Die besten Sportwetten Apps 2026 im Vergleich: Erlaubnis, Funktionen und Bonusbedingungen
Stand 30. Oktober 2026, abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Wer heute eine Wett-App sucht, findet Hunderte Einträge in den Stores und Dutzende davon mit hübschen Vorschaubildern. Die Auswahl ist das Problem, nicht der Mangel. Zwischen einer App, die im Café auf einem wackligen WLAN noch eine Quote aktualisiert, und einer, die dort nur den Ladekreisel zeigt, liegt kein Marketingunterschied, sondern einer in der Bauart. Und zwischen beiden liegt noch etwas Drittes: die Frage, ob die Betreiberin überhaupt eine deutsche Erlaubnis hat. Das ist in Deutschland keine Formalie am Rand, sondern der einzige belastbare Filter, den es gibt — und er lässt sich in zwei Minuten selbst nachprüfen.
Was folgt, ist keine Liste von Apps, die möglichst viel versprechen. Es sind zehn Anbieter, deren Sport-Angebot auf der Whitelist steht, und der Versuch, aus den Fakten heraus zu sagen, welche App für welche Art von Spieler die naheliegende Wahl ist — und wo die Grenzen liegen, die keine dieser Apps verschieben kann. Wer erwartet, dass am Ende eine einzige Siegerin steht, wird enttäuscht. Wer zehn Namen sucht, die er ohne Bauchschmerzen eingeben kann, findet sie.
Spielerschutz in der App: was für alle gleich gilt
Der Spielerschutz ist der Punkt, an dem die Auswahl endet. Man kann sich für eine App wegen ihrer Bedienung entscheiden, wegen der Live-Quote oder wegen der Zahlungswege. Man kann sich nicht dafür entscheiden, ohne Verifizierung zu spielen, das Einzahlungslimit zu umgehen oder sich dem Sperrsystem zu entziehen. Diese Regeln hängen am Anbieter, nicht am Gerät, und deshalb schaut sich ein Vergleich sie zuerst an.

Wer glaubt, das Handy sei die unbeschwerte Variante des Spielens, hat die Sache rückwärts verstanden. Die App ist bequemer, und Bequemlichkeit ist beim Wetten kein Vorteil, den man dem Spieler schenkt.
Altersgrenze, Verifizierung und die ersten Stunden im Konto
Die Teilnahme beginnt bei 18 Jahren, und daran ändert kein Store-Eintrag etwas. Ein Anbieter darf nach § 6a GlüStV pro Spieler nur ein Konto führen, und dieses Konto muss vollständig verifiziert sein. Vor der abgeschlossenen Verifizierung ist das Spielen überhaupt nur für höchstens 72 Stunden erlaubt, mit einem Einzahlungslimit von 100 € in diesem Zeitraum und ohne Auszahlungen. Wer diese Frist kennt, plant anders: Das Hochladen des Ausweises gehört an den Anfang, nicht ans Ende, wenn auf dem Wettschein schon ein Guthaben liegt, das man nicht abziehen kann.
Hier zeigt sich, wie unromantisch seriöses Wetten geworden ist. Der Anbieter weiß vor dem ersten Einsatz, wer spielt. Das ist der Preis dafür, dass ein Konto später mit einer Beschwerde überhaupt etwas wert ist.
Einzahlungslimit, OASIS und der Panikbutton
Das Einzahlungslimit von 1.000 € je Kalendermonat gilt standardmäßig anbieterübergreifend, also über alle Anbieter hinweg zusammen, und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Wer mehr will, braucht einen Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit — eine Selbstauskunft genügt nicht. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, darf für eine Einzelperson höher gehen, bis 10.000 €, und in engen Ausnahmefällen bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler. Eine Absenkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Diese Asymmetrie ist Absicht: Die Bremse zieht man schneller als den Gaspedal.
Dazu kommt OASIS, das bundesweite Sperrsystem. Es wird bei der Anmeldung und beim Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton sperrt sofort für 24 Stunden. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h untersagt und wird über die Aktivitätsdatei kontrolliert.
Was das für die App-Auswahl bedeutet: Eine dieser Schutzfunktionen zu umgehen, gelingt nicht durch die Wahl einer anderen App. Es gelingt nur durch die Wahl eines Anbieters ohne Erlaubnis — und dann fallen OASIS und LUGAS ersatzlos weg, während die Verluste bleiben.
Bonus maßvoll prüfen: Umsatzbedingungen, Quote und Fristen
Ein Neukundenangebot ist in Deutschland nicht gesetzlich gedeckelt. Das GlüStV regelt die Höhe nicht, und wer eine Zahl erwartet, die im Gesetz steht, findet sie nicht. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Deshalb ist der Bonus die einzige Zeile einer App, die man in den eigenen AGB nachlesen muss, statt sie aus dem Store-Eintrag zu übernehmen.
Ein Gratiswetten-Guthaben ist außerdem nicht dasselbe wie Geld. Beim Freebet fällt der Einsatz üblicherweise nicht in die Auszahlung, sondern nur der Gewinn. Wer eine Wette mit freiem Guthaben über eine Quote von 2,10 platziert, bekommt bei einem Treffer 1,10 Anteile dieses Guthabens als Auszahlung — nicht 2,10. Das ist keine Heimtücke, sondern die Definition, und es steht in den Bedingungen.
Wann die Umsatzbedingungen das Angebot teurer machen als es aussieht
Wo ein Bonus an Umsatz geknüpft ist, entscheidet nicht der ausgelobte Betrag über den Wert, sondern das Verhältnis von Umsatzanforderung zu Mindestquote. Ein hoch ausgelobtes Guthaben mit steilem Umsatzfaktor und einer hohen Mindestquote kostet mehr Einsätze, bis es etwas freigibt, als ein kleineres mit milden Bedingungen. Wer beide Zahlen nicht liest, vergleicht Dekoration.
Es gibt keine gesicherte Aussage darüber, wie hoch ein Bonus im deutschen Markt sein muss, um „gut“ zu sein — solche Zahlen stammen aus Marketingtabellen, nicht aus Regularien. Woran man sich halten kann, ist der eigene Einsatzplan: Wer 30 € pro Woche setzt, kann einen Umsatz von mehreren Hundert Euro binnen einer Frist nicht realistisch abarbeiten, ohne sein Setzverhalten zu ändern. Genau dieses Ändern ist der Punkt, den die Umsatzbedingung mitverkauft.
Panikbutton und Vernunft: Wenn die App aufhört, unterhaltsam zu sein
Der Panikbutton ist die ehrlichste Funktion einer Wett-App. Er sperrt sofort für 24 Stunden, ohne Antrag, ohne Rückfrage, ohne Begründung. Er steht in jedem erlaubten Angebot, und er ist einer der wenigen Gründe, aus denen man eine App einem Browser vorzieht: Der Knopf ist da, wo das Geld ausgegeben wird.
Wer merkt, dass er den Knopf braucht, sollte über den Knopf hinausdenken. Für längere Pausen ist OASIS die richtige Adresse, nicht das Kurzzeit-Sperren. Die Beratung der GGL und die Suchthilfe der Länder sind kostenlos und anonym; sie tauchen in keiner Kontobewegung auf. Ein Anbieter, der einen Anruf dort als Misstrauensbeweis gegenüber dem Spieler framte, wäre ein interessanter Fall — keiner der hier besprochenen tut das.
Die Grenzen liegen beim Anbieter, nicht in der App
Alle Schutzinstrumente greifen für die Whitelist-Anbieter. Ein Angebot ohne deutsche Erlaubnis ist mit OASIS und der Limitdatei nicht verbunden. Die App kann also beim besten Willen keine OASIS-Abfrage leisten, die die Betreiberin nicht angeschlossen hat. Das ist die wichtigste technische Eigenschaft einer Wett-App überhaupt, und sie steht in keinem Screenshot.
Touchscreen-Alltag: worin sich mobile Wett-Apps wirklich unterscheiden
Eine App zu beurteilen heißt, sie im Zug, im Supermarkt, im Café zu beurteilen. Im Store sehen alle gleich aus. Der Ladekreisel, der auf einer halb ausgebauten Mobilverbindung stehen bleibt, entscheidet tatsächlich darüber, ob eine Live-Wette noch zu platzieren ist, bevor sich die Quote bewegt.
Dabei ist die App nicht das einzige mobile Produkt. Die Mobilversion im Browser und die installierte App unterscheiden sich: Eine App kann Benachrichtigungen schicken, wenn der Wettschein entschieden ist, kann Login per Gesichtserkennung anbieten und Funktionen mitbringen, die im Browser fehlen. Der Preis dafür ist ein Update-Zwang. Keiner der Anbieter hier gibt Auskunft darüber, wann er die ältere App-Version abschaltet — wer das wissen will, findet es in den Store-Angaben oder eben nicht.
Funktionen, an denen sich die Namen scheiden
Die Funktionslisten der Apps unterscheiden sich weniger, als die Stores behaupten. Cashout findet sich fast überall, Live-Wetten ebenso, Livestreams bei der Mehrheit. Spannend sind die Details, in denen sich die Produkte unterscheiden: Beim Cashout zahlt die eine App den Betrag erst aus, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind (MERKUR BETS), andere nennen Teil-Cashout (sportwetten.de, NEO.bet, Tipwin). Bei Streaming fällt auf, dass Betano den Dienst verifizierten Kunden ab einem bestimmten Mindestguthaben zugänglich macht — der Service ist da, aber an eine Kontoeigenschaft gebunden. Bet365 nennt Debitkarte, PayPal und paysafecard als Zahlungswege und einen „Wetten-Konfigurator+“.
Ein Vergleich auf Augenhöhe setzt deshalb nicht die Zahl der Menüpunkte nebeneinander, sondern die Frage, ob eine Funktion an eine Kontoeigenschaft, ein Guthaben oder eine Verifizierung geknüpft ist. Eine Live-Übertragung, die erst nach Verifizierung und ab einem Mindestguthaben auf dem Konto läuft, ist in der Praxis ein anderes Angebot als eine, die sofort startet. Wer das vorher weiß, wird im Stadion oder im Wohnzimmer nicht überrascht.
Zahlungsarten: welche Wege in die App führen
Bei den Zahlungswegen gibt es einen gesetzlichen Rahmen und einen unternehmerischen Rest. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV ist nur ein Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zulässig — anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem lizenzierten deutschen Wettgeschäft heraushält. Welche Marken ein Anbieter akzeptiert, ist seine Sache und steht nur in seinen eigenen Bedingungen.
Die weit verbreitete Frage nach Sportwetten-Apps mit PayPal hat also eine zweigeteilte Antwort: Die Zahlungsart selbst ist nicht verboten, welcher Anbieter sie führt, ist eine Frage des Programms. Bet365 nennt PayPal unter den Möglichkeiten, Betano nennt Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten, sportwetten.de nennt PayPal-Einzahlungen als eigenen Punkt. Bei anderen aus dieser Liste ist von PayPal im App-Eintrag nicht die Rede — ob eine Einzahlung dort gelingt, klärt man vor der Registrierung im Kassenbereich.
Ein Detail, das häufiger übersehen wird: Die Guthaben eines Spielers liegen bei erlaubten Anbietern auf einem treuhänderisch verwalteten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Wer je einem Anbieter ohne Erlaubnis Geld anvertraut hat, weiß, warum das kein Nebensatz ist.
Die zehn Sportwetten-Apps im Vergleich
Die Reihenfolge ist die dieser Seite und keine Rangfolge im Sinne einer Empfehlung. Jeder der zehn Anbieter unterhält für sein Sportangebot eine deutsche Erlaubnis, die auf der Whitelist verzeichnet ist. Der Stand der Liste, auf den sich die Angaben zu den Erlaubnissen beziehen, ist der 2. Oktober 2026.
| Angebot | Whitelist-Status und Inhaberin der Erlaubnis | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Bet3000 | erlaubt; Inhaberin I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| bpremium | erlaubt; Inhaberin Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgedatum 21.12.2022 |
| VBet | erlaubt; Inhaberin SCGO Limited | 05.12.2023 |
| DAZN Bet | erlaubt; Inhaberin DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| 888sport | erlaubt; Inhaberin 888 Germany Limited | 30.06.2021, Folgedatum 15.12.2022 |
| bwin | erlaubt; Inhaberin bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgedatum 23.12.2022 |
| Tipico | erlaubt; Inhaberin Tipico Co. Limited | 09.10.2020, Folgedatum 09.12.2022 |
| MERKUR BETS | erlaubt; Inhaberin Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Sportingbet | erlaubt; Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020, Folgedatum 21.12.2022 |
| NEO.bet | erlaubt; Inhaberin Greenvest Betting Limited | 09.10.2020, Folgedatum 22.12.2022 |
Die Spanne dieser Daten erzählt mehr als die Spalte selbst. Sechs der zehn sind seit dem Startjahr 2020 dabei, vier sind später eingestiegen, und die beiden jüngsten — VBet und MERKUR BETS — gehören zu Anbietern, die im deutschen Markt keine zwanzig Jahre Tradition vorweisen. Ein Erstzulassungsdatum sagt nichts über die Qualität einer App. Es sagt etwas darüber, wie lange ein Anbieter den deutschen Regeln schon unterworfen ist, und ob er die Verifizierungs- und Limitprozesse über Jahre hindurch eingeübt hat. Wer bei einem Neuling ein Konto eröffnet, setzt nicht auf ein schlechteres Produkt, sondern auf einen kürzere Fehlerhistorie.
Zur Erlaubnisdauer gehört eine Präzisierung, die in Store-Beschreibungen gern untergeht: Eine Erstzulassung läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum. Wer dort ein Enddatum sucht, sucht ein Feld, das die Liste nicht führt.
Vergleich der zehn Apps nach Funktionen und Profil
Was eine App kann, sagt über ihren Charakter mehr als ihr Werbeslogan. Die folgende Übersicht stellt zusammen, was die Anbieter selbst über ihre App-Store-Einträge mitteilen.
| Angebot | Merkmale, für die die App wirbt | Auffälligkeit gegenüber den anderen |
|---|---|---|
| Bet3000 | Live-Wetten und Cashout in der App | jüngstes Erlaubnisdatum dieses Vergleichs |
| bpremium | keine Funktionsangaben im Store-Eintrag erfasst | Betreiberin mit eigener Registernummer im Handelsregister Maltas |
| VBet | Live-Wetten und Cashout | Live-Erlaubnis erst seit Ende 2023 |
| DAZN Bet | Live-Wetten und Cashout direkt im Wettschein | Entwickler und Betreiber für den deutschen Markt sind zwei verschiedene Gesellschaften |
| 888sport | Live-Wetten, Konzern mit Börsennotierung in London | Teil einer Gruppe mit Kapitalmarkthistorie |
| bwin | Live-Wetten, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost, Quoten-Boost | breitester Funktionskatalog in diesem Feld |
| Tipico | Live-Wetten während des Fußballspiels, Tipico Cashout | Cashout als Kontrolle über den Wettschein positioniert |
| MERKUR BETS | Cashout für jede abgegebene Wette, dazu MERKUR SLOTS im selben Produkt | Auszahlung erst nach Abrechnung aller Spiele des Wettscheins |
| Sportingbet | Live-Wetten und Cashout | Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele neben der Sportwette |
| NEO.bet | Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout, Teil-Cashout | Teil-Cashout als eigenständige Funktion |
Die Spalte der Auffälligkeiten liest sich wie eine Liste von Fußnoten, und das ist sie auch. Was hier steht, sind die Stellen, an denen die Anbieter voneinander abweichen, nicht die Stellen, an denen einer besser ist. MERKUR BETS zahlt den Cashout-Betrag erst aus, wenn alle Spiele abgerechnet sind — ein Vorgang, dessen Auszahlungszeitpunkt bei einem langen Wettschein merklich später liegt als bei Anbietern, die sofort gutschreiben. Das ist kein Mangel, aber ein Unterschied, den man vor dem Klick kennen sollte. DAZN Bet als App mit Betreibergesellschaft und lizenziertem Entwickler getrennt zu führen, ist bei Auszahlungsfragen relevant: Wer eine Rechnung über eine Auszahlung schreibt, tut das an die Betreiberin, nicht an den Namen im App Store.
Der wichtigste Nebensatz dieser Tabelle steht nicht in ihr: Keines dieser Profile sagt etwas darüber, ob der Bonus, den der Anbieter auslobt, an eine Umsatzbedingung geknüpft ist. Das steht in den Bedingungen, immer.
Die Apps und ihre Profile im Einzelnen
Bet3000: die jüngste Erlaubnis im Feld
Bet3000 ist erst seit dem 22. April 2026 auf der Whitelist verzeichnet, als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000.de führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Damit ist die Betreiberin der jüngste Neuling in dieser Liste, und der Punkt, an dem man genauer hinsieht, ist nicht das Datum, sondern die Prozessroutine: Wer seit wenigen Monaten unter deutscher Aufsicht steht, hat Verifizierungsläufe, Limitabfragen und Auszahlungsfristen noch nicht in der Frequenz durchlaufen wie ein Anbieter aus dem Jahr 2020.
Für die App heißt das nicht, dass sie schlecht ist. Es heißt, dass man als Spieler auf die ersten Auszahlungsvorgänge achtet. Ein Konto bei einem jungen Anbieter ist ein Testlauf mit eigenem Geld — ein Satz, der für jede neue Erlaubnis gilt und nicht nur für diese.
bpremium: etablierte Erlaubnis, zurückhaltende Kommunikation
Die Ladbrokes (Deutschland) Limited, Betreiberin von Bpremium.de, sitzt in Gzira auf Malta und ist unter der Registernummer C92799 geführt. Die Erlaubnis läuft seit dem 9. Oktober 2020 mit Folgedatum 21. Dezember 2022, was den Anbieter in die Gruppe der sechs Gründungsjahre einordnet. Nach außen fällt bpremium vor allem durch das auf, was es nicht sagt: In den Ansichten, die über die App vorliegen, finden sich keine Angaben zu Cashout, Livestreams oder anderen Zusatzfunktionen, die die übrigen Anbieter ausstellen. Wer bpremium wählt, wählt ein Sportwettenbuch ohne Bühnenprogramm.
Das ist keine Schwäche, solange man weiß, was man bucht. Wer eine Packliste aus Funktionen braucht, wird hier nicht fündig. Wer eine eingeführte Erlaubnis mit klarer Betreibergesellschaft sucht und die Zusatzfunktionen ohnehin nicht nutzt, hat genau das.
VBet: Live-Wetten mit junger deutscher Erlaubnis
Die SCGO Limited veranstaltet die Sportwetten unter Vbet.de, mit Sitz im Luxe Pavilion in St. Julian’s auf Malta; die GGL führt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023. Der Anbieter ist also im Feld der deutschen Lizenzen relativ neu, auch wenn der Name VBet auf eine längere internationale Vorgeschichte zurückblickt. Für die App zählt: Live-Wetten und Cashout sind im Store-Eintrag genannt, also gehören die Grundfunktionen zum Programm.
Interessant an VBet ist die Konstellation, nicht das Produkt: eine malltesische Gesellschaft, eine deutsche Erlaubnis und ein Name, der in anderen Märkten bereits sehr präsent ist. Das erzeugt eine gewisse Unschärfe in der Erwartungshaltung. Wer die deutsche VBet-App mit der VBet-Präsenz aus anderen Kontexten gleichsetzt, sollte sich klarmachen, dass die deutsche Erlaubnis an Vbet.de gebunden ist und an keine andere Domain.
DAZN Bet: Live-Wetten in einem Medienkonzern-Umfeld
Die DAZN-Bet-App für das iPhone bietet Live-Wetten und Cashout direkt im Wettschein. Im App Store ist IBID Malta Limited als Entwickler eingetragen, während für den deutschen Markt die DZBT Operations Limited als Betreiberin genannt wird. Diese Trennung ist für den Nutzer unsichtbar, bis zu dem Moment, in dem ein Auszahlungs- oder Beschwerdevorgang an die richtige Gesellschaft adressiert werden muss. Dann ist sie die einzige relevante Information.
Für wen ist diese App interessant? Für die Zielgruppe, die aus dem Streaming-Kontext kommt und ein Live-Produkt sucht, das an ein bestehendes Abo- oder Sport-Erlebnis andockt. DAZN Bet ist damit eine App mit einem spezifischen Herkunftsvorteil und keiner breiten Bibliothek an Zusatzfunktionen. Wer Cash-out und Live-Wetten will, findet beides; wer Bet Builder und Streaming sucht, muss sich anderswo umsehen.
888sport: eine internationale Kapitalmarktgesellschaft als Mutter
Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Für die deutsche App ist die Verflechtung eine Information, die man einordnen sollte: Es handelt sich um ein börsennotiertes Unternehmen, das heißt um regelmäßige Berichtspflichten und eine gewisse institutionelle Stabilität, aber auch um Marktdruck, der sich in Produktentscheidungen niederschlägt.
Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis für 888sport läuft seit dem 30. Juni 2021 mit Folgedatum 15. Dezember 2022. Die App bewirbt Live-Wetten. Wer die Wahl zwischen einem Sportbuch mit Börsenprospekt und einem mit Wettbüro-Charakter hat, trifft hier eine sehr unterschiedliche Art von Adresse.
bwin: der breiteste Funktionskatalog in diesem Feld
Die bwin-App wird im Apple App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten, und die Entwicklerbeschreibung listet so ziemlich alles, was in einer Wett-App denkbar ist: Cashout, sowohl manuell als auch automatisch, Live-Streams, Live-Statistiken, Kombi-Boost und Quoten-Boost. Die deutsche Sportwetten-Erlaubnis der bwin (Deutschland) Limited reicht auf den 9. Oktober 2020 zurück, mit Folgedatum 23. Dezember 2022.
Wer eine App nach der Zahl ihrer Funktionen aussucht, landet bei bwin. Wer eine App nach der Zahl der Funktionen aussucht, die er tatsächlich benutzt, landet woanders. Diese Bemerkung ist nicht höhnisch gemeint: Kombi-Boost und Quoten-Boost sind keine Verzierungen, sondern Instrumente, die den Quotenschlüssel eines einzelnen Wettscheins verändern können — man muss nur verstehen, was sie tun, sonst sieht man sie gar nicht, weil sie nach Extras aussehen.
Tipico: Cashout als Produktversprechen
Die Tipico Sportwetten App wird im App Store von der Entwicklerin Tipico B2B Ltd angeboten. In der Beschreibung stehen „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während eines laufenden Fußballspiels. Die deutsche Erlaubnis der Tipico Co. Limited reicht auf den 9. Oktober 2020 zurück, Folgedatum 9. Dezember 2022.
Tipico macht also ein Feature zum Markenkern, und das ist ein aufschlussreicher Hinweis auf die Zielgruppe: Wer während eines Spiels eingreifen will, sucht keine ruhige Pregame-Umgebung. Für den Live-Spieler ist die App damit eine der naheliegenden Adressen. Der Vorbehalt kommt aus dem Rechtsrahmen, nicht aus dem Produkt: Die Live-Wetten sind in Deutschland auf den Endstand oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten beschränkt, in denen solche Ereignisse selten sind. Im Fußball ist das nächste Tor live möglich, der nächste Punkt im Tennis nicht. Das enge Angebot ist also keine Zurückhaltung des Anbieters, sondern eine Grenze, die für alle diese Apps gilt.
MERKUR BETS: Cashout mit spätrer Auszahlung
Die MERKUR-BETS-App steht für Android bei Google Play und für iOS im App Store kostenlos bereit und nennt in ihrer Beschreibung über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten; in derselben App ist auch MERKUR SLOTS enthalten. Die Sportwetten-Erlaubnis für MERKUR BETS läuft seit dem 6. November 2023, Inhaberin ist laut Whitelist die Merkur Bets Malta Limited.
Der Cashout ist bei MERKUR BETS nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button; der Betrag wird aber erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Das ist der eine Punkt, an dem das Produkt dem Erwartungsdruck aus dem Vergleich am stärksten ausgesetzt ist. Cashout ist für viele Spieler eine Sofortbefreiung aus einer schlecht laufenden Wette. Hier wird sie zu einem Vorgang, der das Ergebnis festhält, das Geld aber später liefert. Wer Kombischeine über Nacht laufen lässt, merkt das nicht. Wer einen Zwei-Spiele-Schein nach dem ersten Match auflösen will, wartet auf das zweite.
Dazu der zweite Punkt: die 70 Sportarten und die Sport-Slots in einem Produkt. Für einen Anbieter, der auch Casinoprodukte führt, ist das plausibel, für die reine Wett-App ist es eine Gabelung. Wer die Grenze zwischen Wette und Slotspiel nicht in seiner App haben will, hat hier diese Entscheidung nicht.
Sportingbet: Sportwette mit zweiter Erlaubnis
Die Sportingbet (Deutschland) Limited nennt in ihrem Impressum die behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21.12.2022 und die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15.11.2022; Aufsichtsbehörde ist die GGL. Auf der Whitelist ist der Anbieter seit dem 9. Oktober 2020 geführt, das Folgedatum für die Sportwette ist der 21. Dezember 2022.
Diese beiden Genehmigungen sind getrennt zu betrachten. Ob eine Betreiberin über eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele verfügt, sagt nichts über ihre Sportwetten-Erlaubnis aus. Für die App ist nur die zweite relevant, und nur die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis nimmt Sportwetten an. Die Struktur des Anbieters — Sportwetten plus Automatenspiele in einem Haus — ist ein Hinweis darauf, mit wem man es zu tun hat, und man sollte sich im Klaren darüber sein, dass die Spielerschutzregeln für das eine und das andere Produkt nicht austauschbar sind.
NEO.bet: Teil-Cashout als eigenständige Funktion
Die NEO.bet-App beschreibt sich im App Store als lizenzierter Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz; als Anbieterin ist die Greenvest Betting Limited genannt. Zu den Funktionen zählen laut Entwickler Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout. Die Whitelist führt die Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet seit dem 9. Oktober 2020, mit Folgedatum 22. Dezember 2022.
Der Teil-Cashout ist der Punkt, an dem diese App aus der Reihe fällt. Wer nur einen Teil einer Kombiwette auflösen will, muss nicht den ganzen Schein abgeben. Das klingt technisch, ist aber psychologisch bedeutsam: Es eröffnet die Möglichkeit, Verluste zu begrenzen, ohne eine Wette aufzugeben, an die man noch glaubt. Für Spieler, die Kombiwetten mit Bedacht umschichten, ist das die interessanteste Funktion in dieser Liste.
Vom Download bis zur ersten Auszahlung: der Weg durch eine App
Der Weg, den ein Spieler tatsächlich nimmt, sieht selten so aus wie die Reihenfolge in einem Ratgeber. Er sieht so aus: App im Store gefunden, Mal nach der Bewertung geschaut, installiert, gespielt. Die Verifizierung folgt erst, wenn eine Auszahlung ansteht. Das ist die häufigste Reihenfolge und die schlechteste.
Die Reihenfolge, die funktioniert, ist kürzer, aber anders sortiert. Zuerst prüfen, ob die Betreiberin auf der Whitelist steht. Dann die Bedingungen lesen, und zwar genau die Abschnitte zum Bonus und zu den Zahlungen, nicht die Einleitung. Dann das Konto anlegen und die Verifizierung abschließen, bevor der erste Einsatz fällt. Erst danach spielt man — und kann das Guthaben auch wieder herausbekommen.
Wer den letzten Schritt auslässt, merkt den Fehler nicht beim Einzahlen. Er merkt ihn beim Auszahlen.
Was der Store-Eintrag verrät und was nicht
Ein App-Store-Eintrag nennt Entwicklerin, Funktionsumfang und Bewertungen. Er nennt keine Erlaubnis mit Datum, keine Umsatzbedingungen, keine Zahlungsarten, die nicht explizit aufgeführt sind, und kein Enddatum einer Erlaubnis. Der Eintrag ist ein Produktprospekt, keine Zulassungsurkunde. Wer ihn für eine Zulassungsurkunde hält, prüft die falsche Quelle.
Zwei Hinweise im Store sind dennoch hilfreich. Erstens: Wenn die Beschreibung eine „deutsche Lizenz“ oder die Whitelist erwähnt, ist das eine Behauptung, die sich mit einem Abgleich auf der Webseite der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) binnen Minuten verifizieren lässt. Zweitens: Der Name der Entwicklerin im Store-Eintrag ist ein erster Anhaltspunkt, um die verantwortliche Betreibergesellschaft zu identifizieren. Ein Blick in das Impressum auf der Webseite des Anbieters schafft hier im Zweifelsfall sofort Klarheit.
Prüfen, ob eine App auf der Whitelist steht
Die Whitelist ist die einzige belastbare Prüfung einer Erlaubnis. Sie wird von der GGL geführt, und das Nachschlagen dauert nicht länger als eine Getränkebestellung. Man sucht die Domain des Anbieters in der Liste. Ist sie dort unter der Sportwetten-Erlaubnis eingetragen, nimmt diese Domain rechtmäßig Sportwetten an.
Ein Irrtum, der sich hartnäckig hält: Eine .de-Domain beweist nichts. Jede Domain auf der Whitelist ist zwar eine .de-Domain, aber das Umgekehrte gilt nicht. Wer meint, die Endung sei ein Prüfsiegel, hat den Mechanismus nicht verstanden. Die Endung ist eine Formalie der Registrierung, die Erlaubnis ist eine Entscheidung der Behörde.
Zweiter Irrtum: Eine Whitelist-Suche nach dem Markennamen statt nach der Domain. Die Liste ist nach Domains und den Inhaberinnen strukturiert. Der Markenname allein führt nicht immer ans Ziel.
Wie man mit einem falschen Ergebnis umgeht
Wer die Domain eines Anbieters nicht in der Liste findet, hat eine klare Antwort — aber nicht immer die richtige. Der Eintrag kann unter einer anderen Inhaberin stehen, oder der Anbieter ist neu und noch nicht erfasst. Wer unsicher ist, prüft zum zweiten Mal und liest die Whitelist-Zeile vollständig, einschließlich der Spalte, die sagt, welche Art von Erlaubnis vorliegt.
Der entscheidende Punkt bleibt: Nur die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis nimmt Sportwetten an. Eine Betreiberin kann über mehrere Erlaubnisse verfügen — für Sportwetten, für virtuelle Automatenspiele, für Poker oder Casino. Diese sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Ein Anbieter, dessen Casino-Erlaubnis auf der Liste steht, dessen Sportdomain aber fehlt, ist damit kein Sportwettenanbieter mit Erlaubnis.
Die Größe der Liste und was sie über den Markt sagt
Die Whitelist umfasste zum Stand 2. Oktober 2026 dreißig Einträge: 27 Inhaberinnen mit Sportwetten-Erlaubnis, von denen zwei zusätzlich Pferdewetten anbieten, sowie drei Inhaberinnen ausschließlich für Pferdewetten. Das ist der deutsche Lizenzmarkt in einer Zahl. Wer sich einen Vergleich dieses Marktes vorstellt, stellt sich dreißig Zeilen vor, nicht dreihundert.
Rechtslage: Erlaubnis, Steuer und die Grenzen der Wahl
Die GGL hat ihren Sitz in Halle an der Saale und arbeitet auf Grundlage des GlüStV 2021, das seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV) und überwacht und bußt bei Verstößen (§ 28a). Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten an Personen in Deutschland anbietet, begeht unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Relevanz. Die GGL warnt Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten — im September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang etwa Platincasino.
Was in Deutschland gewettet werden darf
Erlaubt sind feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Geschehnisse während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1) — und nur Wettarten, die die GGL in ihrem Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 auf den Endstand oder auf die nächste Komponente beschränkt, in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind: das nächste Tor im Fußball ist zulässig, der nächste Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht.
Nicht zulässig sind Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen — nach GGL-Praxis gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Ebenfalls ausgeschlossen sind manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Ein Bereich, der oft fälschlich als Angebot erwartet wird: E-Sport. Die GGL stellt klar, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Wer in einer App ein E-Sport-Wettangebot findet, findet kein Angebot eines Whitelist-Anbieters.
Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Höchstlimit für den Einsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.
Spielerschutz als Teil der Rechtslage
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich (§ 4 Abs. 3). Es gilt ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung (§ 6a); vor der Verifizierung ist das Spielen höchstens 72 Stunden erlaubt, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt anbieterübergreifend und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt (§ 6c Abs. 1).
Paralleles Spielen ist nach § 6h untersagt und wird über die Aktivitätsdatei kontrolliert. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem (§§ 8, 8a) und wird bei der Registrierung und beim Login abgefragt; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 sperrt sofort für 24 Stunden.
Bei den Zahlungen gilt § 6b Abs. 4: nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut, keine anonymen Zahlungsmittel. Die Guthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird der Saldo innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).
Zur Sportwettensteuer, geregelt in §§ 16-25 RennwLottG: Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, vermindert um die Steuer selbst“ (§§ 17, 18), was etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht (5,3 / 105,3). Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende (§ 19). Ob und wie er die Steuer weitergibt, entscheidet er selbst; Genaueres steht, wenn überhaupt, in seinen eigenen Bedingungen. Die Steuer trifft auch unerlaubte Anbieter — gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis. Zur Behandlung von Gewinnen privater Wettender lässt sich auf dieser Ebene nichts Belastbares sagen; diese Frage gehört zu einem Steuerberater.
Werbung und Bonus: was das Gesetz nicht regelt
Werbung dürfen nur Erlaubnisinhaber betreiben (§ 5 Abs. 7). Das Verbot von Werbung zwischen 6 und 21 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gelten andere Grenzen: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung in diesem Programm, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6).
Für den Bonus folgt daraus etwas Entscheidendes: Das GlüStV enthält keine Klausel, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder begrenzt. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer nach einer gesetzlichen Grenze für Gratiswetten sucht, sucht etwas, das es nicht gibt.
Der Blick auf den Anbieter ohne Erlaubnis
Auf der einen Seite steht ein Angebot ohne deutsche Erlaubnis: kein Permit, keine Verbindung zu OASIS oder LUGAS, keine deutschen Rechtsschutzmöglichkeiten, dafür unter Umständen höhere Limits und eine größere Auswahl an Live-Märkten. Auf der anderen Seite steht ein gelisteter Anbieter: Rechtssicherheit und Spielerschutz, dafür das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat als Standard, ein eingeschränktes Live-Angebot, die vollständige Verifizierungspflicht und die Zahlung nur vom eigenen Konto.
Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in diesem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit der Ausnahme von Fällen, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Daraus folgt keine Zusage. Niemand hat einen Anspruch auf Rückzahlung, und die Verfahren laufen. Wer auf eine solche Aussicht hin spielt, spielt nicht auf eine Aussicht, sondern auf ein offenes Verfahren.
Häufige Fragen zu Sportwetten-Apps
Welche Kriterien entscheiden über die beste Sportwetten-App?
Jenseits der Quote zählen die deutsche Erlaubnis des Anbieters, die Funktionsweise auf dem Touchscreen und die Zahlungswege. Aus der Erlaubnis folgen Verifizierung, das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, OASIS und der Panikbutton. Prüfen sollte man außerdem, ob Cashout, Livestreams oder ein Bet Builder im Produkt enthalten sind und ob eine dieser Funktionen an eine Kontoeigenschaft gebunden ist.
Wie erkennt man die offizielle App eines erlaubten Anbieters?
Die App selbst ist kein Qualitätsnachweis; der Store-Eintrag zeigt ein Produkt, keine Zulassung. Der belastbare Test läuft über die Domain des Anbieters auf der Whitelist der GGL. Nützlich ist außerdem der Name der Entwicklerin oder Betreiberin: Steht dort eine juristische Person, lässt sich klären, wer für Auszahlungen verantwortlich ist. Fehlt ein solcher Name im Eintrag, wird diese Klärung später mühsam.
Wo prüft man die Betreiberin einer App auf der Whitelist?
Die Whitelist der GGL führt die erlaubten Anbieter und wird dort gesucht, wo die Domain des Anbieters steht. Die Liste war zum 2. Oktober 2026 mit dreißig Einträgen geführt, darunter 27 Inhaberinnen einer Sportwetten-Erlaubnis. Wichtig sind zwei Details: Eine .de-Domain beweist für sich genommen nichts, und nur die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis nimmt Sportwetten an.
Welche Zahlungsmethoden sind in deutschen Wett-Apps zulässig?
§ 6b Abs. 4 GlüStV lässt nur ein Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zu; anonyme Zahlungsmittel sind damit ausgeschlossen. Welche Marken ein Anbieter führt, regelt er selbst. Bet365 nennt Debitkarte, PayPal und paysafecard, Betano Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten, sportwetten.de nennt PayPal-Einzahlungen.
Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote für eine Gratiswette?
Umsatzbedingungen geben vor, wie viel der Spieler setzen muss, bevor Guthaben zur Auszahlung frei wird; die Mindestquote legt fest, ab welchem Preis Einsätze auf die Bedingung angerechnet werden. Beim Freebet ist der Einsatz in der Regel nicht Teil der Auszahlung, nur der Gewinn. Die Höhe eines Bonus begrenzt das GlüStV nicht — alle Werte stehen in den Bedingungen des Anbieters.
Gilt das Einzahlungslimit von 1.000 € und OASIS in jeder erlaubten App?
Bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis ja: Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt anbieterübergreifend über die Limitdatei LUGAS, OASIS wird bei Registrierung und Login abgefragt, und der Panikbutton sperrt sofort für 24 Stunden. Bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis ist keines dieser Systeme angeschlossen — es gibt dort weder Limitdatei noch Sperrsystem.
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Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
