Die besten mobilen Wettanbieter 2026: Zehn Apps mit deutscher Erlaubnis im Vergleich
Eine Wett-App ist auf dem deutschen Markt keine Geschmacksfrage, sondern eine Erlaubnisfrage. Wer auf dem Smartphone wettet, trifft dieselben Schutzregeln wie am Rechner — und dieselben Grenzen. Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter überhaupt Sportwetten anbieten darf. Danach erst lohnt das Urteil über Touchscreen, Ladezeit und Wettschein.

Datenstand: 30. Oktober 2026; die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.
Was die Rechtslage für die App bedeutet
Die Erlaubnis ist kein Papier für die Website, das auf dem Telefon seine Wirkung verliert. Wer auf dem Smartphone bei einem Anbieter einzahlt, der keine deutsche Erlaubnis hat, einzahlt bei einem Veranstalter ohne Zulassung. Der Unterschied zwischen beiden Fällen schlägt nicht beim ersten Tipp durch, sondern beim ersten Problemfall.

Warum die Whitelist der erste Bildschirm ist
Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige Prüfung, die eine Erlaubnis belegt. Ihr Stand vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Anbieter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Anbieter nur für Pferdewetten. Jede aufgeführte Domain ist eine .de-Domain — was allein nichts beweist, denn eine .de-Adresse kann sich jeder zulegen. Entscheidend ist, dass genau die Domain, auf der man spielt, unter der Sportwetten-Erlaubnis steht. Wer über die App eines Anbieters wettet, dessen Domain nur unter einem Automaten-, Poker- oder Casino-Permit steht, wettet nicht auf Grundlage dieser Erlaubnis; das sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln.
Die GGL vergibt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV, beaufsichtigt und ahndet Verstöße nach § 28a. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1. Die Whitelist nennt allerdings nur Erteilungsdaten und niemals ein Enddatum — wer dort ein Ablaufdatum sucht, sucht vergeblich und sollte aufhören, weil das kein Mangel der Liste ist, sondern ihrer Konstruktion.
Die erste Erlaubnis der zehn hier besprochenen Anbieter liegt zwischen dem 9. Oktober 2020 und dem 5. Dezember 2023. Zwei von ihnen tragen eine Erstgenehmigung aus dem Jahr 2023, alle übrigen stammen aus der ersten großen Vergaberunde zwischen Herbst 2020 und Herbst 2021. Für den Nutzer macht das keinen Unterschied im Schutz, aber in einem anderen Punkt, der im Abschnitt „Was in der App an Schutzregeln gilt“ auf das Konto durchschlägt: die Anbieter der ersten Stunde haben ihre Regeln über rund fünf Jahre Praxis geschärft.
Erlaubnisfrei heißt nicht erlaubt
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, der Sportwetten nach Deutschland vermittelt, veranstaltet nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine maltesische, Curaçao- oder Anjouan-Lizenz ändert daran nichts; sie hat im deutschen Rechtsraum keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt — und dabei ein Casino genannt. Die Warnung der Aufsicht richtet sich an die, die glauben, ein ausländisches Zertifikat sei eine Eintrittskarte.
Strafrechtlich steht das Veranstalten nach § 284 StGB bis zu zwei Jahre Freiheit oder Geldstrafe, die Werbung bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monate oder Geldstrafe. Daraus folgt keine Warnung an den einzelnen Spieler und ebenso wenig eine Entwarnung: systematische Verfolgung von Spielenden ist nicht belegt, und wer das zu einer Drohkulisse aufbläst, betreibt das Gegengeschäft zur Aufsicht. Zurückhaltung ist hier die ehrliche Linie.
Was folgt, zeigt sich nicht am Spielabend, sondern am Konto. Offshore-Anbieter hängen weder am OASIS-Spielersperrsystem noch an der LUGAS-Limitdatei, es gibt keine Durchsetzung einer deutschen Aufsicht und im Streit keinen deutschen Rechtsweg — im Gegenzug sind höhere Limits als 1.000 € im Monat möglich, weil niemand sie misst. Die Whitelist liefert das Gegenpaket: Rechtssicherheit, Schutzregeln und Durchsetzbarkeit, dafür die monatliche Standardschranke, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlung über ein Konto auf eigenen Namen. Diese Bedingungen tauchen tiefer auf der Seite wieder auf.
Zivilrecht: kein Versprechen, sondern eine Richtung
Deutsche Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hält in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Ein Rückzahlungsanspruch ist damit weder jedem noch garantiert. Wer 2017 bei einem Anbieter ohne Erlaubnis verloren hat, kann sich heute nicht darauf verlassen, das Geld wiederzusehen; wer heute bei einem Anbieter außerhalb der Whitelist verliert, verbessert seine Ausgangslage kein Stück, indem er sich auf diese Verfahren beruft. Auffällig ist trotzdem, wie stark die Argumentation von Spielenden getragen wird und wie wenig von Marketingversprechen der Anbieter.
Was in der App an Schutzregeln gilt
Kein Schutzinstrument ist an einen Bildschirm gekoppelt. Am Telefon greift dieselbe Altersprüfung, dasselbe Einzahlungslimit, dieselbe Sperrdatei und derselbe Panikbutton wie am Laptop. Der mobile Rahmen ändert das Medium, nicht die Regel.
Von 18 bis zur Verifizierung
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren zulässig (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter gilt ein Konto, und es ist vollständig verifiziert zu führen (§ 6a). Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Für den mobilen Alltag heißt das: Wer die App am Freitag installiert und am Samstag einzahlt und gewinnt, kommt an das Geld erst, wenn seine Identität geklärt ist. Der Auszahlungswunsch ist der Zeitpunkt, an dem die Verifizierung sichtbar wird — nicht die Einzahlung, die geht vorher durch.
Parallelspiel ist nach § 6h GlüStV untersagt, überwacht über die Aktivitätsdatei. Zwei Konten beim selben Anbieter sind nicht vorgesehen, und dieselbe Person bei zwei Anbietern zu führen, ohne die Vorgaben einzuhalten, ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen eine Aufsichtsregel. In der Praxis ist das der Grund, weshalb die Verifizierung so unnachgiebig wirkt: Sie ist der Scharnierpunkt, an dem ein Anbieter prüfen soll, mit wem er es zu tun hat.
Das Einzahlungslimit und die Datei dahinter
Nach § 6c Abs. 1 liegt die Standardschranke bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Das Limit wandert mit der Person, nicht mit der App. Wer bei drei Anbietern je 400 € einzahlt und denkt, er habe drei kleine Summen bewegt, zahlt aus Sicht der Aufsicht 1.200 € — und die vierte Einzahlung wird nicht mehr durchgehen.
Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es erlaubt, darf einer einzelnen Person ein höheres Limit setzen, bis 10.000 € beziehungsweise 10.000 € bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — ausschließlich auf belastbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Herabsetzung greift sofort, eine Heraufsetzung erst nach sieben Tagen. Diese Einbahnstraße ist beabsichtigt: Wer sein Limit im Frust heraufsetzen will, muss eine Woche durchhalten.
OASIS und der Panikbutton
OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist das bundesweite Spielersperrsystem und wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; nennt er keinen, mindestens ein Jahr. Diese Abfrage findet in der App statt, weil sie an der Anmeldung hängt und nicht an einem Gerät. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre für 24 Stunden aus — die pragmatischste Funktion im ganzen Regelwerk, weil sie im Moment der Erregung wirkt und nicht erst am nächsten Werktag.
Offshore-Anbieter sind an OASIS nicht angeschlossen, und die Sperre, die man dort hinterlässt, ist eine beim Anbieter, nicht eine in einem Register. Wer den Wechsel zu einem nicht gelisteten Anbieter als Ausweg aus einer Selbstsperre begreift, tauscht eine wirksame Schranke gegen eine selbstgeschriebene Regeln. Anlaufstellen für Hilfe bleiben unabhängig davon erreichbar.
OASIS-Auskunft in der App: Zahlen, die den Alltag prägen
Eine Selbstsperre im Register ist auch in der App wirksam, weil der Anbieter vor jedem Login abfragen muss. Ein Anbieter kann die Abfrage nicht mit Verweis auf eine mobile Oberfläche umgehen; das wäre der seltene Fall, in dem sich ein technisches Argument vollständig gegen eine Aufsichtspflicht richtet. Zahlen zur Wirkung nennt die Aufsicht nicht, und wo sie fehlen, sollte man sie sich nicht zusammenreimen.
Was auf dem Touchscreen zählt
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Die App-Beschreibungen im Apple App Store lesen sich wie Werkstattlisten. genannte Funktionen wie Cash-Out-Varianten, Live-Streams, Bet Builder und Live-Statistiken tauchen bei fast jedem Anbieter auf, und wer nur die Feature-Aufzählungen vergleicht, findet zehn Mal dieselbe Liste. Unterschiede entstehen an drei anderen Stellen: wie schnell der Wettschein sich aufbaut, wie stabil die Verbindung im laufenden Spiel bleibt und wie ehrlich der Hinweis steht, wenn ein Markt gerade nicht verfügbar ist.
Übersicht, Ladezeit, Wettschein
Der Wettschein ist das Herzstück jeder mobilen Oberfläche. Bei Sportwetten.de umfasst die App eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und eine Anmeldung per Face ID — die Liste zeigt, wo die Prioritäten liegen: der Teil-Cash-Out ist der praktischste Eintrag, weil er erlaubt, eine Kombiwette in Raten aufzulösen. Interwetten nennt in der Entwicklerbeschreibung eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten. bwin führt Cashout sowohl manuell als auch automatisch und ergänzt Kombi-Boost und Quoten-Boost. Tipwin bietet Live-Wetten, Cashout ganz oder teilweise, Videoübertragung ausgewählter Ereignisse und Live-Statistiken. NEO.bet listet Live-Quoten und Live-Wetten sowie Cashout und Teil-Cashout.
Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich dasselbe Wort benutzt wird. Cashout bei MERKUR BETS ist nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App über den gelben Cashout-Button unter „Meine Wetten“ — der Betrag wird jedoch erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Wer die Funktion als Notausgang versteht, sollte diesen Satz lesen: Der Knopf löst Auflösung aus, nicht Gutschrift.
„Der Cashout ist jederzeit nutzbar“ und „das Geld ist jederzeit da“ sind zwei verschiedene Versprechen. Für den Spielenden bedeutet das, sein Ausstieg aus einer laufenden Kombiwette ändert nichts daran, dass er den Rest des Abends auf das Ergebnis wartet. Das ist kein Betrug, sondern eine Definition — aber eine, die in der App-Beschreibung eines Anbieters deutlich weniger prominent steht als der Knopf selbst.
Live, Stream und die Grenze dazwischen
Ein übertragener Stream ist in der App kein Bonus, sondern eine Kontextbeschaffung. bet365 überträgt laut App-Store-Beschreibung jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream — bei dieser Menge ist der Stream ein Programm, keine Zugabe. Betano nennt Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL; das Streaming steht dort laut App-Store-Beschreibung verifizierten Kunden ab einem bestimmten Mindestguthaben zur Verfügung, ein Detail, das man vor dem Live-Abend kennen sollte. Betway nennt Livewetten und Livestreams. bet-at-home wirbt mit Live-Wetten, Cash-Out und Bet-Builder sowie Live-Scores von Flashscore und Fotmob. DAZN Bet bietet Live-Wetten und Cash Out direkt im Wettschein.
Zwischen Stream und Wetten liegt allerdings eine Statutengrenze, die viele Live-Nutzer nicht kennen. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein. Wer im Stream sitzt und einen Markt vermisst, vermisst ihn meist nicht wegen der App, sondern wegen dieser Regel. Beide Anbieter der ersten Stunde und die später hinzugekommenen unterliegen ihr gleichermaßen.
Wo die App endet und die Website anfängt
Apps und mobile Webseiten sind nicht dasselbe Produkt. Winamax stellt seine App für iOS im Apple App Store und für Android bei Google Play bereit; die Verfügbarkeit im Store ist der erste Filter, den ein Anbieter selbst nicht umgehen kann. Wettstar richtet seine App für Android über Google Play und für iOS über den App Store an Rennsportfans: bargeldloses Wetten auf der Rennbahn und unterwegs, Rennprogramm, Rennkalender, Favoriten-Funktion, Livestreams und Kontoübersicht — Voraussetzung sind ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Wettstar-Konto. Eine Rennsport-App mit Kalender und Favoriten ist funktional etwas anderes als ein Fußball-Wettschein, und wer auf beiden unterwegs ist, wird beide nicht mit demselben Maßstab messen.
Die MERKUR-BETS-App für Android und iOS ist kostenlos und nennt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“; in derselben App liegt auch MERKUR SLOTS. Letzteres ist der Punkt, an dem man als Leser aufmerken sollte: Unter derselben App-Fassade stehen zwei völlig verschiedene Erlaubnisbereiche mit verschiedenen Regeln. Wer das Sportwetten-Permit geprüft hat, hat noch nichts über den Automatenbereich geprüft — und umgekehrt. Ob eine einzelne App ein gutes Werkzeug ist, lässt sich daher nicht aus einem Feature-Stapel ableiten, sondern nur daraus, ob die eigenen Wetten dort sauber aufgehen.
Markt und Quoten — der Unterschied zwischen Zeile und Preis
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Nutzbar ist nur, was nach § 21 Abs. 1 erlaubt ist: Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts und auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombiwetten, und nur Wettarten aus einem von der GGL zugelassenen Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5). Zusätzlich verboten sind nach § 21 Abs. 1a Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateur —, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Für die App hat das eine unmittelbare Folge: Ein Markt, den ein Nutzer in einem alten Screenshot gesehen hat, kann in der aktuellen Version fehlen, weil die Erlaubnis sich geändert hat und nicht die App. E-Sport ist nach Angaben der GGL nicht möglich, E-Sport wird nicht als Sport anerkannt; ein lizenziertes E-Sport-Wetten existiert in Deutschland nicht. Wer in einer App einen E-Sport-Bereich findet, findet ihn nicht auf Grundlage einer deutschen Erlaubnis. Zu virtuellen Sportarten lässt sich die Rechtslage nicht feststellen, und wo nichts feststeht, sollte man weder beruhigen noch warnen.
Was die Quote wert ist, lässt sich rechnen. Der Quotenschlüssel eines Marktes ergibt sich aus 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge; die Marge ist 100 % minus diesem Wert. Ein Markt mit den Quoten 2,10, 3,40 und 3,60 hat über die Kehrwerte 0,4762, 0,2941 und 0,2778 eine Summe von 1,0481 — ein Auszahlungsanteil von rund 95,4 % und eine Marge von etwa 4,6 %. Solche Zahlen gehören zu genau einem Markt, einem Anbieter und einem Zeitpunkt; auf einen anderen Markt oder eine Kombiwette übertragen sie sich nicht.So oder so sitzt in jedem Preis eine Marge, und die Frage ist nicht, ob sie existiert, sondern wie der Rest der Bedingungen aussieht. Ein Anbieter mit knapper Marge und einem umsatzschweren Bonus ist unterm Strich nicht billiger als einer mit breiterer Marge und ohne Umsatzbindung.
Was die Steuer mit der Auszahlung macht
Die Sportwettensteuer nach §§ 16 bis 25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der gezahlt wird, abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18) — das sind rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, gerechnet 5,3 / 105,3. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende (§ 19). Es heißt also nicht „5,3 % des Einsatzes“, und wer das sagt, hat die Bemessungsgrundlage nicht gelesen. Ob und wie ein Anbieter die Steuer weitergibt, entscheidet er selbst; belastbar ist dazu nur, was in seinen eigenen Bedingungen steht.
Für den Spielenden entsteht die Wirkung über die Quote, nicht über eine Zeile auf dem Wettschein. Ganz unabhängig davon gilt: Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Ein Live-Gewinn ist in der App also sichtbar, aber nicht abhebbar — und die Sportwettensteuer läuft bei jedem Anbieter mit, auch bei einem ohne Erlaubnis. Gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Zahlungswege in der App
Nach § 6b Abs. 4 ist ein Zahlungsvorgang nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut zulässig; anonyme Zahlungsmittel sind unzulässig. Das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwetten heraushält — nicht eine Abneigung der Anbieter, sondern eine Kontoanforderung. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. In App-Beschreibungen tauchen dabei durchaus verschiedene Wege auf: bet365 nennt unter anderem Debitkarte, PayPal und paysafecard, Betano unter anderem Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten, Sportwetten.de führt PayPal-Einzahlungen.
Guthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Genau hier zeigt sich, warum das Zahlungskonto auf eigenen Namen kein Formalismus ist: Ausgezahlt wird an den Kontoinhaber, und wer mit einem fremden Konto einzahlt, hat im Zweifel ein Guthaben, an das er nicht herankommt.
Bestenliste: zehn Anbieter im Vergleich
Wie die Reihenfolge zustande kommt
Vier Kriterien bestimmen die Ordnung dieser Liste, und keines davon lässt sich an einer Sternchenbewertung ablesen. Zuerst die Erlaubnis: ein Eintrag unter der Sportwetten-Erlaubnis in der Whitelist, sonst taucht der Anbieter hier nicht auf. Danach die Appqualität, wie im Abschnitt „Was auf dem Touchscreen zählt“ erläutert — Wettschein, Live-Funktionen, Stabilität. Dann die Quoten und Marktbreite, soweit sie sich überhaupt vergleichen lassen. Zuletzt die Zahlungswege und die Bedingungen, die an ein Angebot geknüpft sind. Wer die Reihenfolge aus einem Bonusbetrag ableiten will, sortiert nach dem unwichtigsten Kriterium.
Die Erlaubnisangaben stammen aus der Whitelist zum Stand 2. Oktober 2026. Sie sagen, welcher Anbieter Sportwetten anbieten darf und wer der Halter der Erlaubnis ist — sie sagen nichts über die Qualität der App und nichts über die Höhe eines Bonus, und deshalb steht beides in den folgenden Abschnitten getrennt.
Die Anbieter im Überblick
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnishalter | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| NEO.bet | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter Betway Limited | 09.03.2021 |
| Tiptorro | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| ODDSET | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Sportwetten.de | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| Interwetten | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| 888sport | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| bpremium | Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain; Halter Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Dass alle zehn denselben Status tragen, ist keine Langeweile der Tabelle, sondern ihr Befund. Der eigentliche Filter dieser Liste ist bereits angewendet. Was die drei Spalten trennt, ist die Spanne der Erteilungsdaten: VBet und MERKUR BETS stammen aus dem Jahr 2023, alle anderen aus der Vergaberunde 2020 bis 2021, und das jüngste Datum gehört einem Anbieter, dessen Eintrag sich von den vorangehenden unterscheidet — es gibt bei VBet keine Folgeerlaubnis nach 2023. Wer daraus eine Rangfolge ableiten will, leitet aus einem Verwaltungsdatum eine Produktaussage ab. Genau das geht nicht.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
bet365: Livestream-Programm und Wetten-Konfigurator+
Die App „bet365 – Sportwetten“ wird im Apple App Store vom Entwickler Hillside Technology Limited angeboten; laut Entwicklerbeschreibung überträgt bet365 jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream. Für Anbieter von Bet365.de führt die Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Die Erlaubnis wird dort mit einem Erteilungsdatum geführt; ein Enddatum nennt die Liste nicht.
Der eigentliche Ausstattungspunkt ist der „Wetten-Konfigurator+“, der laut App-Store-Beschreibung die beliebtesten Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen in einer Wette kombiniert. Das ist eine Kombiwette mit vorgewählten Beinen — komfortabel und gleichzeitig der bequemste Weg, mehr Märkte auf einen Wettschein zu legen, als man beabsichtigt hat, denn jedes zusätzliche Bein multipliziert den Preis und die Varianz. Als Zahlungsmethoden nennt die Beschreibung unter anderem Debitkarte, PayPal und paysafecard. Wer den Stream vor allem für Tennis und kleinere Ligen nutzt, findet hier das dichteste Angebot in Deutschland. Die Stärke dieser App ist die Programmmenge, und ihr Risiko liegt genau daneben: Ein Angebot, das alles zeigt, macht es leicht, den Überblick über den eigenen Wettschein zu verlieren.
Betway: Livewetten und Streams mit Whitelist-Verweis
Die Betway-App „Betway Sports Live Sportwetten“ nennt im App Store als Anbieter die Digital Outsource International Limited mit Sitz in London und verweist auf eine deutsche Erlaubnis im Whitelist-Verfahren; angeboten werden Livewetten und Livestreams. Für Betway.de führt die Whitelist der GGL die Betway Limited als Halter der Sportwetten-Erlaubnis, Erteilung 09.03.2021, mit einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022.
Die Konstellation zeigt eine Eigenheit dieses Marktes: App-Entwickler, Betreiber und Erlaubnishalter sind drei verschiedene Firmen, und wer wissen will, mit wem er es rechtlich zu tun hat, muss den Halter prüfen — nicht den Namen im Store. Betway ist in der Liste der Anbieter mit dem breitesten Selbstverständnis einer Live-Marke, und die Konzentration auf Livewetten und Streams passt zu genau dem Nutzerprofil, das abends auf dem Sofa am Telefon sitzt. Der Preis dafür ist bei allen Live-Märkten derselbe: Wegen § 21 Abs. 4 sind während des Spiels nur Endergebnis und nächste große Komponente wettbar. Eine Marke, die sich über Live definiert, kann davon nur zeigen, was die Erlaubnis hergibt — alles andere ist nicht ihre Entscheidung.
Tiptorro: der junge Anbieter mit klarer Aufsichtszuordnung
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten; diese beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und verweist auf die Whitelist. Die Erlaubnis für die gelistete Domain führt die GGL mit dem Halter Torro Tec Limited, Erteilung 30.06.2021, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Interessant ist weniger das Datum als die Formulierung: Der Anbieter beschreibt sich selbst über die Aufsicht, der er untersteht. Das ist bei einem jüngeren Namen kein Zufall — die Whitelist ist das Verkaufsargument, nicht die App. Für den Nutzer bedeutet das, dass Tiptorro nicht über eine überlange Funktionliste gewinnt, sondern über eine saubere Zuordnung: ein Name, ein Halter, eine Aufsicht, ein gelisteter Bereich. Ob das reicht, hängt davon ab, was man sucht. Wer eine ausgewachsene Live-Infrastruktur mit Streams erwartet, wird bei den breiter aufgestellten Anbietern besser fahren; wer Wert darauf legt, dass die rechtliche Kette kurz und prüfbar bleibt, ist hier richtig.
ODDSET: der staatliche Veranstalter mit langer Vorgeschichte
Die ODDSET Sportwetten GmbH ist nach eigener Angabe seit 1. Januar 2020 Veranstalterin der ODDSET Sportwette und führt das Sportwettenangebot der staatlichen Lotteriegesellschaften fort; online über Oddset.de und in der ODDSET-App ist das Angebot seit Anfang 2023 verfügbar. Die Erlaubnis für die Domain ist in der Whitelist seit 18.11.2020 und mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022 eingetragen.
Das Datum 2023 ist hier der aufschlussreichste Eintrag eines langen Prozesses: Ein Anbieter, der das Angebot der staatlichen Lotteriegesellschaften übernimmt, aber erst 2023 den Online- und App-Kanal öffnet, hat die Digitalisierung nicht als Vorreiter betrieben, sondern nachgeholt. Für den mobilen Vergleich heißt das, den Anspruch zu justieren. ODDSET muss nicht die flüssigste App haben, um seinen Platz in der Whitelist zu behaupten; es muss nur die Sportwette weiterführen, für die viele Nutzer eine gewachsene Gewohnheit haben. Wer Live-Funktionen und Streams als Kernkriterium führt, wird bei anderen nachsehen. Wer ein Angebot ohne Wechselgewohnheiten sucht, bleibt.
VBet: späte Erlaubnis, gedrosselter Start
Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter Vbet.de, hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für die gelistete Domain seit dem 5. Dezember 2023. Es ist zugleich das jüngste Erteilungsdatum der zehn Anbieter.
Ein Erlaubnisjahr 2023 bedeutet für einen deutschen Spieler etwas Konkretes: Der Anbieter ist im Markt der lizenzierten Veranstalter spät aufgetreten, und sein Konto bei der Aufsicht hat keine Folgeerlaubnis vorzuweisen. Ob das die Marktbreite oder die Stabilität der App beeinflusst, lässt sich aus der Liste nicht ablesen — die Whitelist ist ein Erlaubnisregister, keine Produktbewertung. Was sich ablesen lässt: Bei den Bedingungen ist die Prüfung eigener Angaben unerlässlich. Welche Sportarten- und Marktabdeckung VBet im mobilen Wettprogramm zeigt, sieht man beim Anbieter direkt, im Wettschein nach der ersten Auswahl.
Sportwetten.de: Cash-Out-Liste, Teil-Cash-Out, Gesichtserkennung
Die Sportwetten-App von Sportwetten.de enthält eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und eine Anmeldung per Face ID; als Anbieter ist die NetX Betting Limited genannt. Die Erlaubnis für die Domain ist in der Whitelist seit 19.11.2020 und mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 eingetragen.
Die Teil-Cash-Out-Funktion ist der Grund, warum dieser Anbieter in einem mobilen Vergleich weit vorn steht, und zwar aus einem unspektakulären Grund: Sie ist die einzige Funktion, die auf einem Telefon wirklich unangenehme Situationen entschärft. Eine Kombiwette, bei der zwei Beine stehen und eines kippt, lässt sich in Raten auflösen — man muss nicht alles oder nichts. Face ID beschleunigt die Anmeldung, und das klingt nach Gimmick, ist aber der Unterschied zwischen einer App, die man morgens öffnet, und einer, bei der man das Passwort erst suchen muss. Wer häufig Kombiwetten spielt und unterwegs unterwegs ist, bekommt hier das passendste Werkzeug der Liste. Wer vor allem Einzelwetten auf ein Fußballspiel setzt, braucht die Hälfte davon nicht und zahlt sie trotzdem nicht.
Interwetten: schlanke Cash-Out-Linie mit Quotenanspruch
Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ wird im Apple App Store von der Interwetten Gaming Ltd angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten. Die Erlaubnis für die Domain ist in der Whitelist seit 02.11.2020 und mit einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022 eingetragen.
Hier ist der Claim selbst der Gegenstand: „Top-Quoten“ ist eine Behauptung, die jeder Anbieter führen kann, und keine davon wird durch die Wiederholung wahrer. Prüfbar ist die Marge eines Marktes, und die ist aus den Quoten eines konkreten Events rekonstruierbar — nicht aus einer App-Beschreibung. Was bei Interwetten tatsächlich auffällt, ist die Kürze der Funktionsliste: Cash-Out, Live, Pregame. Wer die Ausstattung mit Konfiguratoren, Boostern und Videoportalen anderer Anbieter vergleicht, findet weniger. Wer dagegen vor allem die Kernfunktionen sauber und ohne Ballast will, findet eine App, die sich auf das Wesentliche beschränkt, ohne der Versuchung zu erliegen, die Bildschirme mit Extras zu füllen.
MERKUR BETS: Cashout mit Zahlungsverzögerung
Der Cashout bei MERKUR BETS ist nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button; der Betrag wird jedoch erst ausgezahlt, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Die GGL führt die Domain in der Whitelist mit Halter Merkur Bets Malta Limited seit dem 06.11.2023. Die App für Android ist über Google Play, die für iOS über den App Store verfügbar, kostenlos, und nennt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“; in derselben App liegt auch MERKUR SLOTS.
Diese Auszahlungsbedingung ist dasjenige Detail unter allen zehn Anbietern, das am häufigsten falsch verstanden wird, weil der Knopf unmittelbar reagiert und der Auszahlungsvorgang nicht. Für einen Nutzer, der Cashout als Notbremse einsetzt, um sich Liquidität zu sichern, ist das der entscheidende Satz — er ändert die Erwartung an das Instrument vollständig. Die Einbettung von MERKUR SLOTS in dieselbe App verlangt zusätzlich Aufmerksamkeit, weil Sportwetten- und Automatenbereich zwei getrennte Erlaubnisbereiche mit getrennten Regeln sind. Wer in dieser App Geld bewegt, sollte wissen, in welchem Bereich er sich gerade befindet.
888sport: Börsennotierung als Hintergrund, Konzern als Halter
Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Whitelist listet den Halter 888 Germany Limited seit der Erteilung am 30.06.2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022.
Eine Börsennotierung ist kein Wettkriterium, aber sie ist ein Hinweis auf einen anderen Typ von Anbieter. Wer an der Londoner Börse steht, hat Berichtspflichten, Aktionäre und eine Unternehmenskommunikation, die nicht nur aus einer Bonusseite besteht. Für den Nutzer verschiebt das den Charakter der Prüfung: Man prüft nicht mehr, ob eine Firma existiert, sondern wie lange sie sich im deutschen Lizenzmarkt halten will. Das deutsche Permit liegt bei der 888 Germany Limited, nicht bei der Holding in Gibraltar — ein Unterschied, der dann zählt, wenn Ansprüche geltend gemacht werden müssen. Die App gehört in die Kategorie der vollständigen Sportwetten-Apps ohne erkennbare Spezialisierung; wer nach einem Namen sucht, der über Jahre stabil bleibt, ist hier weniger überrascht als bei einem Newcomer.
bpremium: Ladbrokes-Betrieb mit klarer Vertragsgrundlage
Die Ladbrokes (Deutschland) Ltd, Betreiberin von Bpremium.de, hat ihren Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta, und ist unter der Registernummer C92799 geführt; Grundlage sind die Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023. Der Eintrag in der Whitelist für Ladbrokes (Deutschland) Limited datiert vom 09.10.2020, ergänzt um eine Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.

Dass hier neben dem Erlaubniseintrag eine konkrete Fassung der Nutzungsbedingungen mit Datum greifbar ist, ist mehr wert, als es klingt. Wer die Bedingungen liest, kann prüfen, was der Anbieter selbst zusagt — Kontoführung, Auszahlung, Beschwerdewege —, ohne auf Marketingtexte angewiesen zu sein. Von den zehn Anbietern dieser Liste ist bpremium der einzige, dessen Betreibergesellschaft mit vollständiger Anschrift und Registernummer über das eigene Vertragswerk greifbar wird, und das verschiebt die Beweislast: Der Streitpunkt ist nicht, wer die Firma ist, sondern was in den Bedingungen steht.
Was die Bedingungen kosten
Ein Willkommensangebot ist ein Vertrag, der mit einem Betrag wirbt und mit Bedingungen arbeitet. Der GlüStV setzt für Sportwetten keinen Bonusbetrag und keine Umsatzhöhe fest; Höhe, Umsatz und Mindestquote ergeben sich ausschließlich aus den Bedingungen der einzelnen Anbieter. Vielleicht ist das die wichtigste Einordnung dieser Seite: Es gibt keine Aufsichtsbehörde, die einen Bonus deckelt, also gibt es auch keine Instanz, die man anrufen kann, wenn die Bedingungen zu schwer sind. Man kann sie nur vorher lesen.
Die vier Hebel, an denen ein Angebot teuer wird, sind immer dieselben. Der Umsatzfaktor bestimmt, wie oft eine Summe umgesetzt werden muss, bevor daraus Guthaben wird. Die Mindestquote legt fest, dass nur Wetten ab einem bestimmten Preis überhaupt mitzählen — ein Bein darunter zählt nicht, auch wenn es verloren wurde. Die Frist setzt ein Datum, nach dem alles verfällt. Und eine Obergrenze für den Gewinn aus einer Gratiswette begrenzt den Nutzen nach oben, während der Aufwand dabei unbegrenzt bleibt. Ein Angebot ohne genannte Mindestquote und ohne genannte Frist ist nicht großzügig, sondern unklar.
Der Unterschied zwischen einem Freebet und einem Bonus in Echtgeld ist dabei nicht kosmetisch. Eine Gratiswette, deren Einsatz nicht mit ausgezahlt wird, lässt bei einem Treffer nur den Nettogewinn gutschreiben — der Einsatz selbst bleibt beim Anbieter. Ein risikoarmer Willkommensbonus, der als Freiwette zurückerstattet wird, ist damit eine Rückerstattung in Wette, nicht in Geld. Wer diese beiden Typen verwechselt, rechnet mit dem doppelten Betrag des realistischen Nutzens.
Wie man die eigene App findet
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Der Weg zur richtigen App beginnt nicht im App Store, sondern bei der Aufsicht. Wer eine App installieren will, sollte zuerst prüfen, ob der Anbieter dort gelistet ist und ob genau die Domain, auf der gespielt werden soll, unter der Sportwetten-Erlaubnis steht. Die Whitelist liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale) öffentlich; sie ist die einzige Prüfung, die etwas beweist. Eine gut gestaltete App ohne Eintrag bleibt eine App ohne Erlaubnis, und kein noch so glatter Wettschein ändert daran etwas. Erst danach lohnt der zweite Blick: Wettschein, Live-Umfang, Zahlungswege, Verhalten bei der Einzahlung.
Wer die Reihenfolge umdreht, merkt es nicht sofort. Das ist der Punkt. Die Erlaubnis ist vor dem ersten Tipp unsichtbar — die App funktioniert, die Einzahlung geht durch, die Quote sieht normal aus. Was fehlt, ist eine Regel, die erst im Konfliktfall wirkt. Wer die Auszahlung nicht erhält oder sein Limit nicht gesetzt findet, merkt dann, dass niemand zuständig ist.
Die zweite Prüfung ist der eigene Zahlungsweg: ein Konto auf eigenen Namen, denn etwas anderes akzeptiert ein lizenzierter Anbieter nach § 6b Abs. 4 nicht. Die dritte ist das Limit — nicht die eigene Vorsatzstärke, sondern der Eintrag in der LUGAS-Limitdatei, der mit jeder Einzahlung bei jedem Anbieter mitläuft. Wer sein Limit kennt, weiß vor der Einzahlung, ob sie durchgeht. Parallelkonten bei mehreren Anbietern ändern daran nichts, weil das Limit an der Person hängt und nicht an der Marke.
Schließlich bleibt der Blick auf die App selbst, und hier hilft ein einfaches Kriterium: Wie verhält sie sich unter Last? In der Halbzeit eines Spiels, wenn der Wettschein schnell gehen muss, entscheidet sich, ob eine Ladezeit akzeptabel ist. Tests bei laufendem Spiel, in einer vollen Liga und mit einer Kombiwette im Wettschein sagen mehr über eine App als jede Feature-Liste im Store. Und ein Wettschein, den man am nächsten Morgen nur noch halb versteht, ist kein Zeichen von Pech, sondern von zu vielen Beinen.
Häufige Fragen
Woran erkennt man, dass eine Wett-App eine deutsche Erlaubnis hat?
An einem Eintrag in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, und zwar mit genau der Domain, auf der gespielt wird. Die Liste zum Stand 2. Oktober 2026 nennt Erteilungsdaten, aber kein Enddatum. Eine .de-Adresse allein belegt nichts.
Gelten das Einzahlungslimit und die OASIS-Abfrage auch bei Wetten per App?
Ja. Das Limit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter wird nach § 6c Abs. 1 über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt, OASIS nach §§ 8, 8a bei Registrierung und Login. Beide hängen an der Person, nicht am Gerät — das Telefon umgeht nichts.
Was ist bei Livewetten über das Smartphone erlaubt, was ausgeschlossen?
Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente erlaubt, in Sportarten mit seltenen solchen Ereignissen. Nächstes Tor im Fußball gilt, nächster Punkt im Tennis nicht. E-Sport ist nach Angaben der GGL nicht möglich.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer auf Quote und Auszahlung in der App aus?
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags; Schuldner ist der Veranstalter, nicht der Wettende. Ob ein Anbieter sie weitergibt, steht in seinen Bedingungen. Ausgezahlt wird erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.
Welche Zahlungsmethoden stehen in mobilen Wett-Apps zur Verfügung?
Akzeptiert werden nur Zahlungen von einem Konto auf eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut; anonyme Mittel sind nach § 6b Abs. 4 unzulässig. Welche Marken ein Anbieter führt, ist seine Sache — in App-Beschreibungen erscheinen etwa Debitkarte, PayPal, paysafecard, Apple Pay, Google Pay und Klarna.
Was unterscheidet mobile Boni von normalen Willkommensangeboten?
Für Sportwetten setzt der GlüStV keinen Bonusbetrag und keine Umsatzhöhe fest; alle Werte stammen aus den Bedingungen des Anbieters. Ein „mobiler“ Bonus ist meist ein Willkommensangebot mit denselben Hebeln: Umsatzfaktor, Mindestquote, Frist, Obergrenze. Entscheidend ist die Art der Leistung, nicht ihr Name.
Was am Ende zählt
Wer eine Wett-App auswählt, trifft in Wahrheit drei Entscheidungen in einer festgelegten Reihenfolge. Zuerst die Erlaubnis: Steht die Domain unter der Sportwetten-Erlaubnis in der Whitelist, oder nicht? Danach die Bedingungen: Wie hoch ist der Umsatz, welche Mindestquote gilt, wann läuft die Frist ab, wie hoch ist der Deckel? Erst zuletzt die App selbst — Wettschein, Live-Angebot, Ladezeit, Zahlungswege. Die Reihenfolge ist nicht Geschmack, sondern Logik, weil die erste Frage über Rechtssicherheit entscheidet, die zweite über den Preis und die dritte über den Komfort.
Die zehn Anbieter dieser Liste erfüllen alle die erste Anforderung; der Unterschied liegt bei den beiden folgenden. Das ist ein schmaleres Feld, als es scheint — wer offshore sucht, tauscht eine geprüfte gegen eine ungeprüfte Umgebung, verliert OASIS und die LUGAS-Datei und gewinnt den Zugang zu höheren Limits. Dieses Tauschgeschäft ist der eigentliche Gegenstand der Entscheidung, nicht die Optik einer Oberfläche.
Zu den Kosten: Ein Angebot mit hohem Umsatzfaktor und niedriger Mindestquote ist auf einem Telefon besonders gefährlich, weil dort Kombiwetten in zwei Minuten gebaut sind und dieselben zwei Minuten später drei Beine zu viel auf dem Wettschein haben. Der Umsatz zählt nur dann, wenn alle Bedingungen erfüllt sind. Wer eine Gratiswette plant, sollte sich vorher eine Zahl notieren, und zwar die, die der Nettogewinn bei einem Treffer ausmacht — nicht die Zahl im Werbebanner. Dann ist die Erwartung an das Angebot ungefähr richtig, und die Enttäuschung am Ende der Frist bleibt aus.
Apps – Sportwetten in Deutschland
Inhalt erstellt vom Team «Sportwetten in Deutschland»
