der eine Wette ohne Einsatz bezahlt: Der Gewinn kommt abzüglich des Freebet-Einsatzes an. Die andere ist der Einzahlungs- oder Willkommensbonus, bei dem der Bonus an eine Einzahlung gekoppelt ist und in vielen Fällen erst nach Umsatzbedingungen ausgezahlt werden darf. Bei manchen Häusern ist die zugehörige Einzahlung umsatzfrei und nur der Bonus gebunden, bei anderen müssen beide Beträge umgesetzt werden. Die Reihenfolge im Kleingedruckten verrät, welche Bauart man vor sich hat: Steht dort „die Einzahlung muss einmal umgesetzt werden“, ist die Gratiswette wirklich umsatzfrei. Steht dort „Einzahlung und Bonus müssen siebenmal umgesetzt werden“, ist sie es nicht.
Was die Freiwette mit und ohne Gegenwette wert ist
Die Bedingungen der Freebet als Ausgangspunkt genommen: Es geht um eine nominale Gratiswette, deren Einsatz bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt wird. Ein illustrativer Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1,90 und 1,90 — ein Rechenbeispiel, kein notierter Kurs. Ein Verhältnis von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ergibt einen Quotenschlüssel von rund 95 %, die Marge des Marktes liegt damit bei etwa 5 %.
Auf einen Gratiswettenbetrag von 10 € und eine Quote von 1,90 gerechnet, ist der Erwartungswert dieses Scheins 10 € × (0,90 ÷ 1,90) × 0,95. Das ergibt ungefähr 4,50 €. Die Gratiswette ist also etwa 45 % ihres Nennwerts wert, und das ist ein Durchschnitt über viele Wetten, kein Ergebnis einer einzelnen — der Nennwert von 10 € steht auf dem Banner, der tatsächliche Gegenwert liegt bei etwa der Hälfte. Bei einer Quote von 1,50 statt 1,90 fällt der Faktor auf 0,50 ÷ 1,50, und der Wert sinkt auf etwa 3,33 €; bei einer Quote von 3,00 steigt er auf 6,33 €. Ein deutlicher Unterschied, und er kommt daher, dass ein hoher Einsatzanteil pro Euro Gewinn weniger Masse durch das Tor bringt. Wer die Gratiswette auf eine Quote von 1,10 legt, weil es dort „sicherer“ ist, macht aus 10 € Nennwert etwa 0,86 € Gegenwert.
Die Spannbreite des Scheins liegt damit grob zwischen einem Zwanzigstel und zwei Dritteln des beworbenen Betrags, je nach gewählter Quote. Dass eine Wette erst ab einer Mindestquote überhaupt zählt, hat also eine zweite, weniger werbliche Funktion: Es hält den Wert des Gutscheins im Rahmen. Was die Einzahlung angeht, greift eine weitere Schranke. Einzahlungen sind auf Deutschland-Seiten nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das hält Krypto und anonyme Prepaidkarten aus den lizenzierten Abläufen heraus und ist der wahrscheinlichste Grund, warum ein Anbieter in seinen Bedingungen von sich aus nur eine Handvoll Zahlungswege nennt.
Der Vergleich: Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis
Die folgenden zehn Häuser halten alle eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis und sind mit ihrer Sport-Domain auf der Whitelist geführt. Das ist der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis. Zwischen ihnen liegen die Konditionen eines Gratisangebots weit auseinander — dort ist die Auswahl tatsächlich eine.
| Marke | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| AdmiralBet | erlaubt, Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| NEO.bet | erlaubt, Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Interwetten | erlaubt, Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| bet365 | erlaubt, Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| MERKUR BETS | erlaubt, Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Sportingbet | erlaubt, Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Tiptorro | erlaubt, Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| 888sport | erlaubt, 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| bet-at-home | erlaubt, Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Winamax | erlaubt, WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021 |
Warum diese Tabelle so aussieht, wie sie aussieht, ist selbst eine Aussage über den Markt. Die Erteilungsdaten der ersten Erlaubnis drängen sich in zwei Fenstern: um den 9. bis 6. November 2020 herum — das war der Start des legalen Internetmarkts nach dem neuen Staatsvertrag — und im Sommer 2021. Wer später mit einer.de-Domain auf ein deutsches Publikum zielt, hat sich nicht nur die Erlaubnis geholt, sondern auch die damit verbundenen Pflichten: Limitdatei, Sperrsystem, Verifizierung, eigene Zahlungskonten. Das ist der Preis, der auf jedem Angebot dieser Liste steht, und er ist der Grund, warum hier keine Rede von „ohne OASIS“ und „ohne Limits“ sein kann. Genau diese beiden Sätze sind auf dieser Seite nirgends zu haben.
Zwei Spalten fehlen bewusst, obwohl sie naheliegen. Eine allgemeine Bonusspalte fehlt, weil ein einzelner Betrag ohne Frist, Mindestquote und Auszahlungsregel in einem Vergleich mehr zerstört als klärt. Eine Spalte mit Erfahrungsnoten wäre eine Selbsteinschätzung ohne Prüfmaßstab. Was in der Übersicht steht, lässt sich gegen die Whitelist nachsehen, und mehr soll sie nicht leisten.
Was die Daten der Whitelist verraten, wenn man sie sortiert
Die Erteilungsdaten sind die einzige Angabe, die auf der Liste eine Länge hat. Sie sagen nicht, wie gut ein Anbieter ist. Sie sagen, wie lange er unter deutschem Recht schon dabei ist, und das hat zwei Konsequenzen. Die erste betrifft die Abläufe: Ein Haus, das fünf Jahre im regulierten Markt arbeitet, hat Verifizierung, Zahlungswege und Steuerpflicht Routinen werden lassen. Die zweite betrifft die Vertragslage: Wer erst im November 2023 dazukam, hat keinen einzigen Vertrag abgeschlossen, den ein Gericht in den Jahren davor hätte prüfen können. Für einen Leser, der wegen der Rückzahlungsfrage nervös ist, ist das eine Kleinigkeit — für einen, der 2015 bei einem Haus mit.de-Adresse und ohne Erlaubnis gespielt hat, ist es die ganze Frage.
Dass drei der zehn im November 2020 starteten und vier im Sommer 2021, ist auch deshalb bemerkenswert, weil in den Jahren dazwischen die Steuer auf Sportwetten ihre Rolle gefunden hat. Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst, und deswegen steht dazu hier nur, was im jeweiligen Vertragswerk steht. Wichtig ist ein Punkt, der in Kaufdebatten gern verschwindet: Die Steuer trifft auch unerlaubte Anbieter. Wer dort spielt, zahlt sie im Preis mit, nur ohne Erlaubnis drumherum. Ein Steuerbescheid ist kein Lizenznachweis.
Grundlagen: Was eine Gratiswette ist und warum „gratis“ nur den Einsatz meint
Zieht man einen Satz aus dieser Seite, dann diesen: Der Einsatz ist das, was gratis ist, und der Einsatz ist das, was im Gewinnfall fehlt. Zehn Euro Freebet sind für den Spielenden ein Wettgutschein über zehn Euro, dessen Auszahlung im Gewinnfall um zehn Euro kleiner ausfällt. Auf einer Quote von 1,90 macht das aus 19 € Gewinn 9 €.

Das ist die Grundlage, und aus ihr folgt fast alles andere. Eine Gratiswette muss platziert werden, also hat sie eine Frist. Sie gilt nicht für jede Wette, also hat sie eine Mindestquote. Sie soll nicht zu einem Auszahlungsinstrument werden, also hat sie eine Höchstgrenze. Sie soll nicht doppelt kassiert werden, also gilt sie einmal je Person, Konto, Haushalt, Gerät und IP-Adresse. Und weil sie bei Live-Wetten mit Zwischenständen ein besonderes Risiko wäre, schließen viele Anbieter sie von Cash Out aus.
Die Abgrenzung zum Einzahlungsbonus ist für die Frage, was am Ende ankommt, wichtiger als jede Bonusbeschriftung. Ein Einzahlungsbonus lässt sich in Höhe und Form frei wählen, bindet aber fremdes Geld mit. Eine Gratiswette bindet kein eigenes Geld, dafür fehlt ihr der Einsatz. Keines der beiden Modelle ist „besser“, sie passen zu unterschiedlichen Budgets. Wer mit 20 € im Monat spielt, findet in der Gratiswette das Instrument, das ihn nicht zu einer Einzahlung verleitet, die über seinem Limit liegt. Wer ohnehin regelmäßig 50 € einzieht und sich die Umsatzbedingungen zutraut, holt aus einem Einzahlungsbonus mehr heraus — und trägt das Risiko von Wetteinsätzen, die er ohne den Bonus nicht platziert hätte.
Die Einschränkung, die auf dieser Liste überall mitreist: Sie gilt für Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombinationswette nach § 21 Abs. 1, und nur für die Wettenarten, die die GGL zugelassen hat (Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5). Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis zulässig oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: erlaubt. Nächster Satz im Tennis: erlaubt. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball: nicht erlaubt. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren sind ausgeschlossen — die Aufsichtspraxis der GGL zählt Fußball unterhalb der 3. Liga zum Amateurbereich. Manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung fallen nach § 21 Abs. 1a ebenfalls weg, Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Bei E-Sport gibt es nichts zu diskutieren: Die GGL stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind und E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wetttangebot existiert in Deutschland nicht. Wer eines sieht, sieht ein Angebot ohne Erlaubnis. Zu virtuellen Sportarten gibt es keine belastbare Aussage; dazu steht hier nichts.
Werbung ist ebenfalls geregelt, und die Details überraschen viele. Nach § 5 Abs. 7 darf nur werben, wer Inhaber einer Erlaubnis ist. Die Uhrzeitgrenze von 6 bis 21 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Amtsträgern, und keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Wer ein Plakat mit einem Nationalspieler über einer Sportwettenzeile und einer Provision nach Umsatz sieht, sieht einen Verstoß. Und noch ein Punkt zur Schadensbegrenzung: Das GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus der Höhe nach festlegt oder deckelt.
Zur Strafbarkeit von Spielenden: Die Veranstaltung ohne Erlaubnis nach § 284 StGB steht unter Strafe, die Werbung dafür ebenfalls, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht belegt. Das ist weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatisierung. Die Behörde geht gegen die Anbieter vor, mit Untersagungen, Zahlungs- und Netzsperren nach § 9, und dieser Weg ist der wirksame.
Für die Selbstprüfung braucht es drei Minuten. Whitelist öffnen, Markenname suchen, sehen, welche Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis steht und welcher Halter eingetragen ist. Steht die Domain nicht dort, hilft der bekannteste Name nichts.
Die Anbieter im Einzelnen: Zehn Häuser mit deutscher Erlaubnis und ihre Bedingungen
Ein Hinweis vorweg, weil er die Lektüre der nächsten Abschnitte ehrlicher macht. Diese Liste ist keine Rangfolge. Die Reihenfolge folgt keinem Punkteergebnis, und wer wissen will, welches Haus zu ihm passt, sollte bei seinen eigenen Gewohnheiten anfangen: spielt er Einzelwetten oder Kombis, setzt er kleine Beträge oft oder große selten, legt er Wert auf Cash Out oder auf Live-Streams.
AdmiralBet: Erlaubnis seit 2020 und ein langer Vorlauf im regulierten Markt
Als Betreiberin von Admiralbet.de führt die Whitelist die Greentube Betting Malta Limited. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert vom 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Die Whitelist führt kein Enddatum; die erste Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre, was die Folgeerlaubnisse plausibel macht.
Das ist die längste Vorgeschichte in diesem Zehnerfeld, und sie sagt etwas für das Haus: Wer zwei Folgeerlaubnisse beantragt und erhalten hat, fährt seinen Betrieb nicht provisorisch. Neu ist das Haus hier trotzdem nicht, und wer eine Gratiswette mit besonders pfiffiger Mechanik sucht, wird bei AdmiralBet weniger finden als bei jüngeren Häusern, die mit Aktionsmechanik Neukunden gewinnen müssen.
Wichtiger als die Zahl der Erlaubnisse ist für einen Gratiswetten-Vergleich die Trennung der Domains. Admiralbet.de und slots.admiralbet.de sind zwei Erlaubnisse mit zwei Regelwerken. Eine Casino-Aktion darf nicht als Sportwetten-Aktion gelesen werden, und ein Bonus, der an Spielautomatenumätze gebunden ist, hat auf einem Wettschein nichts verloren.
Der Nutzen dieses Eintrags liegt weniger im Angebot als in der Prüfbarkeit. Der Halter ist auf der Whitelist namentlich benannt und mit der Seriennummer der Erlaubnisse versehen. Diese Art Gewissheit ist bei Auslandsangeboten nicht zu haben.
NEO.bet: gleiche Erlaubniswurzel, sparsame Außendarstellung
Für NEO.bet nennt die Whitelist die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Kein Enddatum, wie bei allen Einträgen.
Das Haus teilt sich das Startdatum mit mehreren anderen, was bedeutet: Es gehörte zur ersten Gruppe, die nach dem neuen GlüStV einen Platz auf dem regulierten Markt belegte. Im Vergleich der Markenauftritte fällt es zurückhaltender aus als die großen Namen, und wer sich für NEO.bet entscheidet, entscheidet sich für einen Anbieter, dessen Bekanntheit hinter seiner Zulassungsdauer zurückbleibt.
Für die Gratiswetten-Frage ist die Punktlage dieselbe wie bei jedem erlaubten Haus: Ein Angebot ohne Einzahlung ist hier möglich und üblich, ein Angebot ohne Sperrsystem nicht. Wer die Wahl zwischen einem beworbenen Auslandsangebot und einem Neukundenbonus bei NEO.bet abwägt, sollte die Frage des Limitdatei-Eintrags vor die Frage des Nennwerts stellen.
Die sparsame Außendarstellung ist ein zweischneidiges Argument. Sie bedeutet weniger Prestigewerbung und weniger Lärm — aber auch weniger öffentlich auffindbare Information über das Wettprogramm. Wer vergleicht, muss die Konditionen im Konto selbst nachsehen.
Interwetten: Cash Out mit Widerrufsvorbehalt
Als Betreiberin von Interwetten.de ist die Interwetten Gaming Limited auf der Whitelist geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Der Punkt, an dem dieses Haus im Vergleich auffällt, ist ungewöhnlich und für Gratiswettenleser relevant. Nach den Sportsbook-Regeln kann Interwetten Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren. Und für Freebets und Bonusgeld ist Cash Out ohnehin nicht verfügbar.
Die zweite Regel ist Standard, die erste nicht. Ein Cash-Out, der jederzeit verschwinden kann, ist ein Werkzeug und keine Zusage. Wer eine Position mit Cash Out absichern will, sollte wissen, dass die Funktion keine Eigenschaft der Wette ist, sondern eine, die der Anbieter zusagt oder zurückzieht — und im Bonuskonto gar nicht erst angeboten wird. Gerade bei einer Kombi, die auf zwei von vier Beinen steht, ist die Stunde, in der man aussteigen will, die Stunde des Risikos.
Für Spieler, die Interwetten als Stammanbieter haben und den Cash-Out häufig nutzen, lohnt die Unterscheidung zwischen Echtgeld- und Bonuskonto: Der Ausstieg, der im Echtgeld funktioniert, existiert einen Klick weiter nicht.
bet365: umsatzgebundene Wett-Credits statt Gratiswette
Für Bet365.de führt die Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Das Neukundenangebot auf Bet365.de bewirbt „bis zu 100 € in Wett-Credits“. Freigegeben werden die Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Wer das als Gratiswette liest, liest zwei Bedingungen zu wenig: Zum einen ist die Freischaltung an Wetten im Gegenwert der Einzahlung gebunden, zum anderen fehlt im Gewinnfall der Einsatz. Die Kombination aus beidem macht aus dem beworbenen Betrag ein Kreditlimit, das auf dem eigenen Umsatz aufbaut.
Im Funktionsumfang gehört bet365 zu den breitesten Häusern dieser Liste. Der Wetten-Konfigurator bietet einen Boost bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher, dazu einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Das Hilfezentrum beschreibt als weitere Funktionen den Wetten-Konfigurator, den Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ — eine Spielerwette läuft bei einer Auswechslung weiter — und „Wette teilen“.
Die Auswechslungsregel ist die interessanteste davon. Eine Spielerwette, die eine Auswechslung übersteht, nimmt das häufigste Ende eines eigentlich guten Tipps aus dem Ergebnis heraus. Der Preis dafür liegt in der Quote, wie bei jeder Versicherung. Der Vergleich zwischen der normalen Spielerwette und der abgesicherten Variante ist eine Rechnung, die jeder für sich selbst aufmachen muss, weil sie von der erwarteten Einsatzzeit abhängt.
Beim Neukundenkredit lohnt eine Gegenrechnung vor der Anmeldung. Die Freischaltung nach Umsatz in Höhe der Einzahlung macht das Angebot weniger einsteigerfreundlich als ein kleiner, sofort spielbarer Freebet.
MERKUR BETS: Einzahlungs-Freebet plus tricky Clubaktion
Betreiberin von MERKUR BETS ist laut Whitelist die Merkur Bets Malta Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 06.11.2023. Das ist der jüngste Eintrag des Feldes.
Zum Neukundenangebot: Laut Mitteilung vom 14.10.2024 erhielten Neukunden bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Zwei Bedingungen stecken in diesem Satz. Erstens handelt es sich bei der Rückerstattung um eine Freebet, also um Spielguthaben und nicht um Geld — der Einsatz kommt nur als Wettschein zurück. Zweitens entscheidet eine Klickentscheidung vor dem Absenden des Wettscheins darüber, ob die Erstattung überhaupt greift. Wer die Option nicht wählt, hat sie nicht.
Dazu kommt eine Konto-Aktion mit eigenem Rhythmus. Der MERKUR BETS CLUB schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Diese Freebet muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich, der Gewinn wird abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und für Wetten mit Quotenboost gilt die Freebet nicht.
Der Quotenboost des Hauses ist ebenfalls geregelt: Ab fünf Auswahlen gibt es einen Prozentbonus auf den Gewinn, 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl einen Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, bei einer Mindestquote je Auswahl von 1,21. Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt.
Rechnet man die Clubaktion auf einen Monat, hält sie weniger, als der Umfang des Textes vermuten lässt. Fünf Euro Freebet pro Woche, deren tatsächlicher Gegenwert nach der allgemeinen Beispielrechnung bei etwa der Hälfte des Nennwerts liegt, für 25 € Wocheneinsatz auf Kombis mit Mindestquote 4,00. Das ist keine Kritik an der Aktion, sondern ihre Übersetzung. Wer ohnehin jede Woche Dreier-Kombis mit Gesamtquote über 4,00 spielt, nimmt die fünf Euro mit. Wer sich dafür zusätzliche Kombis baut, hat das Verhältnis verdreht.
Die jüngste Erlaubnis im Feld ist kein Nachteil für die Spielenden — sie bedeutet nur, dass das Haus seine Regeln in einer Zeit geschrieben hat, in der der Markt schon etabliert war.
Sportingbet: Cash Out mit sauberen Ausschlüssen
Als Betreiberin von Sportingbet.de nennt die Whitelist die Sportingbet (Deutschland) Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.
Cash Out ist hier nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach der Wettauswertung gutgeschrieben. Das ist ein anderer Ablauf als bei Häusern, die den Cash-Out-Betrag unmittelbar auf dem Guthaben zeigen. Die Gutschrift nach der Wettauswertung heißt praktisch: Der Ausstieg wird verbucht, aber das Geld kommt, wenn der Rest der Wette abgerechnet ist. Wer den Ausstiegserlös sofort weiterspielen will, stößt an eine Wand, die im Bedingungstext steht und in der Oberfläche nicht.
Wieder der Hinweis für Bonuskonten: Eine als Freebet abgeschlossene Wette lässt sich hier gar nicht vorzeitig beenden. Wer eine Gratiswette platziert und sie im Verlauf bereut, hat keinen Ausstieg.
Für die Wahl des Spieltyps ist der Ausschluss der Systemwetten der zweite wichtige Satz. Wer mit Systemwetten arbeitet — also mehrere Kombinationen aus einer Auswahlgruppe automatisch bildet —, verliert die Möglichkeit, die Position vorher zu schließen. Bei Kombinationen mit vielen Beinen ist genau das der Moment, in dem Cash Out interessant wird.
Tiptorro: App mit Whitelist-Halter in Malta
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die Whitelist führt für Tiptorro.de die Torro Tec Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Es gibt hier eine Angabe und eine Behauptung, und sie sind zwei verschiedene Dinge. Die Whitelist ist die Angabe; die Selbstbeschreibung in einem App-Store-Eintrag ist die Behauptung, die in diesem Fall mit der Angabe übereinstimmt. Das ist bei weitem nicht immer so, und wer die Prüfroutine einmal lernt, wendet sie danach automatisch an: Behauptung im Store lesen, dann Eintrag auf der Whitelist nachschlagen.
Die Überprüfung der Erlaubnis ist bei App-Anbietern der Kern des ganzen Absatzes. Eine App ist ein Vertriebsweg, keine Zulassung. Wer im Store nach „Sportwetten“ sucht, findet Angebote ohne deutsche Erlaubnis zwischen denen mit, und das Vorschaubild verrät den Unterschied nicht. Der Name des Entwicklers dagegen schon, wenn man ihn gegen die Liste hält.
Wer hauptsächlich mobil spielt und den Wechsel zwischen Browser und App als lästig empfindet, bekommt hier einen Anbieter mit Erlaubnis und einem auf Bewegung ausgerichteten Format. Die Entscheidung verlagert sich damit auf die Frage, ob das Wettprogramm die eigenen Sportarten abdeckt — und die lässt sich nur im Konto beantworten.
888sport: Börsennotierte Gruppe, Erlaubnis über eine eigene deutsche Gesellschaft
Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Whitelist führt für 888sport die 888 Germany Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.
Die Struktur ist der eigentliche Punkt in diesem Absatz. Zwischen der börsennotierten Holding in Gibraltar und der Erlaubnis für das deutsche Sportwettenangebot sitzt eine eigene deutsche Gesellschaft. Die Whitelist hat nicht die Marke eingetragen, sondern den Halter. Wer dort nach dem Markennamen sucht und den Firmennamen nicht kennt, findet den Eintrag nicht und zieht womöglich den falschen Schluss.
Für die Risikobetrachtung zählt das mehr als die Frage, ob eine Marke berühmt ist. Eine Gruppe, die ihre deutschen Aktivitäten in einer eigenen Gesellschaft bündelt, trennt Haftung und Aufsicht. Der Whitelist-Eintrag hängt dann an genau dieser Gesellschaft, und ein Lizenzwechsel innerhalb der Gruppe ist ein Vorgang in der Liste, kein Marketingereignis.
Für Spieler mit kleinem Budget ist das ein beruhigender Faktor, weil die zugehörige Erlaubnis nicht von der Konzernstruktur abhängt, sondern von der benannten Gesellschaft — und eine Aktiengesellschaft mit Publizitätspflicht veröffentlicht mehr, als ihre Bonusbedingungen verlangen.
bet-at-home: Terminierte Gratiswette mit harter Uhrzeit
Für Bet-at-home.de führt die Whitelist die Bet-at-home.com Internet Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
Das werberelevante Angebot der vergangenen Saison zeigt, wie viele Nägel eine Gratiswette braucht. Die 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Vier Bedingungen in einem Satz: Wohnsitz, Registrierungsweg, Registrierungszeitraum, Platzierungsdeadline. Und eine Erleichterung, die es in sich hat — die Gewinne aus dieser Gratiswette waren umsatzfrei. Das ist für eine Gratiswette die angenehmste Fassung, weil sie das verspricht, was auf dem Banner steht, abzüglich des Einsatzes.
Sie hatte nur einen Haken. Das Ereignis, auf das sie wetten musste, war das Ende des Turniers. Eine Woche Zeit, um sich für einen Weltmeister zu entscheiden, und die Wette lag dann bis zum Finale. Wer das als „Gratiswette heute“ liest, liest eine Aktionsform, die von einer aktuellen Aktion nicht zu unterscheiden ist, solange man das Modalverb überliest: Die Wette musste bis zu einem Datum platziert werden, sie wurde nicht an diesem Datum ausgezahlt. Der Unterschied zwischen Platzieren und Auszahlen wird im Marketing selten betont und sollte bei jeder Laufzeitwette der erste Gedanke sein.
Ob ein solches Angebot für 10 € Nennwert den Aufwand lohnt, hängt von der Vorliebe ab. Wer ein Turnier ohnehin verfolgt, hat einen Schein mit einem Bruchteil des Nennwerts in der Hand. Wer für die Wette erst ein Konto eröffnet und die Verifizierung durchläuft, hat für 10 € Nennwert einen Aufwand, der in keinem Verhältnis zum Gegenwert steht.
Winamax: verdoppelte Einzahlung fast ohne Umsatzbindung
Für Winamax.de nennt die Whitelist die WINAMAX (Société anonyme), mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 29.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 08.12.2022.
Beim Willkommensangebot werden Freebets bis zu 100 € vergeben, die die erste Einzahlung verdoppeln, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Diese Kombination ist im Feld selten, und sie ist die günstigste Struktur für einen Einsteiger: Der Umsatz beschränkt sich auf die Einzahlung, der Bonus bleibt frei.
Die Details sind so wichtig wie die Struktur. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung der Einzahlung. Weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Und die Mindestquote von 1,05 ist so niedrig, dass sie keine praktische Einschränkung darstellt — wer eine Wette zu 1,05 platziert, sucht nicht den Wert, sondern den Umsatz, und genau das ist hier erlaubt.
Der zweite Punkt, den ein Gratiswettenleser wissen sollte, betrifft den Cashout-Umfang. Der Winamax-Cashout erlaubt die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung einer Wette bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten. Ausgezahlt wird der Betrag erst, nachdem alle Auswahlen der Wette beendet sind. Nicht möglich ist Cashout bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und bei Wetten, die mit Freebets platziert wurden. Der letzte Ausschluss ist der entscheidende: Auch hier gilt, dass eine mit Gratiswette platzierte Position keinen Ausstieg hat. Die Formulierung „vollständig oder teilweise“ ist dagegen überdurchschnittlich flexibel, und für den Teilausstieg aus einer laufenden Kombi gibt es hier mehr Spielraum als bei Anbietern, die nur den Komplettausstieg kennen.
Wenn das Angebot das Überangebot ist: was die Gratiswette in der Praxis kostet
Mehrere Häuser auf dieser Liste zahlen etwas aus, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise, und die Frage, die viele Leser stellen, lautet ohnehin nicht „welches Haus“, sondern „ob überhaupt“. Die Antwort hängt an drei Größen, und keine davon ist der Nennwert des Bonus. Erstens die Umsatzbindung: Ein Bonus über 100 €, der im Siebenfachen umgesetzt werden muss, verlangt 700 € Wetteinsatz, und bei einem Monatslimit von 1.000 € und einer Mindestquote von 1,80 ist das keine Kleinigkeit. Zweitens die Mindestquote, weil sie bestimmt, welche Wetten zählen. Drittens die Frist, weil sie bestimmt, ob man überhaupt dazu kommt.
Es gibt einen Grund, warum diese Freiheit missverstanden wird. Sie ist keine Unreguliertheit, sondern die Folge einer bewussten Entscheidung des Gesetzgebers: Umsatz, Mindestquote und Höchstgrenzen stehen nicht im GlüStV, sondern ausschließlich in den Bedingungen der einzelnen Anbieter. Wer wissen will, was sein Bonus kostet, muss in diesen Bedingungen lesen, und zwar bevor er einzahlt.
Ein Punkt zu einem häufig übersehenen Begriff: Der Quotenschlüssel, also der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt, ist eine Marktkennzahl ohne gesetzliche Grundlage. Er beträgt 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ), die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Bei Quoten von 1,90 und 1,90 liegt der Schlüssel bei rund 95 % und die Marge bei etwa 5 %. Das ist die Zahl, die jeder Betrag beim Umtausch in Quoten mit sich trägt, und sie ist der ruhige Hintergrund jeder Gratiswettenrechnung.
Wer die 100 € Nennwert in eine Einzahlung steckt und dabei 700 € Wetteinsatz in Kauf nimmt, hat nicht 100 € gewonnen, sondern einen Vorgang angelegt, in dem am Ende der Wert des Gutscheins abgeschmolzen ist. Dasselbe gilt in kleiner Form für die 25 € Freebet aus dem Neukundenangebot eines Hauses und für die 10 € Gratiswette eines anderen: Je kleiner der Nennwert, desto eher lohnt es sich, den Aufwand zu ignorieren — und desto wahrscheinlicher ist der Bonus nur der Auslöser für eine Anmeldung, die es ohne ihn nicht gegeben hätte.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert eine Gratiswette bei Sportwetten?
Sie ist ein Guthaben, mit dem ein Wettschein bezahlt wird. Man wählt ein Ereignis und eine Quote, der Einsatz kommt nicht vom eigenen Konto. Bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes gutgeschrieben. Voraussetzung sind meist eine Mindestquote, eine Frist und eine Aktivierung im Bonuskonto.
Sind Gratiswetten wirklich gratis, oder hängen Bedingungen daran?
Gratis ist nur der Einsatz. Daran hängen Mindestquote, Aktionsfrist, Gewinnobergrenze und die Regel, dass der Einsatz bei einem Treffer fehlt. Manche Anbieter verlangen gar keinen Umsatz, andere verknüpfen die Vergabe mit einer qualifizierenden Einzahlung. Ein Angebot ganz ohne Bedingungen existiert nicht — nur eines, dessen Bedingungen man gelesen hat.
Wird der Einsatz einer Gratiswette beim Gewinn mit ausgezahlt?
In aller Regel nicht. Das ist die Standardkonstruktion, und sie steht bei den Anbietern dieser Liste in den Bedingungen. Konkret: Eine 10-€-Freebet auf eine Quote von 1,90 bringt bei einem Treffer 9 €, nicht 19 €. Einzelnachweise gibt es, aber sie sind die Ausnahme und nicht die Annahme, mit der man rechnen sollte.
Was bedeutet eine Gratiswette ohne Einzahlung und ohne OASIS für den Schutz der Spielenden?
Sie stammt von einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Damit greifen OASIS und LUGAS nicht: Eine Selbstsperre bleibt unberücksichtigt, und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat existiert nicht. Die Behörde warnt vor solchen Angeboten, und ein Rückzahlungsanspruch ist offen, nicht zugesichert.
Welche Fristen und Mindestquoten gelten typischerweise für Gratiswetten?
Fristen liegen zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen, und die Mindestquote entscheidet darüber, welche Wetten zählen. Manche Angebote laufen auf ein einzelnes großes Ereignis und binden den Wettschein bis zu dessen Ende. Wer die Frist überliest, verliert den Gutschein. Genau darum lohnt der Blick in die Bedingungen vor der Registrierung.
Wie lässt sich auf der GGL-Whitelist prüfen, ob ein Anbieter mit Gratiswette eine deutsche Erlaubnis hat?
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder öffnen und die Sport-Domain des Anbieters suchen. Steht sie unter einer Sportwetten-Erlaubnis, ist der Halter namentlich benannt. Fehlt die Domain, hilft der Markenname nicht weiter. Die Liste führt Erteilungsdaten, kein Enddatum.
Bonus – Sportwetten in Deutschland
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
