Die besten Sportwetten-Prognosen 2026 — und die Rechnung, die keine Vorhersage aufstellt
Stand: 30. Oktober 2026. Die Angaben zur Erlaubnis stammen aus der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Eine Prognose ist eine Wahrscheinlichkeit, die jemand in eine Zahl gegossen hat. Damit ist schon das ganze Geschäft umrissen: Wer eine Quote sieht, sieht nicht die Wahrheit über ein Spiel, sondern den Preis eines Anbieters nach Abzug seiner Marge. In Deutschland kommt eine zweite Zahl dazu, die viele übersehen — der Quotenabschlag von 5 %, den etwa ODDSET laut seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette erhebt. Und darunter liegt eine dritte Ebene, härter als beide: Ohne Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist das Angebot unerlaubtes Glücksspiel, und die Warnung vor solchen Seiten ist keine Marketingzeile, sondern eine Behördenmitteilung.
Wer wirklich die besten Sportwetten-Prognosen sucht, sucht also nicht die treffsicherste Vorhersage. Er sucht die günstigste Rechnung. Dieses Stück führt durch die drei Schichten: was ein Anbieter darf, was er dem Spieler an Schutz und Grenzen auferlegt, und was von einer Quote übrig bleibt, wenn Prognose, Marge und Steuer gleichzeitig an ihr ziehen.
Rechtslage: Was eine Prognose überhaupt wert sein darf
Der Rahmen ist schnell umrissen und eng. Seit dem 1. Juli 2021 gilt der GlüStV 2021, und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) erteilt die deutschlandweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, überwacht den Markt und verhängt Bußgelder. Die Steuer ist dagegen Sache des Finanzamts, nicht der Behörde.

Der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter legal ist, ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Zwei Dinge folgen daraus für den Leser. Erstens: Eine .de-Adresse beweist nichts, jede auf der Liste geführte Domain ist eine .de-Domain, aber die Endung allein sagt nichts über eine Erlaubnis. Zweitens: Ein Inhaber kann mehrere Erlaubnisse halten, und nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Slots, Poker oder Casino eines Hauses sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln — für das Sportwettangebot sagen sie nichts.
Die Fristen dahinter haben eine praktische Konsequenz. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre. Die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten und nie ein Enddatum; wer also prüfen will, ob ein Anbieter heute noch darf, muss die Liste selbst ansehen und nicht ein Datum hochrechnen. Genau das macht die Liste für den Leser wertvoller als jede Einschätzung, die ich hier abgeben könnte.
Die Grauzone, die Geld kostet — und was die Gerichte daraus machen
Wo keine Erlaubnis ist, ist unerlaubtes Glücksspiel, § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Die Behörde warnt ausdrücklich davor: Am 17. September 2026 hat sie Verbraucherinnen und Verbraucher vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei namentlich Platincasino genannt. Behördenwarnungen dieser Art erscheinen selten grundlos.

Der zivilrechtliche Teil wird interessanter, und er ist genau der Punkt, an dem ein Spieler sich verschätzt: Verluste zurückzufordern, ist kein abwegiger Gedanke mehr. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht — in dem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Am 19. März 2026 hat Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) die Auffassung vertreten, dass eine Rückzahlungspflicht für unlizenzierte Anbieter grundsätzlich möglich ist; die Ausnahme, die er nennt, ist die Zusicherung einer Behörde, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Was daraus folgt, ist keine Hoffnung, sondern eine Reihenfolge. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, spielt mit einem Rückzahlungsanspruch, dessen Bestehen von einem noch nicht abgeschlossenen Verfahren abhängt, und mit einem Gegenwert von null beim Ansehen der Quoten. Der legale Weg kostet dagegen etwas anderes: die 1.000 € im Monat als Standardlimit, eingeschränkte Live-Märkte und die vollständige Verifizierung.
Was in Deutschland überhaupt gewettet werden darf
Die Erlaubnis deckt nicht „Sportwetten“ als Ganzes. Nach § 21 Abs. 1 GlüStV sind es Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette — und nur die Wettarten, die im Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5) zugelassen sind.
Live ist der Teil, an dem die Erwartung am stärksten von der Rechtslage abweicht. Während eines laufenden Ereignisses sind nach § 21 Abs. 4 nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten möglich, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein. Wer aus einer Live-App ein dichtes Menü mit jedem Aufschlagwechsel kennt, hat es bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis kennengelernt.
Ausgeschlossen sind ferner Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen — nach der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich —, manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
E-Sport gehört zu den Punkten, bei denen die Antwort kurz und unbequem ist: Die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wettangebot gibt es in Deutschland nicht — wer mit einer deutschen Erlaubnis wirbt und E-Sport-Märkte zeigt, hat ein Problem mit der Erlaubnis, nicht mit der Interpretation. Zu virtuellen Sportarten ist die Rechtslage nicht geklärt; dazu steht hier nichts, weil sich dazu nichts Belastbares sagen lässt.
Zwei Regeln betreffen den Griff zum Wettschein unmittelbar. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Und eine Statutengrenze für den Einsatz je Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht — wer das Gegenteil liest, liest über das Casino. Cash Out ist ebenfalls kein gesetzlicher Tatbestand: Dazu existiert keine Vorschrift und keine Regelung der Behörde; es ist ausschließlich eine Funktion des jeweiligen Anbieters, mit dessen Bedingungen.
Der Quotenabschlag: Die fünfte Schicht zwischen Prognose und Auszahlung
Die Sportwettensteuer steht in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Bemessungsgrundlage ist nach §§ 17, 18 der „geleistete Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags — die 5,3 % sind der Satz auf die Nettobasis, nicht auf den Einsatz. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spieler.
Ob und wie sie weitergegeben wird, entscheidet jeder Anbieter selbst. Deshalb ist jede Zahl dazu eine Aussage über ein konkretes Haus und seine Bedingungen, keine Marktkonstante. Wer hier pauschal von „5,3 % auf den Einsatz“ schreibt, hat die Bemessungsgrundlage mit dem Steuersatz verwechselt.
Die Praxis zerfällt in zwei Muster. ODDSET erhebt nach seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % — dort „Quotenabschlag“ genannt — auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug ergibt sich der Nettogewinn, der für die Auszahlung maßgeblich ist. DAZN Bet erhebt nach eigener Hilfe auf jede Sportwette einen Quotenabschlag von 5 %, dort auch als Wettsteuer bezeichnet, berechnet automatisch und im Kontoverlauf je Wette als Einsatz und Abschlag sichtbar. Sportingbet nennt in seinen Wettregeln eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 Rennwett- und Lotteriegesetz und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns aus Einsatz mal Quote ein. Interwetten trägt nach Teil G Nr. 8 seiner Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Sportwetten (Version 1.1, Stand 07.07.2021) die Sportwettensteuer selbst und nimmt bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vor; nach Nr. 4.2 der Sportsbook-Regeln (Version 1.1, Stand 29.05.2024) reduziert sich im Gewinnfall der Auszahlungsbetrag um diesen Abschlag. Winamax bewirbt im Footer seiner Website „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“ und stützt das auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025, nach der das Haus bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.
Der Abschlag ist kein Gewinn, er ist ein Skonto auf den Gewinn. Bei einem Bruttogewinn von 100 € bleiben nach einem 5-%-Abschlag 95 € übrig. Das klingt nach einem Zwanzigstel. Es ist aber ein Zwanzigstel der Summe, um die es dem Spieler überhaupt geht — und es greift nur im Erfolgsfall, weshalb es in keiner Prognose auftaucht.
Spielerschutz: Wo die Grenze den Einsatz trifft
Die Grenzen, die in Deutschland an ein Konto gebunden sind, heißen für den Spieler weniger, wenn er Glück hat, und mehr, wenn er Pech hat. Der Eintritt beginnt bei 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Danach: ein Konto je Anbieter, vollständige Verifizierung (§ 6a). Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen.
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einen einzelnen Spieler eine höhere Grenze setzen — bis zu 10.000 €, und 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler —, aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach sieben Tagen.
Der zweite Mechanismus greift schärfer. OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Dazu kommt der Panikbutton nach § 6i Abs. 3, der sofort eine 24-stündige Sperre auslöst. Paralleles Spielen über mehrere Anbieter ist nach § 6h über die Aktivitätsdatei untersagt.
Offshore-Seiten hängen an keinem dieser Systeme. Wer dort spielt, ist in OASIS nicht gesperrt, wenn er es braucht, und in LUGAS nicht gebremst, wenn er es nötig hätte.
Zahlungen, Geld und der Punkt, an dem es ernst wird
Einzahlungen sind nach § 6b Abs. 4 nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwetten heraushält — nicht eine Entscheidung einzelner Anbieter, sondern die Regel, an der das Angebot endet. Welche Zahlungsmarken ein Haus akzeptiert, ist dagegen seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen.
Die Sicherheit des Guthabens ist der Teil, den kaum jemand prüft und der im Streitfall alles bedeutet: Spielergelder liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6, 7). Ein Spieler, der das einmal erlebt hat, sortiert Anbieter danach.
Was Suchtprävention für den Spieler bedeutet — und was nicht
Kein Prognosemodell hebt diese Grenzen auf. Eine gut gerechnete Wette auf ein Spiel, das man kennt, bleibt eine Wette mit einem Ausgang, den man nicht kennt. Die Arbeitsteilung ist klar: Der Anbieter rechnet den Preis, der Staat zieht die Grenze, und das Risiko trägt der Spieler allein. Für akute Fälle führt der Weg nicht über das Wettkonto, sondern über die Sperrsysteme und die Beratung — der Panikbutton sperrt 24 Stunden, OASIS länger, und wer den Eintrag dort hat, kommt auch beim nächsten Anbieter nicht durch.
Die 1.000 € im Monat sind deshalb keine Gängelung, sondern die einzige Zahl auf dieser Seite, die ein Spieler nachprüfen kann, ohne die Bedingungen von zehn Häusern zu lesen. Und wer mehr einzahlen will, muss nachweisen, dass er es kann — nicht behaupten.
Prognosen und Strategie: Wie aus Zahlen ein Preis wird
Eine Prognose ist die Einschätzung, wie wahrscheinlich ein Ausgang ist. Eine Quote ist die Einschätzung eines Anbieters, kombiniert mit dem, was er an der Wette verdienen will. Die beiden sind nicht dasselbe, und wer sie verwechselt, hält jede Veröffentlichung für eine Information, die sie nicht ist.
Der Bauplan einer ernsthaften Prognose ist überall derselbe. Sie zieht die Statistik, die den Ausgang wirklich trägt — Tore, Gegentore, Chancenverhältnisse, Heimbilanz, Ruhetage. Sie korrigiert sie mit der aktuellen Formkurve, weil eine Mannschaft im November nicht die vom August ist. Sie vergleicht die Quoten mehrerer Anbieter, weil derselbe Sachverhalt unterschiedlich bepreist wird. Und sie endet in einem Wert, nicht in einem Ergebnis: einer Wahrscheinlichkeit, die man gegen den Preis legt.
Die Beobachtung, die aus dieser Reihenfolge folgt, ist unbequem für die Branche: Die Qualität einer Prognose hängt weniger am Modell als an der Frage, ob überhaupt ein Grund zum Wetten besteht. Wer 40 Spiele durchrechnet und in 39 keinen Preis findet, der seine Einschätzung schlägt, hat gute Arbeit geleistet. Das Ergebnis sieht nur nicht nach Arbeit aus.
Value-Bet: Die einzige Rechnung, die eine Prognose braucht
Eine Value-Bet ist der Fall, in dem die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt. Steckt in einer Quote die Wahrscheinlichkeit von 40 %, und ich halte 50 % für richtig, ist der Preis zu hoch — unabhängig davon, wer das Spiel gewinnt.
Die Umrechnung ist die schlüsselfreie: 1 geteilt durch die Dezimalquote ergibt die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter selbst in den Preis legt; mal 100 genommen, wird daraus ein Prozentwert. Bei einer Quote von 2,50 sind das 40 %, bei 1,90 sind es 52,6 %. Wer rechnen will, ohne zu rechnen, merke sich, dass die 2,00 keine neutrale Marke ist, sondern die Grenze, ab der der Buchersatz unter 50 % fällt.
Aus dieser Zahl entsteht die einzige belastbare Denkweise über Prognosen. Nicht „wird das eintreten“, sondern „zahlt mir der Preis genug für das Risiko“. Die Differenz zwischen meiner Wahrscheinlichkeit und der im Preis ist der ganze Wert einer Prognose — sie ist eine Rechnung, keine Vorhersage.
KI-Prognosen: Was ein Modell nicht wissen kann
Modelle sind gut in dem, was in ihren Daten steht, und blind für alles andere. Aufstellungen, Krankheiten, ein Trainerwechsel am Vortag, die Belastung nach einem Europapokal-Auswärtsspiel: Wer in den Daten nicht auftaucht, taucht im Modell nicht auf. Die Werbefloskel von der „KI-gestützten Prognose“ beschreibt genau das — eine Korrelation, die so lange hält, wie die Verhältnisse dieselben bleiben.
Zwei Kosten kommen dazu, und beide sind praktisch. Erstens ist eine Modellausgabe keine Information, die ein Anbieter nicht hat: Ein lizenzierter Veranstalter sieht dieselben Zahlen, stellt mit Sportwetten-Programm und Quotenschlüssel seinen Preis und muss auch nach der Steuer noch verdienen. Modellwahrscheinlichkeiten werden nicht in Bedingungsvorteile umgesetzt. Zweitens steigt mit der Zahl der Modelle auf demselben Ereignis nicht die Treffsicherheit, sondern die Sicherheit, mit der irgendein Ergebnis zu irgendeiner Prognose passt — und nur dieses wird nach dem Schlusspfiff gezeigt.
Ein Modell, das bei 55 % der untersuchten Fälle richtig liegt, liegt bei 45 % falsch. Das ist kein Ausreißer, das ist die normale Bilanz. Die ehrliche Formulierung für jede Prognose lautet deshalb nicht „sicher ist“ oder „sichere Bank“, sondern: eine Überlegung mit einer Fehlerquote, und die heißt hier 45 %.
Wetten ohne Quote bleibt kein Wert
Die zweite Rechnung, die die Branche nicht bewirbt: Was bleibt von einer gewonnenen Prognose übrig, wenn sich ein Anbieter schon im Preis bezahlt hat. Eine Quote trägt diesen Anteil unsichtbar in sich.
Bleibt das, was dieser Anteil kostet, wenn er direkt bezahlt wird: Liegt der Markt bei 1,90 / 1,90, addieren sich die darin steckenden Wahrscheinlichkeiten auf etwa 105,3 %. Der Auszahlungsanteil dieses Marktes liegt also bei rund 95 % — das sind 1 geteilt durch die Summe aus 1/1,90 und 1/1,90 —, und die Marge als Differenz zu 100 % bei rund 5 %. Bei einem ausgeglicheneren Markt mit Quoten um 3,50 auf drei Ausgänge sind es nur noch ungefähr 91,7 % Auszahlung und rund 8,3 % Marge. Die Spanne, in der sich das bei deutschen Anbietern gewöhnlich bewegt, liegt grob zwischen 4 und 8 %; alles darüber gehört in die zweite Liga, alles darunter ist ein Argument. Wer die Marge sehen will, summiert die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes.
Genau hier sitzt der Quotenschlüssel. Es ist der Marktbegriff ohne gesetzliche Grundlage: der Anteil aller Einsätze eines Marktes, der zurückgezahlt wird — 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Damit sind alle offenen Fragen zu einer Quote beim doppelten Kehrwert angelangt — dem Kehrwert der Quote und dem Kehrwert der Summe.
Und jetzt kommen die beiden Schichten zusammen. Der Quotenabschlag greift im Gewinnfall, also nur bei — nach der Rechnung oben — etwa 40 bis 50 % der Fälle. Die Marge greift in jedem Fall, weil sie im Preis liegt, bevor die Wette überhaupt abgeschlossen ist. Deshalb ist die Marge die härtere Zahl und die 5 % die sichtbarere. Ein Anbieter, der keine Gebühr verlangt, hat ihr keinen Rabatt entgegengesetzt — er hat sie nur weggelassen.
Rangliste und Vergleich: Wie die Anbieter mit deutscher Erlaubnis dastehen
Der Vergleich hat eine Voraussetzung, die hier keine Rolle in der Bewertung spielt: Alle zehn führen ihr Sportwettangebot auf der Whitelist zum Stand 2. Oktober 2026. Die Erlaubnis ist damit kein Unterscheidungsmerkmal dieser Liste, sondern ihr Eintritt. Unterschiede entstehen erst bei der Herkunft der Inhaber, dem Datum der Erlaubnis und dem, was ein Haus mit Boni, Boost und Cash Out tut.
Die Reihenfolge hier folgt dem Datum der Sporterlaubnis: Drei der zehn sind seit 2020 beziehungsweise 2021 dabei, die übrigen sind später dazugekommen. Das ist kein Qualitätsmaß — eine fünf Jahre alte Erlaubnis ist einfach älter als eine aus 2026. Wer eine Entscheidung sucht, findet sie im Abschnitt „Die zehn Anbieter unter der Lupe“.
Aus der Liste wird ein Konto
Bevor irgendein Vergleich greift, steht der Kontozugang. Vollständige Verifizierung ist Pflicht, ein Konto je Anbieter, und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat gilt über alle Häuser hinweg. Wer bei zwei Anbietern parallel spielt, verstößt gegen § 6h.
Wer diesen Weg einmal gegangen ist, weiß, was er kostet: Ausweiskontrolle, Wartezeit, oft eine Rückfrage, und die Auszahlung läuft nur über das eigene Konto, aus dem eingezahlt wurde. Was auf den ersten Blick wie Misstrauen wirkt, ist die Geldwäscheregel nach § 6b Abs. 4, und sie ist der Grund, warum lizenzierte Anbieter keine anonymen Zahlungen annehmen.
Einzahlungslimit und Spielerschutz im Vergleich
Das Monatslimit ist bei allen zehn das Standardlimit von 1.000 €, durchgesetzt über LUGAS. Es wirkt nicht pro Anbieter, sondern pro Person über alle Anbieter hinweg — wer bei einem Haus ausschöpft, zahlt beim nächsten nicht mehr ein.
Wer aus welchem Grund auch immer eine höhere Grenze bekommt, bekommt sie nicht selbstverständlich: Ein höherer Betrag setzt nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit voraus, eine Selbstauskunft genügt nicht. Senken wirkt sofort, erhöhen erst nach sieben Tagen — die Asymmetrie ist Absicht und für den Spieler die günstige Richtung.
Mehr Einzahlungen sind im Übrigen nicht mehr Kontrolle. Wer mit dem Limit anstößt, hat den Punkt erreicht, an dem nicht das Kontingent zu klein, sondern die Strategie zu teuer ist.
Bedingungen, Boosts und Cash Out: Was der Vergleich wirklich zeigt
Die wertvollste Zeile im Kleingedruckten ist die Mindestquote. Winamax verdoppelt nach eigenen Angaben die erste Einzahlung bis 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets; die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Tipwin gibt nach eigenen Angaben 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen sind vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten einzusetzen, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine ab einer Quote von 1,80 zählen. Bei sportwetten.de muss der eingezahlte Betrag einfach und der Bonusbetrag sechsfach in Sportwetten umgesetzt werden, zulässig sind nur Wetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein — bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus ergibt das 700 € Umsatz. Bei bpremium sind Bonusgewinne aus Sportwetten nach den Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 auszahlbar; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar.
Dass eine Mindestquote von 1,05 und eine von 2,00 nicht dieselbe Bedingung mit anderer Zahl sind, sondern zwei verschiedene Boni aus zwei verschiedenen Absichten, sollte an dieser Stelle deutlich werden. Die eine sammelt Umsatz in beliebigen Märkten. Die andere zwingt den Spieler in Kombinationen — und mit jeder zusätzlichen Auswahl wächst die Marge, die er mitträgt.
Der MERKUR BETS CLUB ist das beste Beispiel dafür, wie eine Bedingung sich selbst begrenzt. Für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 gab es bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 €; die Aktion lief nach eigenen Angaben vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Freebets folgen dort eigenen Regeln: Bei einer damit platzierten Wette ist kein Cashout möglich, bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und für Wetten mit Quotenboost gilt die Freebet nicht.
Cash Out ist nirgends eine Garantie. bpremium bietet es nach eigener Hilfe bei Einzel- und Kombiwetten an, die Option erscheint im Bereich „Meine Wetten“, ein Angebot für alle Spiele ist nicht garantiert, und abgelehnt werden kann es bei eingefrorener oder abgeschlossener Wette oder geänderter Quote. Sportingbet nennt Cash Out in seinen Geschäftsbedingungen nur für Einzel- und Kombiwetten, nicht für Systemwetten und nicht für Wetten, die als FreeBet abgeschlossen wurden; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach der Wettauswertung gutgeschrieben. DAZN Bet handhabt es in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Cash Out genauso eng: Einzel- und Kombiwetten ja, Systemwetten und Freiwetten nein, Betrag nach aktuellen Quoten, keine garantierte Verfügbarkeit. Wer Cash Out als Sicherheitsnetz einplant, plant ohne Netz.
Boosts sind ihrerseits keine Rabatte. bet365 bietet nach eigenen Angaben auf seiner deutschen Seite einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Der Kombi-Boost von MERKUR BETS gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn: 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl ein Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, bei einer Mindestquote je Auswahl von 1,21; Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt. Jeder Prozentpunkt mehr auf den Gewinn verlangt also eine Auswahl mehr — und jede zusätzliche Position erhöht die Marge, die in der Kombination steckt.
Der Vergleich in der Übersicht
| Anbieter | Whitelist und Inhaber der Erlaubnis | Sporterlaubnis seit |
|---|---|---|
| LeoVegas | geführt, LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Tiptorro | geführt, Torro Tec Limited | 30.06.2021 (Folgeerlaubnis 27.12.2022) |
| ODDSET | geführt, Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 (Folgeerlaubnis 15.12.2022) |
| DAZN Bet | geführt, DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| VBet | geführt, SCGO Limited | 05.12.2023 |
| NEO.bet | geführt, Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 (Folgeerlaubnis 22.12.2022) |
| MERKUR BETS | geführt, Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Tipwin | geführt, Tipwin Limited | 09.10.2020 (Folgeerlaubnisse 27.12.2022, 09.01.2024) |
| Betway | geführt, Betway Limited | 09.03.2021 (Folgeerlaubnis 23.12.2022) |
| Bet3000 | geführt, I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
Was in dieser Tabelle nicht steht, hat Gründe. Zur Laufzeit einer Erlaubnis findet sich in der Whitelist nichts, und zu den Kontingenten an Slots- oder Casinospielen der Inhaber gehört hier nichts — das sind andere Erlaubnisse. Wer die Grenzen eines Kontos kennen will, findet sie im Konto, nicht in dieser Liste: Vollverifizierungspflicht, 1.000 € im Monat über alle Anbieter, OASIS-Abgleich bei Registrierung und Login, ein Konto je Anbieter, paralleles Spielen untersagt, Einzahlung und Auszahlung nur über das eigene Konto, anonyme Zahlungsmittel ausgeschlossen, das Guthaben auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, Auszahlung nach Kontoschließung binnen fünf Werktagen ohne Gebühren. Das ist der Rahmen, den jeder der zehn trägt.
Die geprüfte Rechnung zum Vergleich
Eine Quote trägt den Anteil, den der Anbieter einbehält, unsichtbar in sich. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu 1,90 / 1,90 etwa: Addiert man die Kehrwerte der beiden Quoten, kommt man auf rund 105,3 %. Der Auszahlungsanteil liegt also bei rund 95 %, die Marge als Rest zu 100 % bei rund 5 %. Das ist eine Bandbreite, keine feste Größe: Bei einem Dreier-Markt mit Quoten um 3,50 je Ausgang liegt der Auszahlungsanteil bei rund 91,7 % und die Marge bei rund 8 %, und die Spanne zwischen klar bewerteten Top-Ligen und dünnen Nischenmärkten ist oft größer als die zwischen zwei Anbietern auf dasselbe Spiel.
Die Konsequenz ist unangenehm und sie ist der Kern dieser Seite. Eine Prognose, die zwei Prozentpunkte Vorsprung liefert, ist bei einer Marge von 5 % keine gute Wette mehr, sondern eine knappe, und wer sie mit einer weiteren Auswahl in eine Kombination packt, verdoppelt etwa den unsichtbaren Anteil, den er trägt. Genau dort gehört die Preisfrage hin: nicht zur Prognose, sondern zum Markt.
Die zehn Anbieter unter der Lupe
Zehn Häuser stehen hier, alle mit Sporterlaubnis, aber mit deutlich unterschiedlichen Profilen. Die Reihenfolge ist die der Whitelist-Einträge dieses Vergleichs und keine Rangfolge.
LeoVegas: Der jüngste Neuzugang mit dem ältesten Konzernruf
Auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist für LeoVegas die LVSports Limited als Betreiberin geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023.
Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele sagt für das Sportwettangebot nichts, und die Sporterlaubnis ist die zweitjüngste im Feld. Wer den Namen aus dem Casino kennt, wird im Sportwettenbereich also nicht die Routine finden, die er erwartet. Der Vorteil ist der umgekehrte: Ein Haus, das Sportwetten erst seit 2024 betreibt, hat seinen Preis nicht über Jahre auf ein Publikum eingestellt.
Die Angaben zu Boni und Quotenniveau dieses Anbieters sind hier dünn. Wer mitspielen will, liest die Bedingungen des Hauses selbst — Mindestquote, Umsatz und Frist stehen dort, nicht in der Erlaubnis. Zwei Dinge bleiben als Bewertung: Der Name trägt, aber die Sporterlaubnis ist frisch, und wer ein erprobtes Wettprogramm sucht, findet bei den Häusern mit Erlaubnis seit 2020 mehr davon.
Tiptorro: Die App als Kanal
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich dort als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Nach der Whitelist führt die Betreiberin Tiptorro Limited die Sporterlaubnis seit dem 30.06.2021, die Folgeerlaubnis datiert vom 27.12.2022.
Fünf Jahre Erlaubnis und eine Selbstbeschreibung, die sich auf die Aufsicht beruft, ergeben zusammen ein Bild von einem Haus, das seine Legitimation selbst nachweist — kein Fehler, aber auch keine Information über das, was ein Spieler morgens am liebsten wissen möchte: wie hoch die Quoten stehen und was ein Bonus wert ist. Genau dazu schweigen die Angaben.
Was sich sagen lässt, ist die Bauart. Wenn die App der Hauptkanal eines Anbieters ist, liegt der Unterschied in der Bedienung und nicht in den Märkten — und Bedienung ist die einzige Eigenschaft eines Sportwettangebots, die man in zehn Minuten prüft und danach nie mehr übersieht.
ODDSET: Die Staatsnähe und ihr Preis
ODDSET hält seine Sporterlaubnis nach der Whitelist seit dem 18.11.2020, die Folgeerlaubnis datiert vom 15.12.2022; Inhaber ist die Oddset Sportwetten GmbH. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhebt ODDSET bei Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % („Quotenabschlag“) auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; nach Abzug der Gebühr ergibt sich der für die Auszahlung maßgebliche Nettogewinn.
Der Abschlag ist bei diesem Haus kein Fußnotenthema. Bei einem Gewinn von 100 € bleiben 95 € übrig — der eine Euro fehlt genau dann nicht, wenn der Abend gut gelaufen ist. Wer hier ständig spielt, zahlt den Abschlag über die Saison hinweg auf jeden Gewinn und merkt es erst beim Saldo.
Dem steht der Vorteil gegenüber, der nur dieses Haus hat: eine Erlaubnis aus dem Jahr 2020, ein staatlich geprägtes Profil und eine Steuerlogik, die offen in den Bedingungen steht. Für einen Spieler, der Rechtssicherheit höher gewichtet als jeden Quotenpunkt, ist ODDSET der bequemste Weg. Wer die Quote als Preis begreift, rechnet den Abschlag jedes Mal mit — und findet, dass die Bequemlichkeit Zinsen trägt.
DAZN Bet: Abschlag sichtbar gemacht
Von den zehn hat nur DAZN Bet die Steuer zu einem sichtbaren Teil der Kontoansicht gemacht: Nach eigener Hilfe wird auf jede Sportwette ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, der auch als Wettsteuer bekannt ist, er wird automatisch berechnet, und im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette sichtbar. Die Whitelist führt für DAZN Bet die Sporterlaubnis seit dem 22.08.2023, Inhaber ist die DZBT Operations Limited.
Das ist eine Seltenheit und es ist eine gute Entscheidung. Die meisten Häuser verstecken die Weitergabe der Steuer zwischen zwei Zeilen der Bedingungen; hier steht sie nebeneinander mit dem Einsatz, Wette für Wette, sodass die Zahl nicht am Monatsende auftaucht, sondern am Abend selbst. Solche Transparenz macht ein Angebot nicht billiger, aber sie macht den Preis greifbar — und sie nimmt der Behauptung „keine Gebühren“ die Möglichkeit, sich zu verstecken.
Teuer bleibt teuer. 5 % vom Bruttogewinn sind bei häufigen Wetten spürbar, und Cash Out ist bei diesem Haus nach seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten, wobei der Betrag sich nach den aktuellen Quoten richtet und die Verfügbarkeit nicht garantiert wird. Die Kontoansicht macht es schlimmer und nicht besser: Man sieht den eigenen Kostenanteil, ohne ihn wegargumentieren zu können.
VBet: Der Malta-Inhaber mit fester Zulassung
Die SCGO Limited als Veranstalterin der Sportwetten unter VBet sitzt in Portomaso, St. Julian’s auf Malta; die Behörde verzeichnet die Sporterlaubnis seit dem 5. Dezember 2023.
Der Sitz des Inhabers liegt Malta, und das ist bei einem Whitelist-Eintrag kein Mangel, sondern die Regel — ein großer Teil der Häuser in diesem Feld wird über maltesische Gesellschaften betrieben. Wer aus dem Sitz einen Rückschluss auf die Zulassung zieht, verwechselt die Handelsregisteradresse mit der Erlaubnis. Die Erlaubnis steht auf der Liste, und nur dort.
Praktisch heißt das: Die Spielerschutzregeln des GlüStV 2021 gelten hier wie bei den anderen, und die Auszahlung läuft über das insolvenzgeschützte Konto. Die Zulassung ist seit 2023 stabil. Wer dem Konzern bei einem ausländischen Sitzkreis misstraut, hat hier die geringste Überraschung: Die Aufsicht liegt in Halle, nicht in Malta.
NEO.bet: Live und Cash Out als Programm
Zu den Funktionen der NEO.bet-App zählen nach der Beschreibung des Entwicklers Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout. Für NEO.bet führt die Whitelist die Greenvest Betting Limited als Inhaberin, mit einer Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
Cashout und Teil-Cashout sind die beiden Funktionen, bei denen sich Häuser am sichtbarsten unterscheiden — nicht in der Existenz, sondern im Zugang. Ein Teil-Cashout erlaubt den Ausstieg aus einem Teil der Position, und wer das nutzt, sollte wissen, dass der Betrag sich nach den aktuellen Quoten richtet und keine Garantie auf ein Angebot besteht. Der Ausstiegspreis ist ein Marktpreis, kein Nettopreis.
Die Erlaubnis besteht seit 2020, der Anbieter gehört damit zu den Häusern mit der längsten Zulassung im Feld. Was das für den Spieler wert ist, hängt davon ab, was er sucht: Ein etabliertes Live-Programm mit Cashout-Option ist eine andere Entscheidung als ein hoher Willkommensbonus, und NEO.bet positioniert sich sichtbar auf der ersten Seite.
MERKUR BETS: Das Boost-System und seine Bedingungen
Die Whitelist führt für MERKUR BETS die Merkur Bets Malta Limited als Inhaberin, mit einer Sporterlaubnis seit dem 06.11.2023. Der Aktionsteil besteht aus zwei Bausteinen: Der MERKUR BETS CLUB schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus — die Aktion lief laut Anbieter vom 09.06.2025 bis 14.07.2025 —, und der Kombi-Boost gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn: 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl 1 Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, bei einer Mindestquote je Auswahl von 1,21.
Das ist ein Haushaltsrechner des Anbieters, und einige Zahlen darin sind in ihrer Größenordnung bemerkenswert. Ein Wochenumsatz von 25 € in Kombiwetten bringt 5 € Freebet zurück — jede Bedingung, die Kombinationen mit einer Gesamtquote von 4,00 verlangt, macht aus einer Rückvergütung eine Verpflichtung zum nächsten Wettschein, und die Freebet selbst trägt weitere Regeln: bei einer damit platzierten Wette ist kein Cashout möglich, bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und für Wetten mit Quotenboost gilt sie nicht.
Die Kehrseite des Kombi-Boosts ist die Steigerung. Wer 30 Auswahlen zusammenbekommt, bekommt 30 % auf den Gewinn — jeder weitere Vorteil verlangt elf Auswahlen mehr, und der Marktpreis für einen Kombischein wächst über die Gesamtquote ohnehin. Der Boost belohnt also genau die Wette, deren eigentlicher Preis am höchsten ist.
Tipwin: Der Bonus mit den sieben Umsatzstufen
Den Sportwetten-Willkommensbonus von Tipwin gibt es nach eigenen Angaben zu 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 €, und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 zählen. Die Whitelist führt für Tipwin die Tipwin Limited mit einer Sporterlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 27.12.2022 und 09.01.2024.
Rechnet man diese Bedingungen in Einsätze um, wird aus dem Bonus eine Aufgabe. Bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus entsteht ein Umsatz von 1.400 €; die Mindestquote von 1,80 sorgt dafür, dass er nicht in beliebigen Märkten erledigt werden kann, und die 100-€-Grenze je Wettschein verhindert den Ein-Ticket-Abschluss. Der Bonus ist also nicht gratis, sondern verlangt 14 Wetten zu je 100 € — oder drei Wetten zu je 300 €, wenn man nicht auf der richtigen Quote ist. Was der Umsatz an Marge kostet, steht in keiner Bonusbedingung.
Die App-Seite passt dazu: Live-Wetten, Cashout ganz oder teilweise, Videoübertragung ausgewählter Ereignisse und Live-Statistiken, als Anbieter genannt die Tipwin Limited, Pjazza Antoine De Paule, Paola, Malta. Bewertet man die sieben Umsatzstufen, ist der Bonus nicht der größte im Feld, aber der am einfachsten nachzurechnende.
Betway: Der große Name mit der jüngsten Casino-Erlaubnis
Für Betway führt die Whitelist die Betway Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.03.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 23.12.2022 sowie einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 02.10.2026.
Der Name ist auf einem Teil der Trikots von Mannschaften. Was das für den Wettschein nicht ist: eine Information über die Quote. Ein Anbieter, der sich über Sponsoring bezahlt, bezahlt sich nicht über den Preis seiner Wetten — er bezahlt sich über beide Wege, und nur einer davon entlastet den Spieler. Er macht die Marke bekannt, was ein legitimes Geschäftsmodell ist; er macht die Quoten nicht besser, was der Punkt ist.
Testbar ist das nicht, weil hier keine Quoten für einen Anbieter dieses Feldes auf einem konkreten Ereignis erfasst wurden. Wer es wissen will, summiert die Kehrwerte eines Marktes auf dem eigenen Wettprogramm — bei zehn Häusern in zwanzig Minuten, und danach ist die Frage entschieden statt vermutet. Der Fußball-Rahmen der Marke hilft dabei jedenfalls nicht.
Bet3000: Die junge Erlaubnis aus der zweiten Reihe
Für Bet3000 führt die Behörde die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta; die Sporterlaubnis ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet. Damit ist Bet3000 der jüngste Eintrag in diesem Vergleich — jünger als LeoVegas und erst recht jünger als die Häuser, die seit 2020 dabei sind.
Eine Erlaubnis aus dem Jahr 2026 ist kein Nachteil, aber sie ist eine Information über das Alter des Angebots und nicht über seine Güte. Und da die Whitelist nur Erteilungsdaten und keine Enddaten führt, ist das Datum auch keine Aussage über die Laufzeit. Die praktische Frage, die sich an eine junge Erlaubnis anschließt, ist die nach dem Markt: Welche Wettarten das Haus anbietet, steht im Sportwettprogramm, und welche Zahlungswege es akzeptiert, in seinen Bedingungen. Beides ist von hier aus nicht bewertbar, und beides ist die Grundlage einer Wahl.
Die Einschätzung, die diese Seite für den jüngsten Eintrag abgeben kann: Solange kein Spieler etwas über Quoten und Zahlungswege weiß, ist er auf die Neugier des Anbieters angewiesen — ein dünnes Programm zahlt keine Rechnung.
Häufige Fragen zu Sportwetten-Prognosen
Wie entsteht eine Wettprognose aus Form, Statistik und Quoten?
Eine Prognose zieht zuerst die belastbare Statistik — Tore, Gegentore, Chancenverhältnisse, Heimbilanz —, korrigiert sie mit der aktuellen Form und dem Terminkalender, vergleicht dann die Quoten mehrerer Anbieter und endet in einer eigenen Wahrscheinlichkeit. Diese stellt man neben den Preis. Nicht das erwartete Ergebnis, sondern die Abweichung vom Preis ist der Wert.
Warum ist keine Prognose sicher, auch nicht mit künstlicher Intelligenz?
Ein Modell kennt nur, was in seinen Daten steht: Aufstellungen, Verletzungen, ein Trainerwechsel am Tag zuvor fehlen ihm. Zugleich sieht jeder lizenzierte Veranstalter dieselben Zahlen und stellt daraus seinen Quotenpreis. Ein Modell mit 55 % Treffern liegt bei 45 % der Fälle falsch — das ist keine Schwäche, sondern die normale Bilanz jeder Vorhersage.
Was ist eine Value-Bet und wie wird sie aus Wahrscheinlichkeit und Quote erkannt?
Man rechnet 1 geteilt durch die Dezimalquote und erhält die Wahrscheinlichkeit, die im Preis steckt — rund 52,6 % bei 1,90, rund 40 % bei 2,50. Liegt die eigene Einschätzung darüber, ist der Preis zu hoch. Das heißt nicht, dass die Wette gewinnt; es heißt nur, dass sie mehr kostet, als sie zahlen müsste.
Wie wirkt sich die Marge des Anbieters auf die Quoten hinter einer Prognose aus?
Die Marge steckt im Preis, bevor die Wette abgeschlossen wird. Summiert man die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, liegt das Ergebnis über 1; der Rest zur 1 ist die Marge. Bei 1,90 / 1,90 sind das rund 5 %, bei Quoten um 3,50 auf drei Ausgänge rund 8,3 %. Jeder Prozentpunkt davon schmälert den Vorsprung einer Prognose.
Woran lässt sich erkennen, ob ein Wettanbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt?
Nur an der Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Geprüft wird, ob dort die angebotene Domain unter der Sporterlaubnis geführt wird und wer als Inhaber genannt ist — bei bet365 etwa die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta, Stand der Liste: 2. Oktober 2026. Eine .de-Adresse allein beweist nichts.
Wie wird die Sportwettensteuer bei der Auszahlung berücksichtigt?
Der Veranstalter schuldet sie, nach §§ 17, 18 Rennwett- und Lotteriegesetz auf die Bemessungsgrundlage „geleisteter Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ — also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Ob und wie er sie weitergibt, steht in seinen Bedingungen: ODDSET erhebt 5 % auf den Bruttogewinn, Interwetten 5,3 %, Winamax wirbt mit 0 %.
Tipps – Sportwetten in Deutschland
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
